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Test: Best Service Galaxy II Piano

Und hier kommt für mich das Galaxy II ins Spiel:

Es geht schon mal mit der unfassbar guten Engine los: Kontakt 4 bzw. auch der reine Player! Da muss ich nicht mehr viel zu sagen, ist ja auch kein Kontakt-Test. Außer dass es für mich mittlerweile eine der dankbarsten, bedienerfreundlichsten, ressourcenschonendsten Engines überhaupt ist.

Ich weiß nicht, ob ich das hier so sagen soll, aber die Spectrasonics Engine und EastWests PLAY, deren beider Soundlibrarys ich absolut liebe, können in diesen genannten Punkten wirklich einpacken! 

Sorry Eric & Doug

Ressourcen/Performance

Es gibt die Möglichkeit zwischen einer ressourcenschonenden Kompakt-Version oder der Vollversion bei allen drei Modellen. Ich testete das GalaxyII auf einem drei Jahre alten ProAudio-PC von Audiozapp (Win XP Pro, 4GB RAM, Intel Duo Quad, Cubase 5.1.1). Ist nichts besonderes mehr. Aber wichtig zu wissen, dass es auch auf ein wenig älteren Systemen läuft. Was hilft mir der geile Sound und der coole Preis im Paket, wenn ich zuerst in einen Apple G5 investieren muss? Das vergessen manche Hersteller sehr gerne. Also…rennt bei mir wie gesagt ohne Probleme. Lädt die Sounds flüssig und schnell rein und knackst nicht. Wieder mal der Kontakt.

Werkzeuge und Helfer

Eine schier unglaubliche Palette an Editiermöglichkeiten hat man hier. Die umfangreichen Parameter aller Flügel mit einer idealen Separierung aller Nebengeräusche und Resonanzen, die irrwitzige Bandbreite an klanglichen Modifikationen und Effekten, sowie die hervorragende Bedienung katapultieren Galaxy in die Oberliga.

Für den, der keine Lust hat zum Rumschrauben, gilt folgendes: Entweder er spielt den Flügel so wie er reingeladen wurde ohne auch nur einen Hauch zu verändern, klingt es schon klasse. Oder er lädt sich eins der Global Presets rein. Da sind Voreinstellung (z.B. Vintage D Jazz) je nach Stilistik und Geschmack vorzufinden. Zudem kann man im Bereich „Tone“ den Anschlag und die Resonanz einstellen von weich bis hart. Hilfreich, wenn man mit der MIDI-Aufnahme generell zufrieden ist, aber der Anschlag zu hart/weich klingt. Einfach in die gewünschte Richtung drehen.

Weiter geht es mit der Abteilung „Anatomy“. Klingt wichtig, ist es auch:

Hier hört man in jedem Sample die Arbeit, die in die Erstellung der Library gesteckt wurde!

„Dynamik“: Ich finde, dass dieser Drehregler Gold wert ist! Ob es nach Jazz, Bach oder knackigem Elton John klingen soll, kann man hier sehr gut einstellen, ohne im MIDI-Editor die Dynamik zu editieren, was ja meistens nach hinten losgeht und der Pianist sofort hört.

Des weiteren steht hilfreich die „Articulation“ zur Verfügung mit RePedaling oder auch Halfpedal.

Das „Silent Key“: Sehr Velocity-arme Töne werden praktisch unterdrückt und/oder nicht mehr wiedergegeben.

„Una Corda“: Eine technische Spielanweisung, die dazu auffordert, das linke Pedal zu treten, mit welchem durch eine mechanische Positionsveränderung des Spielwerks leisere Töne erzeugt werden. Diese mechanische Veränderung, die beim Treten des linken Pedals an einem Flügel erfolgt, ist ursächlich für den Begriff una corda. Bedeutet bei GalaxyII: Drückt man den Button Una Corda, werden die Samples, die diesen Effekt erzeugen, geladen und ausgeführt beim Drücken des linken Pedals. Sofern man eins angeschlossen hat an sein MIDI-Keyboard. Ansonsten programmieren.

Listening Position: Das geht jetzt eigentlich schon in den Bereich Mix. Ich bevorzuge immer die Hörweise des Spielers. Und entscheide erst im Mix, wo ich das Klavier haben will. Publikum oder links hinten im Backstagebereich, das kann warten. Manchmal schalte ich aber auch das Plug-in während des Mixes auf Audience, einfach um zu hören, was Galaxy meint. Klingt sehr edel bei Orchestrationen.

Voice-Management: Tja, das ist eigentlich eine Frage der CPU, ab wann Töne gekillt werden sollen. Je langsamer der Song, desto mehr sollte man einstellen, sonst hört man wie der Ton abgemurkst wird. Die Grenze muss jeder selber an seinem Rechner testen. Hilfreich sind die Angaben des Herstellers bezgl. System/Hardware Empfehlungen.

Release Samples: Wie lange das Sample ausklingen soll, nachdem man losgelassen hat. Taste und Pedal.

Hammer Noise: Einschalten und regeln wie laut man die Hammerbewegung zur und von der Saite hören will.

Pedal, Damper, String Noises und Overtones: Diese hier waren mir alle ein wenig zu viel des Guten an Nebengeräuschen. Hab ich immer ausgeschaltet. Und wenn, dann wirklich ganz leise (-30dB) bei einer reinen Flügel-Ballade zum Beispiel.

Stereo-Width: Sehr hilfreich, wenn sich das Klavier in eine Band einfügen soll ist stereo nicht immer optimal.

Transpose: Kurz zum Tonhöhe testen okay. Brauche ich aber ansonsten nicht. Stupse das lieber im MIDI-Editor kurz hoch/runter bei Bedarf.

Fine Tune: Wenn man mal ein Instrument (Upright-Bass, Violine oder was auch immer) aufgenommen hat, und die sind nicht ganz in Shape. Habt zudem kein Autotune Plug-in zur Hand? Dann dreh einfach den Flügel in die Richtung der bereits fertigen Aufnahmen und das im +/-50 Cent Bereich.

Zu guter letzt, Basic Pitch: Die Stimmung geht von 436 bis 444 Hz üblicherweise. Ist oder war das der Fall, kann man hier nachträglich der Aufnahme folgen.

Abteilung Space:

Mit dieser FX-Sektion ergeben sich teils dramatische Effekte, die sich natürlich auch dezenter einsetzen lassen. Wirklich sehr schöne realistische Hallfahnen habe ich hier gefunden, für jeden möglichen Zweck innerhalb Sekunden.

Was vorbildlich ist: Einen guten Hall programmieren ist wirklich ein wenig tricky und erfordert gewisses Können. Diesen hier bringt selbst ein Laie mit zwei Handgriffen schnell zum Leben. Wir dürfen nicht vergessen, dass viele rein klassische Pianisten selten Ahnung haben vom Job eines Toningenieurs und solchen technischen Fragen. Aber diese zwei Regler kann man jedem zutrauen und erreicht schnell tolle Ergebnisse. Schöne Presets/Voreinstellungen vom Jazzclub bis ins Colosseum gibt es zur Auswahl.

Pads:

Finde ich persönlich überflüssig, zumindest momentan. Habe mich eigentlich auch ein wenig gewundert. Natürlich hilfreich, wenn der Flügel noch sphärisch begleitet werden soll. Aber nötig ist das eigentlich nicht bei einem Flügel Plug-in oder?

Abschließend: An den Sound kommen aktuell weder The Grand3 von Steinberg, noch das Ivory ran. Das von Eastwest klingt sehr gut, hat aber das bekannte Ressourcenproblem von Play.

Sehr viele Einsatzmöglichkeiten habe ich gefunden, und immer hat sich jeder der drei Flügel wunderbar eingebettet.

Das Plug-in ist bei Bedarf sehr dezent, aber auch ausdrucksstark/expressiv genug für Jazz und klassische Musik. Durchsetzungsfähig im Popbereich ist es zudem auch. Was will man mehr?!

Die Surround-Kompatibilität ist schon eine feine Sache, für den der sie braucht. Aber da gibt es wichtigere Aspekte für mich. Ist es außergewöhnlich im Klang? Ist es gut gestimmt? Passt die Raumakustik und die Mikrofonierung? Lässt es sich gut über MIDI spielen? In Bezug auf Galaxy II kann ich jeden Punkt mit einem JA beantworten.

Daher absolut empfehlenswert! Wie aber zu Anfang erwähnt, vorher antesten! Es gibt mehr Geschmäcker als Käsesorten…

Fazit

Das Galaxy II ist aktuell mein absoluter Lieblingsflügel unter den Plug-ins. Wer hätte gedacht, dass ich das mal sagen würde, nach 20 Jahren zähneknirschender Pionierzeit auf diesem Gebiet. Mag sein, dass es in drei Jahren wieder was Besseres gibt. Momentan nicht…für mich! KAUFEN!

Plus

  • Qualität
  • Vielfältigkeit
  • Engine
  • Preis
  • Das jährliche nervtötende Stimmen und dessen Kosten fallen weg

Minus

  • Klavierhocker nur separat erhältlich

Preis

  • 249.-
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    was ist ein intel duo Quad ? Ist es jetzt ein Duo ( also 2 kern prozzessor) oder ein Qaud ( 4 kerne) ? Artikel fand ich sonst super, danke !!

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      Intel Core2 Quad CPU Q9300 @2.5 GHz
      und das ganz x 4.
      Steht so in der Verwaltung des Rechners.
      Für mehr Infos bin ich überfodert. Kannst aber die Jungs von AudioZapp in München anrufen.
      Die haben die Kiste gebaut.
      :o)
      Grüsse, Selcuk Torun

  2. Profilbild
    Nostradamus

    „Ich weiß nicht, ob ich das hier so sagen soll, aber die Spectrasonics Engine und EastWests PLAY, deren beider Soundlibrarys ich absolut liebe, können in diesen genannten Punkten wirklich einpacken!“

    Sag‘ es ruhig, denn es ist absolut richtig. Kontakt bietet sehr viel und ist trotz der vielen Möglichkeiten sehr performant. Es nervt mich in letzter Zeit auch ein wenig, dass viele Library Produzenten eigene Player einsetzen. So hat man dann mehrere Player installiert, die eigentlich alle das selbe machen, nur eben in der Regel nicht so gut wie Kontakt.

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      AMAZONA Archiv

      Ich steh schon dazu, so ist es nicht!
      Was mich am meisten nervt ist auch, dass durch unsere Rechner permanent Geld in Form von Hardware wandern soll.
      Würde meinen Rechner gerne friedlich 2 Jahre am Stück benützen ohne den Library/Engine-Herstellern hinterherzuhecheln. Aber vielleicht wird ja ENGINE von Bestservice langfristig die Lösung?

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        Nostradamus

        Die Engine von Best Service basiert auf Yellow Tools, wenn ich mich nicht irre. Da taucht dann das nächste Problem auf: da es sich nur um einen Player handelt, sind nur rudimentäre Eingriffe in den Sound möglich. Und die YT Vollversion würde ich mir dann doch nicht kaufen. Aber gut, jemand, der sie bereits besitzt, kann genau so argumentieren, wenn es um Libs geht, die den Kontakt Player verwenden.

  3. Profilbild
    kkutte

    Ich habe mir auf Grund dieses Tests den Galaxy Vintage D als Einzelinstrument zugelegt. Ist wirklich das beste was ich bis jetzt an VST Piano/Flügel auf meinem Rechner hatte. Die Bespielbarkeit und die Einstellungen nach meinem Geschmack sind einfach hervorragend. Die Anpassung meiner MIDI Tastatur war einfach perfekt einzustellen. Auch nach sehr langen Spielen (schnell, langsam, sehr Vielstimmig) habe ich keine ASIO Aussetzer zu beklagen.
    Also eine wirklich gute Performance. Space und Pad Effekte sind mir „wurscht“, benutze ich nicht

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      AMAZONA Archiv

      Cool! Das freut mich! Mir geht es genau so. Ich benütze nichts anderes mehr!

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