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Test: Carl Martin Ottawa Auto-Wah, Effektpedal

Funk aus der Dose

16. November 2025

Carl Martin Ottawa Aufmacher

Der Name Carl Martin steht seit Jahrzehnten für hochwertige Boutique-Pedale, die Vintage-Charme mit moderner Studioqualität verbinden. Mit dem Carl Martin Ottawa präsentiert der dänische Hersteller ein Auto-Wah bzw. Envelope-Filter, das seit den 1970er-Jahren Kultstatus genießt – besonders im Rock-, Funk- und Fusion-Bereich.

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Kurz & knapp
  • Was ist es? Auto-Wah-/Envelope-Filter-Pedal von Carl Martin im kompakten Boutique-Format.
  • Design: Robustes Metallgehäuse, blaue Metallic-Lackierung, hochwertige Verarbeitung.
  • Regler: Peak, Q, Attack, Decay, 3-Wege-Filter (HP/BP/LP) – vielseitig und praxisnah.
  • Sound: Von subtilen Funk-Sweeps bis zu tief modulierten Synth-artigen Filterbewegungen.
  • Besonderheit: Digitale Präzision trifft auf analoge Wärme – reagiert extrem feinfühlig auf Anschlagdynamik.
  • Fazit: Musikalisches, dynamisches Auto-Wah mit klarer Signalführung und inspirierender Spielreaktion – perfekt für Funk, Rock & Fusion.

Carl Martin Ottawa Auto-Wah/Optical Envelope Filter

Im Gegensatz zum klassischen Wah-Pedal wird das Filter hier nicht per Fußbewegung, sondern durch die Anschlagsdynamik des Spielers gesteuert. Das Ottawa reagiert also unmittelbar auf das Gitarrensignal: kräftiger Anschlag öffnet das Filter weit, sanftes Spiel hält den Effekt subtil zurück. Das Ergebnis ist ein lebendiger, interaktiver Sound, der von rhythmischem Funk bis zu fast vokalen Klangfarben reicht.

Carl Martin positioniert das Ottawa als Effekt für Gitarristen und Bassisten, die höchste Signalqualität ohne unnötige Komplexität suchen. Das moderne digitale Schaltungsdesign liefert warme, organische Filterbewegungen bei minimalem Eigenrauschen – ein Werkzeug, das Vintage-Feeling mit zeitgemäßer Präzision verbindet.


Carl Martin Ottawa

Facts & Features

Das Carl Martin Ottawa verfügt über ein stabiles Metallgehäuse mit einer blauen Metalliclackierung und vermittelt sofort den Eindruck von Wertigkeit. Die Verarbeitung ist tadellos: Alle Buchsen sitzen fest, die Regler laufen mit angenehmem Widerstand und die Beschriftung ist klar und praxistauglich ausgeführt. Auf der Oberseite befinden sich vier Potis, ein Kippschalter sowie der Fußtaster.

Die Anschlüsse – Input, Output und 9-Volt-Stromversorgung – liegen platzsparend an der Stirnseite, was Platzproblemen bei der Installation auf einem Pedalboard vorbeugt. Auf der Unterseite gibt es nichts zu entdecken, ein Batteriefach ist nicht vorhanden, denn das Pedal funktioniert ausschließlich mit einem Netzteil. Bei einem dynamischen Effekt dieser Art eine sinnvolle Entscheidung, da eine stabile Spannung essenziell für gleichmäßige Filterbewegungen ist.

Carl Martin Ottawa Anschlüsse

Die Anschlüsse auf der Vorderseite sorgen für ein platzsparendes Unterbringen auf dem Pedalboard

Der Regelumfang ist erfreulich vielseitig: „Tone“ legt fest, wie hell oder dunkel das gefilterte Signal klingt und beeinflusst damit auch den Charakter des Sweeps. „Q“ regelt die Bandbreite des Filters, also ob der Effekt breit und weich oder schmalbandig und nasal klingt. „Attack“ bestimmt, wie schnell das Filter nach dem Anschlag öffnet, während „Level“ die Ausgangslautstärke des Effektsignals regelt.

In der Mitte des Pedals sitzt außerdem ein kleiner 3-Wege-Schalter, mit dem sich die grundsätzliche Filtercharakteristik wählen lässt: „HP“ (High Pass) betont die Höhen und dünnt den Bassbereich aus, „BP“ (Band Pass) liefert den klassischen Mitten-„Quack“, während „LP“ (Low Pass) die Höhen beschneidet und warme, runde Filterbewegungen erzeugt, die auch für Bass oder Keyboard funktionieren sollen. Der Schalter rastet sauber und knackig in seinen drei Positionen ein und hinterlässt damit ein ebenso positives Bild wie die vier Regler und der robuste Metallschalter zur Aktivierung des Effekts.

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Das Carl Martin Ottawa Pedal im Praxis-Check

Im Praxis-Check zeigt sich das Carl Martin Ottawa als ausgesprochen musikalisches und feinfühliges Envelope-Filter, das schnell auf das eigene Spiel reagiert. Schon bei neutraler Einstellung liefert das Pedal einen offenen, organischen Wah-Klang, der sich prima für Funk- oder Soul-Grooves nutzen lässt. Das Filter folgt der Dynamik mit hoher Präzision – leichte Anschläge erzeugen ein sanftes Schwingen, kräftige Noten öffnen das Filter deutlich hörbar und bringen den typischen „Quack-Effekt“ zum Vorschein.

Mit dem Tone-Regler lässt sich die Klangfarbe des Sweeps subtil anpassen, während “Q” den Ton dazu von rund und Vintage-warm bis hin zu spitz und durchsetzungsfähig formt.
Der Attack-Regler beeinflusst, wie schnell das Filter bei einem Anschlag öffnet: Kurze Attack-Zeiten ergeben ein perkussives Ansprechverhalten, prima geeignet für Staccato-Rhythmen. Längere Attack-Werte liefern ein weich fließendes, organisches Filterverhalten, das sich hervorragend für Ambient-Passagen oder Sololinien eignet. Im Zusammenspiel mit einem Overdrive-Pedal entstehen hier ausgesprochen lebendige Sounds – das Ottawa bleibt definiert und bringt dem Signal zusätzliche Artikulation, anstatt es zu verschmieren.

Carl Martin Ottawa Online

Wer das Pedal an erster Stelle in der Kette platziert, wird mit der besten Dynamik belohnt – nach Kompressoren oder Boostern verkabelt, verliert das Filter naturgemäß etwas an Sensibilität. In Kombination mit einem Fuzz oder sanft eingestelltem Overdrive davor entsteht hingegen ein charmanter, leicht schmutziger Charakter, der den typischen 70s-Funk-Vibe unterstreicht. Das Ottawa zeigt sich insgesamt als ausgesprochen reaktiver, inspirierender Effekt, der den Ausdruck des Spiels fördert und ungeahnte Kreativität wecken kann.

Carl Martin Ottawa Klangbeispiele

Für die Klangbeispiele habe ich das Ottawa zwischen einer Fender Tele und dem Eingang meines Orange Micro Dark Top platziert. Der Amp war verbunden mit einer 1× 12″-Celestion Vintage 30 Box, vor der ein AKG C3000 Mikrofon in Position gebracht wurde.

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Fazit

Der Carl Martin Ottawa ist weit mehr als ein einfaches Auto-Wah – er ist ein musikalisch fein abgestimmtes Dynamik-Filter mit enormem Klangpotenzial. Durch die drei wählbaren Filtermodi (HP, BP, LP) deckt das Pedal eine beeindruckende stilistische Bandbreite ab, von klassischen Funk-Sounds über expressive Fusion-Lines bis hin zu subtilen, Synthesizer ähnlichen Klangfarben. Die Regler greifen präzise, der Headroom ist hoch und die Reaktion auf das Spielgefühl überzeugt in jeder Dynamikstufe. Besonders angenehm: Das Ottawa arbeitet sehr rauscharm und behält selbst bei hohen Peak-Einstellungen seine Transparenz. Die robuste Verarbeitung und der praxisfreundliche Stromanschluss runden das positive Gesamtbild ab.

Plus

  • drei Filtermodi (HP, BP, LP)
  • sehr musikalisches Ansprechverhalten
  • weiter Regelbereich mit präziser Kontrolle
  • rauscharm und hochwertig verarbeitet

Minus

  • etwas Zeit nötig, um den Sweet-Spot zu finden

Preis

  • 139,- Euro
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Kundenbewertung:
(31)
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Metaphistopheles AHU

    Hm, zum Thema „Das Ottawa arbeitet sehr rauscharm“:

    In den cleanen Beispielen 1, 2 und 4 höre ich unschön viel Background-Noise mit leichter Tendenz zum Pfeifen, welches das Signal insgesamt sehr flach und undynamisch klingen läßt.

    Um einen Fehler auf meiner Homestudio-Abhöre auszuschließen, habe ich es mit meinem Handy und Kopfhörern auch überprüft – der gleiche Rauschteppich ist auch dort zu hören.

    Kommt das vom Pedal selbst, oder ist da beim Recording was eingestreut?

    (und zum Aufmacher Bild: Ich fand den Wortwitz des Herstellers „Auto-Wah = Ottawa“ irgendwie lustiger als die Otter, wa?)

  2. Profilbild
    woffi

    Hi,

    du schreibst von einem „Peak“ und einem „Decay“-Regler. Es gibt aber nur „Tone“, „Q“, „Attack“ und „Level“?!

  3. Mehr anzeigen
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