Nord is back
Nach längerer Pause meldet sich Clavia zurück auf dem Markt der zweimanualigen Orgeln: Die neue Clavia Nord Organ 3 knüpft an die beliebte Nord C2D an und wartet mit einigen durchdachten Neuerungen auf. Preislich wie gewohnt in höheren Sphären angesiedelt, versteht sie sich als Konkurrenz zu den mittlerweile etablierten Orgeln von Crumar, Viscount und Hammond-Suzuki. Wo liegen die Besonderheiten des schwedischen Ansatzes?
- Klang: Authentische B3, Transistor- und Pfeifenorgel-Modelle mit starkem Druck und Transparenz.
- Bedienung: Direkter Zugriff auf alle wichtigen Parameter, livetauglich und übersichtlich.
- Features: LED-Drawbars, fünf Effektblöcke, doppelte Zugriegelsätze und flexible Orgelmodelle.
- Kritik: Keine Wertabholung bei Reglern/Zugriegeln, Halfmoon-Switch nur als Zubehör.
Inhaltsverzeichnis
Clavia Nord Organ 3 Orgel
Der erste Eindruck …
… ist positiv: Das Gehäuse der Clavia Nord Organ 3 besteht wie bei Nord üblich mehrheitlich aus Metall, die Schalter, Potis und Zugriegel wirken solide, das OLED-Display ist aus allen Winkeln gut ablesbar und die obligaten roten Holzseitenteile verleihen dem Instrument einen edlen Charakter, ohne dabei unnötig luxuriös oder übertrieben zu wirken. Als Spieler findet man sich sofort am Instrument zurecht: Alle klangrelevanten Funktionen werden über eigene Potis und Schalter bedient, während das zentrale Display in erster Linie der Anwahl von Programmen sowie dem Editieren globaler Einstellungen wie Grundstimmung, MIDI-Kanäle oder klangtechnischen Feinheiten wie der Beschleunigungszeit des virtuellen Rotary-Effekts dient. Für beide Manuale sind jeweils zwei Sätze à neun Zugriegel vorhanden, hinzu kommen zwei weitere für das Basspedal.
Seitlich befinden sich die Bedienelemente der Percussion und des (überarbeiteten) Vibratoscanners mit den für Nord typischen rechteckigen Druckknöpfen, die sich in der Praxis als sehr robust erweisen und einen angenehmen Widerstand bieten. Einzig beim Rotary-Effekt hätte ich mir ein authentischeres Bedienelement in Form eines Halfmoon-Switches gewünscht, der jedoch nachgerüstet werden kann. Die übrigen Effekte – ganze fünf unabhängige Einheiten – liegen oberhalb der Zugriegel.
Auch an Anschlüssen wurde nicht gespart: Nebst dem obligaten Stereo-Ausgangspaar stehen ein Hochpegelausgang (mono) und ein 11-Pin-Anschluss für einen externen Rotary-Speaker zur Verfügung. Externe Signale können über Miniklinke der internen Klangerzeugung zugemischt werden („Monitor In“). Die Kopfhörerbuchse ist gleich doppelt vorhanden: einmal hinten neben den Audioausgängen und vorne links unterhalb des Rotary-Effekts.
Außerdem können drei Pedale angeschlossen werden: Rotary, Swell-Pedal und Sustain. Das optionale Orgel-Basspedal wird über eine eigene MIDI-Buchse angeschlossen. MIDI selbst fungiert über USB und DIN, indes nur als MIDI-In und -Out, auf die Thru-Buchse hat man – etwas Nord-typisch – verzichtet. Die Stromversorgung erfolgt über eine Kaltgerätebuchse, hingegen ist das integrierte Netzteil ausschließlich auf 220 V ausgelegt – für Überseetourneen braucht man also einen Spannungswandler. Doch davon abgesehen gibt es an der Hardware nichts zu kritisieren: ein gelungenes und zeitloses Industriedesign.
Der zweite Eindruck …
… lässt mein Musikerherz höher schlagen. Das erste Programm ist ein Tonewheel-Modell mit aktiviertem Rotary-Effekt. Ich spiele etwas mit den Zugriegeln, aktiviere den Chorus 3 des Vibratoscanners und schalte bei Bedarf die Percussion hinzu. Mehr nicht. Als ich wieder auf die Uhr schaue, ist über eine Stunde vergangen.
Die Nord Organ 3 hat mich vom ersten Ton an in Beschlag genommen. Diese Orgel drückt, kreischt, schmatzt, dass ich als Musiker kurz in Ehrfurcht erstarre. Doch auch die zarten Töne beherrscht sie mit Bravour – ein Klang, der sich wie eine weiche Decke um den Spieler schmiegt.
Die fünf Orgelmodelle werden über einen Druckknopf oben links durchgeschaltet: Zusätzlich zum Tonewheel-Modell sind auch eine „Soft B3“, die Transistororgeln Vox und Farfisa sowie eine Pfeifenorgel vertreten.
Tonewheel Organ im Hammond B3 Stil
Der Hammond B3 Sound wurde für die Clavia Nord Organ 3 überarbeitet. In der Anleitung ist von „innovative and advanced methods“ die Rede, um „every nuance of the original sound“ einzufangen. Doch die augenfälligste Neuerung betrifft die Zugriegel, die mit einer LED-Kette ausgestattet sind, um gespeicherte Klänge grafisch darzustellen. Die Zugriegel selbst sind leicht gerastert und verfügen über einen angenehm dosierten Widerstand – nicht zu stark und nicht zu schwach. Zumindest für mich fühlen sie sich ideal an.
Wie gewohnt sind die Zugriegel schwarz oder weiß gefärbt, je nachdem, ob man entsprechender Teilton eine Oktave zum Grundton bildet oder nicht. Letzterer wird allgemein mit der Fußlage 8’ gleichgesetzt, also der erste weiße Zugriegel von links. Die übrigen drei weißen Zugriegel bilden die Oktaven durch Halbierung ihrer (virtuellen) Länge. Als Vorbild dienten akustische Orgelpfeifen, woraus sich die Längenangaben in Fuß ergeben: 4’, 2’ und 1’.
Dazwischen finden sich noch drei weitere harmonische Obertöne: 2 2/3’ steht für eine Oktave plus eine Quinte über dem Grundton, auch Duodezime genannt. 1 3/5’ bildet die Terz in der dritten Oktave und 1 1/3’ wiederum eine Quinte. Bleiben noch die beiden schwarzen Zugriegel ganz links: Das 16’-Register gilt als Suboktave und liegt eine Oktave unterhalb des Grundtons. Die 5 1/3’ bilden die Duodezime zu dieser Suboktave. Somit liegt dieser Ton eine Quinte oberhalb des 8’-Grundtons.
Während die Tonewheels mittels Algorithmen simuliert werden, basiert der Keyclick auf Samples, die auf die Anschlagsgeschwindigkeit reagieren. Zudem kann der Effekt in drei Stufen geregelt werden. Der Keyclick – letzten Endes eine elektroakustische Konsequenz der Hammond-Tastenkontakte – klingt an der Nord Organ 3 weit natürlicher und musikalischer als auf meinem Nord Stage EX, der natürlich schon etwas in die Jahre gekommen ist. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Hammond-Sounds ist der Vibratoscanner mit drei festen Vibrato- bzw. Chorus-Einstellungen. Beide Effekte machen den Sound angenehm breit und empfehlen sich auch als klanglich interessante Alternative zum Leslie.
Der typische Hammond Percussion-Effekt basiert auf einer einfachen Hüllkurve, die das oberste Register steuert, um dieses nur kurz anzuspielen. Diese Hüllkurve hat zwei festgelegte Zeiten, zwischen denen umgeschaltet werden kann (Parameter „Fast“). Ähnliches gilt für die Lautstärke des perkussiven Impulses (Schalter „Soft“). Der Parameter „Third“ wiederum wählt anstelle des zweiten den dritten Oberton als Basis des Percussion-Effekts.
Ursprünglich war die Hüllkurve nur einfach vorhanden. Wäre die Hammond ein Synthesizer, würde man von Single-Trigger in Kombination mit Non-Legato sprechen, was in der Praxis bedeutet, dass der Effekt nur dann erklingt, wenn keine Töne gehalten sind. Es braucht also eine kleine musikalische Pause, um einen oder mehrere gleichzeitig gespielte Töne mit Percussion zu versehen. Technisch war dies in der originalen Hammond nicht anders realisierbar. Die Nord Organ 3 bietet als Alternative das Setting „Poly“ für eine Multi-Trigger-Percussion.
Als Alternative zum klassischen B3-Sound findet sich in der Clavia Nord Organ 3 auch eine „Soft B3“, explizit ohne Keyclick und Percussion. Beide Hammond-Sounds klingen überzeugend. Aus meiner Sicht hat Nord wieder zur Spitze der Hammond-Klons aufgeschlossen.
Transistor Orgeln: Der Sound der 60er-Jahre
Die Vox Continental aus „good old UK“ wurde 1962 vorgestellt. Gedacht war sie als platz- und gewichtsparende Alternative zur Hammond. Dass sie aufgrund der verbauten Transistortechnik einen eigenen Klangcharakter hatte, war eher ein Nebeneffekt. Über die Jahre wurde diese unperfekte B3-Kopie zum eigenen Klangideal: etwas nasaler als eine Hammond, aber mit eigenem Flair.
Die Zugriegel sind leicht anders angeordnet als bei der B3: Vier oktavierte Fußlagen (16’, 8’, 4’ und 2’) werden durch drei Mixturen ergänzt. Diese sind Mischungen mehrerer Register inklusive Quinten und Terzen in unterschiedlichen Oktavierungen.
Der achte Zugriegel ist inaktiv, während der neunte die Grundschwingungsform zwischen Dreieck und Sägezahn definiert. Dieser Regler ist eine leichte Änderung des ursprünglichen Konzepts: Eine originale Vox hatte für beide Oszillatoren je einen Zugriegel. Auch die Anordnung der Zugriegel selbst entspricht nicht dem Original, das mit zwei Sets à fünf Drawbars leicht unterschiedliche Setups für beide Manuale bot, während die Nord Organ 3 etwas flexibler gestaltet ist und beide Sets vereint.
Wenn sich die Vox an der B3 orientiert, folgt die Farfisa eher einer Kirchenorgel mit festen Registern, die nach Instrumenten benannt sind und nur ein- und ausgeschaltet werden können. Es finden sich zwei 16’-Register (Bass und Streicher), vier 8’-Register (Flöte, Oboe, Trompete und Streicher), zwei 4’-Register (Flöte und Streicher) sowie ein 2 2/3’-Register, das eine Quinte oberhalb des 4’-Registers erklingt.
Beide Transistormodelle haben ihren eigenen Charme, der sich wunderbar für Musik im Stile der 60er- und 70er-Jahre eignet, vor allem bei aktiviertem Vibrato oder Chorus. Doch auch für zeitgenössische Produktionen sind diese Sounds vorstellbar. Etwas schade wirkt es da, dass die Farfisa-Register nur ein- und ausgeschaltet werden können – mit festen Lautstärken. Dass dies auch anders ginge, beweist unter anderem die Viscount Soul Legend, die dank stufenloser Steuerung der Farfisa-Register das klangliche Potenzial entschieden erweitert.
Pfeifenorgel
Die Pfeifenorgel der Clavia Nord Organ 3 imitiert ausschließlich Metallpfeifen des sogenannten Principal-Registers und lässt andere Pfeifenarten wie Rohrflöten, Spitzflöten, Fagott oder Gedackt außen vor. Die Fußlagen entsprechen der Hammond-Anordnung mit stufenlosen Zugriegeln. Der Vibrato-Knopf aktiviert ein leicht verstimmtes Modell, das etwas weniger präzise gestimmt ist.
Die Pfeifenorgel klingt – bei aktiviertem Hall – zweifelsfrei beeindruckend, wobei ich mangels Vergleichsmöglichkeit nicht wirklich beurteilen kann, wie authentisch sie tatsächlich ist. Schade ist allerdings, dass man auf die (sehr gelungenen) Samples einer Barockorgel, die in der C2D zum Einsatz kamen, verzichtet hat. Diese enthielt auch andere Register außer Principal und gilt weiterhin als akkurate Simulation einer Orgel, wie sie zu Zeiten Bachs gespielt wurde. Weshalb Nord diese Besonderheit wieder aufgegeben hat, erschließt sich mir nicht.
Die Veredlung kommt zum Schluss
Nords spezieller Ansatz mit Effekten
Wie für Nord-Instrumente üblich, glänzt auch die Clavia Nord Organ 3 mit einer üppigen Effektabteilung mit fünf einzeln schaltbaren Effektblöcken. Der erste in der Signalkette ist ein Modulationseffekt mit Chorus, Flanger, Phaser, Tremolo und Ringmodulator. Editierbar sind die beiden Parameter Rate und Amount, was auf den ersten Blick mager wirkt, in der Praxis jedoch ausreicht. Anschließend findet sich ein 3-Band-Equalizer mit parametrischen Mitten und einer maximalen Absenkung bzw. Anhebung von 15 dB.
Das Delay ist tapbar und kann zwischen einem normalen und einem „analogen“ Modus umgeschaltet werden. Zudem kann der Feedback-Weg gefiltert werden. Wie auch der Modulationseffekt kann das Delay auf beide oder nur auf das obere Manual wirken. Mit sechs Algorithmen deckt die Halleinheit ein weites Feld an Anwendungen ab – vom Federhall bis zur Kathedrale – und wird mittels eines Parameters (Amount) simpel und direkt gesteuert.
Bleiben noch die Verstärkersimulationen, die neben einer Leslie drei bekannte, um nicht zu sagen ikonische Amps bieten: Fender Twin, Roland Jazz Chorus und ein als „British“ bezeichnetes Modell, bei dem es sich um einen Marshall handeln dürfte.
Die Reihenfolge der Effekte ist vorgegeben, einzig das Reverb kann optional vor dem Rotary-Effekt platziert werden – für eine authentische Simulation einer Hammond mit eingebautem Spiralhall, die anschließend in eine Leslie geführt wird.
Konzeptuell erinnern die Effekte des Nord an Effektpedale mit einer überschaubaren Anzahl an Parametern und einem Bypass-Schalter für jeden Effektblock. Die Bedienung verläuft sehr direkt, die Effekte laden förmlich dazu ein, ausprobiert zu werden. Wie klingt eine Pfeifenorgel mit Delay und Verzerrung? Oder eine Hammond mit Ringmodulator, gespielt über einen Fender Twin? An der Nord Organ 3 ist ein solches Setup in Sekunden erstellt – ohne jemals das Display zu nutzen.
Clavia Nord Organ 3 in der Praxis
Spielen, spielen, spielen
Dies ist zweifelsfrei eines jener Instrumente, für die die abgedroschene Formel Plug and Play zutrifft. Die Bedienung ist mehrheitlich selbsterklärend und dank zahlreicher Bedienelemente ist die Clavia Nord Organ 3 überaus livetauglich: Alle klangrelevanten Parameter sind direkt zugänglich. Für Nord typisch ist die Anzahl an Parametern begrenzt: Eine große Workstation bietet bestimmt mehr Einstellmöglichkeiten für den Hall, während man bei Nord mit nur einem Parameter auskommen muss. Eine Beschränkung, die im Studio negativ auffallen mag – im Live-Betrieb hingegen finde ich es sehr praktisch, den Hall per Poti zu steuern. Nord legt den Fokus auf das Wesentliche und bietet trotzdem eine ausreichende Flexibilität.
Die Zugriegel bieten einen angenehmen Widerstand mit einer leichten Rasterung bei den acht Stufen, was ich als großen Vorteil betrachte, da man spürt, wie weit man einen Zugriegel bewegt. Auch die Potis sind von hoher Qualität und lassen sich geschmeidig bewegen. Doch am wichtigsten sind natürlich die Tasten, die sich (zumindest für mich) passend anfühlen, wobei ich die Tasten einer Uhl-Orgel als etwas leichter und griffiger in Erinnerung habe. Dennoch gelingen auch auf der Clavia Nord Organ 3 typische Hammond-Spielweisen wie Glissandi problemlos.
Was mich hingegen je länger, je mehr stört, ist die Tatsache, dass die Potis und Zugriegel keine Werte abholen können, sondern nur den sogenannten Jump-Modus beherrschen. Wird ein neues Programm aufgerufen, erkennt man zwar dank der LED-Ketten die gespeicherten Positionen der Zugriegel, möchte man diese jedoch anpassen, kommt es zu Parametersprüngen. Eine sanfte Anpassung ist de facto ausgeschlossen. Dies war mit den virtuellen Zugriegeln der Nord C1 und C2 einfacher, auch wenn diese natürlich das haptische Gefühl echter Drawbars vermissen ließen. Jedes Klangprogramm kann je drei Presets für beide Manuale speichern, zwischen denen bequem umgeschaltet werden kann.
Über den Klang selbst brauchen wir nicht viele Worte zu verlieren. Angeschlossen an meine Klein-PA von SR-Technology inklusive Subwoofer, erzeugt die Nord Organ 3 einen beachtlichen Druck, ohne jemals matschig zu klingen. Der Sound bleibt stets transparent und klar. Die B3 schmatzt wie gewollt, mit einer angenehm hölzern klingenden Percussion und einem breiten Chorus-Sound. Die Transistor-Orgeln versprühen diese speziellen Vibes der 70er-Jahre Rockbands und Supergroups. Und die Pfeifenorgel klingt groß, erhaben und majestätisch – ein Sound wie gemacht für die große Bühne.
Die Klangbeispiele sind freie Improvisationen, direkt per Aufnahmegerät aufgezeichnet, ohne Overdubs oder Nachbearbeitung.
Clavias Orgeln
Mit dem Nord Electro anno 2001 sorgte Clavia für einiges Aufsehen, beinhaltete er doch eine der überzeugendsten B3-Simulationen am Markt. Vier Jahre später folgte mit der C1 die erste zweimanualige Orgel von Clavia, damals noch mit virtuellen Drawbars bestückt. Nebst Tonewheel waren auch die beiden Transistor-Orgeln von Vox und Farfisa mit an Bord – zusammen mit einigen gut klingenden Effekten, verpackt in einem kompakten und stabilen Gehäuse.
Der Nachfolger C2, vorgestellt 2009, unterschied sich auf den ersten Blick kaum von seinem Vorgänger, doch unter der Haube verbargen sich einige Neuerungen: Nebst überarbeiteten Algorithmen der Tonewheel-Orgel bot die C2 eine gesampelte Pfeifenorgel aus der Barockzeit, inklusive verschiedener Pfeifentypen und Register.
Mit der C2D (2012 bis 2020) wurden physische Drawbars und ein Zweizeilen-Display eingeführt, ansonsten blieb man dem bewährten Konzept treu.
Konkurrenten
Die Clavia Nord Organ 3 sieht sich einer stattlichen Konkurrenz gegenüber: Nebst den beiden italienischen Herstellern Viscount und Crumar, die zahlreiche Modelle und Modellvarianten anbieten, ist natürlich auch Hammond-Suzuki zu nennen, deren kleines Einstiegsmodell (M Solo) ziemlich gut klingt. Weiterhin eine Referenz in Sachen authentischer Hammond-Klone sind Instrumente auf Basis von Carsten Meyers HX3-Soundmodul. Die Uhl-Orgeln sind hier zu nennen, aber auch MAG aus Prag.

Die X5 von Uhl ist gelebter Purismus und simuliert ausschließlich ein Orgelmodell: die Hammond A100 (nur im Direktvertrieb erhältlich)
Welche dieser Orgeln den authentischsten Sound bietet, lässt sich aus der Ferne nicht beurteilen und ist letzten Endes auch eine individuelle Entscheidung. Gut klingen können alle. Das Alleinstellungsmerkmal der Nord Organ 3 sind ihre LED-Drawbars sowie die umfangreichen Effekte mit direkter Editierung aller Parameter.








































Toller Test.
Hervorragende Klangbeispiele.
Herzlichen Dank!
@fitzgeraldo Danke
Ich frage mich, warum eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen ist ein (Master)Keyboard herzustellen, bei der man unten eine 88er Hammermechanik hat und darüber eine 61er Synth/Waaterfall Tastatur.. Dann wäre man abgedeckt mit allem :D
@Andreas Ehrlich gesagt habe ich mich das auch schon gefragt…
@Andreas Warum stellst du nicht einfach beide übereinander? Oder meinst du was anderes?
@der.marder „einfach übereinander“ … naja, das untere Keyboard möchte man ja vielleicht auch noch bedienen können, dann brauchst Du einen gewissen Abstand zwischen den Keyboards, was aber wiederum spieltechnisch schwierig ist.
Zudem braucht man einen doppelten Keyboardständer, mehr Kabel etc. Klar, im Studio ist dies alles weniger wichtig. Ebenso für Keyboarder der großen Bands, die ihre Instrumente nicht selbst aufbauen; da spielt es schlichtwegs keine Rolle, wieviele Kabel, Cases, Stative etc. gebraucht werden.
Für Musiker wie mich, die ihr Equipment aus praktischen Gründen überschaubar halten, wäre ein zweimanualiges All-in-One Keyboard (mit gewichteten Tasten unten und Waterfall oben) wirklich keine schlechte Idee.
Aber wahrscheinlich wäre der Markt dafür zu klein.
@der.marder Das Bedienfeld unten lässt sich mit der richtigen Tastatur leicht vereinfachen (Bedienfeld links statt oben).
Beim Ständer sehe ich es entspannt – wenn die obere Tastatur auf dem unteren aufliegt und hinten noch etwas gestützt wird, ist das Problem gelöst.
Voll bei dir bin ich bei der Verkabelung: Mit nur einem Gerät halbiert sich der Aufwand sofort.
Andererseits muss ich sagen: wenn man so ein Kompaktgerät (mit 149 Tasten!) hätte, wäre das mit der Hammermechanik auch ganz schön schwer zu tragen!
@der.marder Das wäre auch eher etwas für den Proberaum oder für zuhause. Aber für mich wäre das nix. HIER benutze ich 2-Etagen-Ständer, und kippe das obere Keyboard im 40-Grad-Winkel zu mir- „oben Triton, unten Hammond“. Dann habe ich den Touchscreen direkt vor der Nase, wärend ich die Zugriegel auch ohne Lesebrille erkenne…
@mort76 Warum wäre das nur etwas für den Proberaum oder Zuhause?
Mit dem gewinkelten oberen Keyboard hast du ja genau den Abstand, die Andreas und Martin (und ich) nicht wollen …
@Andreas Gab es schon, zumindest mit unten 73 gewichtet und oben 61 Waterfall. Mir fällt nur gerade nicht der Hersteller ein. War ein italienischer Hersteller, gab es auch bei Thomann in unterschiedlichen Farben. Hat sich wohl nicht durchgesetzt am Markt. Nachfrage zu klein.
Letztlich ist man mit 2 Boards flexibler und ist leichter zu bewegen…..
Eine Pfeifenorgel mit einer solchen Attack habe ich allerdings noch nie gehört. Da hätte Clavia mal einen Betriebsausflug in mitteleuropäische Kirchen unternehmen dürfen.
@JM4 Da stimme ich voll zu!
Wie der Autor schon schrieb: „Schade ist allerdings, dass man auf die (sehr gelungenen) Samples einer Barockorgel, die in der C2D zum Einsatz kamen, verzichtet hat. […] Weshalb Nord diese Besonderheit wieder aufgegeben hat, erschließt sich mir nicht.“
Eine (oder gerne wie bei den Dexibell Stage-Pianos auch mehrere) überzeugende Pfeifenorgel mit gut passenden Samples wäre für mich ein absoluter Kaufgrund gewesen…
@JM4 Pfeifenorgel ??? Es gibt Stage Pianos, die das besser machen.
Und das als ungefragte Zugabe. Denn man kauft sie ja nicht wegen der Orgeln.
Verstehe absolut nicht, wie man sich in dieser Preisregion sowas leisten kann.
Bei Clavia Nord scheint sich nur noch der Preis zu bewegen. Und zwar stetig nach oben.
@Polysix Absolut! Gerade die zweimanualige Bauweise (ggf. mit einem zusätzlichen Midi-Basspedal erweitert) würde sich perfekt eignen, um alle Orgel-Anwendungen mit einem Gerät abzudecken. 🎹
Leider ist die Pipe Organ auch bei anderen Produkten, wie der Hammond SKX PRO, wenig inspirierend gestaltet.
Der einzige Hersteller, der das meiner Meinung nach momentan gut hinbekommt, ist Dexibell mit den Vivo Stage Pianos… 😊
Tolle Orgel, guter Test. Nur mit den Klangbeispielen 1 und 2 habe ich ein Problem: Die klingen bei mir über weite Strecke so extrem schmutzig, dass es nicht mehr schön ist. Geht es nur mir so?
@SynthNerd Ich habe ein Problem bei allen Soundbeispielen. So klingt kein Organ-Overdrive.
Bei der Church-Organ würde ich ohnehin Organteq oder das open source project „Aeolus“ (beide Standalone und vst3) vorziehen.
@ukm Die Instrumente von Clavia/Nord genießen einen hervorragenden Ruf – aus meiner subjektiven Sicht völlig zu Recht. Vor einiger Zeit konnte ich auf einem Nord Stage 3 herumspielen und war gerade von den Orgelsounds absolut begeistert. Dass die Nord Organ 3 da schwächelt, glaube ich nicht. Meine Vermutung ist, dass beim Erstellen der Sound Files etwas schief gegangen ist.
@SynthNerd Gut möglich; meine Nord Stage – Erfahrungen liegen schon ca. 15 Jahre zurück.
@ukm …. keine Sorge, hat sich nix geändert!
😉
@SynthNerd der overdrive klingt entsetzlich
weshalb klingt der Overdrive so fürchterlich ?
Klingt nach Norgel nicht nach Hammond.
Von daher alles wie gehabt.
Hallo Martin,
danke für den Test. Ich schätze deine Tests – wie die von Costello – besonders.
Mir stellt sich auch die Frage nach dem Overdrive. Hast du ihn beim Spielen als „normal“ bzw. röhrenartig empfunden?
@Unimoog Hallo allerseits
bei den ersten Klangbeispielen gab es Probleme mit dem Aufnahmegerät, es kam zu Verzerrungen, die mit der Nord Organ 3 nichts zu tun haben.
Soeben haben wir neue Klangbeispiele hochgeladen.
Tut mir leid für die Verwirrung und viel Spaß beim Hören!
Martin
P.S. Der Overdrive der Nord klingt (in meinen Ohren) ganz gut, siehe Klangbeispiele 4 und 5.