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Test: Clavia Nord Piano 4, Stagepiano

Sample Synth Sektion des Clavia Nord Piano 4

In der zweiten großen Sound-Sektion des Nord Pianos 4 findet man alle über das eigentliche Piano-Umfeld hinaus gehenden Sounds, so u.a. Orgeln, Streicher, Bläser und Synthesizer. Auch hier dreht man sich mit Hilfe eines Potis durch die stattliche Anzahl der Sounds. Maximal 512 MB stehen hierfür zur Verfügung. Auch hier wurde die maximale Stimmenanzahl erhöht, genau genommen von 15 auf 30.

clavia nord piano 4

Wichtigstes Hilfsmittel zum Anpassen der Sounds an die eigenen Bedürfnisse sind der Attack, Decay/Release Regler sowie die Dynamik-Einstellungen Filter/Amp. Hiermit lässt sich die Sektion beispielsweise so einstellen, dass die Anschlagsstärke über die Filter-Stellung entscheidet und Sounds hierdurch heller oder dunkler klingen. Mit Hilfe der Hüllkurven-Regler lassen sich Sounds in Windeseile anpassen und aus soften Pads mit viel Attack und langem Release werden deutlich knackigere und kürzere Sounds.

Effekte des Clavia Nord Piano 4

In der Effektabteilung des vierten Nord Pianos ist gegenüber dem Vorgänger kaum etwas passiert, was nicht schlecht ist, denn die Effekte von Clavia können sich absolut sehen lassen. Die Abteilung besteht zunächst aus zwei Slots, die für

  • Pan, Tremolo, Wah, Ring Modulator
  • Flanger, Chorus, Phaser, Vibe

zuständig sind. Jeder Slot lässt sich entweder der Piano- oder der Sample Synth Sektion zuordnen. Darüber hinaus bietet das Nord Piano 4 eine Delay Einheit mit tappbarem Tempo, einem 3-Band-Equalizer, wovon das Mittenband im Bereich 200 Hz bis 8 kHz stufenlos stimmbar ist. Es folgt die Amp/Kompressor Sektion, die die drei Amps Twin, JC, Small sowie einen Tube Distortion und einen Stereo Kompressor bietet. Der Reverb ist global ausgelegt und bietet die drei Modi Hall, Stage und Room, wobei alle drei zusätzlich in einer Bright Version vorliegen.

clavia nord piano 4

Die einstellbaren Parameter der Effekte sind zwar überschaubar, dafür lässt sich alles dank dem intuitiven Zugriff schnell und zielgerichtet einstellen. Das mag nichts jedermanns Sache sein, im Live Betrieb lässt sich das Nord Piano aber hierdurch extrem schnell an neue Situationen anpassen.

Anschlüsse und Lieferumfang des Clavia Nord Piano 4

Das Nord Piano 4 bietet einen Stereo Ausgang, einen Kopfhörerausgang sowie einen 3,5 mm Stereo Klinkeneingang für Zuspielungen. Zwei Pedale lassen sich an den Buchen Sustain und Volume/Control Pedal anschließen. Verbindungen zum Computer werden über USB hergestellt, zu anderen MIDI-Klangerzeugern geschieht dies wahlweise über das MIDI Duo (In, Out). Das Netzteil des Nord Piano ist intern verbaut, so dass zum Anschluss ein Kaltgerätekabel ausreicht.

clavia nord piano 4

Zum Lieferumfang des Nord Piano gehört ein gedrucktes Handbuch, ein Netzkabel, eine DVD mit der aktuellen Version der Nord Piano Library sowie löblicherweise ein Dreifach-Pedal.

Fazit

Clavia hat beim Nord Piano 4 einige neue Funktionen implementiert bzw. die bestehenden erweitert. Allen voran sei hier die Erweiterung des Sample Synth Speichers, die erweiterte Polyphonie und die EQ-Presets der Piano Sektion genannt. Damit bleibt das Nord Piano 4 weiterhin ein Oberklasse-Piano, das – ebenfalls Clavia-typisch – preislich weit oben angesetzt ist. Für einen Preis von 2.598,- Euro überlegt man sich auf alle Fälle zwei Mal, in was man sein Geld investiert.

Plus

  • Klang
  • Tastatur
  • Bedienung
  • Verarbeitung

Minus

  • hoher Preis

Preis

  • Ladenpreis: 2.598,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    syntach  

    Im Jahr 2018 nicht genug Speicher für die gesamte Clavia Library on board: no go.
    Da wird alles auf bühnen- und roadtauglich getrimmt, aber zum Patch Wechseln muss ich den Computer benutzen. Bäh!
    Schade, dass es nicht als DICKES Minus angekreidet wird…

    • Profilbild
      adissu  

      Ich stimme zu! Ob es gleich die ganze Library sein muss kann man ja noch diskutieren aber das man hier von Speicherkapazitäten unter 4 GB redet ist gelinde gesagt peinlich. Vor allem, wenn man weiß, wie lange es dauert, einen neuen Sound hochzuladen. Das geht ja nicht eben mal in 10 Sekunden.

      • Profilbild
        suxeedjo

        Das sehe ich genau so – es handelt sich hier ja nicht gerade um ein Instrument das man aus der Portokasse bezahlt. Da wäre etwas mehr Speicherkapazität sicher kein Ding, das könnte man schon erwarten.

  2. Profilbild
    gutomi  

    Das Lob der akustischen Pianos kann ich nachvollziehen, nicht das der Epianos. Hier ist Nord einfach nicht mehr zeitgemäß, zumal bei den vom Autor ausgewählten. Ich besitze ein Nord Electro, einen Kronos und Software. Der Kronos und natürlich Plugins haben ein ganz anderes Level. Wenn überhaupt ein Nord-Rhodes dann doch das Nefertiti oder Amped. Ich halte dies nicht für eine Geschmackssache, sondern für etwas Objektivierbares. Nichts für ungut ;-)

    • Profilbild
      cosmolab  

      Ich hab noch ein Nord Stage „Classic“.
      Hat sich denn an den E-Pianos seither überhaupt was nennenswert geändert?

      Bei meiner Uralt- Version muss ich allerdings sagen, ist es eher anders herum. Da sind die Rhodes ziemlich lebendig – und die Pianos klingen irgendwie „gelb“. Im Vergleich ist das neueste NS3 wirklich beneidenswert besser (und damit sicher auch dies NP4 hier) .

  3. Profilbild
    cosmolab  

    @Felix T.:
    Wie ist es mit der Tastatur?
    Es ist wohl dieselbe wie beim NordStage3-88 , NICHT jedoch wie z.B. beim hier getesteten NordElectro 6 (und wohl auch dem NordStage3-76) richtig?

    Neulich hab ich mal ein LE6 angespielt. Dessen Tastatur spielte sich etwas eigenartig – man hatte das Gefühl, die Tasten federn nach dem Anschlag „in die Finger zurück“. Man spürte Vibrationen in der Taste – auf Dauer könnte das unangenehm sein. Von meinem uralten NS1 „Classic“-76 kenn ich sowas nicht.

    • Profilbild
      Felix Thoma  RED

      Hallo cosmolab. Die Tastatur des Nord Piano 4 verfügt zusätzlich über einen Triple Sensor, das hat das Nord Stage 3 nicht.

  4. Profilbild
    UliS

    2500,- Euro und kein Midi-Thru Anschluss?

    Das wären Bauteile für 2 Euro und für viele der
    Verzicht auf Multí-Interfaces und Kabelsalat.

    Pfui Nord, schämt Euch!
    Ein dicker Minuspunkt für die Praxistauglichkeit.

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