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Test: Boss Dual Cube Bass LX, Bassverstärker

Ein mobiles Bassstudio!

8. November 2022

Test: Boss Dual Cube Bass LX, Bassverstärker

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Seit über 40 Jahren (seit 1978, um genau zu sein) steht die Roland Cube Serie für portable, leichte und dabei laute Verstärker mit vielen Anschlussmöglichkeiten zu einem moderaten Preis. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die „Brüllwürfel“, die sich in ihrer Portabilität allenfalls mit den allseits bekannten Polytone Verstärkern messen konnten, damals schon hoher Beliebtheit erfreuten. Doch was zeichnet einen Cube Amp im Jahr 2022 aus, wo Portabilität bei einem guten Sound und ordentlicher Lautstärke schon fast Industriestandards sind? Der Boss Dual Cube Bass LX wird auf der Herstellerseite als „Das ultimative CUBE Bass-Erlebnis für zu Hause und darüber hinaus“ beworben und ist von Haus aus gar nicht für den Gebrauch in einer klassischen Bandbesetzung mit Drums dimensioniert. Daher wird auch sicher niemand verwundert sein, wenn dieser David mit 10 W an zwei 5’’ Lautsprechern nicht gegen die Lautstärke eines Goliath mit beispielsweise 500 W an vier 10’’ Lautsprechern ankommt. Aber muss es denn immer Lautstärke sein?

Treten wir fürs Erste mal einen Schritt zurück: Für was braucht man als Bassist/Bassistin einen Bassverstärker? Klar, zum Proben und für Live-Gigs. Aber die Bühne und der Proberaum sind längst nicht mehr die einzigen Einsatzorte für einen Amp … So hat sich durch die Geschehnisse der letzen zwei Jahre die musikalische Aktivität mehr und mehr vom Proberaum nach Hause verlagert: Viele Bands betreiben beispielsweise Songwriting im Hdeimstudio und tragen dann Vorbereitetes in den Proberaum. Somit ist es als Bassist/Bassistin nicht ungewöhnlich, zuhause die Bass-Parts vorzubereiten und eventuell sogar für eine Demo aufzunehmen. Wäre es da nicht schön, man könnte einfach den gewohnten Sound von zuhause inklusive aller Effekteinstellungen einpacken und mit in den Proberaum nehmen, ohne einen ganzen Kofferraum voller Equipment durch die Gegend zu schleifen? Und wenn wir schon am Träumen sind: Wäre es nicht schön, wir wären als E-Bassisten/Bassistinnen nicht mehr von einem Ort mit einem Bassverstärker und genügend Schallisolation abhängig und könnten uns wie die AkustikgitarristInnen komplett ortsunabhängig austoben? Es wird Zeit, mit dem kleinen Boss Dual Cube Bass LX in neue Gefilde aufzubrechen! Dazu begeben wir uns auf eine Reise an Orte, wie den heimischen Schreibtisch, den Garten, die Wiese im Park oder den Badesee. Dort zeigt der Cube, dass er mehr ist, als „nur“ ein kleiner Bass-Combo.

Boss Dual Cube Bass LX – Features

Test: Boss Dual Cube Bass LX, Bassverstärker

Boss Dual Cube Bass LX – Frontansicht

Beim Boss Dual Cube Bass LX handelt es sich mit den Abmessungen von 341 mm Breite x 205 mm Tiefe x 261 mm Höhe um einen ultra kompakten Bass-Combo. Er verfügt über eine Leistung von 10 W (2x 5 W) an zwei 5’’-Lautsprechern und kann sowohl mit dem im Lieferumfang enthaltenen Netzteil, als auch über 8 AA-Batterien betrieben werden. Laut Herstellerangaben beträgt die Batterielaufzeit ca. 8 Stunden, was im Zusammenhang mit dem geringen Gewicht von nur 4,4 kg und dem auf der Oberseite mittig angebrachten Tragegriff zu einer sehr hohen Portabilität führt. Der Combo ist in einem Gehäuse aus schwarzem Kunststoff mit massivem Eckenschutz verbaut und wirkt sehr kompakt und robust. Dabei mutet die Verarbeitung hochwertig an.

Boss Dual Cube Bass LX – Bedienpanel

Das Bedienpanel umfasst einige Regler und Knöpfe, die übersichtlich in zwei Reihen und insgesamt fünf Felder aufgeteilt sind: Das erste Feld neben der Input-Buchse beinhaltet die Bedienelemente des Verstärkers. Zunächst kann man durch einen Knopf zwischen Compression und Drive wählen und die gewünschte Intensität an einem Drehregler einstellen. Es kann aus fünf verschiedenen Verstärkern gewählt werden (Rock/Modern/Vintage/Flat/Super Flat), deren Gain und Volume unabhängig voneinander justiert werden kann. Beim zweiten Feld (direkt über der Input-Buchse) handelt es sich um die Klangregelung, bestehend aus einem einfachen 3-Band-EQ mit festen Frequenzbändern (Bass/Middle/Treble). Das dritte Feld, das direkt rechts neben der Klangregelung sitzt, beinhaltet die Effekte. Über einen Regler können Chorus, Flanger oder Touch-Wah, über den anderen Regler Delay oder Reverb ausgewählt und justiert werden. Ein bemerkenswertes Feature des Dual Cube Bass LX ist die Memory-Funktion: Der Memory-Taster erlaubt es, für jeden Amp-Typ drei verschiedene Reglerkonfigurationen zu sichern und wieder abzurufen. Dabei werden Gain, Volume, Comp/Drive, Equalizer und die Effektparameter gesichert.

Boss Dual Cube Bass LX – Amps und Effekte

Oben rechts im Panel befindet sich das vierte Feld, der Rhythm-Guide. Dabei handelt es sich um Drum- und Percussion-Patterns, die gut zum Üben und Jammen geeignet sind, sowie ein einfaches Metronom. Sie lassen sich über einen Drehregler auswählen und den „Start/Stop“-Knopf an- und ausschalten. Das Tempo wird über einen Tap-Taster eingegeben. Jedes Pattern verfügt über drei Variationen, die mithilfe des „Variation“-Tasters wählbar sind. Das letzte Feld (unten rechts) beinhaltet den Power-Schalter und Master-Regler. Darüber hinaus sind drei LEDs für den integrierten Looper zu finden, der sich durch ein nicht im Lieferumfang enthaltenes Pedal steuern lässt. Schließlich gibt es noch eine 3,5 mm Headset-Buchse, an der auch Headsets mit Mikrofon angeschlossen werden können sowie deren Lautstärkeregelung. Wird ein Kopfhörer angeschlossen, so schalten sich die Speaker stumm, sodass auch im Stillen geübt werden kann.

Boss Dual Cube Bass LX – Rhythm Guide

Sounds & Anschlüsse des Bass-Amps

All diese Einstellmöglichkeiten vereinen auf einem übersichtlichen Bedienpanel mit einer begrenzten Anzahl von Reglern eine extreme klangliche Vielfalt. Die angebotenen Effekte funktionieren gut, allerdings ist die Bedienung des Delays etwas schwierig, da auf einem „halben Poti“ sowohl Delay-Zeit als auch Feedback/Intensität gesteuert werden. Außerdem war beim Vorgängermodell (Boss Micro Cube Bass RX) ein schöner Octaver dabei, der hier fehlt. Ebenso fehlt im Vergleich zum Vorgängermodell ein Tuner. Um auf diesen zuzugreifen und um genauere Einstellungen bei den Effekten vorzunehmen, wird ein Computer mit der Editor-Software benötigt. Diese ermöglicht auch das Justieren des eingebauten Noisegates, was sehr hilfreich ist, wenn man ein Instrument oder Effekte in der Signal-Chain hat, die Störgeräusche produzieren. Um alle Parameter bequem mit dem Smartphone steuern und per Bluetooth auch Musik streamen zu können, muss leider zunächst ein Bluetooth-Dongle für knapp 50,- Euro zugekauft werden. Warum Boss bei seinem sonst so smarten Produkt diesen großen Abstrich macht, ist für mich im Jahre 2022 absolut nicht verständlich, zumal ich heutzutage selbst bei meiner Motorradbatterie per Bluetooth den Ladestand kontrollieren kann und Bluetooth-Konnektivität ja auch bei anderen Geräten im Musikinstrumentenbereich schon längst zum guten Ton gehört. Dennoch ist der Kompromiss zwischen zahllosen Funktionen und einer übersichtlichen Benutzeroberfläche mit aufgeräumten Bedienfeldern beim Boss Dual Cube Bass LX durchaus gelungen.

Test: Boss Dual Cube Bass LX, Bassverstärker

Boss Dual Cube Bass LX – Rückansicht

Auf der Rückseite spielt der Boss Dual Cube Bass LX seine wesentlichen Stärken aus, die ihn über den Stand eines praktischen Übungsverstärkers zum echten Alltagshelfer erheben: Neben der Netzteilbuchse findet sich eine USB 2.0 Buchse, mit der sich der Cube mit einem PC/Mac verbinden lässt. Das Besondere daran ist, dass der Combo sich auch als Audiointerface zum Aufnehmen nutzen lässt. So lassen sich über die zwei Speaker nicht nur Stereosignale vom Rechner abspielen, sondern auch das Arbeiten mit einer DAW wird in einem entspannten Outdoor-Setting möglich. Natürlich handelt es sich nicht um Referenzlautsprecher für Audio-Engineers, sondern um einen Bass-Combo, aber als Kreativwerkzeug zum gemeinsamen Songwriting ist die Klangqualität mehr als gut genug. Die Möglichkeiten, von unterwegs mal eben einen Bass einzuspielen oder auf Tour aus dem Hotelzimmer Online-Unterricht zu erteilen, machen den Boss Dual Cube Bass LX nicht nur für Hobby-Bassisten/Bassistinnen, sondern auch für Profis zu einem interessanten Tool. Durch die integrierte Loopback-Funktion kann auch der Systemsound bei einem Videocall übertragen werden, was das Spielen zu einem Playback auch online ermöglicht. Diese ist an einem kleinen Schalter über der USB-Buchse ein- und ausschaltbar. Neben dem Steckplatz für den bereits erwähnten optional erhältlichen Bluetooth-Dongle und der Buchse für den Footswitch befindet sich ein weiteres Highlight: zwei symmetrische XLR-Ausgänge! Dadurch lässt sich der Boss Dual Cube Bass LX auch direkt an ein Mischpult/PA-System anschließen, sodass auch mit Bühnenlautstärke gespielt werden kann. Dabei können dann die zuhause abgespeicherten Presets und Effekte auch auf der großen Bühne oder im Proberaum genutzt werden. Rechts oben auf der Rückseite befindet sich noch eine Miniklinkenbuchse mit einem Loopback-Schalter.

Boss Dual Cube Bass LX

Boss Dual Cube Bass LX

Durch ein mitgeliefertes vierpoliges Miniklinkenkabel wird der Cube zum Audiointerface für Mobilgeräte umfunktioniert. Bei Aktivieren der Loopback-Funktion wird das an der Buchse anliegende Eingangssignal zurück an das Mobilgerät geleitet. Somit ist der Boss Dual Cube Bass LX auch für Streaming auf die Social Media Plattformen geeignet. Schließlich befindet sich zentral noch das Batteriefach für acht AA-Batterien, die laut Herstellerangaben für acht Stunden Benutzung des Combos ausreichen. Also genug, um im Freien fernab von Steckdosen eine ganze Weile zu jammen. Diese vielfältigen Anschlussmöglichkeiten ermöglichen dem Cube fast jeden erdenklichen Einsatz und machen ihn zu einem vielseitigen Werkzeug, mit dem unterschiedlichste Bedürfnisse erfüllt werden können. Einzig ein XLR-Mikrofoneingang mit schaltbarer Phantomspeisung wäre noch wünschenswert gewesen, um das Potential dieser vielen Einsatzmöglichkeiten noch besser auszuschöpfen. Das dieser fehlt, ist jedoch in Anbetracht des Preises von 359,- Euro und der Tatsache, dass es sich um einen Bassverstärker handelt, leicht zu verzeihen.

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Test: Boss Dual Cube Bass LX, Bassverstärker

Boss Dual Cube Bass LX – DI-Out

Praxistest – Boss Dual Cube Bass LX 

Beim ersten Anspielen des Combos überrascht er tatsächlich mit einer kräftigen Zimmerlautstärke und einem klaren Sound. Erhöht man die Lautstärke, so kommt es ab ca. zweidrittel Master-Regler vor allem bei den tiefen Saiten zum Zerren. Das fällt beim Einsatz einer tiefen B-Saite nochmal mehr ins Gewicht, als bei der tiefen E-Saite eines Viersaiters und ist aber in Anbetracht der Größe der Speaker völlig in Ordnung und zu erwarten. Dass der Amp gegen ein akustisches Drumset nicht wirklich ankommt, ist also nicht verwunderlich. Für unplugged Sessions mit Akustikgitarre und Cajon reicht er aber gut aus. Den besten Klangeindruck hinterlässt der Cube bei moderaten, dem Mehrfamilienhaus angepassten Lautstärken. 

Einen Verstärker zu testen und den Klang der Lautsprecher für andere hörbar zu machen, ist immer sehr schwer, da Lautsprecher gefühlt und nicht nur gehört werden müssen. Dabei spielen Raum, Abhörposition und individuelles Empfinden eine große Rolle. Deshalb empfehle ich an dieser Stelle, Bassverstärker vor dem Kauf immer selbst zu testen! Dennoch wurden einige Aufnahmen mit einem Rode NT1-A gemacht. Als Referenz dazu wurde ein DI-Kanal aufgenommen. Im Vergleich fällt auf, dass bei den Speaker-Aufnahmen viel Raum zu hören ist und auch einige Griffgeräusche. Das DI-Signal ist trockener, etwas höhenärmer und hat definiertere Bässe, was aber bei so kleinen Membranen zu erwarten war. 

Im Folgenden wurde der Boss Dual Cube Bass LX als Audiointerface verwendet. Dazu wurde er via USB mit einem Macbook Pro verbunden und es wurde direkt in Ableton Live aufgenommen. Auffällig ist die Qualität der Effekte. Diese sind durchweg brauchbar und klingen auch aufgenommen echt gut. Einzig der Zerrsound ist etwas eindimensional (aber das ist Geschmacksache). Besonders gut kommt der wohl dosierte Chorus im Zusammenhang mit Plektrumspiel zur Geltung. 

Die Rhythm-Guide-Section ist zum Üben gut geeignet, sie ist ein gutes Werkzeug, um spielerisch das Timing zu trainieren. Die Tap-Funktion gestaltet sich in der Bedienung etwas unkomfortabel; damit Tempi gut übernommen werden, muss der Rhythmus gestoppt werden.

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Fazit

Mit dem Boss Dual Cube Bass LX bekommt man nicht nur einen portablen Übungsverstärker, sondern einen echten Alltagshelfer geboten. Neben dem Bass-Combo stecken noch ein Audiointerface, eine Drummachine, ein Metronom, ein Effekt-Board, ein Stereo-Lautsprecher und eine DI-Box in einem kompakten, leichten Gehäuse. Bassisten/Bassistinnen, die auf Flexibilität und Mobilität Wert legen, wird hier ein vielseitiges Kreativtool zu einem überschaubaren Preis geboten. Einzig die Tatsache, dass Bluetooth-Konnektivität nachgekauft werden muss, ist heutzutage nicht mehr nachvollziehbar. Der Cube überzeugt durch einen für die kompakte Größe durchaus kräftigen Sound, hochwertige Effekte und jede Menge unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. So ist er nicht nur für Amateure, sondern auch für den professionellen Einsatzzweck als Unterrichtswerkzeug (offline oder online) oder als mobiles Bassstudio geeignet. Der Boss Dual Cube Bass LX beweist, dass ein Bass-Combo 2022 mehr sein kann als ein „Lautsprecher für einen E-Bass“.

Plus

  • viele unterschiedliche Sounds möglich
  • DI-Out
  • Audiointerface
  • Drummachine
  • Batteriebetrieb
  • hohe Portabilität
  • Stereolautsprecher
  • Preis

Minus

  • keine Bluetooth-Konnektivität ohne kostenpflichtiges Zubehör
  • Octave-Effekte entfallen
  • Tuner nur in Verbindung mit App nutzbar

Preis

  • 359,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Analog Twin

    Toller Test und weckt mein Interesse, wäre schon ein „perfect match“ mit meinem kleinen Cube 15 für die Epiphone.
    Aber wer zahlt die hohen Energiekosten, wenn ich dem GAS nachgebe und um Himmelswillen; wer erklärt es meiner Frau?

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