Test: Boss, Slicer SL 20, Gitarren-Effektgerät

23. Dezember 2008

Boss Slicer SL 20

Konzept

Um dem ja schon etwas traditionellen Instrument E-Gitarre einmal völlig neue Klänge zu entlocken und damit die Kreativität des Gitarreros zu beflügeln, entwickelte Boss ein neues Gerät, den Slicer SL-20, der das eingehende Signal einer E-Gitarre (oder Keyboards, Gesangs etc.) rhythmisch zerhackt und moduliert wieder ausspucken soll. Auch wenn die Idee nicht völlig neu ist, so gibt es doch meines Wissens kein anderes Gerät, das sich ausschließlich diesem Effekt widmet. Das macht doch neugierig! Ausstattungstechnisch hat man hier nicht mit nützlichen Extras gespart, so hat man dem Gerät z.B. eine Looper-Funktion mit bis zu 40 Sekunden Aufnahmezeit spendiert, um zerhackte Begleitungen aufnehmen und im Kreis abspielen zu können.

-- Slicer SL-20 --

— Slicer SL-20 —

 

Auf den ersten Blick

Beim Auspacken des Gerätes habe ich gleich das erste Aha-Erlebnis: Form und Aufbau entsprechen sehr den bereits bekannten Twinpedals von Boss, beispielsweise meiner schon etwas älteren Boss RC-20-Loopstation. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die beiden Geräte nur in der Gehäusefarbe und in ein paar Details. Das metallic-grün lackierte Gehäuse macht einen sehr robusten, bühnentauglichen Eindruck, rutschfeste Gummimatten an der Unterseite und das Gewicht von 1,2 Kilo sorgen auch auf der Bühne für festen Stand und somit sicheren Tritt. Neben den zwei ebenfalls mit Gummiauflagen versehenen Fußtastern befinden sich auf der Geräteoberseite sieben Regler, auf deren Funktionen ich im folgenden noch eingehen werde.
Der Slicer lässt sich wahlweise mit einem 9-V-Netzteil oder den mitgelieferten sechs AA-Batterien betreiben. Schade, dass bei so einem Effektgerät der gehobenen Preisklasse nicht standardmäßig ein Netzteil mitgeliefert wird.

Desweiteren gehören eine Demo-DVD, eine Bedienungsanleitung und ein Quickstart-Poster (beides in deutscher Sprache) zum Lieferumfang.

Die Bedienelemente

Das Verkabeln des Gerätes gestaltet sich übersichtlich. Ich gehe mit der E-Gitarre in die rechte (Mono-)Input-Klinkenbuchse und dann stereo in meinen virtuellen Amp (Guitar Rig 3), damit ich angepriesenen 3D-Sounds auch optimal zur Geltung kommen können. Bei „normaler“ E-Gitarren-Verkabelung mit einem Amp würde man eben den Mono-Out nutzen.
Für Keyboards o.ä. gibt es darüber hinaus auch die Möglichkeit des Stereo-Inputs. Eine weitere Klinkenbuchse an der Rückseite des Gehäuses ermöglicht die Steuerung einzelner Parameter mit Hilfe eines Expression-Pedals.

Ich halte mich beim ersten Antesten an die Empfehlungen auf dem „Quickstart“-Blatt, das mir kurz und knapp die einzelnen Regler und die wichtigsten Funktionen erklärt.

Mit den Reglern Effect Level und Direct Level lässt sich das Lautstärkeverhältnis des unbearbeiteten Signals und des Effeksignals mischen, man kann also einstellen, ob das Signal nur noch zerhackt oder gemischt mit dem Originalsignal zu hören sein soll.

Mit den Bank- und Pattern Drehschaltern kann man eines der 50 internen Zerhacker-Patterns anwählen. Diese lassen sich über den rechten Fußtaster, MIDI-Clock oder den Tempo-Regler in der Geschwindigkeit steuern. Der Tempo-Regler ist von einem LED-Ring umgeben, der eindrucksvoll im Tempo mitblinkt – und zwar immer am Taktanfang rot und alle weitern Beats grün. So kann man selbst in Spielpausen das Effekttempo deutlich sehen, eine gute Idee, wie ich finde.

Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Hallo,

    im GT-10B und VB-99 ist ja auch ein Slicer drin. Da habe ich allerdings oft das Problem, dass sich der Startpunkt der Phrase ändert, als mitunter von einem zweitaktigen rhythmischen Pattern mal der erste und mal der zweite Takt beginnt – was leider nicht so erfreulich ist. Ich habs auch mit Veränderungen der Parameter nicht hinbekommen, auch, wenn es besser wird, wenn man sehr sauber und gut gedämpft spielt.

    Ist das auch beim großen Bruder passiert?

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