Rauer Kult-Synth als Plug-in zurück
Nicht jeder Vintage-Synthesizer hat es zum Klassiker geschafft. Der Crumar DS-2 ist eher ein Geheimtipp geblieben, der vielen heute kaum noch etwas sagt. Gerade deshalb ist es spannend, dass Cherry Audio dieses ungewöhnliche Instrument wieder ausgräbt und als Plug-in neu umsetzt. Der Cherry Audio Crumar DS-2 ist weniger für typische Retro-Sounds gedacht, sondern eher für einen Sound, der sich bewusst von anderen Synthesizern abhebt. Genau das macht neugierig auf den Test.
Was ist es? Cherry Audio Crumar DS-2, Software-Synthesizer-Plug-in mit Emulation des seltenen Vintage-Synthesizers Crumar DS-2 und eigenständigem Klangcharakter.
- Klang: Rauer und eigenwilliger Sound abseits typischer Vintage-Klassiker.
- Aufbau: Synthesizer-Engine und Poly-Sektion ermöglichen breite Layer- und Split-Sounds.
- Features: LFO-Mixer, Effekte, Presets und MIDI-Funktionen sorgen für viel Flexibilität.
- Zielgruppe: Interessant für Produzenten, die ungewöhnliche Sounds suchen.
- Preis: Für 59,- Euro bietet das Plug-in ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Inhaltsverzeichnis
Cherry Audio Crumar DS-2 Software-Synthesizer
Crumar DS-2 als Hardware-Vorbild
Der originale Crumar DS-2 erschien 1978 und gehörte nie zu den großen Synthesizer-Klassikern. Während Hersteller wie Moog oder Roland strikte Konzepte verfolgten, wirkte der italienische Synthesizer eher eigenständig und war schwer einzuordnen. Genau das machte ihn damals schwierig zu vermarkten. Heute sorgt es aber für seinen besonderen Reiz. Dass Cherry Audio ausgerechnet diesen Synthesizer wiederbelebt, ist kein Zufall: Pate stand der Crumar DS-2 von Cherry Audios CTO Dan Goldstein.
Der Name „DS“ steht übrigens für „Digital Synthesizer“, was sich auf die Steuerung der Oszillatoren bezieht. Klanglich bewegt sich der Crumar DS-2 allerdings irgendwo zwischen einem analogen Gefühl und früher Digitaltechnik. Diese Mischung war schon damals ungewöhnlich und hebt ihn deshalb bis heute von vielen anderen Vintage-Synthesizern ab.
Digitale Oszillatoren
Ein zentrales Merkmal des Crumar DS-2 sind seine digital gesteuerten Oszillatoren, die recht rau und dadurch auch lebendig klingen. Deshalb klingt der Crumar DS-2 nicht nach einem typischen Vintage-Sound. Statt warm und rund bekommt man hier eher einen kantigen, teilweise unruhigen Ton, der schnell auffällt.
Zwei Klangbereiche
Eine weitere Besonderheit ist die Kombination aus zwei Klangwelten, denn der originale Crumar DS-2 besitzt eine monophone Synthesizer-Engine und zusätzlich eine polyphone Sektion. In der Praxis bedeutet das konkret, dass sich ein prägnanter Lead-Sound mit einer breiten Fläche zu einem sehr vollen Klang in einem Instrument kombinieren lässt.
Blick auf den Cherry Audio Crumar DS-2
Grundaufbau
Der Cherry Audio Crumar DS-2 ist auf den ersten Blick durch farbliche Markierungen in zwei klar getrennte Bereiche aufgeteilt: Links sitzt die eigentliche Synthesizer-Engine, rechts die Poly-Sektion. Beide Klangquellen können einzeln oder gemeinsam genutzt werden, entweder als Layer oder per Split über die Tastatur. Das gesamte Signal läuft anschließend in die interne Effektsektion.
Oszillatoren der Synthesizer-Engine
Die Synthesizer-Seite basiert auf zwei Oszillatoren, die sich eng am originalen Hardware-Vorbild orientieren. Bei beiden können die Schwingungsformen Sägezahn, Dreieck und Rechteck ausgewählt werden. Der Oszillator 1 verfügt zusätzlich über Rechteck mit variabler Pulsbreite, Oszillator 2 über Sinus.
Jeder Oszillator verfügt über eigene Regler für Lautstärke, Stimmung und die Oktavlage. Hinzu kommen Funktionen wie Pulsbreitenmodulation per LFOs und ein Regler für Oszillator-Sync, mit dem sich ein deutlich aggressiverer Klang erzeugen lässt. Zur Klangerzeugung gehört außerdem eine kleine Noise-Sektion mit wahlweise weißem und rosa Rauschen.
Poly-Sektion
Die Poly-Sektion arbeitet unabhängig von den Oszillatoren der Synthesizer-Engine und liefert einen eigenen, eher flächigen Klang. Zu den wichtigsten Bedienelementen gehören hier die Oktavlage, Feinstimmung, Lautstärke sowie je ein Regler für Highpass und Lowpass. Ein entscheidender Punkt dieser Sektion ist der separate Release-Regler, mit dem sich die Ausklingzeit der Poly-Sektion unabhängig einstellen lässt.
Filtersektion (VCF)
Bei der Filtersektion handelt es sich um ein Tiefpassfilter mit einstellbarer Cutoff-Frequenz und Resonanz-Regler. Zusätzlich stehen erweiterte Funktionen zur Verfügung, wie beispielsweise eine regelbare Hüllkurvenintensität, Keyboard-Tracking und eine umschaltbare Flankensteilheit mit 12 oder 24 dB. Außerdem lässt sich die Richtung der Hüllkurve mit einem Regler invertieren, wodurch sich auch ungewöhnlichere Filterverläufe umsetzen lassen. Die Filterhüllkurve selbst ist als DADSR aufgebaut, also mit einem zusätzlichen Delay vor dem eigentlichen Attack.
Verstärkersektion (VCA)
Die Lautstärkesteuerung ist ebenfalls als DADSR ausgelegt. Attack, Decay, Sustain und Release bestimmen den zeitlichen Verlauf des Sounds, während der zusätzliche Delay-Regler den Einsatz verzögert. Außerdem lässt sich die Dynamik über einen Velocity-Regler beeinflussen. Zusätzlich bietet der Cherry Audio Crumar DS-2 eine Repeat-Funktion für die Hüllkurven, wodurch sich rhythmische Lautstärkeverläufe erzeugen lassen.
Modulation und LFOs
Für Modulationen stehen insgesamt drei LFOs zur Verfügung, die unterschiedliche Schwingungsformen wie beispielsweise Dreieck, Rechteck oder Sinus bieten. Jeder LFO verfügt über eigene Frequenz-, Delay-Parameter und Sync-Optionen.
Ein zentrales Element des Cherry Audio Crumar DS-2 ist der LFO-Mixer auf der linken Seite des Plug-ins. Darüber lassen sich mehrere Modulationsquellen gleichzeitig unterschiedlichen Zielen zuweisen. So können unter anderem Tonhöhe, Pulsbreite, Filter oder die Lautstärke beeinflusst werden.
Stimmenmodi und Spieloptionen
Der Cherry Audio Crumar DS-2 bietet verschiedene Spielmodi für die Synth-Engine. Neben Mono und Poly gibt es Unison für gestapelte Stimmen sowie einen Multi-Modus, bei dem einzelne Stimmen leicht unterschiedlich reagieren. Die Stimmenanzahl kann auf vier, acht und 16 eingestellt werden. Außerdem stehen Funktionen wie Keyboard-Split, Layering und ein Arpeggiator zur Verfügung, der auf Synth, Poly oder beide Bereiche gleichzeitig angewendet werden kann.

Stimmenmodi und Spieloptionen lassen sich auf der rechten Seite des Cherry Audio Crumar DS-2 einstellen
Interne Effekte
Am Ende des Signalwegs befindet sich die Effektsektion, in die fünf Effekte für die Synthesizer-Engine und weitere fünf für die Poly-Sektion geladen werden können. Außerdem bietet der Cherry Audio Crumar DS-2 eine globale Effektstufe. Insgesamt stehen 20 Effekte zur Verfügung, darunter beispielsweise Delay, Reverb, Chorus, Phaser und Distortion.
Besonders interessant ist, dass sich beide Klangbereiche unterschiedlich bearbeiten lassen. So kann die Synthesizer-Engine durch eine Effektbearbeitung sehr direkt und trocken klingen. Die Poly-Sektion klingt durch beispielsweise Chorus und Hall deutlich breiter und tritt eher in den Hintergrund.
Zusätzliche Funktionen
Ergänzt wird das Ganze durch mehrere moderne Funktionen wie etwa eine umfangreiche Preset-Verwaltung und flexible MIDI-Zuweisungen.
Sound-Erstellung in der Praxis
Als Startpunkt für die schrittweise Sound-Erstellung dient das Init-Preset des Cherry Audio Crumar DS-2. Der Sound ist klanglich recht roh und direkt. Von dort aus soll nun Schritt für Schritt ein Pad-Sound entstehen, der von einem hellen Arpeggio-Sound ergänzt wird.
Pad über die Poly-Sektion
Zuerst bekommt die Poly-Sektion mehr Gewicht, denn sie soll später das schwebende Pad für den finalen Sound liefern. Dafür bleibt die Oktavlage auf 8’ gestellt. Den Pitch-Regler drehe ich ganz leicht nach oben, um die Poly-Sektion gegenüber der Synth-Engine leicht zu verstimmen. VCA-Release stelle ich auf etwa 2.000 ms ein, damit die Töne etwas stehen bleiben und nicht sofort abreißen.
Synthesizer-Sektion
Jetzt wird die Synthesizer-Seite so eingestellt, dass sie später als hellerer Arpeggio-Sound über dem Pad funktioniert. Dazu bleiben beide Oszillatoren zunächst auf voller Lautstärke. Beim ersten Oszillator stelle ich Rechteck als Schwingungsform und die Oktave 4’ ein. Die Lautstärke wird zudem deutlich reduziert.
Der zweite Oszillator wird auf 8’ eingestellt und ich wähle die Dreieck-Schwingungsform.
Im Ergebnis entsteht in der Synthesizer-Sektion ein sehr heller und definierter Klang:
Filter-Einstellungen
Damit der Klang nicht zu direkt bleibt, geht es im nächsten Schritt in die VCF-Sektion. Hier drehe ich Cutoff auf etwa 1.200 Hz und den Resonanz-Regler auf ungefähr 30 %. Das macht den bisher erstellten Sound etwas dumpfer und nimmt ihm die Schärfe. An den ADSR-Einstellungen verändere ich nichts.
VCA-Hüllkurve
Im VCA-Bereich hebe ich den Attack-Regler leicht an, damit der Klang etwas sanfter startet. Der Sustain-Regler bleibt ganz oben auf 100 % eingestellt.
Arpeggio
Im nächsten Schritt möchte ich mehr Bewegung in den Sound bringen und aktiviere dafür den Arpeggiator, der nur der Synthesizer-Engine zugewiesen wird. Das ist wichtig, weil die Poly-Sektion weiter als Pad dienen soll. Nur die obere Lage arbeitet rhythmisch. Im Pattern-Bereich wähle ich die normale Arp-Einstellung an und als Richtung Up, weil dadurch ein sauberer aufsteigender Lauf entsteht, der für meinen Sound in 16tel-Noten über drei Oktaven laufen soll. Über den Sync-Regler aktiviere ich außerdem die Tempo-Synchronisation zum DAW-Tempo, das in meinem Fall 120 bpm beträgt. Da die Poly-Sektion klanglich jetzt noch zu dominant ist, drehe ich ihre Lautstärke auf etwa 20 % herunter.
Effekte in der Poly-Sektion
Das Pad wirkt meiner Meinung nach erst richtig schön, wenn es klanglich nicht zu sauber bleibt. Dazu wechsle ich in den Effekt-Bereich der Poly-Sektion und wähle zunächst den LoFi-Effekt aus. Dank der Regler WOW und FLUTTER entsteht eine leicht verstimmte Bewegung im Pad-Sound. Abgerundet wird das Pad noch durch einen Hall, für den ich den Lushverb in den zweiten Effekt-Slot lade.
Effekte in der Synthesizer-Sektion
Damit sich der Arpeggio-Sound besser vom Pad absetzen kann, bekommt die Synthesizer-Engine eigene Effekte. In den ersten Slot lade ich dafür ein Delay, das zum Tempo synchronisiert wird. Außerdem lade ich einen Panner in den zweiten Effekt-Slot, der dafür sorgt, dass der Arpeggio-Sound nicht in der Mitte sitzt, sondern sich leicht im Panorama bewegt.
Finaler Sound
So entsteht in wenigen Schritten ein breites und luftiges Pad in Kombination mit einem Arpeggio-Sound. Wichtig ist hierbei meiner Meinung nach vor allem, dass der Rhythmus im Vordergrund bleiben muss. Das Pad darf also nicht zu laut eingestellt werden.
Der erstellte Sound funktioniert auch optimal im Kontext mit anderen Sounds des Plug-ins:










































Naja – ich empfinde die Klangmöglichkeiten eher als „Brot und Butter”.
@herw 🤣 hätte ich beinahe auch geschrieben… Du kamst mir zuvor!
@herw Es gibt ja auch gute Gründe, warum der damals kein Hit war
@Tai Der DS-2 war äußerst anfällig für technische Probleme – wenig zuverlässig und deswegen wenig beliebt.
Zudem war er ja in dieses (fast) ‚Flightcase‘-artige graue Gehäuse samt Deckel eingebaut … gut zwar für den Transport, aber auch schwer und optisch deutlich weniger ’schön‘ als seine Brüder (nicht nur der MiniMOOG). Aber auch die Gehäuse waren miitunter abgerockt – aus denen man dann eben nicht ein mehr-oder-weniger bildschönes Gerät hervorkramen konnte, weil der Synthie ja fest in dieses ‚Case‘ (Unterteil) integriert war.
Ich hatte kurze Zeit einen DS-2 und erinnere mich an seine physische Größe, sein Gewicht und eben auch an diese technischen Probleme; dabei waren auch kratzende/schleifende Regler, unpräzise schaltende Umschalter und all das. Aufgrund meiner konkret gewordener Lust auf Auslandsarbeit verkaufte ich ihn dann auch (un-repariert) – wie fast alle anderen meiner damaligen Sammlung von 76 Geräten.
@Tai Jaaaa! 🤪👍
Ich kann mit dem Sound dieses Plugins ehrlich gesagt nicht viel anfangen. Klingt einfach beliebig. Da ist man von Cherry Audio besseres gewohnt.
Ich habe mir daraufhin den lesenswerten Vintage Artikel zum Crumar DS-2 reingezogen. Allein dieses Zitat ist es schon wert: „..sieht auch nach dem Auspacken weder italienisch noch orgelig aus, sondern eher wie ein Leather Moog auf SM-Klassenfahrt“.😀👍
Die Klangbeispiele zeigen gegenüber dem Plugin aber schon einen eigenen Charakter.
Ich hatte Ende der Siebziger einen dieser typischen Orgel-Läden in der Nähe, der u.a. auch Crumar und Korg im Sortiment hatte. Und dort stand ein DS-2 herum. War zwar nicht meine Preisklasse aber ich habe trotzdem ein wenig darauf rumgedudelt. Mir ist dieser Synth aber nicht wirklich in Erinnerung geblieben. Ich habe den Laden dann mit einem Crumar Performer verlassen. Nebenbei einer der unterbewertesten String-Maschinen. Schade das ich den damals verkauft habe.
@MadMac Cherry Audio kann da aber jetzt auch nur DAS rausholen, was das Original eben konnte…
@mort76 Hör Dir doch einfach mal die Klangbeispiele des Vintage Reports an. Ich finde, da ist beim Plugin von Cherry noch Luft nach oben.😉
Crumar GDS / DK Synergy II+
Wenn ich den Namen »Crumar« lese, dann fällt mir sofort der »GDS« bzw. der »Synergy« ein. Das auch nicht deswegen weil ich ihn kenne (leider nicht), sondern weil mein Musik-Held Klaus Schulze einen hatte. Und das kann nur gut bzw. interessant sein. So ähnlich wird es auch im Amazon-Artikel formuliert:
Vintage-Digital: Crumar GDS & DK Synergy II+, Digitalsynthesizer (1985)
Warum ich darauf komme? DAS wäre eine Emulation, die ich mir SOFORT kaufen würde. Ich ahne, warum diese für Cherry Audio vermutlich eher nicht so erfolgreich wäre (Spoiler: Antwort im Amazona-Artikel).
@Flowwater Danke für den Link zu dem interessanten Synth. 😃👍
Was bedeutet die Bezeichnung Cumar?😳
@CDRowell Wieso »Cumar«? 🤔
@Flowwater Er hat das r vergessen
@Flowwater Ähm, das hat sich doch der Teufel eingeschlichen…
Also: gibt es eine Bedeutung zu Crumar? Lässt sich ein Sinn ableiten?
@CDRowell Der Name des Inhabers abgekürzt Mario Cru irgendwas
@Tai „Mario Crucianelli“.
@Flowwater Es sind nun gefühlt alle alten Synthesizer softwaremäßig geklont. Das immer abstrusere Modelle kommen, deutet schon darauf hin, dass der Markt irgendwie leer gelutscht ist. (Siehe z.B. dieses Modell) Da wäre es auch egal, den GDS zu klonen.
@Tai Das kann gut sein. Den »GDS« fände ich allerdings deswegen interessant, weil der so ein ganz anderes Konzept hat.
Für n‘ 60er (€) klingt dieser wirklich gut und die Einstellmöglichkeiten schauen enorm aus. Eigentlich schade das ich nichts von denen besitze. Aber inzwischen, durch die NI-Bundles, hat sich bei mir so einiges angehäuft und irgendwann verliere ich den Überblick. Aber die Plugins von 🍒A sind günstig und funktionieren. So muss das sein! Oft wird denen ein etwas „plastiknaher“ Klang zugesagt, aber wenn ich an den Massive X denke, na dann bin ich guter Dinge.
@Filterpad Das Kernproblem bei Cherry Audio ist nach meiner Meinung, dass die Effekte bei allen Plugins quasi identisch sind. Dadurch spart sich die Firma zwar Entwicklungskosten, aber deswegen klingen die Cherry Audio-Plugins auch alle sehr ähnlich. 🤷♂️ Das ist genauso wie bei UVI: da wird auch alles durch die gleiche FX-Phalanx gejagt. Zwar ist Cherry Audio rechnerbasiert und UVI ist sample-basiert, aber das Prinzip ist dasselbe.
Man könnte das vergleichen mit einem Hardware-Studio, das jeweils nur ein Reverb-, Delay-, Phaser- und Compressor-Gerät besitzt, und durch diese Effektkette werden dann alle verschiedenen Synthesizer des Studios geroutet. Zwar bleibt dadurch der Grundcharakter der einzelnen Synthies grundsätzlich erhalten, aber da der Grundcharakter der Effekte sich nie ändert, ist es immer wie immer dieselbe Soße „obendrüber“.
Das ist völlig legitim, so zu arbeiten, aber es wird dann eben mit der Zeit etwas langweilig.
Die Abhilfe ist, die internen Effekte auszuschalten und mit eigenen, wechselnden Effektketten zu arbeiten. Dann umgeht man dieses „Problem“, sofern man es als Problem empfindet.
@UAP Ich glaube, das Problem geht sogar noch tiefer als nur die Effekte. Die gleichen Reverbs, Delays & Co. sorgen zwar für den offensichtlichen „gleichen Sound“, aber oft teilen sich die Plugins auch große Teile der eigentlichen DSP-Basis: ähnliche Filtermodelle, Oszillatoren, Saturation, Hüllkurven, Gain-Strukturen usw.
Das wird dann pro Synth zwar unterschiedlich „getuned“, aber die Grund-DNA bleibt hörbar ähnlich. Deshalb haben viele Cherry-Audio-Plugins trotz unterschiedlicher Vorbilder oft einen gemeinsamen Charakter.
Das ist technisch völlig legitim, weil es Entwicklungskosten spart, stabil läuft und CPU-effizient ist. Künstlerisch kann dadurch aber eine gewisse Homogenisierung entstehen — wie ein Studio, das alle Synths immer durch dieselbe Hardware-Kette schickt.
Die beste Lösung ist tatsächlich: interne Effekte aus und eigene externe Effekt- und Saturation-Ketten nutzen. Dadurch bekommt der Sound wieder mehr Eigenleben.😎
@NONAME 👍👍👍
@NONAME Cherry audio Plugins beruhen auf der virtuell-analoge Synthese (oft auch Component Modeling genannt), d. h. die analogen Schaltungen werden emuliert und so der entsprechenden synth-sound generiert.
@rael ‚Component Modeling‘ ist erstmal ein typischer Marketingbegriff von Roland 😂 Klar soll dabei im Kopf entstehen, dass jetzt jeder Transistor und IC komplett exakt simuliert wird. Die Realität ist aber deutlich nüchterner: Teilweise werden bestimmte Schaltungsteile tatsächlich mathematisch modelliert, aber nicht das komplette Gerät 1:1 bis auf Elektronenebene. Vieles besteht auch aus Optimierungen, Vereinfachungen und klassischem DSP. Das heißt: Ganz erfunden ist es nicht aber das Marketing verkauft es oft deutlich anschaulicher und spektakulärer, als es technisch wirklich abläuft.
@NONAME Man muss sich jetzt nicht unbedingt auf das in Klammern stehende „Component Modeling“ versteifen, davor steht ja eh virtuell analog … 😉
Optimierungen bzw. Vereinfachungen sind, auf den source code bezogen, grundsätzlich Gutes und immens wichtig!
Mit klassischem DSP meinst du wohl die Effekte.
@UAP Spannende Sache! Der Lösungsansatz klingt jedenfalls logisch. Man hat ja in der Regel durch die DAW und Drittanbieter genügend Effekte zur Hand. Mein Fav. ist und bleibt ein Delay. Chorus zum Beispiel setzte ich eher selten ein.
Ich weiß noch bei Cherry Audio habe ich gleich den ihr erstes Plugin gekauft es hat 19 € gekostet und Das nächste wieder 19 dann 29 39 49 59 jetzt mal sehen was das nächste kostet…. Und ob es denn so viel besser geworden ist weiß ich jetzt nicht es ist einfach ein anderes Modell könnte schon sein aber ich weiß es nicht es fällt mir nur auf
@NONAME Also, du hast damals die 19 Euro für den allerersten Cherry Audio Synth hingelegt, weil das eben der supergünstige Einführungspreis vom DCO-106 war. Heute kostet der regulär 29 Euro – also keine Panik, alles im grünen Bereich! Wenn man die anderen Synths danebenstellt, ist der Aufpreis zu den großen Geräten locker nachvollziehbar. Und mal ehrlich: 59 Euro für ein neues Plugin? Das ist doch fast geschenkt, vor allem wenn man sich das komplette Paket ansieht. Wer’s immer noch günstiger haben möchte, muss wohl auf Freeware ausweichen. 😉
Ich habe jetzt 11 von CA, aber vor allem, ,weil ich zwei mal ein Paket mit 4 PlugIns gekauft habe, das weniger als die Hälfte der 59€ gekostet hat. Ich werde ziemlich sicher keine mehr kaufen. Emulationen von Analogsynthies gibt es zum Schweine füttern und sooo ein großer Unterschied ist nicht von einem zum anderen.
Deutlich bedenklicher finde ich, dass ich sie eigentlich fast nie verwende. Heute habe ich VocAlign6 Pro gekauft und Melodyne Basic dazu geschenkt bekommen. Ich hoffe, da verhält es sich anders.
@Tai Ich warte immer noch (und wieder) auf einen von Cherry Audio, der eben nicht der Klon eines Vorbilds ist. Der »Dreamsynth DS-1« gehört fest in mein Ensemble. Den »Sines« kann ich leider im Moment kaum nutzen, weil er zu Ressorcenhungrig ist. Und mit dem »Harmonia« habe ich mich noch nicht gut genug angefreundet (ist vermutlich das Problem vieler Käufer).
Vor langer Zeit hatte ich mal einen Crumar DS-2.
Ja, er mag vllt. Brot und Butter sein… aber die Modulationsmöglichkeiten waren denen eines Pro-One sehr ähnlich.
Ich habe ihn sehr gemocht.
Leider war er irgendwann defekt… ich habe ihn zu einem Elektroniker gegeben… der es in 2 Jahre nicht geschafft hat, ihn zu reparieren.
Deshalb für wenig Geld als defekt verkauft.
Wenn auch hier die Preise nicht so angezogen hätten, würde ich ihn mir wieder kaufen.
Und nein, Software ist für mich keine Alternative.
Aber evtl. nimmt sich Behringer dem mal irgendwann an… 😉