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Test: Cakewalk Sonar Next, Digital Audio Workstation

Auch ohne Abo leistungsstark

1. September 2025
cakewalk sonar next test daw

Cakewalk Sonar Next, Digital Audio Workstation

Ein kleiner Aufschrei ging zuletzt durch die Foren: Cakewalk Sonar ist wieder da. Wieder einmal. Und das kostenlos. Nun ja – jein: es gibt eine kostenlose Variante, aber auch ein Abo-Modell, das eine Bandlab-Mitgliedschaft erfordert. Und dann ist da auch noch die Version Cakewalk Next. Und was ist eigentlich mit Cakewalk by BandLab? Und was können die drei Versionen, was unterscheidet sie? Das alles versuche ich gleich alles zu klären. Aber werfen wir zum besseren Verständnis dieses gordischen DAW-Knotens zuerst einmal einen Blick auf die Cakewalk-Historie.

Kurz & knapp

  • Kostenlose Nutzung: Cakewalk Sonar ist aktuell kostenlos mit BandLab-Account, einige wenige zusätzliche  Premium-Feature nur mit BandLab-Membership-Abo
  • Leistungsumfang: Sehr leistungsfähige DAW mit vielen Profi-Features, auch in der Free-Version kaum eingeschränkt.
  • Next-Version: Cakewalk Next ist deutlich einfacher, ideal für schnelle Skizzen und Einsteiger – aber nicht kompatibel mit Sonar-Projekten.
  • Zukunft der Free-Version ungewiss: BandLab legt sich nicht auf eine dauerhafte Gratis-Version fest.
  • Empfehlung: Klare Empfehlung für Sonar – sehr gutes Tool zum Nulltarif, besonders als Nachfolger für Cakewalk by BandLab.

Bewertung

BandLab Cakewalk Sonar, Cakewalk Next

Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Bewertung des Autors
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Die (reichlich verworrene) Geschichte von Cakewalk

Es bedarf schon einigen detektivischen Spürsinn, um der etwas verworrenen Geschichte von Cakewalk durch die Zeit zu folgen. Ich werde daher etwas weiter ausholen, denn nur so kann man die aktuellen Versionen richtig einordnen.

1987 veröffentlichte das Entwicklerstudio „Twelve Tone Systems“ einen MIDI-Sequencer für MS-DOS mit dem Namen Cakewalk. Dieser war so erfolgreich, dass sich die Truppe später auch selbst in „Cakewalk Inc.“ umbenannte.

Der „Cakewalk“ ist eigentlich ein 1850 entstandener Gesellschaftstanz, der zwischen 1895 und 1905 eine Modetanz mit Ragtime-Musik in den USA war. Der Name des Sequencers ist aber von der englischen Redewendung „It’s a cakewalk“ abgeleitet, was übersetzt „Das ist ein Kinderspiel“ bedeutet.

Ab 1991 war Cakewalk auch für Windows erhältlich (damals Windows 3.0). Später bekam Cakewalk den Zusatz „Pro“, und als dann auch Audiospuren hinzukamen, wurde der Sequencer ab Version 4 unter Cakewalk Pro Audio weitergeführt.

Und zwar bis zur Version 9 im Jahr 2000, denn ab 2001 erfolgte ein Rebrand: Cakewalk hieß plötzlich Sonar (bisweilen auch Cakewalk Sonar genannt) und glänzte mit nativer DXi-Unterstützung. Nativen VST-Support dagegen gab es zwar erst 2007 in Sonar 6, dafür hatte Sonar aber als erster MIDI- und Audio-Sequencer schon 2005 64-Bit-Unterstützung (Sonar 4).

Wer an mehr Details zu den einzelnen Sonar-Versionen interessiert ist, mag diese in unseren jeweiligen Testberichten nachlesen. Denn ja, auch Amazona.de gibt es bereits schon seit 25 Jahren.

2009 erschien Sonar 8.5, 2010 dann aber nicht Sonar 9, sondern Sonar X1.  Man wechselte also wieder einmal die Zählweise. Vermutlich auch, um den optischen Neuanfang von Sonar zu dokumentieren, kam doch die Version X1 mit einer komplett überarbeiteten Oberfläche.

Es folgten in den beiden folgenden Jahren noch X2 und X3, dann wurde Cakewalk von Gibson übernommen. Die änderten erneut die Marschrichtung und brachten Sonar in den Folgejahren als Abo-Modell unter dem Namen „Cakewalk Sonar“ heraus. Ohne Nummerierung, dafür in den drei Leistungsklassen Artist, Professional und Platinum. Letztere kostete damals (also 2015) rund 50,- US-Dollar im Monat – ein stolzer Preis.

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Cakewalk Sonar

2017 verlor Gibson das Interesse an Cakewalk und stellte die Entwicklung ein. Man wolle sich „auf das Wachstum im globalen Geschäft mit Unterhaltungselektronik-Audioprodukten“ konzentrieren. Wenige Monate später erwarb BandLab Technologies, ein Startup aus Singapur, die gesamten Rechte und stellte die einstige Platinum-Version schon 2018 kostenlos als „Cakewalk by BandLab“ (CbB) zur Verfügung. Ein Konto auf der BandLab-Plattform reichte da aus.

Die Music-Creation-Plattform war bis dato noch ohne eigene DAW. Da passte Cakewalk gut ins Portfolio, um BandLab weiter mit Leben zu füllen. Bis 2023 wurde CbB gepflegt, dann verkündete BandLab, dass man die Entwicklung zugunsten neuer Produkte einstellen und sich nur noch auf Wartungs-Updates beschränken werde. Und diese neuen Produkte sehen wir nun: Cakewalk Sonar und Cakewalk Next, die nach einer längeren Beta-Phase jetzt verfügbar sind.

Cakewalk Sonar, Cakewalk Next und Cakewalk by BandLab (CbB)

Das kostenlose Cakewalk by BandLab (CbB) war also bis jetzt die einzige Cakewalk-Version, die angeboten wurde. Die gibt es zwar immer noch auf der BandLab-Seite, ein Ende ist aber abzusehen. Nach dem ersten August 2025 werden keine Aktivierungserneuerungen mehr unterstützt, dann enden auch Entwicklung und Support. Vorhandene Installationen funktionieren bis zum Ablauf ihres Aktivierungszeitraums weiter, nach diesem Datum sind jedoch keine neuen Aktivierungen mehr möglich.

BandLab schreibt dazu in einem Forum: „Nach Ablauf (1. August, Anm. des Autors) kann CbB Ihre Arbeit nicht mehr speichern oder exportieren, Sie können jedoch weiterhin Audio aufnehmen und wiedergeben. Sonar kann Ihre älteren CbB-Dateien jedoch problemlos öffnen. Sie müssen lediglich die Software installieren und Windows auffordern, Ihr CbB-Projekt über Sonar zu öffnen.“ Wer heute „Cakewalk by BandLab“ in eine Suchmaschine eingibt, landet bereits automatisch auf der Sonar/Next-Seite.

Cakewalk Sonar

Ganz oben in der Cakewalk-Pyramide steht Cakewalk Sonar, das ausschließlich für Windows erhältlich ist (Windows 10 und höher). Es baut auf Cakewalk by BandLab auf, bringt aber umfassende Verbesserungen mit. Dazu gehören u. a. eine komplett neu designte, skalierbare Oberfläche, hohe DPI-Unterstützung, Leistungsverbesserungen und neue Features. Wer mag, findet eine umfangreiche Liste mit Neuerungen gegenüber den Vorgängerversionen auf den ersten Seiten des umfangreichen Handbuchs.

Mit Sonar können auch ältere Cakewalk by BandLab-Projekte geöffnet werden und Sonar kann kostenlos genutzt werden, wofür nur ein Account bei BandLab erforderlich ist. Auch hier profitiert man schon von den Kernfunktionen und vielen Neuerungen. Wie zum Beispiel:

  • Integrierter Sampler
  • Ein Spektrumanalysator pro Track
  • Plugin- A/B-Schalter
  • Sidechaining-Erweiterungen
  • Native ARM64-Unterstützung

Einschränkend heißt es jedoch: „Die kostenlose Lizenz von Cakewalk Sonar ist derzeit unbefristet…“ Es könnte also sein, dass sich das irgendwann ändern wird. Vielleicht will BandLab ja auch mit der kostenlosen Version die Nutzer anfüttern, um sie dann – bei einem Ende der For-Free-Version – auf die „dunkle Seite der Macht“ zu ziehen. Sprich, zum Abo.

Und in einem Cakewalk-Forum findet sich dieser Eintrag von BandLab: „Allerdings können wir nicht mit Sicherheit sagen, dass diese Produkte dauerhaft kostenlos bleiben, da sich die Branche ständig ändert.“

Cakewalk Sonar

Außerdem heißt es: „Um die Aktivierung aufrecht zu erhalten, ist möglicherweise ein regelmäßiger Online-Zugriff erforderlich“. Augenblicklich ist es tatsächlich so, dass die DAW einmal im Monat eine Verbindung zum Server benötigt, um die Aktivierung zu aktualisieren.

Mit einer BandLab-Mitgliedschaft für 14,95 $ im Monat (bzw. 149 $ im Jahr) kann man auch auf zusätzliche Premium-Inhalte zugreifen. Dazu gehören:

  • Plug-in-Oversampling
  • Elastique Pro Timestretching
  • Integrierter Zugriff auf die kompletten BandLab-Sounds (über 250.000 lizenzfreie Loops und Samples)
  • Mehrere Arranger-Tracks (ohne Mitgliedschaft: nur einer)
  • POW-R-Dithering
  • Overloud TH-U-Gitarrenverstärker und FX-Modellierung (war in CbB kostenlos dabei)
  • Jump-to-Track
  • Track Manager

Zum Zeitpunkt des Tests (Juli 2025) gibt es die BL-Membership als befristetes Angebot für 79,- $ im ersten Jahr.

Cakewalk Next

Zusammen mit Cakewalk Sonar wurde auch das schlankere Cakewalk Next veröffentlicht, das auf Windows-PCs und auch auf dem Mac läuft. Mit einem vereinfachten, aufgeräumten Interface und einem intuitiven Workflow ist es ganz auf die schnelle Ideenfindung und Songerstellung ausgelegt. Der Zugang zu dem großen Sample- und Loop-Pool beschränkt sich jedoch auf Vorhören und Durchblättern – nutzen kann man den nicht.

Einschränkungen gibt es unter anderem auch bei der Audiobearbeitung oder im Bereich Mixing. Die „schlankere“ Erscheinungsform von Next schlägt sich auch im Handbuch wieder: Das kommt auf 284 Seiten, das von Cakewalk Sonar dagegen auf 1.900.

Cakewalk Next ist ebenfalls grundsätzlich kostenlos, mit einer optionalen BandLab-Mitgliedschaft gibt es dieselben zusätzlichen Premium-Inhalte wie bei Cakewalk Sonar.

Next-Projekte sind nicht kompatibel mit Sonar- und Cakewalk by BandLab-Projekten, dafür gibt es aber eine größere Verzahnung mit BandLab Cloud und der BandLab Mobile App, was den Anwendungszweck von Next unterstreicht.

Cakewalk Sonar

Installation von Cakewalk Sonar und Cakewalk Next

Die Installation von Cakewalk Sonar erfolgt (wie auch bei Cakewalk Next und Cakewalk by BandLab) wie inzwischen allgemein üblich über eine App, die hier „Product Center“ heißt. Über die App wird auch die Zusatz-Software installiert, wobei die Premium-Features mit einem Krönchen gekennzeichnet sind, wenn man die BL-Membership nicht hat.

Bei der Installation der Zusatz-Software fällt die Verwandtschaft von Cakewalk Sonar und Cakewalk by BandLab (CbB) auf. Gemeinsam haben die nämlich:

  • Cakewalk Studio Instruments
  • Cakewalk Drum Replacer
  • Celemony Melodyne Trial

Bei CbB findet sich noch ein „Theme Editor“, bei Sonar die beiden „Krönchen-Zusätze“ „ProChannel Modules“ und „Overloud TH-U Cakewalk“. Letzterer ist dann auch Premium-Bestandteil von Cakewalk Next, der ansonsten keine weiteren Zusatz-Downloads zu verzeichnen hat.

Das Product Center gibt sich bei Download und Installation etwas missverständlich. Einmal auf „Install“ geklickt und die betreffende Software wird heruntergeladen, aber eben nicht installiert. Dazu muss man ein zweites Mal auf „Install“ klicken. Am Ende verrät dann ein grünes „Up to Date“, dass man die neueste Version auf der Platte hat. Oder auch nicht – in einem Fall tauchte einfach immer wieder „Install“ auf. Da muss BandLab noch mal ran.

Cakewalk Sonar

Cakewalk Sonar in der Praxis

Vorab: Ich werde hier nicht auf jeden einzelnen Aspekt von Sonar eingehen, sondern mich auf Grundlegendes und auf Neues beschränken. Alles andere würde den Rahmen sprengen.

Die Bedienoberfläche ähnelt vom grundsätzlichen Aufbau her auf den ersten Blick der BandLab-Version. Wie gehabt bildet das Arrangement-Fenster mit den einzelnen Spuren die Zentrale, links außen wahlweise die beiden Kanalzüge für die gerade aktuelle Spur und den Master-Channel oder die einzelnen Inspektoren (Arranger, Tempo und der ProChannel. Wer sich da zurechtgefunden hatte, hat hier kaum Probleme. Und wenn nicht: Das kontextabhängige Hilfsmodul hilft weiter.

Oben dann u. a. Transport- und die Edit-Sektion, unten der Mixer, rechts der Browser für Instrumente, Plug-ins, Effekte oder Samples/Loops. Die einzelnen Fenster lassen sich auch ablösen und frei verschieben – praktisch bei größeren Bildschirmen.

Vorgefertigte Setups werden wieder über einen kleinen Reiter aufgerufen, wie „Basic“ oder „Advanced“, aber auch für bestimmte Anwendungsfälle wie „Make Beats“, „Mix“ oder „Arranger“. Auch eigene Layouts können gespeichert werden.

Cakewalk Sonar

Sonar bietet, neben dem Mischpult, eine Vielzahl von Ansichtsmöglichkeiten. Dazu gehören Piano Roll, eine Matrix zum Auslösen von Patterns, Step-Sequencer, Partitur, Synthesizer-Rack und mehr. Das sorgt für einen guten Workflow und Übersicht beim Arbeiten. Die meisten Standards, die ich von anderen DAWs her kenne, sind auch bei Sonar mit dabei: von ARA-Support bis Stem-Export. Vermisst habe ich lediglich eine Akkordspur.

Das GUI gibt sich eine Spur moderner als früher, wirkt auf mich aber auch ein wenig unübersichtlicher. Ein Beispiel von vielen: Die Transport-Buttons, die bei CbB silbern unterlegt waren, sind jetzt schwarz auf grau und gehen so etwas unter. Auch die neuen Schriften, etwa bei der Zeitangabe oder beim Tempo, wurden farblich angepasst. Das macht es insgesamt zwar einheitlicher, aber auch etwas unübersichtlicher, besonders für Cakewalk-Newbies.

Die mitgelieferten Effekte hat die Überarbeitung jedoch noch nicht erreicht, die sehen noch immer recht simpel aus – machen dafür aber weiterhin einen ordentlichen Job. Neu dabei ist der VX-64 Vocal Strip, der Kompressor, Deesser, Tube Equalizer, Voice Doubler und Delay in einem Modul vereint.

Cakewalk Sonar

Cakewalk Sonar startet deutlich schneller als die alten Versionen, der Import von Dateien, VST-Plug-ins, externen Geräten wie Controller funktioniert problemlos. Nirgends musste ich da von Hand nachbessern oder neue Pfade angeben – alles da, was ich brauche.

Wer die Free-Version von Cakewalk Sonar nutzt, wird aktuell zum Start in einem 15-Sekunden-dauernden großen Hinweis aufgefordert, eine Membership zu erwerben. Das ist zwar etwas nervig, aber gut: Dann holt man sich halt einen Kaffee in der Zeit.

Bei den mitgelieferten Instrumenten bleibt Cakewalk Sonar eine Baustelle. Bass, Drum Kit, E-Piano, dazu der Session Drummer und eine String Section. Das ist schon sehr dünn und bereits aus der BandLab-Version bekannt. Und wird wohlgemerkt auch in der Bezahlversion nicht mehr. Da muss man weiterhin auf Dritthersteller setzen.

Dafür gibt es aber eine Riesen-Auswahl an Samples und Loops, die aber nur dem nutzt, der mit Fertig-Versatzstücken arbeitet. Nicht jeder ist ein Freund dieses „Malen-nach-Zahlen“ wie etwa beim Magix Music Maker. Mit der Suchfunktion kann nach Genres, Mood und Key gefiltert werden, was bei der Menge an Samples auch dringend notwendig ist.

Cakewalk

Die wenigen Funktionen, die in der kostenlosen Version nicht verfügbar sind, werden in der Praxis kaum vermisst werden. Die POW-R Dithering und Noise-Shaping-Algorithmen sind zwar ganz nützlich, lassen sich aber auch durch Bord-Standards oder vorhandenen Out-of-the-Box-Lösungen ersetzen, ohne dass man da einen großen Unterschied hört.

Das Plug-in-Oversampling wird man eher selten in extremen Fällen benötigen und auch hier bieten andere Kompressoren ebenfalls integrierte Oversampling-Funktionen. Jump-to-Track und der Track-Manager sind schöne Komfort-Features, aber es geht auch ohne. Und auch mit nur einem Arranger-Track kann man recht gut arbeiten. Aktuell gibt es also nichts, was die Bezahlversion unabdingbar machen würde.

In der Zeit, in der ich Sonar getestet habe, sind vier weitere kleine Updates erschienen. BandLab hält sich also mächtig ran, die DAW ständig zu verbessern.

Cakewalk Next

Cakewalk Next in der Praxis

Trotz meines BandLab-Membership-Accounts, den mir BandLab für den Test zur Verfügung gestellt hatte, konnte ich Cakewalk Next nur in der Basic-Version ausprobieren. Während ich in Sonar problemlos alle zusätzlichen Membership-Features nutzen konnte, kam bei Next im Test dann nur die ständige Einblendung, doch bitte einen Membership-Account zu kaufen. Warum? Keine Ahnung. Eine diesbezügliche Frage beim Support blieb bis heute unbeantwortet.

Cakewalk Next ist deutlich schlanker als Sonar und ganz auf die unkomplizierte Ideenrealisation und Produktion ausgelegt. So werden dann auch sehr viel mehr vorgefertigte Templates angeboten als in Sonar. Die reichen in Next von allgemeinen 4-Track, 16-Track oder „Instruments“ über Recording-Templates wie Band Recording und Podcast bis hin zu speziellen Formationen und Styles wie EDM, Singer-Songwriter (für die gibt es sogar einen „Lyrics Prompter“) oder Piano Trio. Einfach anklicken und loslegen, da braucht es keine großen Vorkenntnisse. Wer mag, kann sich aber auch selbst eines zusammenstellen, dann aber nicht als Template speichern.

Cakewalk Next

Auch sonst ist bei Cakewalk Next alles ganz auf Vereinfachung ausgelegt. Die Kopfzeile, die in Sonar doch recht überladen wirkt, beschränkt sich auf Transport, Takt und Tempo, verschiedene Layouts werden weder angeboten noch können sie gespeichert werden und, kleine Überraschung, auch der Mixer fehlt.

Lautstärken werden direkt in den Spuren eingestellt. Effekte werden daher in der Track-Plugin-Ansicht eingefügt und angezeigt, auch die für den Mastertrack. Automationskurven beschränken sich auf Volume, Pan und Mute und werden der Einfachheit halber gleich für alle Tracks eingeblendet. Eigene VST-Plug-ins und -Instrumente können genutzt werden, mit dabei sind hier aber keine, sondern lediglich vorgefertigte Sounds, die nicht weiter modifiziert werden können. Die tauchen, wie auch die Effekte, leider in einem nicht skalierbaren, recht kleinen Fenster auf. Da heißt entweder vorsortieren oder scrollen.

Cakewalk Sonar

Mit seinem Konzept schielt Cakewalk Next auch auf die Music-Maker-Fraktion. Dass der umfangreiche Sample Pool, der perfekt zum Konzept passt, dann zwar eingeblendet und auch vorgehört, aber eben nicht eingesetzt werden kann, hat natürlich eine nicht zu unterschätzende „Anfütter“-Funktion.

Ebenfalls auf der Vermisstenliste (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Matrixansicht, Step-Sequencer, Partituransicht, Loop Manager, Synthesizer-Rackansicht, Surround-Panner, Videospur, SysEx, Event-Listen und einiges mehr. Geblieben ist – neben den Audio-Clips – die Piano-Roll. Explizite MIDI-Spuren, wie in Sonar, lassen sich zwar nicht einfügen, aber immerhin MIDI-Files. Und last but not least: Während es Cakewalk Sonar auch auf Deutsch gibt, muss man sich bei Next mit Englisch begnügen.

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Fazit

Wer jetzt beim Stichwort „Abo“ gleich Schnappatmung bekommen hat, darf sich wieder abregen. Auch ohne die Handvoll Extras aus der Bezahlversion ist Cakewalk Sonar eine leistungsstarke DAW, bei der man nur auf wenig verzichten muss, und mit der man wunderbar arbeiten kann. Dass Cakewalk by BandLab nun ab August keine Aktivierungen mehr erlaubt, ist gut zu verschmerzen, lassen sich die CbB-Projekte doch einfach in das leistungsstärkere Sonar übertragen und weiternutzen.

Mit Cakewalk Next hat BandLab zusätzlich eine stark vereinfachte, sehr zugängliche Version für all die, die eben nur kurz etwas aufnehmen oder eine Idee skizzieren möchten. Ein großes Fragezeichen gibt es allerdings bei einigen Formulierungen seitens BandLab wie etwa, dass die kostenlose Lizenz von Sonar „derzeit“ unbefristet sei und man nicht sagen könne, ob das dauerhaft so bleibe. Bei der bewegten Geschichte von Cakewalk muss man halt mit allem rechnen. Bis dahin haben Cakewalk Sonar und Cakewalk Next auch in der Free-Version meine klare Empfehlung. Wer eine DAW sucht und nichts dafür zahlen will, macht hier definitiv nichts verkehrt.

Plus

  • auch in der kostenlosen Version eine leistungsstarke DAW (Sonar)
  • Premium-Features nicht unbedingt notwendig
  • Cakewalk Next gut für unkomplizierte Ideen-Realisationen
  • guter Workflow
  • unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis
  • riesiger Sample-Pool (Premium)

Minus

  • nur wenige mitgelieferte Instrumente (Cakewalk Sonar)
  • Membership-Erinnerung etwas nervig
  • einige Fenster nicht skalierbar

Preis

  • kostenlos, Premium-Features mit BandLab-Membership für 149,- Euro / Jahr bzw. 14,95 Euro / Monat
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Über den Autor
Profilbild

m.steinwachs RED

In jungen Jahren noch Keyboarder in diversen Bands von Punk bis Funk, schwenkte ich Anfang der 1990er Jahre auf die Komposition und Produktion von Musik/FX für Videogames um (das war lukrativer) und war dabei zwischen 1990 und 2008 an über 50 Games beteiligt (Thalion, Psygnosis, Blue Byte u.a. - https://www.gamecheck.guru/musik). Augenblicklich arbeite ich in meinem Studio an einem Remake meiner alten Thalion-Tracks (https://soundcloud.com/audiotexturat/sets/work-in-progress). Nebenher damals ...

Forum
  1. Profilbild
    Mac Abre AHU

    Ein paar Informationen sind veraltet:
    1. Die Activation-Period wurde vom 01.08. bis zum 30.09. verlängert.
    2. Ein Jahresabo kostet nicht mehr 149 $, sondern 149 $ (79 $ im ersten Jahr mit dem Zusatz „Save 100 $“). Ich finde schon 149 $ p. a. zu teuer, nutze deshalb die kostenlose Version und werde in absehbarer Zeit die DAW wechseln, mit der ich seit über dreißig Jahren arbeite. Ein zu teures Abomodell, keine DAWproject-Implementation und die Gefahr, dass Bandlab pleite geht, die Aktivierungsserver abgeschaltet werden und ich all meine Projekte verliere.

    • Profilbild
      Mac Abre AHU

      @Mac Abre „nicht mehr 149 $, sondern 149 $“
      Ja, gut gemacht …
      Ich meinte natürlich „sondern 179 $“.

      • Profilbild
        m.steinwachs RED

        @Mac Abre Danke für das Update! Ja, bei der wechselvollen Geschichte von Cakewalk wäre die DAW auch nicht meine erste Wahl, wenn es um Zukunftssicherheit geht.

        • Profilbild
          carsten weidenhaupt

          @m.steinwachs Samplitude geht auch gerade ganz schwer den Bach runter. Nur noch eine Platzlizenz (1Device) statt wie früher bei Magix 2.
          Dafür der Preis verdoppelt! Borisfx melken da nochmal ein paar verbliebene alte treue User. Schade dass sie kein bezahlbaren Modell liefern. Bei Magix mochte ich Samplitude immer sehr….

  2. Profilbild
    maga

    Wie heisst es so schön:
    „Totgesagte leben länger!“
    😉

    Ich nutze Cakewalk nunmehr durchgehend seit 1993. Damals noch unter Win 3.1.

    Ich meine vor Gibson war es auch noch unter der Fuchtel von Roland ne zeitlang.

    Als 2017/2018 der komplette Niedergang drohte hab ich mir mal Presonus Studio One angeschaut. Das gabs als günstiges Crossgrade.
    Aber die Macht der Gewohnheit zieht mich immerwieder zum Cakewalk.
    Schön ist, dass man auch 20 Jahre alte Projekte problemlos öffnen kann.

    Solange Cakewalk „lebt“ bleib ich dabei, wechseln kann man dann immernoch.
    Früher gabs für nen Hunni jährliche Updates, jetzt nennt mans „Abo“….. so what…..

    Insgesamt läuft das Programm sehr stabil, seit je her. Hab in all den Jahren nie ne Aufnahme durch nen „crash“ verloren.

    Die free Version bietet im Grunde alles was man braucht, für null.

    • Profilbild
      Mac Abre AHU

      @maga Zwischen einer Software, die man kauft und die dann ohne Einwurf von Münzen weiterläuft und einem Abo, bei dem die Software den Dienst einstellt, wenn man nicht regelmäßig bezahlt oder wenn der Aktivierungsserver streikt oder abgeschaltet wird, ist ein riesiger Unterschied.

      • Profilbild
        maga

        @Mac Abre Das ist korrekt.

        Bliebe fast nur Cubase übrig oder der komplette Systemwechsel auf Apple mit Logic.

        • Profilbild
          Mac Abre AHU

          @maga Da ich ohnehin sowohl Win als auch Mac besitze, ist Logic bisher mein Favorit. Auch Workflow und MIDI-Implementation scheinen näher an Cakewalk zu sein als bei Cubase.

  3. Profilbild
    Tai AHU

    Eine Übernahme durch Gibson bedeutete in den letzten 30 Jahren fast grundsätzlich den Todesstoß. Immerhin haben sie das überlebt.

    Ich kenne Cakewalk seit den 80ern. Klar, es gab User, die hatten nur einen PC, aber ich fand die Bedienung unter DOS damals schon gruselig. Dr.T war der andere Kandidat mit signifikantem Marktanteil auf DOS. Dabei gab es schon längst grafische OS. Mac war hier noch sehr teuer, aber ich fand bis zur Audiointegration auch die Alternativen auf Atari deutlich besser. Und der kostete nicht die Welt. Der Umstieg auf Windows kam zu spät. Da waren schon bessere Alternativen am Start.

    Und die jetzige Situation, 175/Jahr ist ein Witz. Neue Kunden bekommen die 100%ig nicht mehr dazu. Bleiben die Stammkunden, die mit höheren Beträgen/Monat den Laden am Laufen halten müssen.

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