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Test: Carl Martin Honey-Comp, Kompressor-Pedal

17. Mai 2022

Der Däne mit paralleler Kompression

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Der Carl Martin Honey-Comp ist die Weiterführung des bereits legendären und viel geliebten Compessor/Limiter-Pedals aus eigenem Hause. Die Dänen, die seit jeher für ausgesprochen hochwertige und vor allem klanglich geschmackvolle  Produkte bekannt sind, haben das Pedal mit einem weiteren Feature, einem Dry-Volume-Poti, ausgestattet. Dieses mischt dem Effektsignal den gewünschten Anteil des unbearbeiteten Originalsignals hinzu, was klanglich bessere Ergebnisse liefert, als würde man ausschließlich das Effektsignal hören. Man bezeichnet dieses Prinzip auch als parallele Kompression. Ansonsten findet man, sofern überhaupt, nur marginale Unterschiede zum viel geschätzten Vorgänger, vom Design einmal abgesehen. Auch hier liegt der Fokus auf gutem Sound und intuitiver Bedienung.

Carl Martin Honey-Comp – Facts & Features

Der Carl Martin Honey-Comp kommt in einem schick designten Gehäuse von 60 x 115 x 50 mm (BxTxH) bei 219 g Lebendgewicht ins Haus und besitzt etwa die Größe eines MXR-Pedals. Das Design des Pedals wirkt recht edel durch den massiven Metalldeckel, der sich schön abgerundet über die vordere Kante zieht. Das Pedal fühlt sich handschmeichelnd und wertig an. Die Kanten am Boden des Pedals sind gleichfalls etwas abgerundet.

Der Anschluss für ein optional zu erwerbendes 9-V-Netzteil sowie die Ein- und Ausgangsbuchsen wurden an der Stirnseite positioniert. Das Pedal erlaubt keinen Batteriebetrieb, der Stromhunger wird vom Hersteller mit maximal 130 mA angegeben, in der Praxis wird dieser vermutlich deutlich niedriger ausfallen. Die Schrift für die Funktionen der Potis, die mit weißen Knebelknöpfen aus Kunststoff bestückt wurden, lässt sich gut ablesen. Eine kleine blaue Leuchtdiode signalisiert, wenn der Effekt aktiv ist.

Carl Martin Honey-Comp – Regler

An Bord befinden sich drei Regler, die Bedienung ist ausgesprochen intuitiv.

Comp bestimmt den Grad der Kompression

Level regelt den Pegel des Effektsignals

Dry regelt bei Bedarf das unbearbeitete Eingangssignal im gewünschten Verhältnis hinzu, was ausgesprochen „natürliche Klänge“ hervorruft. Das neue Ausstattungsmerkmal ist absolut sinnvoll und gleichfalls die entscheidende Neuerung, die man bei quasi allen anderen Kompressorpedalen vermisst. Technisch ist dies ausgesprochen simpel zu realisieren. Man fragt sich, warum dieses Feature bis heute so selten zu finden ist.

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Carl Martin Honey-Comp Bild 1

Modernes Design, schlicht und hochwertig

Carl Martin Honey-Comp – Sound

Wie zu erwarten war, klingt der Carl Martin Honey-Comp dem Vorgänger sehr ähnlich. Einem klaren Sound lässt sich damit noch etwas mehr Durchsetzungskraft und Sattheit hinzufügen. Nicht nur der Country-Gitarrist wird dies zu schätzen wissen.  Mit dem Spiel des Dry-Reglers lassen sich verschiedene Sound-Varianten erzielen, die  für einen „natürlicheren Klang“ sorgen.

Einige Gitarristen werden diesen Kompressor vermutlich auch als „always on“ Pedal vor den cleanen Kanal spannen, der resultierende Sound ist fetter und minimal brillanter.

Da der Level-Regler genug Lautstärkereserve bietet, kann das Pedal natürlich auch hervorragend als Boost eingesetzt werden. Das Bedürfnis, weitere Parameter wie beispielsweise die für einen Kompressor entscheidenden Attack- oder Release Zeiten zu beeinflussen, stellt sich nicht ein, da der Honey-Comp bereits für Gitarrensignale optimiert ist. Erfreulicherweise ist bei aktiviertem Effekt vergleichsweise keine entscheidende Veränderung der Nebengeräusche wahrzunehmen, was auch darauf schließen lässt, dass die verbauten Komponenten von guter Qualität sind.

Klanglich gehört das Pedal sicher in die Oberklasse der Kompressoren im Bodenformat. Der Honey-Comp komprimiert bei voll aufgedrehtem Comp-Regler vergleichsweise nicht ganz so heftig (brutal) wie z. B. der Kompressor-Klassiker von MXR (Dyna Comp) den sicherlich viele von euch kennen. Der entscheidende Unterschied zur Konkurrenz ist tatsächlich die Option, das trockene Signal dem Effektsignal stufenlos hinzuzumischen.

Wie gewohnt geschmackvoll

Kommen wir nun zu den Klangbeispielen und beginnen mit einem klaren Ton einer Stratocaster (SSH, Stegtonabnehmer) und „mittlerer Kompression“, soll heißen, der Comp-Regler steht auf 12 h und der Level-Regler auf „unity-gain“, das Ausgangssignal ist somit gleich laut wie das Bypass-Signal. Der Dry-Regler steht am Linksanschlag, somit ist kein „trockener Anteil“ hinzugemischt:

Viele Kompressor-Pedale haben die Eigenschaft, die Bässe zu heftig anzuheben, dies ist beim Honey-Comp erfreulicherweise nicht der Fall, was ich persönlich schätze, da mich dies bei vielen Kompressor-Bodentretern gestört hat.

Auch für Einsätze im Funk-Bereich lässt sich gut ein Kompressor einsetzen. Wir hören zunächst die maximale Kompression ohne trockenen Anteil:

„Schieben“ wir nun einen Anteil des trockenen Signals hinzu. Der Comp-Regler steht weiterhin auf Maximum, der Dry-Regler befindet sich auf 01 h:

Der Sound wirkt nun etwas „natürlicher“, die Kompression ist gut zu hören und der „Dry-Anteil“ fügt mehr Lebendigkeit hinzu.

Es folgen einige bluesige Phrasen, auch wieder mit einem gewissen Anteil des unbearbeiteten Signals, der Dry-Regler steht auf 12 h:

Zuletzt hören wir einen „typischen Strat-Sound“ (mittlerer- und Stegtonabnehmer parallel) mit einer spontanen Improvisation, der Dry-Regler ist hier relativ weit aufgedreht und steht bei 03 h:

Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:

Stratocaster (SSH) – Carl Martin Honey-Comp –  Peavey Classic 20 MH (cleaner Kanal) – MESA/Boogie 1x 12″ Thiele Box mit Creamback Celestion Lautsprecher – Shure SM57 – Apogee Duett – Mac mit Logic (etwas Hall vom Verstärker hinzugefügt).

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Fazit

Der Carl Martin Honey-Comp klingt genau wie sein Vorgänger sehr angenehm, ohne das Gitarrensignal „totzukomprimieren“. Das Pedal bringt eine Menge Spielspaß und ist durch das Ausstattungsmerkmal des Dry-Reglers deutlich flexibler als die Konkurrenz. Auch der Preis fällt nicht aus dem Rahmen, somit geht das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut in Ordnung, da man sich, wie bereits in der Vergangenheit der Firma Carl Martin auf einen hochklassigen Sound und schönes Design konzentriert hat.

Plus

  • Sound
  • Design
  • intuitive Bedienung
  • nebengeräuscharm
  • hervorragend auch als Boost einsetzbar
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis

  • 179,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    PALEBLUEICE RED

    Informativer Test – das klingt alles sehr interessant. Ich bin seit einiger Zeit extrem begeistert von Carl Martins „Greg Howe’s Lick Box“, ein wirklich vielseitiger und gut klingender 3-Kanal-Preamp. Den Honey-Comp werde ich antesten!

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