Test: Beyerdynamic TG 1000, 24 Bit Drahtlossystem

9. September 2018

Kabellose Freiheit für Profis

TG 1000 Receiver, Handheld und Beltpack

Mit der TG 1000 Funkstrecke bietet Beyerdynamic eine Drahtlosanlage, die sich durch moderne Ausstattung und umfangreiche Variationsmöglichkeiten auszeichnet. Das TG 1000 System richtet sich vorwiegend an professionelle Nutzer, die Komponenten sind preislich im oberen Bereich angesiedelt. Was die Anlage leisten kann, wir werden es untersuchen.

Lieferumfang

Hier hat mir die Firma so ziemlich alles in den Karton gepackt, was für die Serie erhältlich ist. Neben dem Dual Receiver sind das der Handsender und der Beltpack Transmitter.

Der Handsender kann mit verschiedenen Wechselköpfen bestückt werden. Das wären zunächst mit dem TG V50w eine dynamische Niere und unter der Bezeichnung TG V70w ist eine dynamische Hyperniere erhältlich. Mit dem TG V56w ist eine Kondensator-Niere verfügbar, auch der TG V96w ist eine Niere, diesmal aber als Echtkondensator.

Ungewöhnlich ist der TG V90w, der mit einem Bändchen arbeitet, auch hier wurde die Nierencharakteristik gewählt. Auch nicht alle Tage wird für ein Funksystem ein Messmikrofon angeboten, die TG 1000 hat aber mit dem TG MM1w genau das im Portfolio, eine Elektret Kondensatorkapsel mit Kugelcharakteristik.

Da bleiben die Möglichkeiten für den Taschensender schon fast etwas zurück. Mit dem TG H56 (TG) ist ein Headset erhältlich und das TG L58 (TG) liefert ein Lavaliermikrofon, beides als Kugelcharakteristik.

Als Letztes noch mit dabei: Das WA-CD NiMH Akku-Ladegerät, mit dem sich je 2 Hand- und Taschensender gleichzeitig laden lassen.

Der TG 1000 Receiver

Der digitale Dual Receiver

Der Dual Empfänger ist in einem 1 HE/19“-Gehäuse untergebracht, das komplett aus Metall besteht. Ein großes OLED-Display informiert in vier Zeilen über den Status. Zeile 1 benennt den Kanalnamen, er ist frei einstellbar. Zeile 2 stellt die benutzte Frequenz dar, Zeile 3 liefert die Info über Frequenzgruppe und Kanal. In der vierten Zeile wird Batteriestatus, Art des Senders mit Mikrokopf und die gewählte Verstärkung angezeigt. Ist kein Sender zu empfangen, zeigt diese Zeile No Tx, bzw. Enc Err, falls ein ungültiges Signal empfangen wird und das Display wechselt von dunkelgrau mit heller Schrift auf hellgrau, dunkel beschriftet.

Die Empfangsanzeige der beiden Antennen und der Audioausgang werden neben dem Display in 5-stelligen LED-Ketten angezeigt.

Mit dem Dialrad inkl. push und den vier Tastern ch1, ch2, fnc und esc werden die grundlegenden Funktionen eingestellt und im Display angezeigt.

Rechts am Gerät finden sich zwei Taster mit Kopfhörer-Symbol und eine zugehörige Klinkenbuchse. Hier können die Kanäle direkt am Gerät abgehört werden, die Lautstärke ist anpassbar.

Links findet sich der Ein- und Ausschalter, zwischen ihm und dem Display der Infrarotsender für die Frequenzsynchronisation mit den beiden Tastern für die Kanäle.

Rückseitig befinden sich die beiden Antennenanschlüsse. Über zwei weitere BNC-Buchsen kann das Signal auch wieder ausgegeben werden. Der TG 1000 Receiver hat einen aktiven Antennensplitter integriert, so dass bis zu 6 Empfänger, also 12 Kanäle, verbunden werden können und so mit einem Antennenpaar arbeiten. Für Rackmontage können die Antenneneingänge auch auf die Vorderseite verlegt werden. Die dafür benötigten Löcher sind mit Plastikstopfen verschlossen, das benötigte Zubehör, kurze BNC-Kabel und Buchsen, wird schon mitgeliefert.

Die Audioausgänge liegen sowohl als XLR als auch als symmetrische Klinke an. Über eine Ethernet-Buchse kann das Signal auch digital im Dante-Format ausgegeben werden.

Abgeschlossen wird die Rückseite rechts außen vom Netzanschluss.

Der TG 1000 Taschensender

Das Beltpack

Auch der Korpus des Beltpack Transmitters besteht aus Metall. Mit 94 x 59 x 26 mm ist er angenehm klein, die sich zu den Seiten hin verjüngende Form ergibt ein angenehmes Griffgefühl. Ohne Batterien wiegt der Sender knapp 100 g. Es werden zwei Halteklammern mitgeliefert, so kann das Beltpack stehend oder um 90° gedreht liegend befestigt werden.

Auf der Oberseite wird die Antenne angeschraubt, hier sitzt auch der Power-Button und der vierpolige Mini-XLR zum Mikrofonanschluss. Über ein Spezialkabel können hier auch Instrumente angeschlossen werden. Der Power-Taster wird flankiert von einer Betriebs- und einer Peak-LED.

Die Infos werden auf der Vorderseite im kleinen Display dargestellt, die erste und dritte Zeile des Receiver-Displays und der Batteriestand werden hier angezeigt. Unter dem magnetisch arretierten Batteriefach für 2 AA Batterien sitzt der Infrarotempfänger zur Kanalabgleichung und ein Gain-Schalter, der bei Verwendung von aktiven Instrumenten eine Abschwächung von 12 dB bietet.

Weitere Einstellungen können am Sender nicht vorgenommen werden, dies geschieht ausschließlich am Receiver.

Die ganze Palette an Sendern und Mikrofonen wird in Pappschachteln mit einer Transporttasche geliefert.

Der TG Handsender

Handsender ohne Kopf

Dies gilt auch für den Handheld-Transmitter, dem funktionsbedingt auch noch der -12 dB Schiebeschalter fehlt. Der untere Teil des Metallschaftes kann abgeschraubt werden, hier sitzen die Batterien und der Sync-Infrarotempfänger. Unten, neben der Antenne, befindet sich der Ein/Ausschalter. Das Funkmikrofon ist ohne Kapsel 200 mm lang bei einem Durchmesser von 36 mm. Das Gewicht beläuft sich auf 152 g, dazu addieren sich noch Kopf und Batterien. Das Display entspricht dem des Taschensenders und sitzt in der oberen Hälfte des Schaftes.

Das WA-CD Akkuladegerät

Die Ladestation

Das Ladegerät kann gleichzeitig 2 TG 1000 Beltpacks und 2 TG 1000 Handhelds laden. Statt der Taschensender ist auch die direkte Aufnahme von 2x 2 AA Akkus möglich. Die Stromversorgung erfolgt über ein 15 Volt Netzteil.

Jeder Slot wird einzeln geladen und überwacht. Der Ladezustand ist an Leuchtfeldern ablesbar, Weiß für unbelegt, Rot für Ladung, Grün für geladen.

Hübsch bunt und Ethernet gesteuert

Beyerdynamic sieht Akkus mit einer Ladekapazität von mind. 1800 mAh vor.

Ungewöhnlich ist der Ethernet-Anschluss. Damit wird das Ladegerät mit eigener IP ins System eingebunden und so können die Überwachung und Steuerung zentral gelöst werden.

Preise

Eigentlich kommt dieser Punkt immer am Schluss. Da die Komponenten und Möglichkeiten aber einen professionellen und nicht ganz günstigen Eindruck bei mir hinterlassen, bin ich doch gespannt, wie die Funkanlage zu budgetieren ist. Deshalb möchte ich den Leser schon an dieser Stelle mit teilhaben lassen.

Für den TG 1000 Doppel-Receiver werden ca. 3000,- Euro fällig. Handsender und Taschensender dürfen mit ca. 800,- und 850,- Euro veranschlagt werden.

Die dynamischen Kapseln TG V50w und TG V70w kosten 130,- und 200,- Euro. Die Kondensator Kapseln TG V56w und TG V96w schlagen mit 230,- und 600,- Euro zu Buche. Für das Bändchen TG V90w bleiben wir bei 450,- Euro hängen und für das Messmikrofon MM1w werden ca. 220,- Euro aufgerufen.

Beim Headset TG H56 liegen wir bei ca. 180,- Euro, das Lavalier TG L58 kommt mit 130,- Euro günstiger weg.

Bleibt noch die Ladestation WA-CD, 450,- Euro sind dafür einzuplanen.

Das hört sich nun alles nicht gerade nach Schnäppchen an, das TG 1000 liegt damit aber im soliden Mittelfeld hochwertiger Digital-Funken.

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