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Test: Casio PX-S3100, mobiles Digitalpiano

26. Januar 2022

Modernes E-Piano für 888,- Euro

casio px s3100 test

Casio PX-S3100, mobiles Digitalpiano

Im vergangenen Herbst hatte ich mir das Casio PX-S1100 näher angeschaut, nun folgt der Test des größeren Bruders PX-S3100. Dieses wartet mit deutlich mehr Sounds und Funktionen auf, kostet aber auch rund 230,- Euro mehr als das Modell S1100. Lohnt sich der Aufpreis? Das werden wir im folgenden Test versuchen herauszufinden.

Kompakte Maße, schicke Optik: Casio PX-S3100

So wie der direkte Vorgänger PX-S3000 wie auch der kleinere Bruder PX-S1100 wartet das PX-S3100 mit einer dezenten und zurückhaltenden Optik auf. Das E-Piano ist ausschließlich in Schwarz erhältlich. Ganz im Gegenteil zum S1100, denn dieses bietet Casio in den drei Farben Schwarz, Weiß und Rot an, bringt also entsprechend – auf Wunsch – etwas Farbe ins Wohn-, Kinder- oder Arbeitszimmer, in die Musikschule oder den Proberaum.

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casio px s3100 test

Beiden Modellen gemein sind die kompakten Maße. Zwar erfordert das PX-S3100 mit einer Länge von 132,2 cm in der Breite viel Platz, verbraucht in der Tiefe dafür aber kaum Raum. Denn mit 23,2 cm gehört es mit Sicherheit zu den schmalsten E-Pianos überhaupt. Trotz der kompakten Maße macht das Gehäuse des Pianos einen sehr stabilen Eindruck. Es besteht komplett aus Kunststoff, so dass sich das Gewicht mit 11,4 kg im unteren Bereich befindet und sich das PX-S3100 sehr gut transportieren lässt.

Die matt-schwarze Gehäuse, gepaart mit der glänzenden Bedienoberfläche, verleiht dem Casio Piano einen edlen Touch. Design-technisch toll gelöst ist das Bedienfeld, das im ausgeschalteten Zustand nicht zu erkennen ist. Erst wenn man das Piano mit Strom versorgt, erwacht diese zum Leben und gibt den Blick frei auf ein mittig platziertes LC-Display sowie eine Vielzahl von Touchflächen. Auf diese setzte Casio bereits beim Vorgängermodell. Dort haben sie sich offensichtlich bewährt, so dass sie auch im aktuellen Modell PX-S3100 zum Einsatz kommen. Lediglich der Power-on/off-Schalter, das Lautstärkerad sowie die zwei Drehregler samt Pitchbend-Rad, die Casio links der Tastatur untergebracht hat, sind als „echte“ Hardware-Elemente vorhanden.

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Die Bedienung über die Touch-Flächen hat mich bereits beim kleineren Bruder PX-S1100 überzeugt. Die Flächen reagieren sehr gut auf einen Fingerdruck und während des gesamten Tests musste ich nie ein zweites Mal drücken oder den Druck verstärken, damit die gewünschte Funktion ausgelöst wird. Einziger Wermutstropfen: Fingerabdrücke werden relativ schnell sichtbar, so dass die schöne Optik der Oberfläche regelmäßig mit einem Tuch aufrecht erhalten werden sollte.

Anschlüsse und Lieferumfang des Casio PX-S3100

Für die Audioausgabe bietet das PX-S3100 ein Pärchen 6,3 mm Klinkenbuchsen sowie zwei frontseitig angebrachte Kopfhörerausgänge, beide im 3,5 mm Format. Zumindest einen davon hätte ich lieber als 6,3 mm Klinke gesehen, so muss man unter Umständen mit Adaptern arbeiten. Für die Zuspielung externer Signale steht ein Audioeingang in Form einer 3,5 mm Klinkenbuchse bereit. Zwei Pedale (Damper, Expression) bzw. alternativ die von Casio optional angebotene Pedaleinheit SP-34 lassen sich am E-Piano betreiben.

casio px s3100 test

Strom bezieht das Piano über das beiliegende externe Netzteil. Alternativ lässt sich das PX-S3100 aber auch mit Batterien betreiben. Hierzu müssen in einem Schacht auf der Unterseite sechs AA-Batterien eingelegt werden. Das macht das Piano natürlich für den mobilen Einsatz, sei es bei einer Walking-Band, dem Chorauftritt auf der grünen Wiese oder beim heimischen Gartenkonzert interessant. Die Betriebsdauer gibt Casio mit 2 Stunden an, hier sollte man also auf alle Fälle Batterien für den Wechsel mit einpacken.

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Ansonsten bietet die Rückseite des Casio PX-S3100 zwei USB-Ports. Der erste dient zum Anschluss externer Speichermedien oder des zum Lieferumfang gehörenden Bluetooth-Adapters, über den das Piano drahtlos Audio- und MIDI-Daten senden und empfangen kann. Der zweite Anschluss ist für den Computer gedacht, so dass das Piano beispielsweise auch als Einspielkeyboard für die DAW oder zum Spielen von Software-Instrumenten genutzt werden kann.

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Bedienung des Pianos

Wie bereits erwähnt, funktioniert die Bedienung des Casio PX-S3100 über Touchflächen, die in der Praxis sehr gut funktionieren. Die grundsätzliche Bedienung ist dabei so gestaltet, dass das Display mit seinen drei Zeilen stets die wichtigsten Informationen darstellt, u. a. den Sound-Namen, die Tone-Kategorie, Rhythmen und deren Tempo.

Die rechte Seite der Bedienoberfläche wird von den Elementen für die Sounds, Rhythmen, zur Aktivierung des Recorders sowie Plus/Minus-Tastern eingenommen. Links des Displays befinden sich die Steuerungstasten für die Rhythmen, so dass hierüber Intros, Fills und Endings getriggert werden können. Schaltet man die Reihe der Bedienelemente um, dienen die Sensorflächen zur Steuerung des internen Recorders. Nach etwas Eingewöhnungszeit kommt man mit dieser Art von Bedienung gut zurecht.

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Die beiden Drehregler am linken Ende der Tastatur sind ab Werk mit den Parametern Cutoff-Frequenz und Resonanz belegt, können aber im Menü des Pianos auch mit anderen Befehlen programmiert werden. Hier hat Casio 14 Befehle voreingestellt, aus denen man jeweils einen pro Regler wählen kann. Entsprechend bietet das PX-S3100 – obwohl grundsätzlich als reines E-Piano designt – zumindest zwei rudimentäre Regelungsmöglichkeiten, die in der Praxis passend eingesetzt werden können.

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Ein weiterer Hinweis darauf, dass das PX-S3100 kein reines E-Piano ist: Es verfügt über einen Arpeggiator. Und dieser ist deutlich weitreichender ausgestattet als man es zunächst vermutet. Bieten die aktuellen USB-Controllerkeyboards, zu deren Features der Arpeggiator mittlerweile fast schon standardmäßig hinzugehört, in der Regel sechs Modi, kommt das PX-S3100 mit 100 Arpeggiator-Presets daher. Hoch, runter und diverse Akkordspielereien sind da noch das Einfachste, denn u. a. bietet das Casio Piano auch tolle Latin-Piano-Licks oder Gitarren-Strummings als Arpeggiator-Mode. Hiermit lässt sich also einiges anfangen, super.

Wie spielt sich das Casio PX-S3100?

Casio setzt beim PX-S3100 auf seine „Smart Scaled Hammer Action“-Tastatur, deren Tasten des Bassbereichs etwas schwerer gewichtet sind als im oberen Tastaturbereich. Schön griffig ist die Tastatur dank der angerauten Oberfläche. Hier hat man einen tollen Grip und auch bei schnellen Passagen lassen sich die einzelnen Tasten zielsicher spielen. Die Tastatur ist ordentlich gewichtet und sauber verarbeitet, macht insgesamt einen tollen Eindruck.

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Wie klingt das Casio PX-S3100?

Hinsichtlich der Lautsprecher setzt Casio beim PX-S3100 auf ein nach hinten abstrahlendes Stereosystem mit einer Leistung von 2x 8 Watt. Der Sound ist sehr ausgewogen und erstaunlich druckvoll. Und das sogar im Bassbereich. Die Lautstärke reicht ohne Weiteres für kleinere Auftritte, Vorspiele und Proben aus. Bei größeren Locations sollte entsprechend eine externe Beschallungsanlage eingeplant werden, die über den rückseitigen Audioausgang angeschlossen werden kann. Auf Wunsch lässt sich am E-Piano eine Art Surround-Effekt aktivieren, der dazu führt, dass das Piano insgesamt größer und breiter klingt. Das funktioniert allerdings nur in größeren Räumlichkeiten. Im heimischen Wohnzimmer klingt dieser Effekt an der Spielerposition komisch.

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Die 700 Sounds des Casio PX-S3100 sorgen dafür, dass das Piano klanglich sehr breit aufgestellt ist und man ein großes Einsatzgebiet damit abdecken kann. Die maximale Polyphonie liegt bei 192 Stimmen, was auch für anspruchsvollere Literatur und viel im Pedal gehaltene Noten bzw. die mitlaufende Rhythmusfunktion ausreichend sein sollte.

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Die akustischen Pianos des PX-S3100 klingen ab Werk schon sehr rund vielseitig. Schön ist, dass diese über regelbare/einstelbare Dämpfer- und Saitenresonanz verfügen, was den Klang insgesamt sehr lebendig erscheinen lässt. Bei Layern ist es klasse, dass man beispielsweise die Lautstärke beider Parts oder den hinzugeschalteten DSP-Effekt über die Drehregler des Pianos steuern kann. Mit 28 Presets in dieser reinen A-Piano-Kategorie, wobei hier auch vier Harpsichords mitgezählt werden, ist ausreichend Klangmaterial vorhanden. Die Qualität der akustischen Pianos würde ich insgesamt mit sehr gut bewerten.

Auch die E-Pianos, Orgeln und Clavinets zeugen insgesamt von einer sehr guten Qualität. Hier lassen sich die vielfältigen DSP-Effekte des Pianos super einsetzen. Auch hier macht die Belegung der zwei Drehregler viel Spaß, so dass u. a. der Rotary-Effekt für die Orgel hierüber gesteuert oder der Wah-Wah-Effekt zusammen mit dem Clavinet für die passenden Töne sorgt.

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Die Effekt-Sektion des Casio PX-S3100 ist weitreichend ausgestattet und bietet neben den klassischen Reverb-, Chorus- und Delay-Effekten diverse Modulationseffekte, Amp-Simulationen, Rotary, Equalizer, Kompressoren und vieles mehr.

Auch wenn das hohe Qualitätsniveau der Piano- und Keyboard-Sounds sich nicht über die komplette Klangpalette des PX-S3100 zieht, so bietet es doch insgesamt eine tolle Qualität, mit der sich zu Hause, im Studio oder bei Auftritten viel abdecken lässt.

Rhythmen, Recorder und Registrierungen

Zwar ist das PX-S3100 nicht mit einem vollwertigen Entertainer-Keyboard vergleichbar, aber mit 200 Rhythmen, ausgestattet jeweils mit einem Intro, zwei unterschiedlich dicht arrangierten Arrangements (Normal, Variation), den dazu passenden Fills und einem Ending, lässt sich schon so einiges anstellen.

Ebenfalls interessant erscheint die eingebaute Musik-Bibliothek mit über 300 vorgefertigten Presets, Sounds und Akkordfolgen für bekannte und weniger bekannte Lieder.

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Die Lieblings-Setups, d. h. das komplette Programm mit Sound, Rhythmus, Effekten & Co., lassen sich auf 96 Speicherplätzen für Registrierungen ablegen.

Ebenso wie das PX-S1100 ist das PX-S3100 zur aktuellen Version der kostenlosen Chordana App kompatibel. Hierüber lässt sich das E-Piano fernsteuern, so dass man u. a. Sounds und Rhythmen aufrufe, Effekte, Splits und Layer konfigurieren oder sich die passenden Noten auf dem Smartphone anzeigen lassen kann. Eine tolle Erweiterung, über die das Piano komfortabel bedient werden kann.

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Fazit

Mit dem PX-S3100 hat Casio ein richtig tolles E-Piano für zu Hause, die Musikschule, Proben und Auftritte entwickelt. Mit 888,- Euro ist es zwar nicht ganz günstig, bietet dafür aber ein tolles Paket, bestehend aus Tastatur, Sounds, Rhythmen und Effekten.

Die kompakten Maße und das schicke Design prädestinieren es fürs heimische Wohnzimmer wie auch bei Live-Auftritten. Klanglich ist es breit aufgestellt und bietet vor allem tolle A- und E-Piano-Sounds, Keyboards und Streicher.

Alles in allem ein sehr gutes E-Piano, das es gilt anzutesten, sofern man auf der Suche nach einem Piano im Preisbereich unterhalb der 1.000,- Euro Marke ist.

Plus

  • Tastatur
  • Sounds
  • kompakte Maße
  • Lautsprecher

Preis

  • 888,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Oliver

    und wie lautet nun die Antwort auf die am Anfang gestellte Frage „Lohnt sich der Aufpreis? “

    • Profilbild
      moinho  

      Der Frage schließe ich mich an. Konkreter: was sind genau die Unterschiede? Sind die akustischen Klaviersounds und die Tastatur identisch (ich glaube ja)?

      (Nach langem Sinnieren kam ich zu dem Schluß, daß ich nach dem Studioaufbau im zentralen Tisch ein gutes 88-Tasten-Keyboard haben will, das auch Standalone sehr gute Klaviersounds liefert. Alle anderen Sounds gehen mir dann sonstwo vorbei, da eh alles mit Synthesizern vollsteht. Wäre das 1100er dafür eine gute Wahl, oder soll es dann wenn das hier getestete 3100er sein?)

      • Profilbild
        Organist007  AHU

        Ich habe mir vor ca eine Jahr das 1100 als Ersatzpiano zu gelegt.
        Die Tastatur ist spitze, das Akustikpiano auch, E Piano geht so, alles andere kann man vergessen, dafür habe ich eh hardware genug.

        Grosser Pluspunkt: Lautsprecher und Batteriebetrieb (!!!!).

        Das bedeutet: Im sommer und outdoor unabhängig von Stromquellen spielen.

        Ein Upgrade auf das aktuelle ist für mich nicht interessant. Ich betone nochmals: Die Tastatur ist außerordentlich gut und das bei 11kg und 88 Tasten !!

  2. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Ein ‚großer Wurf‘, dieses E-Piano von Casio. Hätte ich dieser Firma gar nicht zugetraut ;-) Da Live-Veranstaltungen für mich jedoch unrelevant sind, bin ich mit Pianoteq bestens bedient.

  3. Profilbild
    unifaun  

    Casio hat ja seit den 80er Jahren den Ruf des „Billig-Keyboards“ weg.

    Dass dem überhaupt nicht so ist, konnte ich im letzten Sommer feststellen, als ich auf der Suche nach einem Stage- /Digital-Piano für das tägliche Klavierüben war.

    Das Casio Celvian AP-470 hatte es mir im Laden meiner Wahl sehr angetan und ich hätte es fast gekauft, habe mich dann letzlich doch für ein portables Stage-Piano (Yamaha P-515) entschieden.

    Ich habe mir dann zusätzlich das ultraportable Casio CT-S1 (auch mit Batteriebetrieb) in rot zugelegt, dass ich im letzten Sommer im Wohnmobil dabei hatte.

    Wer in der nächsten Zeit ein Digital-Piano erstehen möchte, sollte Casio jedenfalls mal anspielen. Er/sie wird möglicherweise überrascht sein!

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