Test: Behringer X32 Compact, Digitalmischpult

Mitschnitt auf die Schnelle

Der USB-Recorder/Player lässt einfach und bequem zum Beispiel den Gig in stereo aufnehmen oder übernimmt in der Pause die Beschallung mit Musik. Als nette Erinnerung an „alte Zeiten“ ist das grafische Interface einem Cassettenrecorder nachempfunden.

USB-Schnittstelle

USB-Schnittstelle

Mit dem USB-Recorder lassen sich auch Mischpult-Szenen (Shows) ablegen und wieder aufrufen. Das ist beim Liveauftritt eine schöne Sache, hilft aber auch im Studio, wo lang ausgetüftelte Einstellungen dann nicht mehr verloren gehen.

Fader im Eingangsbereich

Fader im Eingangsbereich

Die acht Eingangskanalzüge bieten zur Signalkontrolle jeweils eine LED-Kette, die auch die Funktion des Gates und Kompressors anzeigt. Neben Select-, Solo- und Mute-Tasten gibt es in jedem Kanalzug als Besonderheit ein kleines beleuchtetes LC-Display. Je nach Wunsch des Benutzers werden dort Pictogramme, Kanalbezeichnungen oder auch eigene Begriffe zu dem jeweiligen Kanal angezeigt. Wenn der Kanalzug/Fader in einem anderen Layer beispielsweise andere Funktionen übernimmt, wechseln hier sogar die Farben. Das schafft Sicherheit und Orientierung im laufenden Betrieb und ist eine wirklich tolle Sache. Mit diesen Klein-Displays haben Filzstift und Klebeband zur Kanalkennung endgültig ausgedient.

Beleuchtete Displays schaffen Orientierung

Beleuchtete Displays schaffen Orientierung

Wegen der limitierten Anzahl von nur acht Fadern musst man beim X32 Compact mit acht (!) verschiedenen Layern im Eingangsbereich hantieren. Die Umschalter finden sich sauber untereinander aufgereiht im linken Bereich. Wie übrigens alle Tasten (Softkeys) sind auch sie beleuchtet.

Das volle Programm mit allen Layern gleichzeitig gilt allerdings nur dann, wenn man tatsächlich 32 Eingangskanäle nutzen möchte. In diesem Fall sind dann allein vier Layer-Ebenen im Einsatz. Kurz nachrechnen: acht Fader x vier Layer macht insgesamt 32 Fader, die dann bedient werden müssen. Da muss man schon gehörig aufpassen, in welcher Ebene man sich gerade befindet. Gute Hilfe bieten bei diesem Extremfall die beleuchteten Klein-Displays mit deutlicher Kanal-Nummerierung und natürlich die beleuchteten Layer-Tasten.

Fader im Ausgangsbereich, rechts Masterfader

Fader im Ausgangsbereich, rechts Masterfader

Der Ausgangsbereich auf der rechten Seite des Pultes ist vom Prinzip identisch aufgebaut wie der Eingangsbereich. Allerdings reduziert sich hier die Anzahl der Layer auf vier, es gibt: Group DCA 1 bis 8; Bus 1 bis 8; Bus 9 bis 16; Matrix Main/C. DCA-Gruppen sind vergleichbar mit Subgruppen von analogen Pulten. Als nützlich in der Praxis erweist sich die Funktion Sends on Fader, zum Beispiel beim Erstellen von Mischungen für das Monitoring. Wie der Name bereits sagt, werden die Fader in diesem Fall zum Regeln der Sends eingesetzt.

Die Layer für den Ausgangsbereich (Bildmitte)

Die Layer für den Ausgangsbereich (Bildmitte)

Aber auch die grafischen Equalizer lassen sich zum bequemen Arbeiten auf die Fader im Ausgangsbereich legen. Unübersehbar rot leuchten dann bei Aktivierung die Mute-Tasten. Und die LCD-Fenster zeigen dann die jeweiligen Frequenzbereiche an. Wird ein Fader bewegt, erlischt die rote Beleuchtung. Soll der veränderte Frequenzbereich wieder in die Null-Position gebracht werden, reicht ein Druck auf den Mute-Button und der Fader fährt in die Ausgangsposition zurück.

Assign und Mute-Gruppen neben dem Masterfader

Assign und Mute-Gruppen, rechts neben dem Masterfader

Mit den acht Assign-Tasten können beliebig zugeordnete Funktionen abgerufen werden, die auf drei Bänken gespeichert sind. Und die sechs Mute-Gruppen lassen mit einem einzigen Knopfdruck vorgewählte Ein- und Ausgänge stummschalten.

Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Warum keine Hörbeispiele? Hier wäre interessant gewesen:

    – Vorverstärker und Wandler und Vergleich mit einem anderen Gerät
    – Kompressor
    – EQ
    – Effekte

    Die X32 Effekte werden immer hoch gelobt. In einem Video eines anderen Magazins konnte man da aber andere Dinge erleben. Gerade deshalb wären hier Beispiele gut gewesen.
    Auch der EQ ist interessant. Z. B. wäre eine Anhebung und Absenkung bei 80 oder 100 Hz mit Shelving Charakteristik und noch einmal bei 8, 10 und 12 kHz ebenfalls mit Shelving Charakteristik schon interessant gewesen. Hier hört man nämlich bei den meisten Pulten sofort, ob der EQ was taugt oder nicht. Viele digitale Pulte klingen nämlich gerade in diesem Bereich besonders steril. Da wäre interessant, ob das Behringer da eine Ausnahme ist.

    Vielleicht könnt ihr ja noch einige Hörbeispiel nachliefern? Zumal ihr die ja beim X32 Preview (gab es da eigentlich jemals einen kompletten Test?) auch schon vergessen habt…..

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Nein, wir haben die Hörbeispiele nicht vergessen.
      Es geht hier schließlich um feine Unterschiede, die mit den „üblichen Lautsprecherboxen“ an Rechnern – oder wenn es ganz schlecht ist, mit den eigebauten Lautsprechern in einem Schlepptop oder Tablet – nur ungenügend bis überhaupt nicht transportiert werden können.
      Eine detaillierte Analyse der vorgeschlagenen EQ-Einstellungen, ob es steril klingt, halte ich daher nur im direkten Live-Vergleich für sinnvoll.

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