Test: Behringer X32 Compact, Digitalmischpult

X32 Compact

X32 Compact

Remote Control

Ein sich immer mehr durchsetzender Trend lässt sich auch mit diesem Mischpult realisieren: Fernbedienung. Für den Tontechniker gibt es nichts bequemeres, als sich mit seinem iPad mitten ins Publikum zu stellen und von verschiedenen Standorten den FOH-Mix zu kontrollieren und anzupassen. Aber auch auf der Bühne kann auf diese Weise das Monitoring direkt kontrolliert werden. Einer unserer Band-Tontechniker macht von der Möglichkeit der Fernbedienung wann immer es geht regen Gebrauch. All diese Vorteile sind natürlich auch mit dem X32 Compact möglich. Es gibt entsprechende Apps, die die wichtigsten Funktionen mit einem iPad oder iPhone aus der Entfernung kontrollieren lassen. Erhältlich ist auch ein Remote Editor für den Computer. Damit ist es möglich, das Mischpult komplett via Ethernet per Computer zu editieren.

Was mir schon beim „großen X32“ nicht wirklich gefallen hat, sind die beiden Anschlüsse für die Kopfhörer. Sie sitzen in den seitlichen Griffschalen. Unpraktisch ist die Anbringung vor allem dann, wenn mit einem Adapter für den Kopfhörerstecker gearbeitet wird. Beim Herausziehen braucht es dann je nach Adapter „spitze Finger“, um das gute Stück wieder zu entfernen. Aufgewogen wird dieser kleine „kosmetische“ Mangel aber durch die Tatsache, dass es immerhin zwei Anschlussbuchsen für Kopfhörer gibt.

Leise

Der aktive Lüfter ist flüsterleise. Man sieht und hört ihn nicht. Nicht sehen schon deshalb, weil er an der Unterseite des Pultes angebracht ist. Das bedeutet aber auch, dass an dieser Stelle kein Hitzestau entstehen darf. Man sollte also unbedingt darauf achten, das Mischpult nicht auf weichen Untergründen oder Schaumstoffunterlagen abzustellen – das wäre für den Wärmehaushalt im Pult keine gute Sache. Die Arbeit im Studio wird mit dem X32 Compact auf keinen Fall durch zu laute Lüftergeräusche gestört.

Die Verarbeitung ist von sehr guter Qualität. Alles fühlt sich massiv und stabil an. Die Drehregler vermitteln ein angenehmes Gefühl und auch die zahlreichen Schalter und Taster mit ihren weichen, beleuchteten Buttons (Softkeys) unterstreichen diesen sehr professionellen Eindruck.

Acht XLR-Ausgänge, Klinkenbuchsen für die Aux-Wege und Cinch-Anschlüsse

Acht XLR-Ausgänge, Klinkenbuchsen für die Aux-Wege und Cinch-Anschlüsse

Fazit

Was macht das Behringer X32 Compact Digitalmischpult aus? Nichts ist unmöglich. Mit diesem Werbespruch hat vor etlichen Jahren ein großer Autohersteller Aufsehen erregt. Wenn ich dürfte, würde ich diesen Spruch für das Digitalpult anwenden – geht aber nicht, daher sage ich: Fast alles ist möglich. Vor allem bei diesem Anschaffungspreis! Ein Tribut an die kompakte Form sind die wenigen Fader im Eingangsbereich. So gesehen ist Behringers Full-Size-Lösung mit dem „großen X32“ die schärfste Konkurrenz für das X32 Compact – vor allem unter Berücksichtigung des nur geringfügig höheren Preises. Wenn aus Platzgründen unbedingt ein kleineres Mischpult angeschafft werden sollte, kann ich das X32 Compact wärmstens ans Herz legen. An den Umgang mit den vielen Layern der Eingangssektion kann man sich schließlich gewöhnen. Und was die Zukunft betrifft, Behringers Monitoring-System Ultranet kann ebenso angeschlossen werden, und digitale Stageboxen erweitern den Einsatzbereich durch zusätzliche Anschlussbuchsen.

Plus

  • Gesamtausstattung
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • logischer Aufbau
  • guter Klang
  • schnelle Bereitschaft
  • großes Farbdisplay
  • viele und gute Effekte
  • beleuchtete Kanal-LCDs
  • Verarbeitung
  • mitgelieferte Schutzhülle

Minus

  • wenig Fader im Eingangsbereich

Preis

  • UVP: 3031,- Euro
  • Straßenpreis: 2299,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Warum keine Hörbeispiele? Hier wäre interessant gewesen:

    – Vorverstärker und Wandler und Vergleich mit einem anderen Gerät
    – Kompressor
    – EQ
    – Effekte

    Die X32 Effekte werden immer hoch gelobt. In einem Video eines anderen Magazins konnte man da aber andere Dinge erleben. Gerade deshalb wären hier Beispiele gut gewesen.
    Auch der EQ ist interessant. Z. B. wäre eine Anhebung und Absenkung bei 80 oder 100 Hz mit Shelving Charakteristik und noch einmal bei 8, 10 und 12 kHz ebenfalls mit Shelving Charakteristik schon interessant gewesen. Hier hört man nämlich bei den meisten Pulten sofort, ob der EQ was taugt oder nicht. Viele digitale Pulte klingen nämlich gerade in diesem Bereich besonders steril. Da wäre interessant, ob das Behringer da eine Ausnahme ist.

    Vielleicht könnt ihr ja noch einige Hörbeispiel nachliefern? Zumal ihr die ja beim X32 Preview (gab es da eigentlich jemals einen kompletten Test?) auch schon vergessen habt…..

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Nein, wir haben die Hörbeispiele nicht vergessen.
      Es geht hier schließlich um feine Unterschiede, die mit den „üblichen Lautsprecherboxen“ an Rechnern – oder wenn es ganz schlecht ist, mit den eigebauten Lautsprechern in einem Schlepptop oder Tablet – nur ungenügend bis überhaupt nicht transportiert werden können.
      Eine detaillierte Analyse der vorgeschlagenen EQ-Einstellungen, ob es steril klingt, halte ich daher nur im direkten Live-Vergleich für sinnvoll.

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