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Test: Brauner VMA, VMX, Valvet, VM1 S, Phantom Classic

19. September 2008

Test: Brauner

Der heutige Tag fühlt sich Dank meiner UPS-Lieferung an wie Weihnachten, leider nur mit dem Unterschied, dass ich diese „Geschenke“ nach dem Fest nicht für immer behalten darf.

Grund für meine leuchtenden Augen ist die nahezu vollständige Produktpalette der Edelmikrofonschmiede Brauner. Gleich beim Auspacken fühlt man, dass man es hier nicht mit fernöstlicher Massenware, sondern edelster Handarbeit zu tun hat, deren Design nicht der Sieg von Form über Funktion ist.

Bekannt wurden Brauner Mitte der Neunziger mit der Vorstellung des VM1. Entgegen dem landläufigen Vorurteil Röhren seien gleichbedeutend mit klangfärbenden Verzerrungen, zeigte Brauner mit dem VM1 eindrucksvoll, dass Röhren mehr als nur geeignet sind, extrem klangneutral zu arbeiten.

VM1

VM1

Die Kandidaten

Zum Test standen neben dem oben erwähnten VM1 die Röhrenmikrofone VMA, VMX, Valvet und VM1 S sowie die FET-Varianten Phantom Classic und Phanthera.

Alle Mikrofone werden mit einer gut durchdachten Spinne und einem Vovox Mikrofonkabel in einem soliden Koffer geliefert. Zum Lieferumfang des VM1, VMA und VMX gehört zusätzlich ein speziell für diese Mikrofone entwickeltes Popfilter, das die Mikrofone kreisförmig umschließt.

VM1, VMA und VMX sind Röhrengroßmembranmikrofone mit stufenlos variabler Richtcharakteristik. Das VMA bietet außerdem zwei umschaltbare Klangvariationen.

VMA

VMA

VMX

VMX

Das VM1 S ist die Stereovariante des VM1, bei dem zwei VM1-Kapseln drehbar auf einer Achse angeordnet sind.

Das Valvet ist eine reine Niere mit Tendenz zur Superniere.

Die FET Mikrofone Phantom Classic und Phanthera sind ebenfalls reine Nieren. Als Phantom V bzw. Phanthera V sind sie aber auch mit variabler Charakteristik und als Basic Versionen in reduziertem Lieferumfang verfügbar.

Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Was Wilhelm hier super auf den Punkt bringt: Billige Kapseln haben viele Resonanzen, die erst beim "durchklingeln" des Frequenzbandes hörbar werden. Teurere Modelle der üblichen Verdächtigen haben weniger Resonanzen und wenn doch, sind diese weit weniger ausgeprägt.

    Dieser Punkt sollte bei Argumenten wie "ich zahl da nur den Namen" bedacht werden…

    Es gibt das Gerücht, dass Brauner seine Kondensatorfolien mit viel mehr Spannung in die Fassung einpasst als die Konkurrenz. Der höhere Ausschuss würde für die etwas höheren Preise mit verantwortlich sein. Ob das stimmt, weiss ich leider nicht.

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Uh, anstrengende Soundbeispiele! Dem Test angemessen wäre vielleicht ein Sänger gewesen, der singen kann und der Sprache mächtig ist, in welcher er da zu singen versucht.

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    AMAZONA Archiv

    hallo Sabrina,
    es tut mir leid, wenn dir die Klangbeispiele nicht gefallen.
    Mir war es nur wichtig, eine Stimme zu haben, die die Unterschiede der Mikrfone deutlich hörbar macht.
    Darf ich deine Kritik als Bewerbung verstehen, beim nächsten test selbst ein paar Beispiele beizusteueren?
    Willi Dammeier

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    AMAZONA Archiv

    Uff. Aber holla!!
    Und überhaupt: Ein bißchen mehr Informationen hätte ich mir schon gewunschen, wenn man sich schon Mikrofone im Wert eines Mittelklasse-PKWs nach Hause schicken läßt.
    Und vielleicht ein paar selbstgemachte Fotos, auch von der Vocal-Session. Oder sieht der Sänger so aus wie er singt?

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    AMAZONA Archiv

    Super Test, aber das Brauner Classic als Sieger, dies kann ich nicht so sehen.
    Eher das Phanthera.
    Das VMA und das VMX klingen sehr gut aber um es kurz auf den Punkt zu bringen, sehe ich das Rode NT2 als Totalen Preis Leistungssieger.
    Es kann voll mit den Großen Brauner Classic und Neumann mithalten.
    Das AKG 414 habe ich aber besser in Erinnerung – schade, es ist eigentlich auch en gutes Mikrofon.

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      hallo wolfi,
      ich wollte nicht das Phantom Classic zum generellen Sieger küren, sondern lediglich für mein persönliches Anforderungsprofil.
      Charaktervolle Mikrofone habe ich schon genug in meiner Sammlung.
      Das NT 2 zählt auch zu meinen Lieblingsmikrofonen. Wenn du aber mal extrem den Präsenzbereich anhebst, wirst du dich wundern, wie viele Resonanzen und Verzerrungen hervortreten, die das Brauner nicht macht. Da hört man dann den berechtigten Preisunterschied.
      AKG C414 gibt es übrigens in sehr verschiedenen Versionen, mit und ohne Übertrager und mit verschiedenen Kapseln. Über die Jahre ist das C414 immer weiterentwickelt und verändert worden. Daher ist es möglich, daß du es anders in Erinnerung hast.

      mfg
      Willi Dammeier

  6. Profilbild
    SteffMan

    Also ich persönlich finde, dass des Sängers Stimme eigentlich nur beim VM1 nicht völlig trommelfellzerreisend klingt. Sieger: VM1, 2. VMX, 3. Panthera

  7. Profilbild
    ypsilio

    interessanter Test, vielen Dank für die Mühe. Kann mich aber nur SabrinaWegenast anschließen, diese Singerei ist an der Grenze zur Ohrenfolter, wenn man selbst mal Instrumente gelernt hat, weil er nur die wenigsten Töne trifft, auch wenn die Stimme nicht schlecht klingt. Hätte mir die Soundbeispiele auch systematischer aufgewertet gewünscht, damit man Mikros besser vergleichen kann. Die Soundschnipsel bei Thomann finde ich da besser (allerdings haben die nur für einige Brauners Aufnahmen eingestellt).

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