Test: Blackstar HT CLUB 40 Combo MkII, Gitarrenverstärker

Blackstar HT CLUB 40 Combo MkII – die Rückseite

Das rückseitige Panel bietet erwartungsgemäß noch einige weitere Features. Hier können bei Bedarf weitere Lautsprecher (Kombinationen) angeschlossen werden. Auch ein Einschleifweg ist vorhanden. Das Level kann per Druckknopf (Effekt Level Schalter) zwischen -10 dB bzw. -4 dB umgeschaltet werden, damit die Effektgeräte in der Effektschleife auch gut mit dem Verstärker harmonieren.

Zur Abnahme bzw. Aufnahme des Line-Levels stehen ein Recording-Out (XLR, Speaker Emulated Ausgang mit 1×12″ bzw. 4×12″ Voicing) und eine USB-Schnittstelle zur Verfügung. Ein kleiner Knopf auf der Rückseite des Chassis gestattet die Umschaltung der „Boxengröße“. Leider kann man die Endstufe nicht abschalten bzw. an einen eingebauten Lastwiderstand schicken, somit ist ein lautloses Aufnehmen leider möglich.

— Auch rückseitig gut ausgestattet —

Der Blackstar HT CLUB 40 Combo MkII in der Praxis

Hören wir zunächst den klaren Kanal mit unterschiedlichen „Voicings“. Es fällt sofort auf, dass der Klang des klaren Kanals sehr ausgeglichen ist und auch bei heftigem Schrauben an den Reglern nie unangenehme Frequenzen (schrille Höhen bzw. wummernde Bässe etc.). Das doch relativ große und stabile Combogehäuse harmoniert also gut mit den klanglichen Eigenschaften, die der Amp generiert und ist somit perfekt abgestimmt. Die Klangregelung kam mit allen Reglern (abgesehen vom IFS-Regler) auf 12.00 h zum Einsatz.

Kommen wir zu den Hörbeispielen:

Zum Einsatz kommt eine Stratocaster mit Suhr SSH-Tonabnehmerbestückung. Zunächst die Singlecoils am Hals und Mitte zusammen:

Gefolgt vom zweiten Voicing des klaren Kanals. Ist der Voicing-Knopf gedrückt, werden dem Klang etwas mehr Bässe und Mitten hinzugefügt. Eine gelbe Leuchtdiode am Frontpanel signalisiert uns, dass das zweite Voicing aktiv ist. Dies klingt dann folgendermaßen:

Beim Umschalten des Voice-Schalters sind einige deutliche Klangveränderungen wahrnehmbar, die der Flexibilität des Verstärkers zugutekommen.

Kommen wir zur Zerr-Abteilung. Zunächst der Stegtonabnehmer mit Crunchsound:

Nun der Steg-Pickup mit maximalem Gain und britischer Einstellung des IFS-Reglers:

Zum Schluss mit maximalem Gain und „amerikanischer“ IFS-Reglereinstellung. Auch hier wiederum mit dem Steg-Humbucker.

Klanglich darf man mit dem Ergebnis wirklich zufrieden sein, da der HT Club 40 MK II den klanglichen Bedarf für Rockgitarristen jeder Härte satt und ohne Ausnahme bedient.

Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment erstellt:

Stratocaster SSH – Blackstar HT CLUB 40 Combo MkII, eingebauter Hall – Shure SM 57 – Apogee Duett – Mac mit Logic.

Fazit

Der Blackstar HT CLUB 40 Combo MkII hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Die Sounds beider Kanäle klingen ausgezeichnet. Der klare Kanal hat gegenüber dem Vorgängermodell etwas an Klasse dazugewonnen  Der verzerrte Kanal bietet von marshallesquem Crunch bis High Gain alles, was das Herz begehrt. Der für die Blackstar Verstärker übliche IFS-Regler gestattet noch einmal mehr, sehr effektiv in den Klang einzugreifen.

Gleichermaßen stimmen auch die Verarbeitung und das Design. Lediglich das doch relativ hohe Gewicht und die nicht besonders kompakten Ausmaße sind ein Punkt, den man kritisieren muss. Andererseits ermöglichen diese Maße in Verbindung mit dem eingebauten Speaker einen wirklich ausdrucksstarken Ton, den ein schlecht verarbeiteter „kleiner Hasenstall“ nicht generieren könnte. Das Preis-Leistungs-Verhältnis kann man guten Gewissens als gut bezeichnen.

Plus

  • Ausstattung
  • Sound
  • Dynamik
  • Clean-Kanal
  • Design
  • Dark/Light-Schalter für den Hall
  • vier schaltbare Voicings
  • Einschleifweg mit zwei Levels
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • hohes Gewicht

Preis

  • Ladenpreis: 779,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    pootnik

    Ich hatte schon einen Blackstar Röhrenverstärker. Anhand der Audiobeispiele vermute ich dass dieser die gleichermassen miserable Verzerrung hat. Das sog. IFS oder Morphing ist ein schlechter Witz. Weder klingt es nach Fender noch nach Marshall. Einfach Matsch! Der Preis ist ausserdem ungerecht. Der chinesische oder vietnamesische Arbeiter bekommt einen Hungerlohn und die britische Händler packen enorme Gewinne drauf. Das will ich nicht bezahlen. Die Vermarktung der Fake-Produkte ufert ins unermessliche aus: auch die neue „Marshall Origins“ sind im Billiglohnland Vietnam hergestellt. Nix gegen Vietnam, aber dann sollten diese „Vietnamese Marshalls“ heissen.

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