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Test: Bleep Labs Thingamagoop


Thingamagoop

Achtung: Dieser Artikel ist nicht geeignet für ernste Menschen, Software-Fetischisten oder Preis-Leistungs-Spießer!
Wer allerdings ein waschechtes Spielkind und Fan von wirren, analogen Synthsounds ist, sollte unbedingt weiterlesen!

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Was ist ein Thingamagoop?
Das Thingamagoop ist ein sehr simpler, aber trotzdem echter analoger Synthesizer in Gestalt eines kleinen Roboters, der durch seine sehr unkonventionelle Bedienung ideal zum Erzeugen von abgedrehten Geräuschen und Klängen ist. Durch sein possierliches Äußeres und seinen schrägen Sound erobert das Thingamagoop reihenweise die Herzen von Musikern, es ist sozusagen der erste Synthesizer mit Kindchenschemata zum knuddeln und lieb haben!
Verantwortlich für die sympathischen kleinen Krachmacher ist ein Elektrotüftler, der sich selbst Dr. Bleep nennt und unter dem Namen Bleep Labs seine Produkte vertreibt.
Die Heimat der Thingamagoops liegt übrigens im fernen Austin (Texas, USA), wo die putzigen Klangerzeuger in Handarbeit gefertigt werden.

Wie funktioniert es?

Die Kraft für das ständige Klangtheater schöpft das Thingamagoop aus einem 9-Volt-Block, der im Inneren des Vinyl beschichteten Aluminiumgehäuses untergebracht ist. Eingeschaltet wird der Synth über ein seitlich hervorstehendes Poti. Dieses dient gleichzeitig als Lautstärkeregler für den im Boden eingelassen Speaker oder den 6,3 mm Monoklinkenausgang.
Neben einer verwegenen Zahnlücke besitzt das Thingamagoop auch einen VCO und einen LFO. Der VCO erzeugt ein Sägezahn ähnliches Gebilde, während der LFO über eine Rechteckabwandlung verfügt.

Jenseits der konventionellen schwarzweißen Tasten beginnt die Bedienung des Thingamagoops: Getriggert wird der kleine Robo über seine Nase, die aus einer Photozelle besteht und je nach Helligkeit das Tuning des Oszillators bestimmt. Als Triggersignal dient natürlich jede Form von Licht. Damit das Thingamagoop sich auch selbst steuern kann, ist auf dem Kopf eine elastische Lampe angebracht, die im Rhythmus des LFOs flackert. Die Geschwindigkeit des LFOs wird über ein stylisches Retropoti bestimmt, das im „Bauch“ eingelassen ist.
Über den linken Kippschalter kann festgelegt werden, ob der LFO den VCO oder nur das Licht der Lampe moduliert. Der rechte Kippschalter verändert klassisch die Fußlage des VCOs.

- Alle Funktionen auf einen Blick -

– Alle Funktionen auf einen Blick –



Wie klingt es?

Zweifelsohne ist das Thingamagoop ein sehr stressiger Zeitgenosse, dessen Klang eine permanent wechselnde Mischung aus Piepsen, Fiepen, Knacken, Kratzen, Rauschen und Brummen ist. R2D2 hätte mit ihm auf jeden Fall so einiges zu besprechen!
Insgesamt handelt es sich um einen sehr rohen Analogsound, der natürlich nicht besonders fett oder hochwertig ist, sondern bewusst nach LoFi klingt.
Diese Qualität wird besonders hervorgehoben, wenn der Sound über den internen Speaker ausgegeben wird. Das Resultat ist ein fies beißendes, mittenreiches Klangbild, das je nach Lautstärke ganz schön im Ohr schmerzen kann.
Ausgewogener ist der Sound allerdings, wenn er über ein Klinkenkabel ausgegeben wird. Das Frequenzspektrum ist dann deutlich breiter und nicht völlig auf die fiesesten Mitten beschränkt.

Was soll ich damit?

Während des Tests konnte festgestellt werden, dass man mit einem Thingamagoop sehr einfach und effektiv seine Freundin aus dem Tiefschlaf reißen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln andere Fahrgäste herrlich irritieren kann (vor allen Dingen, wenn man sich selbst verwundert umschaut, woher diese seltsamen Geräusche kommen).
Nein, im Ernst, auf den ersten Blick wirkt das Thingamagoop selbstverständlich wie ein Spielzeug, das völlig zufällig Klänge erzeugt und nicht musikalisch einsetzbar ist. Wer am liebsten Melodien spielt, wird mit diesem Synthesizer natürlich nicht sehr zufrieden sein.
Tatsächlich aber lässt sich das Thingamagoop durchaus musikalisch einsetzten, wenn auch nicht im klassischen Sinne. Das Geheimnis liegt in rhythmischen Bewegungen, die (liebe Softwarefreunde, nicht erschrecken) von Hand in Anhängigkeit einer konstanten Lichtquelle ausgeführt werden müssen.

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Klangbeispiele

  1. Avatar
    Stefan

    Klasse Teil, super Bericht.
    Wer organisiert eine Sammelbestellung des Bausatzes aus den USA?

    Sowas kann man sich doch bestimmt auch mit mitteln aus dem lokalen Elektronik laden zusammenbauen, kennt jemand eine Anleitung dazu?

  2. Avatar
    Jan

    Super Ding!\r\n\r\nWollte mir gleich den Bausatz bestellen und musste feststellen, dass dieser beim deutschen Vertrieb leider nicht im Angebot ist. Wo bekomme ich den Bausatz her? Muss ich im Ausland bestellen?\r\n\r\nSchöner Artikel übrigens, witzig geschrieben.\r\n\r\nGruß Jan

    • Avatar
      Jonson

      Habe mal nachgefragt:

      Neue Farbvarianten des Thingamagoops sind bestellt, dazu wird es AUCH das ThingamaKit, als auch diese coolen T-Shirts dort geben :0))

      Jonson

  3. Avatar
    Jonson

    Liebäugele ja schon einige Monate mit einem "Thingamagoop"…und dieser wirklich schön geschriebene Testbericht weiß dieses "haben wollen" nur noch mehr anzustacheln :0)

    Im Ernst – sehr unterhaltsam und auch absolut nachvollziehbar geschriebener Bericht.
    Bedankt!

    Grüße,
    Jonson

  4. Avatar
  5. Avatar
    Adam

    jap, wo bleibt der bausatz?? xD

    genial, sowas will die welt und ich am liebsten auch.

    *bleep*

  6. Avatar
    babo

    weiß irgendjemand ob der thingamagoop männlich oder weiblich ist. kann er sich vieleicht sogar einzeln fortpflanzen? passt auf – leute!°
    schaut ihn (sie) euch genau an!

  7. Avatar
    antje

    ab spätestens Anfang Dezember wird es wieder Thingamakits und noch mehr Thingamagoops bei http://www.generalrobots.de geben. Dr.Bleep bastelt sie grade und hat versprochen uns so schnell wie es geht neue Bausätze und Thingamagoops zu liefern!
    Wer will kann per Mail vorbestellen.
    Viele Grüße, Antje / General Robots

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