Test: Behringer XR18, XR16, Digitalmixer, Teil 1

Zeit, mal ein Mikro einzustecken. Dafür nutze ich ein normales dynamisches Gesangsmikrofon. Das kommt mit ca. 30 dB Gain aus, auch hier ist bei den Preamps nichts Negatives feststellbar, der Sound lässt sich mit EQ und Compressor angenehm leicht formen. Für den Compressor, wie auch für das Gate stehen zur groben Orientierung vier Presets zur Auswahl, eigene Einstellungen können natürlich ebenso abgespeichert werden.

Nächster Punkt: Gitarre. Das XR18 verfügt ja in Kanal 1 und 2 über Hi-Z Inputs, so lässt sich die Klampfe direkt anstöpseln. Auch das klappt problemlos und so nutze ich hier direkt die Gelegenheit, den GuitarAmp als Inserteffekt zu testen. Der Amp lässt sich recht vielseitig einsetzen, kann aber nur bei den Clean- bis Crunchsounds einigermaßen punkten, die Distortionsounds klingen doch „arg Plastik“. Fehlanzeige sind auch interne Effekte, hierfür müsste also ein weiterer der vier Effektblöcke verballert werden. Speichern und abrufen eigener Programme geht, ist aber mit Save und Load umständlich und wenig bühnengerecht. So bleibt der Nutzen also eher darauf beschränkt, wenn der Sänger für ein bis zwei Songs auch mal zur Klampfe greifen möchte und dafür aber auch so gar nichts außer das Instrument mitzunehmen gedenkt.

Auf die Qualität der weiteren Effekte möchte ich an einem späteren Punkt eingehen, als vollwertiger Mixer hat sich der Behringer-Spross bewiesen, nun interessiert mich die Verwendung als Audiointerface.

Dafür schalte ich alle 18 Kanäle auf USB, hänge mein betagtes weißes MacBook per USB dazu und spiele aus Logic ein entsprechendes Arrangement zu. Das funktioniert schon mal reibungslos, auch bei Aktivierung aller EQs und Compressoren läuft die Geschichte einwandfrei. Gleichzeitig kann ich auf dem selben Rechner die X-Air Edit Software fahren, ohne dass es zu Problemen kommt. Um den Schwierigkeitsgrad noch etwas zu erhöhen, möchte ich nun die Spuren auch wieder auf den Rechner zurückspielen und in Logic aufnehmen. Das klappt zuerst nicht, da ich in der X-Air Edit keine Möglichkeit habe, das Routing entsprechend zu ändern. Mit dem iPad und der App geht’s, ich sehe schon, wenn ich das Teil live einsetzen möchte, müssen beide Steuergeräte mit, wenigstens solange bis der Funktionsumfang angeglichen ist.

Nachdem das aber erledigt ist, wird auch diese Aufgabe vollständig und problemlos abgearbeitet. Ich nehme die 18 Spuren mit 24 Bit/44,1 kHz auf und erreiche eine Latenz zwischen Aus- und Eingang von circa 65 Samples.

Forum
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    zippo

    Kanalbeschriftung und farbliche Kennzeichnung sind auch in der Mac-App möglich: rechte Maustaste ist dein Freund!

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      Armin Bauer  RED

      Tja blöd, dass meine Maus keine rechte Taste hat.

      Ne ernsthaft, ich finde das Pult klasse, aber die Dokumentation lässt doch noch arg zu wünschen übrig.

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        gaffer  AHU

        @Armin – Jede Mac Maus seit Mitte des letzten Jahrzehnts hat eine rechte Taste, man sieht sie nur nicht. Aktivieren muss man sie schon, aber ich denke das weisst du.. ;)

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      Armin Bauer  RED

      Es geht nicht darum, die Kapitel wieder zusammen zu fügen, sondern dass sie nur kapitelweise downloadbar sind, das macht unnötig Arbeit.

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    Markus Galla  RED

    Leider steht die ausführliche Bedienungsanleitung zum X32 Producer auch nach wie vor nicht zum Download bereit und man muss sich quer durch das Netz googlen, um sie irgendwo zu finden oder auf das Wiki zurückgreifen. Aber da steht Behringer nicht alleine da. Technische Dokumentation scheint nicht mehr für wichtig erachtet zu werden.

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    trommlertom

    Vielen Dank für den Test.

    Ich hätte 2 Fragen:

    1) Mich würde die Qualität der Preamps und der ASIO Treiber interessieren.
    Kann man das X Air XR18 auch als Recordinginterface im Homestudio einsetzen?
    Oder ist die Qualität zu schlecht? und wie sieht es mit Latenzen aus?

    Hat jemand Erfahrung damit?

    2) Wie stabil läuft das X Air XR18? Kann man sich bedenkenlos live darauf verlassen?

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    yentz

    Hallo, hab mir das XR18 vor kuzem gekauft weil ich immer wieder probleme beim mischen über Ableton hatte.
    Die Treiber funktioineren hervoragend unter OS X. Multitrack Recording aller Kanäle ist problemlos möglich.
    Die Qualität der Wandler würde ich subjektiv als gut bezeichnen. Ich habe keine Probleme oder Qualitätseinbußen bemerken können. Veglichen mit dem Sound, der über USB aus meinem Analog4 und Rytm kommt würde ich das Signal nach der Wandlung im XR18 als besser bezeichnen das ist aber rein subjektiv.
    Live Einsaz kann man denke ich bedenkenlos machen jedoch ist die Wifi VErbindung schlecht und bricht immer mal wieder ab. Hab das Pult per Lan an nem Router dran an dem auch mein Rechner per Lan hängt und das funktioniert einwandfrei.
    Es lassen sich alle erdenklich Routings einstellen und die Effektqualität ist gut. Auch die EQ’s und Kompressoren in den einzelnen Kanälen sind gut. Das Pult hat das was ich erwartet habe bei weitem überstiegen. Scheint als hätte Behringer hier tatsächlich mal ein richtig gutes Produkt am Start (wobei ich bereits mit dem ADA 8200 soundmäßig sehr zufrieden war).

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      Armin Bauer  RED

      Hallo yentz,

      wir haben die Testgeräte ja eher kurz da, dann müssen die wieder zurück (nein, wir dürfen die nicht behalten).

      Von daher ist so ein kleiner Bericht aus der Praxis eine sehr schöne Ergänzung zum Test.

      Danke dafür.

  5. Profilbild
    fretneck

    Hi, habe eine Frage zum Behringer XR18: Wie frei bin ich im Routing der Effekte, kann ich Multibandkompressor, FB-Destroyer und Reverb oÄ auch auf die Summme oder Aux Wege legen (wahlweise parralel oder seriell)?
    Vielen Dank schon einmal, fretneck

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