Test: Clavia Nord Lead A1 & A1R, VA-Synthesizer

9. Mai 2014

Güteklasse A1, der neue Nord Lead

Nun ist der da, der neue „kleine“ Clavia Nord Lead A1. Man hat ihm eine Autobahnnummer verpasst, vielleicht weil er schnell eigene Sounds ermöglicht. Ob er sich dieses Prädikat auch wirklich verdient hat und wie der jüngste Rote aus Schweden klingt, lesen und hören Sie hier.

Rundblick

Bei Clavia ist die Frage nach der Gehäusefarbe keine, denn die ist beim A1 das von vielen Bühnen und Studios bekannt auffällige Rot. Auch die Art und Anordnung der Bedienelemente ist vertraut: Stark linkslastig ist das farblich vom Rest abgesetzte graue Panel, und dort befinden sich in ordentlicher Anzahl Drehregler und Drucktaster. Stets aufgeteilt in Sektionen wie Oscillators, Filter, Arpeggiator. Display für Soundnamen und Parametermenüs gibt’s keins, nur LEDs mit Nummern für Presets, Waveforms und deren Shaping. Dazu welche für simple On/Off-Darstellung und Reihenschaltungen, etwa bei der Wahl des Filtertyps. Rechts daneben ist die freie Fläche bedruckt mit der Aufschlüsselung wichtiger Kürzel, die von den LEDs lediglich alpha-numerisch angezeigt werden. Alles das wirkt schon auf den allerersten Blick nicht nur ziemlich reduziert auf das Wesentliche, sondern auch angenehm übersichtlich.

A1 Panel schräg

Die anschlagsdynamische 49er Tastatur (von Fatar) und ist auf Anhieb annehmbar zu bespielen und leistet eine richtig gute Ansprache. Der Tastenhub am vorderen Ende beträgt etwa 1 cm. Leider gibt es keinen Aftertouch! Den habe ich während der Testphase dann auch richtig vermisst, mehr dazu weiter unten. Per Octave Shift Taster kann der Tonumfang um jeweils bis zu zwei Oktaven nach oben und unten erweitert werden, die gerade gewählte Position lässt sich mit LEDs kontrollieren. Die Klangerzeugung gestattet übrigens einen Keyboard-Split, wählbar per Tastendruck.

Der hauseigenen Tradition ist man auch bei den Controllern treu geblieben: Der Pitch Bend Stick ist aus Holz, das Modulationsrad aus griffigem Kunststoff gefertigt.

Die Rückseite beherbergt die Anschlüsse für Verstärker, Pedale, Computer und Stromnetz. Dazu in großen Lettern die Modellbezeichnung, damit das Publikum weiß, was es da gerade hört und sieht.

A1 schicker Look

Alles das ist zu haben bei einem Eigengewicht von knapp unter 5 kg und 80 mal 26 Zentimeter Kantenlänge. Auch wenn der Clavia Nord Lead A1 auf diese Weise geradezu zierlich wirkt, in der Praxis macht er einen robusten Eindruck, denn das Gehäuse ist komplett aus Metall, die Regler und Taster sind die gleichen wie beim Electro und Stage und damit bühnenerprobt. Auch die Verarbeitung ist tadellos, keine Spaltmaße, nichts ist irgendwie wackelig, die Regler sitzen stramm. Wie die anderen Nord Instrumente wird auch der Clavia Nord Lead A1 im Stockholmer Werk handgefertigt. Damit ein erstes Zwischenfazit: kompakt, solide und gute Übersicht.

Wer es übrigens noch raumsparender braucht: Es gibt ihn auch als Rack Namens Clavia Nord Tack A1r. Das ist, abgesehen von Wheel, Pitch Bender und Keyboard, technisch völlig identisch.

Rackversion Nord Lead A1R

Werfen wir nun einen detaillierten Blick auf die Klangerzeugung. Bei der Synthesizer-Engine handelt sich um ein Analog-Modeling mit 96 kHz und 32 Bit Fließkomma Datenverarbeitung, das verspricht sauberen Klang mit Power im Bass und Klarheit im Diskant sowie feiner Auflösung in der Dynamik. Das lässt sich beim ersten Anspielen umgehend überprüfen: Tatsächlich, der A1 rückt mit einer ziemlichen Wucht an, die gleichzeitig eine gewisse Geschmeidigkeit an den Tag legt. Und das bei 26-stimmiger Polyphonie, die sich maximal auf vier Parts multitimbral verteilen lässt (vier Audio Outputs).

Zusammen mit den Key Split Optionen macht das den A1 schön flexibel für Bühnenbedarf und Studiorecording gleichermaßen. Clavia ist eine Art Platzhirsch im Sektor virtueller Analog-Synthese und bildet das Prinzip der Schaltkreise eigenen Angaben zufolge besonders sorgfältig nach, um den bekannten Legenden klanglich sehr nahe zu kommen und auch deren klangliche Vielfalt zu ermöglichen. Was sich anhand der Werkspresets ebenfalls unmittelbar anchecken lässt. Geht man die von A-Z mal durch, dann zeigt sich schon nach den ersten paar Presets sowohl klangliche Bandbreite von Vintage Keys bis Future is Now als auch Freude für kleinste Details. Und das wird auch bis zum Ende durchgehalten, denn so genannte Filler konnte ich keine vorfinden. Vorgefertigte Sounds gibt es als Presets und Performances, mehr dazu weiter unten.

Oszillatoren

Klangliche Zentrale bilden zwei Oszillatoren, die klassische analoge Schwingungsformen plus einen Schwung digitaler bieten. Insgesamt zählen wir nicht weniger als 47 Schwingungsformen. Neben alten Bekannten aus der Analogwelt wie Sägezahn, Dreieck und Rechteck befinden sich unter den digitalen welche mit harmonischer und nicht-harmonischer Obertonstruktur.

Oscillator Sektion

Acht Oscillator Konfigurationen als Short Cuts vereinfachen die Anwahl. Die Übersicht dabei vermittelt die Oscillator Sektion auf dem Bedienfeld mit LEDs, die über den entsprechenden Drehreglern angebracht sind. Die Modulationsquellen LFO befinden sich als Drehregler gleich daneben und mittels der Konfigurationen für fertige Setttings Pitch, Detune, Shape usw. per Selektorregler ebenso. Da braucht es keine langen Bedienoperationen für die Definition der erforderlichen Routings – alles griffbereit vorhanden. Das macht es dem Einsteiger genauso leicht wie dem zeiteiligen Studioprofi, mal eben Feinheiten zu justieren oder gleich grundlegend in den Sound einzugreifen. Steuerbar sind Tonhöhe (Pitch), Grad der Verstimmung (Detune), Darstellung der Schwingungsform (Shape).

Mit Oscillator 2 hat man es sich einfach gemacht: Der Detune-Regler erledigt den Verstimmungsgrad zwischen ihm und Oscillator 1. Grobe Übersicht bekommt man anhand der Reglerposition (1-10), exakte Angaben werden ersichtlich anhand der 3-stelligen Preset-LED, die damit einen wichtigen Nebenjob erfüllt. Die Oscillators Sektion hat also einen Regler weniger als vielleicht von anderswo gewohnt, wo Grob- und Feinstimmung separat eingestellt werden.

Man kann die beiden Oszillatoren synchronisieren und mittels Frequenz- und Amplitudenmodulation klanglich beeinflussen. Beim Hard Sync wird ein Oscillator als Referenz zugeschaltet. Für die Frequenzmodulation erzeugt Oscillator 2 eine Sinusschwingung mit hoher Frequenz, diese moduliert dann Oscillator 1. Dabei hat man die Wahl, den Oscillator 2 auf einer Tonhöhe irgendwo innerhalb des Bereichs von -12 bis +48 Halbtönen zu fixieren. Auch die Amplitudenmodulation wird mittels eines zweiten Oszillators realisiert. Ein Sub-Oscillator kann dazugemischt werden. Und dessen Waveform-Shaping sowie Oktave können gewählt werden.

Alles das wird mit dem Configuration Drehregler bewirtschaftet. Für gezieltes Handling muss man sich hier erstmal durchwurschteln, denn die einzelnen Settings sind hintereinander aufgereiht und da sollte man sich schon merken, wo was in der Kette angeordnet ist. Am besten gleich parallel mit der Oscillator Kontrolle, die das jeweilige Mischungsverhältnis regelt. Weiterhin gibt es noch die Option, den Sound um ein Noise-Element zu ergänzen.

Die Möglichkeiten alleine hier sind schon vielfältig und bereits die Erkundung der Oszillatoren-Features reicht für die Tagesgestaltung vieler verregneter Wochenenden. Und um den Sound zusätzlich anzufetten, wird in der Voice Mode Sektion auf Unisono geschaltet. Dafür gibt es drei Typen, die sich in der Intensität unterscheiden.

Realtime Control: Die Tonhöhe kann mit dem Pitch Stick um bis zu +/-4 Oktaven gebendet werden, der Bereich ist für jedes Preset individuell programmierbar.

Filter

Hier haben wir es mit einem Lowpass mit 12 und 24 dB Flankensteilheit zu tun sowie einem High Pass und Band Pass. Dazu gesellen sich die Varianten Transistor für TB-303 und Diode „Ladder“-Filter für Minimoog Simulation. Auch hier gibt es auf dem Bedienpanel eine extra Sektion.

Filter Sektion

Der gewünschte Filtertyp wird mit einem Drucktaster angewählt, der mehrfach belegt ist und die Typen bei jedem erneuten Druck in Reihe durchschaltet. Welcher Typ dann aktiviert ist, kann mit den darüber liegenden LEDs abgelesen werden. Derselbe Taster erledigt bei gleichzeitigem Gedrückthalten der Shift Taste auch den Grad des gewünschten Keyboard Trackings, diesmal wird die Einstellung mit den darunter liegenden LEDs angezeigt. Diese Shift/Exit Taste wird beim A1 für verschiedene Aufgaben herangezogen und befindet sich daher in universell-zentraler Position rechts oberhalb des Pitch Benders.

Die Regler für Filterfrequenz (oft auch als Cutoff bezeichnet) sowie Resonance befinden sich unten in dieser Sektion, wobei der Frequenzregler rot umrandet ist. Nicht schlecht die Idee, es gibt durchaus mal ungünstige Lichtverhältnisse und das hilft dem zielsicheren Zugriff. Mit Drive kann eine interne Filterverzerrung abgerufen werden und zwar stufenlos per Drehregler. Besonders bemerkbar macht sich das ab höherer Resonance Werte, salopp gesagt wird der A1 damit etwas bissiger. Dreht man Resonance mal auf maximale Position und damit weit in den hörbaren Bereich und anschließend die Filterfrequenz langsam runter, dann sind hörbare Abstufungen festzustellen. Ganz stufenlos ist der Verlauf dann also nicht.

Überhaupt klingt es ein ganz klein wenig nach gebremstem Schaum, ultra-krasse Filterzaps und extrem derbe Verläufe konnte ich keine realisieren. Vielleicht ist das eine Art Kindersicherung, um jegliche unerwünschte oder gar gefürchtete Filterresonanzen Typ Polivoks zu verhindern. Das tut der Abteilung Filter jedoch keinen Abbruch: Auf frech, böse und gegen den Strich gebürstet kann der A1 durchaus gebracht werden. Insgesamt also ein kraftvolles und leistungsstarkes Filterpaket, mit dem sich hantieren lässt.

Wie in der Oscillator Sektion sind die Modulationsquellen LFO Amount und ModEnv Amount gleich mit untergebracht. Deren Drehregler sind genau wie die anderen mit Status LEDs ausgerüstet, die Aktivierung wird also angezeigt. Dient der Übersicht!

Amp Envelope

Direkt neben der Filter Sektion ist der Amp Envelope angesiedelt.

Amp Envelope

Überraschenderweise handelt es sich nur um drei statt wie oft gesehen vier Regler: Attack, Decay, Release. Jedoch ist die Maximalposition von Decay mit Sustain beschriftet. Puh, noch mal Glück gehabt! Ist aber dennoch nur die halbe Freude, denn direkt separates Level justieren für Sustain fällt damit flach. Schnelle Ansprache hat der A1, denn werden rein testhalber alle Pegel auf 0 gestellt, knackt es ganz hübsch. Und mit der Modulation Envelope Sektion wird das kräftige Zupacken der Hüllkurven ebenfalls ermöglicht.

Auch hier haben wir es wieder mit der verknappten Anzahl zu tun, ein separater Sustain Parameter fehlt nämlich und ist nur als maximale Decay Position erreichbar. Wie beim Amp Envelope steht eine eigene Velocity Kontrolle bereit, die per gedrückte Shift Taste plus Reglerbewegung aktiviert wird. Ein etwas eigenartiges Verfahren, an das man sich beim A1 zu gewöhnen hat, denn es sind beide Hände dafür nötig. Außer man ist geschickt und drückt mit dem kleinen Finger der linken Hand die Shift Taste und bewegt gleichzeitig mit Zeigefinger und Daumen die Drehregler.

Modulation

Es gibt einen LFO mit fünf verschiedenen Schwingungsformen, ein Mod Envelope sowie einen extra LFO, der als zusätzlicher Mod Envelope eingesetzt werden kann. Die Geschwindigkeit (Rate) des LFOs kann auch mittels Master Clock synchronisiert werden. Wie beim A1 systemtypisch öfter anzutreffen, lassen sich die LFO Schwingungsformen der Reihe nach durchsteppen.

Panel links

Es gibt Dreieck, Sägezahn in zwei Ausrichtungen, Rechteck sowie Sample & Hold. Das Tempospektrum reicht von gemütlichen 0,03 bis recht flotten 523 Hz, was dann bereits weit im hörbaren Bereich liegt. Gute Sache für extra Soundpotential! Die Ausstattung insgesamt ist nicht unbedingt üppig, passt aber durchaus zum Gesamtkonzept. Zudem gibt es Morph, und damit geht so einiges.

Morph

Will man Modulationen nicht automatisch, sondern in Realtime nach Belieben steuern, dann gibt es die Morph Funktion. Eine kleine extra Sektion wurde dafür eingerichtet, sie befindet sich direkt neben dem Master Level Regler. Eine oder mehrere Modulationen können ohne großen Aufhebens Velocity und/oder Modulation Wheel zugeordnet werden. 25 Parameter stehen dafür bereit, und die können auch jeweils unterschiedliche Intensitäten beisteuern. Die Sache ist einfach zu bedienen und gleichzeitig ganz schön effektiv. Viele Presets sind werksseitig bereits damit ausgerüstet, so dass man sich auf Anhieb einen Eindruck davon verschaffen kann. Sie erkennen aktivierte Modulationsquellen an grün leuchtenden LEDs.

Wenn man das Wheel für diese One-Move-Bedienung mehrerer simultaner Modulationen verbraten hat und nicht so recht weiß, wie jetzt noch ein verzögerter Vibrato-Effekt bereitgestellt werden kann, dann bietet der A1 ein Delay dafür an. Es lässt sich immerhin in zwei Stufen verzögern, obwohl beide das Vibrato für meinen Geschmack ein wenig früh einschwingen lassen. Gerade hier fehlt mir Aftertouch, damit funktioniert so was einfach individueller.

Effects

Nun zum internen Multieffektgerät. Diese Sektion ist recht umfangreich geraten und bietet mit drei separat regelbaren Unterabteilungen eine Menge Möglichkeiten für Polishing. Der Sound kann hier nämlich mit einigen Effekten weiter bearbeitet werden. Dazu stehen bereit: Delay, Reverb, Ensemble, Chorus, Phaser, Flanger, Ring Modulator und Drive (Overdrive).

Effects Sektion

Effekte in einem VA Synth? Ja, auch die Sounds analoger Vorbilder profitieren seit Jahrzehnten von zusätzlichen Effekten und gerade die im A1 eingebauten sind besonders typisch dafür. Noch besser: Jeder der vier Slots kann mit unterschiedlichen Effekten und deren Einstellungen bestückt werden. Der Look und die Bedienung der Effect Sektion folgt der Konvention aller anderen und bietet eine optische Aufteilung in die genannten Untergruppen. Auch hier finden wir Drehregler, Drucktaster und Kontroll-LEDs. Mit dem jeweiligen On/Off Button erfolgt die Aktivierung der jeweiligen Effektgruppe, wobei auch alle drei gleichzeitig eingeschaltet werden können.

Bei den Modulationseffekten erfolgt die Auswahl wie bei den Oszillatoren per Reihenschaltung. Man steppt sich also durch. Nicht nur dass die Qualität der einzelnen Modulationen durchweg das Prädikat „Gut“ verdient, sie sind allesamt auch treffsicher auf den Punkt gebracht für die Anwendung von Synthesizersounds. Besonders hervorzuheben ist dabei der Ensemble Effekt, der sehr an den in Vintage String Ensembles erinnert. Beim A1 mit entsprechenden Ergebnissen in Form niedlich wabernder Flächensounds.

Da es nur einen Drehregler gibt, hat sich Clavia für eine Kombination aus Geschwindigkeit inklusive Intensität entschieden. Getrennt regeln ist also nicht, was nicht gar zu schlimm ist, schließlich hat man die Balance werksseitig ganz gut hingekriegt.

In der gleichen Sektion wurden Ring Modulator und Drive untergebracht. Gute Idee, die verwendet man auch sonst nicht unbedingt zusammen mit Chorus und dergleichen. Der maximale Rotzfaktor von Drive ist eher zahm. Schade, denn im letzten Viertel Reglerweg wäre noch Spielraum für richtig Heavy Distortion. Was trotzdem ok ist, immerhin geht krass Überdrehtes per Multimodulation via Morph.

Delay bietet klassische Echo-Effekte bis zu 1,5 Sekunden Länge, in der Gegenrichtung lässt sich das bis auf 20 ms einstellen, was metallische Effekte zur Folge hat. Das Tempo können Sie auch mit einem Tap Taster eingeben. Eingeschränkt ist die Feedbackzeit, denn hier stehen nur vier fixe Positionen zur Verfügung. Allerdings kann man das gesamte Mischungsverhältnis Wet/Dry mittels Drehregler justieren, was diese Einschränkung etwas relativiert.

Die Reverb Abteilung bringt es auf fünf verschiedene Typen, die Anwahl erfolgt in typischer Reihenschaltung per Taster. Auch hier hat man sich mit einem Wet/Dry Regler auf das Wesentliche beschränkt. Geht in Ordnung, denn die Halleffekte Room, Stage 1 und 2 sowie Hall 1 und 2 sind sorgsam ausgetüftelt und „klingen“ richtig gut.

Übrigens kann man sie wie Modulationsquellen mittels Morph dem Wheel und der Anschlagsdynamik zuordnen, das eröffnet interessante Klanggestaltungen in Realtime. Der Effect Output Level Regler kann per Shift Taste auch für das Panorama-Setting im Stereobild fungieren. Fazit bei den Effekten: Konzept und Qualität einwandfrei, die genannten Limits gehen zugunsten des schlanken Handlings in Ordnung.

Arpeggiator

Gleich neben der Morph Sektion ist der Arpeggiator untergebracht. Auf den ersten Blick wirkt der Aufbau schlicht, denn allzu viele Muster sind hier nicht gerade vorhanden. Es handelt sich lediglich um die typischen Vertreter Up/Down und Random, die man auf Knopfdruck auswählt. Andererseits ist die Sache dementsprechend übersichtlich und beherbergt gerade mal zwei Drucktaster und einen Drehregler.

Kontrollierbar sind Geschwindigkeit (Rate) und Oktavbereich (Range), innerhalb dessen sich die Arpeggios bewegen. Bis zu 4 Oktaven reicht das Spektrum. Allerdings können bei vier Slots auch vier Arpeggios losrattern, und da sie wie LFO und Delay zentral synchronisiert werden können, kommt dann doch eine ziemliche Show zustande. Mehr über die zugehörige Master Clock weiter unten.

Links oben untergebracht: Arpeggiator

Links oben untergebracht: Arpeggiator

Mutator und Randomizer

Vom größeren Bruder Nord Lead 4 hat Clavia eine Funktion namens Mutator übernommen. Und das geht so: Innerhalb einer prozentualen Rate können damit ein oder mehrere Elemente eines Sounds für Variationen übernommen werden. Ein weiterer Randomize Button erlaubt noch krasser modifizierte Klangvarianten, da hier sämtliche Parameter kräftig durchgeschüttelt werden. Und die Ergebnisse? Von gar nicht schlecht bis reden wir nicht drüber.

Schließlich kommen wir zum Like Button. Diese Funktion ist dafür gedacht, sich bei der Erstellung neuer Sounds eine Art Vorselektion besonders gelungener zu markieren. Bis zu 50 Varianten können so gesammelt und miteinander verglichen werden. Anhand einer solchen Favoritenliste picken Sie sich dann die Endauswahl heraus, um am Ende den ultimativen Supersound abzuspeichern. Es können übrigens auch mehrere sein. Das ist eine ganz gute Idee und hilft unnötigen Soundmüll zu vermeiden.

Soundorganisation

Man kann den A1 auch als vier unabhängige Synthesizer ansehen, deren Sounds in so genannten Slots verwaltet werden. Dafür gibt es zwei Ebenen: Programs und Performances. Die Sounds werden zunächst als Programs gesichert, wofür es vier Bänke A-D mit je 50 Speicherplätzen gibt. Man kann zwei Programs auch miteinander mischen (Layer). Für komplexe Layer und Splits gibt es den Performance Mode, der hat ebenfalls 4 mal 50 Speicherplätze.

Mit Hilfe der Split Funktion wird die Tastatur aufgeteilt in die beiden Bereiche Upper und Lower. Und für beide stehen dann je zwei Slots bereit. Eine flexible Hold Funktion gestattet es, die Sounds nach Anschlagen der Tasten dauerhaft abzuspielen (Latch), so als ob man sie gedrückt halten würde. Und kann gleichzeitig in der Upper Zone dazuspielen. Selbst Layers mit bis zu vier Sounds sind möglich, wobei man spätestens ab da die maximale Polyphonie im Auge bzw. Ohr haben sollte.

Schlüssig wird das Prinzip „4 Synths“ auch durch die Option, jeden Slot mit einem eigenen MIDI-Kanal anzusprechen, was den A1 also 4-fach multitimbral macht. Und dafür stehen auch vier Signalausgänge bereit, mehr dazu weiter unten. Zur Vereinfachung bei Klangkonstruktionen dieser vier Slots gibt es den Multi Focus Mode. Damit können nämlich alle vier Slots simultan kontrolliert werden. Die Einstellung dieses Modus kann als Teil einer Performance abgespeichert werden. Das ist ideal für jeden späteren Abruf, die Bedienung funktioniert dabei immer in Realtime.

Master Clock

Master Clock Sync für Arpeggiator, LFO und Delay. Obwohl bereits weiter oben beschrieben, hier noch mal explizit: Der A1 bietet eine Master Clock, praktischerweise mitten in der Arpeggio Sektion platziert. Somit lassen sich alle Rappelelemente der Abteilungen LFO Modulation, Delay Effekte und Arpeggios zentral im Tempo steuern und vor allem miteinander synchronisieren. Zudem kann das wahlweise intern oder extern (via MIDI-Clock) passieren. Und der Tap Button in der Delay Sektion erlaubt es, das Tempo stattdessen mal eben selber oder auch vom Drummer zu diktieren.

Sounds

Mit seiner Vielseitigkeit liefert der A1 Klangstoff traditionell bekannter analoger Synthesizer der Abteilung Vintage Keys und gleichzeitig ganz neuartiges Zeug, was speziell seiner Ausstattung in der Oscillator Sektion zu verdanken ist. Bässe in bekannter Moog oder Roland Manier sind überhaupt kein Problem, das meistert er auf Anhieb. Das gilt auch für entsprechende Lead Sounds, die seit Jahren in Studioproduktionen und auf der Bühne quasi ein Zuhause gefunden haben, auch wenn man dem A1 seine digitale Herkunft hier und dort anhört. Die Morph Funktion tut ein Übriges, um in Realtime für Bewegung und Lebendigkeit zu sorgen. Der Typ Keyboard Hero findet an solchen Sachen viel Gefallen.

Genauso klappt das mit sahnigen Flächen der Kategorie Oberheim bis hin zu PPG-artigen Sachen. Doch spätestens hier merkt man, dass der A1 auch ganz neue Horizonte öffnet: All die extra Schwingungsformen, die leicht nutzbare Morph Funktion und die clever ausgesuchten Effekte erlauben ganz eigene Lackschichten auf klassischen Sounds und genauso völlig neuartige und moderne. Dazu Bells, Orgeln, Kratzbürstiges, Gehauchtes in allen Schattierungen. Stilistisch also ganz breit aufgestellt. In der Testphase war ich mehr als einmal überrascht, was sich mir bei den Werkspresets offenbarte. Hören Sie in der Playlist am Ende dieses Tests einen Schwung Beispiele dafür. Ich hätte noch zahllose weitere posten können, doch will ich Ihnen den Spaß nicht nehmen, das selber mal herauszufinden. Auch der Arpeggiator sowie die Key Splits und Layers tragen viel dazu bei. Kurz und gut: Klanglich ist der A1 ganz vorne.

Rückwärtige Anschlüsse

Zunächst sehen wir hier vier Klinkenbuchsen als Outputs für die vier Slots. Weiters gibt es einen Kopfhöreranschluss, der jedoch nur die Signale von Audio Out 1 und 2 wiedergibt. Ein echtes Defizit!

Der USB-Anschluss erlaubt die Verbindung zum Computer. Damit wird die Kommunikation mit der Sound Manager Software ermöglicht, ebenso lässt sich im Falle so das OS updaten. Über USB können auch MIDI-Signale gesendet und empfangen werden.

Zusätzlich gibt es die MIDI In und Out Buchsen für den Anschluss anderer MIDI Instrumente und Geräte. Für Sustain- und Expression-Pedal gibt es je eine Klinkenbuchse.

Aus Spielerperspektive rechts positioniert sind dann noch die Buchse für das mitgelieferte Netzkabel sowie der Power On/Off Schalter.

Bedienung des Nord Lead A1

Die gestaltet sich insgesamt gesehen ziemlich einfach, das gilt insbesondere für mit Synthesizern vertraute Musiker. Auch ohne jemals ins Manual geschaut zu haben, erschließen sich nahezu alle Funktionen auf Anhieb alleine durch das Layout des Panels und beim simplen Rumschrauben. Lediglich kleine Besonderheiten wie Doppelbelegung von Tastern, die per Shift Button aktiviert werden, muss man sich anlesen. Auch komplexere Organisationen wie der Performance Mode und die neuen Ideen, die Clavia beim A1 umgesetzt hat, sollte man gründlich studieren. Betroffen davon sind etwa Like Button und besonders die Morph Funktion.

Bedienfeld und Manual

Bedienfeld und Manual

Obwohl es auf dem Bedienpanel ein bisschen eng zugeht und es haptisch gelegentlich etwas fummelig ist, dominiert alles in allem das Spielvergnügen und schnelle Soundkorrekturen oder völlig neue sind praktisch ein Kinderspiel. Das Soundpotential ist trotz dieser Einfachheit gehörig vielseitig. Schon die Werkspresets belegen das und allein beim Durchprobieren kam es immer wieder zu unerwarteten Überraschungseffekten. Auch kann man anhand der fertigen Performances und Programs genau nachsehen, was denn so alles geht, denn die Sounds sind mit einer Menge Sachverstand gemacht.

Einzig globale Aktionen wie MIDI-Settings und System-Konfigurationen gehen wegen der in diesen Fällen spartanischen LED-Anzeige nicht so flott von der Hand. Die Bedienungsanleitung (englisch) sorgt mit dem Kapitel „Getting Started“ für Basiswissen in Minuten und dokumentiert im Weiteren den A1 komplett und ist dabei angenehm straff formuliert. Was jeden Einsteiger freuen dürfte.

Die Rackversion in der Seitenansicht

Software

Clavia liefert einen Soundmanager für OS X und Windows mit. Damit können Sounddaten als Backup gesichert und eigene Presets Zusammenstellungen organisiert werden. Das Handling der Software ist komfortabel, man kann auch in Kategorien unterteilen und sowohl einzelne Programs und Performances als auch komplette Bänke senden und sichern.

Extra Sounds

Clavia liefert via Download-Page weitere neue Soundbänke. Zum Testzeitpunkt (Mai 2014) sind bereits einige erhältlich, sie können mit dem Soundmanager verwaltet und zum A1 gesendet werden.

Vergleich zu Nord Lead 4 und Nord Lead 2X

Der A1 steht auch im Wettbewerb zu den Clavia Modellen Nord Lead 4 und dem Nord Lead 2X. Während der Nord Lead 4 letztes Jahr präsentiert wurde und für Euro 1.849,– Straßenpreis zu haben ist, gibt es den Klassiker 2X mittlerweile für nur Euro 999,–. Was sind die Unterschiede?

  • Polyphonie. Während Lead 4 und 2X nur 20-stimmig sind, bietet der neue A1 jetzt 26 Stimmen. Das ist ein dickes Plus.
  • Oszillatoren. Der A1 eröffnet mit seinen Extended Analog, Pulse und Digital Waveforms ganz neue Welten. Dazu kommt die komfortable Bedienbarkeit der Oszillator Konfigurationen. Überlegen ist er auch bei FM und AM, jedoch bietet der Lead 4 Soft Sync und drei FM Modes. Klarer Sound- und Handlingvorteil gegenüber Lead 2X, allerdings auch extra Bonuspunkt für Lead 4.
  • Filter. Mit der umfangreichsten Ausstattung liegt der Lead 4 klar vorne, Schlusslicht ist der 2X.
  • Modulation. Da schneidet der A1 am schwächsten ab, der Lead 4 ist mit den LFO und Envelope Features deutlich überlegen.
  • Effekte. Das ist arg unterschiedlich geraten, denn der 2X hat gar keine an Board und Lead 4 ist gegenüber A1 völlig anders ausgerüstet. Falls Sie eine Kaufentscheidung zu treffen haben: Schauen und hören Sie am besten selbst.
  • Datenübertragung. Seit Lead 4 werden auch über USB MIDI-Daten übertragen, der 2X kann das nicht.
  • Sound Manager. Die Software unterstützt die Modelle Lead 4 und A1, den 2X nicht. Die Software ist eine große Hilfe bei Umsortierungen und Archivierung, daher klares Minus für den 2X.
  • Punktsieger? Der A1 schneidet im Vergleich verdammt gut ab, selbst der Lead 4 muss sich da warm anziehen. Andererseits sind seine Filter Sektion und Envelopes Spitze. Schlusslicht ist definitiv der 2X, der jedoch preislich einen idealen Einstieg in Clavias VA-Welt darstellt.

Hier nochmals als Charts zum Anklicken:

Andere Mitbewerber

Im Segment „Polysynth rund um Euro 1.500“ tummeln sich weitere Alternativen, mit denen sich der A1 zu messen hat. Ohne weiter ins Detail zu gehen sind da Roland Jupiter-50, Dave Smith Instruments Prophet 08 PE und Korg King Korg.

Fazit

Klein und fein! Der Clavia Nord Lead A1 überzeugt auf der ganzen Linie, und besonders beim Sound. Das merkt man schon beim allerersten Anspielen, denn die Presets auf den ersten Plätzen sind ziemlich clever gewählt und demonstrieren eindrucksvoll, was man vom neuen Nord Lead zu erwarten hat. Das enorme Klangspektrum ist über jeden Zweifel erhaben, was man beim aufgerufenen Preis aber auch erwarten darf. Das gilt auch fürs Handling, denn es bleibt trotz der vielen Features stets einfach und übersichtlich. Überhaupt gibt es kaum Hürden bei der Bedienung, im Gegenteil: Alles ist so gestaltet, dass man zum sofortigen selber Hand anlegen ermuntert wird. Die im Text aufgeführten Kritikpunkte und Limits bei einzelnen Parametern sind marginal angesichts der vielen guten Eigenschaften. Und wenn, dann ist das dem strikten Gesamtkonzept geschuldet. Mit einer Ausnahme: Kein Aftertouch. Ein echtes Manko angesichts der guten Modulationsfeatures. Ansonsten ist das Keyboard super und schnell bespielbar, genau richtig für einen Lead Synth. Wer also einen toll gemachten VA Synthesizer für einen akzeptablen Preis haben will, kommt am A1 definitiv nicht vorbei.

Plus

  • klasse Sounds
  • einfaches Handling
  • gute Verarbeitung

Minus

  • Tastatur: kein Aftertouch
  • Soundrouting für Kopfhörer nur für Out 1 und 2

Preis

  • Clavia Nord Lead A1 - Straßenpreis: 1.460,- Euro
  • Clavia Nord Lead A1R - Straßenpreis: 1.259,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    bobs world  

    Ein Synth mit tollem Klang – keine Frage.

    Leider wird hier eine Unart vieler Hersteller fortgeführt indem keine Control VST Plugins mehr angeboten werden.
    Stattdessen wird „nur“ eine SW für Win/Mac angeboten. Andere Hersteller bieten nur fürs iPad an, was ebenfalls nicht besser ist und einen VST Plugin für total recall in einer DAW nicht ersetzt.
    Langsam kommen MIDI Dumps wieder schwer in Mode – back to the 80s. In 2014 kann man sich sowas eigentlich sparen.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Bob,

      es gibt Alternativen für dein Problem, kostet sogar nichts. http://www.ctrlr.org . ein Open Source Project zur Steuerung beliebiger Midi Hardware. Für Nordleads gibt es dort sogar schon fertige Templates aka Panels. Falls es für das A1 kein Panel gibt, ist es bei gut dokumentierten Midi Referenz kein Megathema hier ein Panel zu erstellen. Auf Wunsch hast du das ganze dann auch als VST in deiner DAW. Nicht nur die Nord Lead User haben mit dieser Thematik ein Problem, die Software Unterstützung älterer Racksynths ist auch nicht mehr gegeben und wenn man nicht an der Menüführung verzweifeln oder einen Hardware Programmer hat, ist das eine Alternative, wenn man kein Logic-User. Ich habe bewusst mit einem einfachen Racksynth wie der M3r begonnen, da Korg seine Parameter gut und fehlerfrei dokumentiert hat und der Schwierigkeitsgrad somit nicht so hoch ist. Was bei Roland und Yamaha etwas anders aussieht. Hier ist der Schwierigkeitsgrad etwas höher. Logic User können sich immer noch eine Enviroment programmieren, das ganze ist dank des Scripters und des Midi Monitors in Logic um einiges einfacher geworden als in den Vorgängerversionen. Wer das halt nicht hat nimmt halt ctrlr, das erstellen bewegt sich auf dem Schwierigkeitsgrad Webseite erstellen.

      Grüße ToB

      • Profilbild
        bobs world  

        Guter Hinweis – Danke Dir.
        Trotzdem sehe ich die Hersteller in der Pflicht zu liefern. Nicht umsonst wandern immer mehr Produzenten zu den reinen VST Instrumenten ab.

        • Profilbild
          TobyB  RED

          Hallo Bob,

          ich denke mal eher das hat Seitens der Hersteller eher pragmatische, sprich Kostengründe hier zu sparen. Das Fehlen einer VST Software mag beim bequemen arbeiten in der DAW störend wirken aber das fãllt bei der A1 nicht ins Gewicht, ich hab sie auf der Musikmesse angefingert und fand sie intuitiv und fühlte mich zu Hause. In Logic ist ein Enviroment dank des MIDI Trace in ein paar Stunden gebaut. Okay ob es für andere DAWs und Windows sowas gibt weiss ich nicht.

          Prinzipiell gebe ich dir aber recht, das dies Aufgabe der Hersteller ist, denke aber das die Gründe zum Umstieg auf Software wo anders liegen. Ich persönlich benutze Hardware und der Rechner ist für mich eine komfortable Mehrspurbandmaschine mit MIDI Funktionen.

          Grüsse

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Midi-Dump? War das nicht diese vor-mittelalterliche Datenübertragung,
      die sogar noch bis in den Virus C Einzug hielt?

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Hallo Klaus,

    Klasse Bericht mit sehr schönen Klangbeispielen! Vor allem kommt der gerade rechtzeitig, da ich die Anschaffung eines NL4s oder eben des A1s erwäge.

    Preislich ist der A1 für das Gebotene vielleicht nicht weit genug weg vom NL4, aber das mag jeder anders beurteilen. Der interne Hall ist nicht so meines und da gäbe es vielleicht noch den einen oder anderen kleinen Punkt. Aber unterm Strich hinterlässt er, wie auch schon auf der FMM, einen sehr guten Eindruck.

    Peter

  3. Profilbild
    Tyrell  RED 31

    Ich hatte mal den Nord Wave. Ich empfand den Sound durchgehend als kalt und digital. Habe ihn dann auch schnell wieder verkauft. Ich dachte seinerzeit schon das sei der „klassische“ Nord Lead-Sound. Vor kurzem durfte ich aber dann bei pmm einen Nord Lead 2 anspielen und wurde eines besseren belehrt. Und auch der A1 reiht sich da ein. Gefällt mir sehr gut!!!

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Von den Spezifikationen her war er ein interessanter Kandidat, allein klanglich konnte der wave meine Erwartungen so etwas von nicht einmal annähernd erfüllen…. Schön, dass sich die Schweden wieder ihrer – gar nicht so – alten Werte besinnen. Vielleicht habe ich ja bis zur nächsten Session eine Entscheidung getroffen. ;)

    • Profilbild
      fiebius

      Hatte ich beim Nordwave1 auch so empfunden.
      Ich konnte vor kurzem den A1 und A4 per Kopfhörer anspielen/vergleichen. Der A1 klingt smooth angehaucht und/aber unglaublich frisch/klar. Moderner, frischlebendiger Klang
      der auch Richtung „analog style“ kann.
      Immer auf der eher angenehmen Seite. Der A4, zumindest für meine Ohren, kann auch härter/agressiver, ist dafür aber nicht mehr smooth angehaucht. Ich persönlich würde den A1 vorziehen, für härtere elektronische Clubmusik hat der A4 ggf. seine Vorzüge.
      Ober der Unterschied an der Klangerzeugung, an den Presets oder an den Wandlern liegt, keine Ahnung.

  4. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Klaus,

    bis auf die Tatsache das ich jetzt immer Turnshuhe mit Nordlead verbinde, Well Done!!!

    • Profilbild
      k.rausch  RED

      Text Clavia Website: „With 26-voice polyphony and four simultaneous synthesizer parts, the Lead A1 is a true synthesizer powerhouse that goes far beyond the current trend for limited capability analog reissues.“

  5. Profilbild
    medion4you

    Konnte den A1 auf der Musikmesse mal antesten. Klanglich ist er wirklich über jeden Zweifel erhaben. ABER: Leider – wie auch beim Lead 4 – werden die Parameterwerte beim Drehen der Potis nicht abgeholt. D.h., das kann beim Soundwechsel mit anschließender Werteänderungen unweigerlich zu erheblichen Parametersprüngen führen, da immer die aktuelle Reglerstellung greift, Das macht meiner Meinung nach das „Feature“ Multitimbralität zum „Bug“, da jedesmal wenn man zwischen den einzelnen Soundslots hin und her wechselt um Anpassungen vorzunehmen, die Werte „verrutschen“. Auch im Livebetrieb ist das ein absoluter Killer. Das Problem wird schon seit einiger Zeit im Nordleadforum vehement diskutiert und Abhilfe gefordert. Leider hat sich bisher nichts getan. Schade. Sonst ein wirklich geiler VA.

    • Profilbild
      k.rausch  RED

      Aufgefallen ist mir das auch. Da aber Grundsatzthema und viele Instrumente betreffend habe ich das nicht angekreidet. Heute kam OS 1.30 raus folgenden Neuerungen: „OS v1.30 adds additional functionality and also fixes some bugs. The Chorus effect has been improved, extending the range for even thicker Chorus effects. Another new feature is the new Morph Mutator! By holding a Morph Button and pressing Mutate, random morph parameters can be assigned to the Wheel or Velocity – excellent for adding some additional expressivity to your sounds! Last, the FX section has an adjusted range, where the zero position is now the same as turning the effect OFF enabling you to do wheelmorphs from no effect to full fledged effect-o-mania!“ (Text von clavia.se Website)

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Medion4you,

      Kann man dieses Verhalten nicht mit einem Workaround über die DAW Midi umgehen? Weil so wie du das schilderst, Soundwechsel mit Parameteränderung von Potis, welche aber grade eine andere Position und somit einen einen anderen Wert haben, könnte ich das über Midi Logic/Enviroment/Scripter/Midi Fx oder Ctrlr abfangen. Nicht schön aber machbar. Ist natürlich die Frage ob man das will.

  6. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Sehr guter und ausführlicher Testbericht! Soweit ich das sehe, kann der Nord Lead 4 das Gleiche (und noch ein bisschen mehr) als der A1, ist das soweit korrekt? Oder kann der A1 etwas, was der NL4 nicht kann?

    • Profilbild
      k.rausch  RED

      Die beiden unterscheiden sich in einigen Punkten, mal hat der A1 was drauf, wo der NL4 den Kürzeren zieht, mal ist es umgekehrt. Tipp: Schau mal die Oscillators Sektion an. Auf Seite 11 des Tests habe ich die wesentlichen Aspekte heraus- und gegenübergestellt. Eine Vergleichsliste hat Clavia selbst im Angebot, die findest du hier: http://www.....ison-chart

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Danke für die Info :) hab mir die Clavia Seite mal genauer angeguckt und… da stimmt irgendwas vorne und hinten nicht :D z.B. schreiben die beim NL4 am Anfang 128 Wavetables und später in den Specs nur 87. Genau so finde ich es seltsam, dass der A1 in der Tabelle mehr zusätzliche Wellenformen hat, aber nur auf 47 insgesamt landet. Sind die Wavesets bei beiden Geräten grundverschieden? Und ja, beim A1 steht in der Übersicht 26 Stimmen, aber bei den Specs stehen dann doch nur 24….

        • Profilbild
          k.rausch  RED

          Auf der A1 Produktseite und unter Spezifikationen steht 26 Stimmen, nur die Comparison Tabelle listet 24. Die haben zwar den Update 1.30, der die 2 zusätzlichen Stimmen bringt, schön auf den Produktseiten verwurstet, nur die Tabelle stammt noch von der vorherigen Version. Ts ts, das haben die verschlafen auf neuen Stand zu bringen. Das mit den Wellenformen scheint unglücklich formuliert zu sein. Man sollte denen Tiernamen geben – wegen der besseren Merkfähigkeit :)

    • Profilbild
      Onkel Sigi  RED

      Mich stört es bei den Nords nicht einmal, da die ganze Schrauberei so angenehm direkt auf dem Panel stattfindet. Bei jedem anderen Synth würde ich da auch meckern, aber beim Nord ist diese Minimalanzeige durchaus ausreichend, finde ich.

      Musikalische Grüße

      „Onkel Sigi“

  7. Profilbild
    bobs world  

    Neulich konnte ich den A1 testen, es ist ein wirklich sehr guter Synth, super verarbeitet, und besitzt ein über einen typischen VA Synth hinausgehendes Soundspektrum.
    Etwas mehr Speicherplätze hätten dem Gerät noch besser gestanden.

  8. Profilbild
    Atomicosix  

    Nachdem ich vom Nord Lead 4 etwas entäuscht war und ich dann doch lieber den Nord Rack 2x weiter verwendet habe, bin ich durch die vielen „Lobeshymnen“ in diversen Zeitschriften und im Netz auf den Nord Lead A1 gestoßen.

    Zuerst war ich sehr skeptisch wegen den eingeschränkten Hüllkurven und der eigenartigen Oszillatorsektion. Auf der anderen Seite standen die neue und wesentlich bessere Effektesektion. Endlich kann man Delay und Reverb getrennt benutzen und bearbeiten. Sehr gut ist auch der Ensemble Effekt, auf sowas habe ich schon lange gewartet. Bei den Filtern fehlt im Vergleich zum Nord Lead 4 nur der 48db Filter. Die neuen Filtertypen M (oog) und TB (303) sind die wahren Highlights, sie werten den Synthesizer unwahrscheinlich auf.

    Den Sound vom Nord Lead A1R ist wirklich gut. Zwar fehlt der Druck und die Obertöne eines guten Analogen, aber er klingt viel wärmer als seine Vorgänger. Die Presets sind auch dieses mal sehr gut, man kann im handumdrehen sich selber neue Sounds bauen. Vorallem sind auch gute TB Simulationen dabei, vielen Dank. Ansonsten gibt ja kostenlose neue Sounds auf der Clavia Nord Website.

    Im Großen und Ganzen kann ich den den Nord Lead A1 empfehlen. Er ist besser als seine Vorgänger, er hat gute Effekte an Board und er klingt wärmer als diese. Die Bedienung ist auch sehr einfach. Die neuen Filter sind auch dabei, was will man mehr.

    • Profilbild
      arnimhandschlag  

      hab ihn mir nun auch mal angeschaut. klingt echt schön – keine frage. die oszi sektion geht für mich allerdings gar nicht. ein separater block mit bedienelementen gehört für oszi 2 dazu. außerdem will ich mich nicht entscheiden müssen ob ich einen sub-oszi, einen detunten oder noise will. soetwas nervt gewaltig…. auch bei envelopes und lfo kontrollen erschließt sich mir nicht ganz, warum das ding mit „spezielles hands-on layout“ bewirbt. schade. an sich hätte ich mir lieber keine formanten, bells und sonstige digitalen wellenformen aber dafür echtes analogmodelling gewünscht….

  9. Profilbild
    elektrock  AHU

    Hallo Leute.

    Der Nord Lead A1 klingt wirklich gut
    und sieht nebenbei auch noch ziemlich s… aus.
    Ja die Oszillatorsektion ist etwas gewöhnungsbedürftig
    aber mit den vier Part’s ist das für mich kein Problem
    und mit meinen Analogen habe ich ein 1A Setup! :D

  10. Profilbild
    Synthpark

    NL2 User erster Stunde. Tolles Gerät, der A1, im Laden angespielt. Filter Drive ist der Schlüssel zum Erfolg, plus natürlich die Filtermodelle, das fehlte beim Nordlead 2. Beim NL 2 dünnt die Resonanz zu krass aus. Hier hingegen bekommt man gute, runde und durchsetzungsfähige Resosounds hin. Auch der Reverb ist nice.

    Und nun: LFO1 läßt sich nach 20 Jahren IMMER NOCH NICHT zum Anschlag synchronisieren. Damit ist das Gerät für mich auch schon gestorben, da sämtliche modernen Styles ausfallen (Trap, Dubstep etc).

    Wieder ein typisches Beispiel für die unglaubliche Verbohrtheit schwedischer Firmen (wie auch Elektron, Propellerheads). Im Endeffekt schlägt sich das dann negativ auf den eigenen Umsatz nieder. Als wenn der Programmcode nie geändert wurde. Seinerzeit hatte ich extra einen JD990, weil dieser eben polyphonen LFO bot. Wenn man schon nur einen LFO vorsieht, warum dann nicht richtig, also umschaltbar? Ein langsamer LFO kostet jetzt ja keine mega cpu Rssourcen.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.