Test: Casio, XW-P1, Performance Synthesizer

Pedale und Anschlüsse

 

Anschlussfeld Audio, Pedale und mehr

Anschlussfeld Audio, Pedale und mehr

Die XW-P1 Rückseite ist mit einer Reihe von Anschlussbuchsen bestückt, wir haben hier von links nach rechts: SD Card Slot, USB, MIDI In und Out/Through, Sustain-Pedal (kann anderen Funktionen zugeordnet werden), external Instrument Input, Audio Input, Eingang für Mikrofon (regelbar), Stereo/Mono Line Out, Kopfhörer und schließlich Netzgerät.

Anschlüsse Card USB MIDI

Anschlüsse Card USB MIDI

 

Extra Features und sonstige Details

 

Instrumenten Logo

Instrumenten Logo

Batteriebetrieb: Ja, Sie haben richtig gelesen, der XW-P1 kann auch mit einem 6er Satz Batterien Typ Monozelle benutzt werden. Bis zu 35 Stunden Spielzeit werden damit möglich, was ihn zum Freizeitsynthesizer werden lässt, den man folglich auch am Strand, im Park, einer Tiefgarage spielen kann. Das geringe Eigengewicht verführt ohnehin bereits dazu, ihn grundsätzlich mal als Mitnahmeinstrument zu berücksichtigen. Aber der Betrieb mit Batterie macht die Sache dann natürlich völlig flexibel. Gitarristen beeindruckend fürs Publikum heroisch auf einem Bergplateau spielen lassen? Bei allem Pathos, aber mit dieser Alleinstellung ist es nun spätestens seit XW-P1 vorbei. Casio scheint es klanglich nicht auf dem Werkscontent beschränken zu wollen, denn kürzlich habe ich ein youtube Video entdeckt, das neue Sounds vorstellt und die bald auf der Website des Herstellers verfügbar sein sollen.

 

Bedienung

 

XWP1 Draufsicht mit Drawbars im Display

XWP1 Draufsicht mit Drawbars im Display

Casio hat sich eine Menge Mühe gegeben, den XW-P1 trotz seiner Funktionsfülle angenehm bedienbar zu gestalten. Was auch weitgehend gelungen ist. Dennoch führt an einer vollständigen Lektüre der Bedienungsanleitung kein Weg vorbei, denn manche Funktionen erschließen sich einfach nicht intuitiv, sondern müssen erlernt werden. Das trübt den Spielspaß ganz und gar nicht, denn die gesamte Oberflächengestaltung samt Regler- und Tasterbeschriftung ist ganz auf den hands-on Musikertyp zugeschnitten und sofern jemand schon mal mit elektronischen Tasteninstrumenten hantiert hat, wird er sich auch auf dem XW-P1 recht flott zurechtfinden. Ein paar Hürden gibt es, denn das Display kann nicht allzu viele Daten gleichzeitig anzeigen und besondere Grafik geht damit nicht. Oder die Tatsache, dass verschiedene Funktionen erst mit der Enter Taste, rechts untergebracht, angewählt werden müssen, die Edit Taste aber links vom Display ist. Bestimmte Displayseiten müssen durch Betätigen der Exit Taste verlassen werden, auch das verlangt etwas Gewöhnung.

 

Mitbewerber

Im Preissegement um Euro 500 und etwas darüber tummeln sich einige Hersteller. Hier finden wir Synthesizer wie Yamaha MM6, Dave Smith Instruments Mopho Keyboard, Korg Microkorg, R3 und X50, Avid Venom, Novation UltraNova, Roland Juno-Di und SH-01 Gaia sowie den Waldorf Blofeld. Da gibt es also Auswahl, und wie sich der XW-P1 im Vergleich schlägt, wird die Zeit zeigen. Schlechte Karten hat er nicht gerade, eher im Gegenteil.

Fazit

Casios Wiedereintritt in die Synthesizersphäre ist absolut gelungen. Der XW-P1 ist als Gesamtereignis zu betrachten, wobei jede einzelne seiner Klangsektionen schon eine gute Figur macht. Ob für Einsteiger auf der Suche nach einem Allround-Instrument, oder für Gitarrist oder Singer/Songwriter zur Begleitung, selbst als Dritt-Keyboard für Erfahrene, die einen extrem transportablen und dennoch halbwegs „kompletten“ Synthi brauchen – die Entwickler von Casio haben wirklich an alle möglichen Szenarien gedacht und wie sie die mit dem XW-P1 bedienen können. Der Grundsound ist präsent, hat durchaus Eigencharakter und ist vor allem aus dem Stand heraus live mitsamt seiner Realtime-Controller eine schnelle Lösung und für Jedermann ohne großartige Lernkurve umstandslos zu verstehen. Die Extra-Features wie Step Sequencer, Arpeggiator und Drum Machine lassen ihn sogar haarscharf an die Kategorie Workstation heranreichen. Als hohe Ansprüche erfüllender Sampleplayer für akustische Instrumente würde er keine sonderlich gute Figur machen, aber das verlangt wohl auch kaum einer von ihm. Er ist der erklärte Budget-Synthesizer, teils erinnert er an sample-basierte Synths der 80er Jahre und das ist durchaus ein Kompliment. Der aufgerufene Preis von knapp Euro 550 ist auf neudeutsch ein No-Brainer. Und Casio hat sich vielleicht sogar selber einen Gefallen damit getan, denn ein so selbstbewusst klassenloses und unprätentiöses Instrument ist der beste Boden für weitere Ambitionen, auch in anderen Preiskategorien. Mit so einer ausgeschlafenen Ansage traue ich denen auf dem Sektor Synthesizer ab sofort noch mehr zu. Lassen wir uns in der Zukunft überraschen – und spielen in der Zwischenzeit auf dem knuffigen Tausendsassa XW-P1.

Plus

  • Grundsound
  • Klangvielfalt
  • Tastatur
  • Gewicht

Minus

  • Einschränkung beim Realtime Zugriff Filter Cutoff Drehregler
  • Tastatur kein Aftertouch

Preis

  • Casio XW-P1 Straßenpreis Euro 549,--
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    YC45D  

    „Beim Arpeggiator ist mir die Stabilität der Musterwiedergabe aufgefallen, bei Ton- bzw. Tastenwechsel kommt es zu keinerlei Timingschwankungen oder verzögerter Tonansprache.“
    schöner Bericht,nur hätte ich noch ganz gerne erfahren ob der Sequenzer,bzw.Arpeggiator mit Midi Clock einwandfrei funktionierte,oder ist das nicht getestet worden?

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      Im Rahmen des Testberichtes wurde dieses Details nicht überprüft, aber danke für den Hinweis, ich notiere das für Künftiges.

  2. Profilbild
    Onkel Sigi  RED

    Eine große Überraschung habe ich heute früh erlebt. Auf dem Fernsehsender 3Sat war gegen 5 Uhr ein Mitschnitt der australischen Band DIRTY YORK bei einer „Rockpalast“-Veranstaltung zu sehen. Der Keyboarder spielte eine so sackgeile (t´schuldigung des Ausdrucks, aber so war´s) Orgel mit einem sehr eigenständigen Sound.

    Und was sehe ich?? Hatte er doch tatsächlich den Casio XW-P1 auf seinem Keyboardständer!

    Diese Band ist eine astreine Rock´n Roll-Truppe mit total geilen (t´schuldigung….) Eigenkompositionen, geht ab wie Schmidts Katze, aber auch schöne Balladen. Und in die mächtigen Gitarrensoli bettete sich der Casio mit seinen Orgelvariationen erstklassig ein, auch die Piano-Sounds holte sich der Keyboarder von diesem Instrument.

    Er bearbeitete den XW-P1 wie einst John Lord seine Hammond und er hatte offensichtlich eine Riesenfreude mit dem Casio. Er sah auch optisch toll aus mit seiner dezenten Beleuchtung (der Casio, nicht der Keyboarder…..).

    Also, ich mag die neuen Casios.

    Musikalische Grüße

    Onkel Sigi

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      Cool! Und danke für die Info. Ja, diese neuen Casios wird man wohl noch öfter so präsent sehen – aus guten Gründen :)

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