Überarbeitete Version des offenen Klassikers
Im Rahmen seiner überarbeiteten DT-Serie hat Beyerdynamic in den letzten Monaten bereits den geschlossenen Kopfhörer DT 770 PRO X auf den Markt gebracht. Mit dem Beyerdynamic DT 990 PRO X folgt nun die überarbeitete Version eines offenen Beyerdynamic-Kopfhörers.
Kurz & knapp
- Klangqualität top: Der offene Studiokopfhörer überzeugt mit klarem, dynamischem Sound.
- Tragekomfort hoch: Dank leichter Bauweise, weicher Polster und überarbeitetem Kopfbügel auch für lange Sessions bestens geeignet.
- Moderne Technik: Neuer STELLAR.45-Treiber sorgt für präzisen Klang, das austauschbare Kabel erhöht die Alltagstauglichkeit.
- Allrounder-Einsatz: Funktioniert zuverlässig an verschiedensten Quellen – vom Studio-Equipment bis zum Smartphone.
Inhaltsverzeichnis
Übersicht Beyerdynamic DT 990 PRO X
Im Rahmen der überarbeiteten DT-Versionen verbindet Beyerdynamic bestehende Technik und Bauweisen mit aktuellen Komponenten, so dass es sich beim DT 990 PRO X letztlich um eine aufgewertete Version des DT 990 handelt.
Kopfhörer von Beyerdynamic findet man bereits seit vielen Jahren in diversen Ton- und Heimstudios. Auffällig ist, dass sowohl professionelle Nutzer als auch Einsteiger gerne auf die Kopfhörer zurückgreifen. Zum einen mag das am vergleichsweise günstigen Preis liegen, denn für die günstigeren Beyerdynamic Kopfhörer zahlt man zwischen 150,- und 200,- Euro. Das scheint ein Betrag zu sein, den viele Nutzer bereit sind zu zahlen. Und auch für professionelle Tonstudios, in denen vielleicht auch mal fünf oder sechs Kopfhörer der gleichen Art notwendig sind, rechnet sich da offensichtlich die Anschaffung. Und natürlich muss auch die Qualität stimmen, denn sonst würden sich die Kopfhörer nicht so lange am Markt halten.
Lieferumfang und erster Eindruck
Geliefert wird der Beyerdynamic DT 990 PRO X in einem schwarz bedruckten Karton. Neben dem Kopfhörer befindet sich darin ein 3 m langes, gerade ausgeführtes Kabel, das auf der einen Seite auf einem Mini-XLR-, auf der anderen Seite auf einem 3,5-mm-Klinkenstecker endet. Ein Adapter auf 6,3 mm Klinke liegt bei. Verfügte der Vorgänger DT 990 (ohne PRO X) noch über ein festmontiertes Kabel, setzt Beyerdynamic bei der PRO-X-Version nun also auf ein austauschbares Kabel.
Befestigt wird das Kabel auf der linken Seite des Kopfhörers und dank des einrastenden Mini-XLR-Steckers ist ein versehentlich herausrutschendes Kabel ausgeschlossen. Wie beim Standard-XLR-Stecker muss man zum Entriegeln einen kleinen Knopf drücken, erst dann lässt sich das Kabel vom Kopfhörer lösen.
Ebenfalls zum Lieferumfang gehört ein Stoffbeutel, in dem der Kopfhörer transportiert werden kann und in dem er vor Staub geschützt ist, und eine kleine gedruckte Anleitung, die Auskunft über den Anschluss des Kabels sowie den Austausch der Ohrpolster sowie des Kopfbands gibt.
Während 90 % der Verpackung des Kopfhörers aus Pappe besteht, hat Beyerdynamic den Tragebeutel und das Kabel sowie zusätzlich noch einmal die Stecker des Kabels in Plastiktütchen eingewickelt. Das sollte in der heutigen Zeit meiner Meinung nach nicht mehr notwendig sein bzw. gibt es mittlerweile ausreichend Alternativen zu dieser Art von Plastikmüll.
Aufbau des Beyerdynamic DT 990 PRO X
Optisch ist und bleibt der Beyerdynamic DT 990 PRO X unverkennbar. Der aus einem Mix aus Kunststoff und Metall gefertigte Kopfhörer fällt aufgrund seines Aufbaus sowie der charakteristischen grauen Ohrpolster sofort auf. Während die Ohrmuscheln komplett aus Kunststoff gefertigt sind, besteht der Übergang sowie das Innere des Kopfbügels aus robusterem Federstahl. Ummantelt ist der Kopfbügel mit Kunstleder. Dieses sitzt angenehm weich auf dem Kopf auf.
Ohnehin lässt sich der DT 990 PRO X sehr angenehm tragen. Hierzu trägt zum einen der so eben beschriebene angenehm aufsitzende Kopfbügel sowie die weich gepolsterten Ohrmuscheln mit Velours bei, zum anderen aber auch das geringe Gewicht von 292 Gramm.
Gegenüber dem Vorgänger hat Beyerdynamic am Kopfbügel eine kleine Fontanellen-Aussparung eingebaut. Diese soll zusätzlich für einen höheren Tragekomfort sorgen. Gegenüber dem kürzlich getesteten Audio Technica ATH-R30X empfehle ich den Beyerdynamic DT 990 PRO X auch für längere Hör-Sessions. Während des Testzeitraums von rund vier Wochen habe ich ihn gerne auch bei längeren Sessions genutzt.
Die Einstellung der Größe ist beim Beyerdynamic DT 990 PRO X etwas schwergängig, was ich aber als positiv betrachte, denn so behält er eine einmal eingestellte Größe auch nach mehrmaligem Auf- und Abziehen bei. Der Anpressdruck des Kopfhörers ist nicht allzu hoch, was im Hinblick auf längere Einsätze ein weiterer Vorteil ist.
Technische Daten
Neben dem austauschbaren Kabel und der erwähnten Fontanellen-Aussparung ist der Treiber der größte Unterschied zum Vorgängermodell. Wie auch beim DT 770 PRO X setzt der Hersteller nun auf den STELLAR.45-Treiber. Dazu ist der DT 990 PRO in den zwei Varianten 80 Ohm und 250 Ohm erhältlich ist, gibt es den DT 990 PRO X lediglich in einer Variante mit 48 Ohm Impedanz.
Die genauen Unterschiede stellt Beyerdynamic im folgenden Video dar:
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Ansonsten gibt Beyerdynamic die technischen Daten wie folgt an: Der Frequenzbereich erstreckt sich von 5 Hz bis 40 kHz, der Kennschalldruck liegt bei 97 dB (@ 1 mW / 500 Hz), der Klirrfaktor bei <0,15 %.
Wie klingt der Beyerdynamic DT 990 PRO X?
Aufgebaut ist der Beyerdynamic DT 990 PRO X als dynamischer, offener Studiokopfhörer. Entsprechend lässt er sich vorwiegend für die Bereiche Mix & Mastering einsetzen. Während des Tests musste sich der Kopfhörer an unterschiedlichen Signalquellen beweisen. Neben einem SPL Phonitor Mini kam ein Monitorcontroller Drawmer CMC2, der Kopfhörerausgang eines Mackie 1604 Pultes sowie ein älteres iPhone SE zum Einsatz.
Bereits bei den ersten Tönen wird klar, der Beyerdynamic DT 990 PRO X scheut sich nicht davor, ordentlich Bass zu produzieren. Vor allem im Hinblick auf die offene Bauweise ist dies ein erwähnenswerter Charakterzug. Auch im Subbass-Bereich braucht er sich nicht zu verstecken, bringt alles aber schön klar und druckvoll ans Ohr.
Auch im Bereich der mittleren Frequenzen kann der Studiokopfhörer überzeugen, bringt er doch sowohl Keyboards und Gitarren als auch Sprache und Gesang sehr präzise ans Ohr. Auch bei vollen Arrangements, wie beispielsweise gitarrenlastige Rock-Songs, werden einzelne Instrumente nicht zu einem Klangbrei zusammengestellt, sondern lassen sich schön differenziert wahrnehmen. Ein passender und guter Mix natürlich vorausgesetzt. Hierzu trägt insgesamt auch die breite Stereobühne bei, die der DT 990 PRO X aufspannt.
Auch Sprache und Gesang kommt wie gesagt sehr natürlich und klar rüber, so dass der Beyerdynamic DT 990 PRO X auch ein klarer Kandidat für Tonstudios ist, in denen viele Sprachaufnahmen erfolgen, sei es für Werbefilme, Podcasts oder in Tonstudios, die sich auf Hörbücher spezialisiert haben. Entsprechend empfehle ich den Kopfhörer auch für Content-Creator im Multimedia- und Social-Media-Bereich.
Das sehr gute Klangbild setzt sich im Höhenbereich weiter fort. Overheads oder die hochspielenden Instrumente eines Orchesters bringt der Studiokopfhörer gut ans Ohr. Insgesamt ist der Kopfhörer schon hell abgestimmt, wird aber nur in Ausnahmefällen etwas scharf.
Gerade bei Orchesteraufnahmen hat mir die Dynamik des DT 990 PRO X gefallen. Von leisen Passagen bis hin zum komplette Fortissimo bietet der Kopfhörer ein sehr dynamisches Klangbild. Dazu reagiert er auch sehr gut bei schnellen Anschläge, beispielsweise bei Kickdrums.
Wie erwähnt, musste sich der Kopfhörer im Verlauf des Tests an unterschiedlichen Quellen beweisen. Hier überzeugte er sauf ganzer Linie und produzierte stets einen schönen klaren Sound und ausreichend Lautstärke. Entsprechend lässt sich der Beyerdynamic DT 990 PRO X als offener Allrounder (hinsichtlich der Signalquellen) bezeichnen, der an unterschiedlichsten Abspielgeräten gut funktioniert. Wer also öfter mal zwischen Kopfhörerverstärker, Audiointerface und Smartphone wechselt, sollte sich den Kopfhörer ruhig einmal näher anhören.









































Das lose Kabel kann auch eine Schwachstelle sein. Im Prinzip immer die bessere Option, hat es bei meinem 900 PRO X aber immer wieder Probleme gemacht. Irgendwas mit der Verbindung. Das Kabel saß recht locker und ich hatte immer Ausfälle auf einer Seite. Nach durch Thomann anstandslosem Tausch des Kabels war es erstmal gut, bis es dann nach einer Weile wieder los ging. Nach nochmaligem Tausch ist nun schon lange alles gut. Aber das hat doch arg genervt.
Vielleicht haben sie das ja inzwischen verbessert.
Ansonsten bin ich mit dem Kopfhörer sehr glücklich und ich schätze mal, dieser hier wird ähnlich gut performen.
@Basicnoise Wie gesagt, Umtausch war mit Thomann völlig Problemlos. Aber es ist halt trotzem hassle. Vor allem wenn es dann nochmal passiert. Ich hoffe ja, dass sich da inzwischen etwas getan hat. Meiner ist jetzt auch schon wieder ein paar Jahre alt. Aber dieser Anschluss mit dem Mini XLR scheint der Gleiche zu sein.
@Basicnoise Das von Neumann sitzt so fest, dass jeder der diese Kopfhörer kauft, dies erstmal zu schwach in die Buchse steckt. Mich eingeschlossen. Merkt man daran das nur eine Seite hörbar ist bzw. funktioniert Einziger Wermutstropfen ist das dies auf der rechten Seite ist. Mich stört dieser Umstand nicht. Aber das hält wirklich total fest.
Das Kabel konnte man aber auch schon beim Vorgänger nachkaufen und selber austauschen. Man musste den Kopfhörer aber dafür aufschrauben und wie ich grade sehe wohl doch auch löten. Ich meine, es aber auch schonmal mit einem Stecker im Inneren gesehen zu haben, vielleicht habe ich es aber auch falsch in Erinnerung.
So oder so ist das neue System natürlich besser.
Mein DT-770 Pro ist mittlerweile Jahrzehnte alt. Das Kabel hat bislang keine Probleme gemacht. Ich habe einmal die Polster getauscht, sonst nichts. Ich weiß nicht, ob vielleicht spätere Versionen eine schlechtere Kabelqualität hatten, aber bei meinen Hörern ist das erstklassig verarbeitet.