Test: Chris Hein Horns Vol. 1.5 und Vol. 2

27. Januar 2009

Chris Hein Horns

Als gefragt wurde, ob einer der AMAZONA-Redakteure Interesse habe, die Chris Hein Horns zu testen, konnte ich mein Glück kaum fassen. Nur einen Abend zuvor hatte ich mich dazu entschlossen, genau diese in den nächsten Tagen „auf gut Glück“ online zu bestellen, da in meiner Sammlung virtueller Instrumente gut klingende Bläser fehlten. Ein paar Tage später brachte der heiß ersehnte UPS-Zusteller dann zwei Päckchen: Chris Hein Horns Volume 1.5 und die erst kürzlich veröffentlichte Volume 2. Die beiden Ausgaben unterscheiden sich in ihrem Einsatzgebiet: Volume 1.5 bedient Solo-Bläser, Volume 2 hingegen ganze Bläsersätze. Da die Chris Hein Horns als Kontakt-Library ausgeliefert werden, liegt der Native Instruments Kontakt Player 2 bei.

Das Interface zeigt sich aufgeräumt und benutzerfreundlich

Das Interface zeigt sich aufgeräumt und benutzerfreundlich

Praxis

Getestet wurden die Chris Hein Horns Volume 1.5 und Volume 2 auf einem Apple iMac mit 2 GHz Intel Core 2 Duo, 2,5 GB DDR2 SDRam unter Mac OS X 10.5.5 mit Logic Pro 8.0.2 als Sequenzer. Für eine erste Klangprobe der Sounds wurde der Kontakt Player 2 als Standalone Applikation gestartet und siehe da: beide Ausgaben der Chris Hein Horns werden brav in der Library-Übersicht aufgeführt. Ein kleines Warn-Dreieck will dem Anwender mitteilen, dass die Libraries innerhalb der nächsten 30 Tage registriert werden müssen. Dies geschieht über das Native Instruments Service Center, nachdem ein Benutzerkonto bei diesem angelegt wurde. Um auch die Instrumente aus Volume 2 laden zu können, muss unbedingt der Kontakt Player 2 in der mitgelieferten Version installiert werden: diesen hatte ich, nachdem bereits der Kontakt Player 2 der Chris Hein Horns Volume 1.5 DVD installiert wurde, nicht installiert, was zu einer Fehlermeldung beim Laden der Samples führt. Neben den wählbaren Instrumenten offenbart das Interface viele Einstellmöglichkeiten: fast jede Nuance der Spielweise kann verändert werden, die Tastenbelegung kann individuell angepasst werden, und es stehen etliche Effekte wie Reverb oder Flanger zur Verfügung. Besonders hilfreich ist die Möglichkeit, die Key Switches für die verschiedenen Artikulationstechniken den eigenen Bedürfnissen anzupassen, denn diese wirken anfänglich im Werkspreset ein wenig unübersichtlich. Im voreingestellten Keyboard Layout ist der Bereich C0-A#1 für Artikulationen, B1-C6 für den Spielbereich festgelegt. Während des Tests hatte ich die englischsprachige und kurz gehaltene Bedienungsanleitung wegen der Tastenbelegungen permanent auf dem Schreibtisch liegen.

Volume 1.5: Solo Horns

Etwas Verwirrung stiftet die Versionsbezeichnung, so kursieren die Begriffe „Volume 1“, „Volume 1.5“ und „Volume 1 v1.5“. Richtig ist: es handelt sich um Volume 1 in einer überarbeiteten Ausgabe, nämlich Version 1.5, die im August 2008, dreieinhalb Jahre nach der Erstveröffentlichung, erschienen ist. Das Interface soll dabei komplett überarbeitet und Samples teilweise neu aufgenommen worden sein. Im Lieferumfang enthalten sind Alt- und Tenor-Saxophon, Posaune, sowie Trompete und ein Satz aus vier Trompeten. Hinzu kommen noch Saxophon-Riffs, die geladen und dann über die Tasten des MIDI-Keyboards abgerufen werden können. Jedes Instrument verfügt über knapp 4.000 Samples, bis zu 38 Artikulationen sowie 16 Velocity-Abstufungen. In der Summe macht das fast 18.000 Samples und 2,8 Gigabyte. Klanglich sind die Hörner auf Anhieb sehr überzeugend, die integrierten Effekte (Reverb, Delay, Chorus, Phaser und Flanger) gefallen mir dafür beim Durchzappen der Presets weniger. Hier bevorzuge ich externe PlugIns im Sequenzer-Betrieb, für den Standalone-Betrieb des Kontakt Players bzw. dem Live-Einsatz der Chris Hein Horns sind die integrierten Effekte natürlich sehr praktisch. Absoluter Pluspunkt sind für mich schon jetzt die sehr gelungenen vielfältigen Artikulationsmöglichkeiten, die zur Verfügung stehen. Genau genommen sind es nämlich diese, die ein Instrument erst lebendig klingen lassen und das ist bei den Chris Hein Horns außerordentlich gut gelungen. Auf Grund der vielen Samples pro Instrument dauert das Laden natürlich ein wenig. Wer mehrere Instrumente gleichzeitig laden will, wird sehr schnell an die Grenzen des Rechners stoßen. Bei vier Instrumenten meldet Kontakt einen Speicherbedarf von 1,06 GB Ram an, und das macht sich mehr als bemerkbar. Ob man dies nun als Stärke oder Schwäche deutet, sei jedem selbst überlassen, denn der große Speicherbedarf ist in diesem Falle ein eindeutiges Indiz für die vielen hochwertigen Samples, die verwendet werden.

Auf insgesamt 11 Seiten lassen sich Einstellungen vornehmen

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Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ohne die Qualität der Sample Modeling – Instrumente zu kennen: so wie ich das sehe, erhält man dort zum Preis von 149 Euro eine Trompete, und für weitere 149 Euro ein Saxophon. Da sind die CHH schon alleine aus diesem Grund wesentlich attraktiver. Zur Qualität Deiner Alternativen kann ich nichts sagen, aber auch ein Vergleich mit diesen würde die Qualität und das Preis-Leistungsverhältnis der CHH nicht mindern. Wie so oft: Geschmackssache! LG, Dominik

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