Test: Beyerdynamic FOX, USB-Mikrofon

Ausprobiert (PC): Record

Die Zeiten großer Treiberinstallationen sind ja inzwischen zum Glück meist vorbei. So auch beim beyerdynamic FOX. Die Verbindungsaufnahme mit meinem Windows-10-Notebook dauert keine fünf Sekunden: FOX erkannt, FOX betriebsbereit, kann losgehen. In den Audio-Einstellungen taucht als Ausgabegerät „Headphones (FOX)“ auf, als Eingabegerät „Microphone (FOX)“. Am Mikro selber leuchtet der Mute-Button als Zeichen der vollzogenen Vereinigung. Was ich – wie schon erwähnt – etwas unglücklich finde: Eine gesonderte Power-Leuchte wäre da sehr viel eindeutiger. Wir merken uns also: leuchtende Mute-LED = Power, blinkende Mute-LED = Mikro gemutet.

Intermezzo: Da mein Arbeitsplatz „über Eck“ geht, also L-förmig ist und mein Notebook rechts von mir steht, erweist sich das zu kurze Verbindungskabel als echt störend: Keine Chance, das FOX direkt vor mir zu platzieren. Also bitte, beyerdynamic: Statt Geld für eine schicke orangefarbene Ummantelung auszugeben, das nächste Mal stattdessen einfach ein paar Zentimeter drauflegen. Manchmal ist die Länge nämlich schon entscheidend. Intermezzo Ende.

2-Stufen-Gain-Schalter statt Gain-Regler. Eine seltsame Idee.

Also Sound Forge gestartet und Recordbutton betätigt. Das Ergebnis klingt gut, klar, druckvoll im Bass- und Mittenbereich, ohne in den Höhen zu nerven – gefällt mir gut. Allerdings: Komme ich bei Sprachaufnahmen bei einem Abstand von rund 5 Zentimetern – mit normaler Sprechstimme und der Einstellung „Gain High“ – noch auf einen ordentlichen Aufnahmepegel von -5 bis -8 dB, sind es bei 10 Zentimetern nur noch -10 bis -15 dB, bei 20 Zentimetern nur noch -12 dB bis -20 dB. Sowohl bei High als auch bei Low hätte ich mir da ein klein wenig mehr Empfindlichkeit gewünscht. Daher sollte man zumindest bei Sprachaufnahmen das FOX definitiv auf einem schwenkbaren Arm (und den direkt vor der Nase) platzieren, will man sich nicht beim mitgelieferten Tischfuß platt auf der Tischplatte liegen. Dass das Handbuch dann in seinen Abbildungen bei Sprachaufnahmen 5 Zentimeter Entfernung für die Einstellung „Low“ und 40 Zentimeter für die Einstellung „High“ empfiehlt, gehört zu den Merkwürdigkeiten dieses kleinen Heftchens.

Bei Aufnahmeversuchen mit der akustischen Gitarre sah es übrigens besser aus – bei 10 Zentimeter zeigte der Pegel -4 dB, bei 20 Zentimeter -8 dB an, damit kann man gut leben.

Ich halte das Ersetzen eines Input-Gain-Reglers durch den High/Low-Schalter insgesamt aber trotzdem für eine ziemlich seltsame Idee, deren Vorteile mir verschlossen bleiben. Ein zusätzlicher Gain-Switch? Ok. Aber so? Nein. Einfachere Handhabung für unbedarfte Nutzer? Eher nicht, da schon das Umschalten während des Aufnahmevorgangs zu Störgeräuschen führt, weil der Schalter nun mal direkt am Gehäuse sitzt. Sachdienliche Hinweise bitte an die Redaktion.

Für die Audiobeispiele habe ich (wie gewohnt) ein paar Sätze aus den AMAZONA.de-News aus verschiedenen Abständen eingesprochen – und außerdem noch ein wenig auf Gitarre und Ukulele geklimpert. Für den Klangeindruck sollten da meine amateurhaften Versuche ausreichen.

Ausprobiert (PC): Kopfhörer und Mix

Der Kopfhörerausgang (Miniklinke) klingt ebenfalls sehr druckvoll und detailliert. Den Volume-Regler finde ich persönlich – wie schon geschrieben – etwas „fummelig“; ein halber Zentimeter mehr und eine zusätzliche Gummierung würden da Wunder wirken, aber ok – so oft muss man da ja nicht ran. Auf der ersten Hälfte des Reglerweges tut sich in Bezug auf die Lautstärke nicht viel, die Sache nimmt nur zögerlich Fahrt auf. Die (nicht gerasterte) Mittelstellung ist immer noch recht leise, erst in der zweiten Hälfte geben die Dezibel ordentlich Gas, bis sie am Anschlag heftig die Gehörgänge durchpusten. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber ok.

Die Regler des FOX

Der Mixregler ist dazu da, um Signale vom Computer mit den Aufnahmesignalen zu mischen. Was er dann auch routiniert und gut über die Bühne bringt. Das ist praktisch, wenn man zum Beispiel im Hintergrund ein Playback abspielt, zu dem man singen/jammen oder was auch immer möchte. Das kleine Handbuch ist allerdings auch hier wieder irreführend. Da heißt es nämlich: „Mischen Sie die beiden Signale (Mikrofon und Computer, Anm. des Autors) bis sie ausgewogen sind für die perfekte Aufnahme“. Die Signale lassen sich zwar mischen – aufgenommen wird aber nur das Signal des Mikrofons, das habe ich mir von beyerdynamic sicherheitshalber auch noch mal explizit bestätigen lassen.

Klangbeispiele
Forum
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    L. Lammfromm  

    Da wurde der Test seitens der Herstellers in Hinblick auf die iPad-Kompatibilität wohl mit äußerster Gründlichkeit vorgenommen…
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    Kleine Anregung (ggf. aber keine Top-Idee): Man könnte den Stromverbrauch im laufenden Betrieb mit Hilfe billiger USB-Digitalmesser (ich habe für meinen 2,24 Euro gezahlt) mit etwa 10 Prozent Genauigkeit messen und den Testbericht damit noch ein kleines Stück weit aussagekräftiger machen. Ich jedenfalls finde, gerade bei USB-Equipment für mobile Musikanwendungen, dass der Stromverbrauch ein bedeutender Faktor ist.
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    Gerade dann, wenn das iPad eventuell schon ein klein wenig gealtert ist (und dessen Batterie evtl. nur noch 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität hat), kann sich ein „großer Stromhunger“ des angeschlossenen Equipments ziemlich unangenehm bemerkbar machen.
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    Danke jedenfalls für den Testbericht! :D

    • Profilbild
      m.steinwachs  RED

      Danke für den Hinweis auf den USB-Digitalmesser – hab ich mir gleich mal bei Amazon bestellt. Sollte der noch rechtzeitig kommen, werde ich die Daten an dieser Stelle nachreichen.

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