Test: Behringer X32 Compact, Digitalmischpult

Das großformatige Display mit seinen Steuerelementen

Das großformatige Display mit seinen Steuerelementen

 

Zentralorgan

Mit einer Größe von immerhin 28 x 17 cm wirkt das Funktionselement mit dem TFT-Screen wie ein eingesetzter Monitor. Es ist auch farblich etwas anders ausgeführt, was diesen Eindruck verstärkt. Leicht in Richtung Anwender gekippt, lässt sich der 7-Zoll Farbmonitor sehr gut ablesen. Die Struktur der Bedienelemente ist gut durchdacht und ermöglicht nach kurzer Einarbeitungszeit die Bedienung der Konsole auch auf tieferen Funktionsebenen. Das ist natürlich mein subjektiver Eindruck. Um alle Funktionen sicher zu bedienen und alles Machbare mit diesem Pult zu beherrschen, braucht es je nach Wissensstand und Affinität zur Technik durchaus eine gewisse Zeit der Einarbeitung.

Die Effekte sind erste Sahne, hier der Vintage Hall

Die Effekte sind erste Sahne, hier der Vintage Hall

Sehr gut klingende Effekte

Nicht weniger als acht Effect-Engines sind einsetzbar. Sie können als Insert verwendet oder über die Sends angesteuert werden. Darunter finden sich neben gewohnten Klassikern und zahlreichen Exoten auch die Nachbildungen von bekannten Geräten wie Lexicon 480L oder PCM70 und die Nachbildung der EMT 250, die schon beim Prince Klassiker Purple Rain zum Einsatz kam. Auch das legendäre Quantec QRS ist dabei, eins der ersten hochwertigen Digitalhallgeräte, was 1985 rund 22.000 DM (!) kostete. Die Effekte sind erste Sahne und suchen vor allem in der Vielzahl des Angebots ihresgleichen am Markt.

Das Stereo Delay ist in diesem Fall Bus 15 zugeordnet

Das Stereo Delay ist in diesem Fall Bus 15 zugeordnet

Wo wir gerade beim Klang sind. Wie nicht anders zu erwarten sind auch die Preamps von Top Qualität – Midas lässt grüßen. Gerade die erste Verstärkerstufe ist entscheidend für die Aufbereitung des Signals und hat großen Anteil an der Qualität des Gesamtklangs. Die Signalbearbeitung arbeitet mit 40-Bit Fließkomma, was vor interner Übersteuerung schützt und die Latenz (Eingang/Pultbearbeitung/Ausgang) gibt Behringer mit 0,8 ms an. Im Netzwerk (Stagebox/Pultbearbeitung/Stagebox) steigt die Latenz um minimale Werte an und liegt laut Hersteller bei 1,1 ms. Das bedeutet, dass Sänger beim Monitoring absolut keine Probleme mit verzögerten Signalen haben dürften.

USB/Firewire-Interface

USB/Firewire-Interface

Achtung Aufnahme

Serienmäßig liefert Behringer das Mischpult mit einer Erweiterungskarte für Aufnahmezwecke aus. Sie bietet Schnittstellen für USB 2.0 und Firewire. Die Übertragung von bis zu 32 Eingangs- und Ausgangskanälen vom oder zu einem Computer ist damit möglich. Beim Mac läuft die Karte direkt, für die Verwendung unter Windows sind zuvor die Treiber zu installieren. Zu haben sind sie auf der Behringer Website im Download-Bereich zu dem Pult. Die Arbeit mit dieser Schnittstelle ist natürlich von der Performance des verwendeten Rechners und der DAW abhängig und kann von Fall zu Fall variieren.

Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Warum keine Hörbeispiele? Hier wäre interessant gewesen:

    – Vorverstärker und Wandler und Vergleich mit einem anderen Gerät
    – Kompressor
    – EQ
    – Effekte

    Die X32 Effekte werden immer hoch gelobt. In einem Video eines anderen Magazins konnte man da aber andere Dinge erleben. Gerade deshalb wären hier Beispiele gut gewesen.
    Auch der EQ ist interessant. Z. B. wäre eine Anhebung und Absenkung bei 80 oder 100 Hz mit Shelving Charakteristik und noch einmal bei 8, 10 und 12 kHz ebenfalls mit Shelving Charakteristik schon interessant gewesen. Hier hört man nämlich bei den meisten Pulten sofort, ob der EQ was taugt oder nicht. Viele digitale Pulte klingen nämlich gerade in diesem Bereich besonders steril. Da wäre interessant, ob das Behringer da eine Ausnahme ist.

    Vielleicht könnt ihr ja noch einige Hörbeispiel nachliefern? Zumal ihr die ja beim X32 Preview (gab es da eigentlich jemals einen kompletten Test?) auch schon vergessen habt…..

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Nein, wir haben die Hörbeispiele nicht vergessen.
      Es geht hier schließlich um feine Unterschiede, die mit den „üblichen Lautsprecherboxen“ an Rechnern – oder wenn es ganz schlecht ist, mit den eigebauten Lautsprechern in einem Schlepptop oder Tablet – nur ungenügend bis überhaupt nicht transportiert werden können.
      Eine detaillierte Analyse der vorgeschlagenen EQ-Einstellungen, ob es steril klingt, halte ich daher nur im direkten Live-Vergleich für sinnvoll.

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