AMAZONA.de

Test: Clavia Nordlead 3 / NordRack 3


Nordlead 3

 

Nordrack 3 zum vergrössern

Nordrack 3 zum vergrössern

 

Nordlead Familienbande – oder 1-2-3

Manche Menschen sind so arm, dass sie sich nicht mal Vornamen leisten können. Andere sind mathematisch begabter und nummerieren ihre Kinder einfach durch. Das ist nicht nur bei Intel der Fall, sondern auch die schwedische Mutter Clavia zählt ihre NordLead – Kinder brav durch, um sicher zu sein, dass keines vergessen wurde.

 

Nix für Pianisten?

Mit seinen 4 Oktaven ist die Tastatur der NordLeads nicht gerade der Traum eines jeden Pianisten, hat bei der Live – Performance aber genau den richtigen Umfang für Lead und Pad – Sounds und hält zudem die Füße schmal bzw. das Gehäuse klein ;-).  Außerdem vermittelt besonders das Keyboard des NL3 ein angenehmes Spielgefühl, und auch das Aftertouch lässt sich nuanciert dosieren.

 

2_NL_filter.jpg

 

Federgewicht

In einer Hand das Keyboard und in der anderen die Ziggi und durch die Gegend laufen ist bei den federgewichtigen Brüdern selbst ohne jahrelanges Training im Fitnessstudio der Wahl kein großes Problem. Aber Vorsicht!!! Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit, also Hände weg von den Sargnägeln und gleich ein paar Kabel oder den Mikrophon – Ständer unter den anderen Arm geklemmt – oder einfach beide Hände nehmen, damit einem das gute Stück nicht so einfach wieder entgleitet!

 

Nordrack 3 zum vergrössern

Nordrack 3 zum vergrössern

 

Wie bei Clavia üblich gibt es dasselbe Gerät auch als NordRack, in diesem Fall mit dem Zusatz „3“. Bis auf die fehlende Tastatur und das kleinere Gehäuse sind die beiden Geräte identisch. Der folgende Test gilt daher stellvertretend auch für die Expander-Version.

 

Einfache Bedienung

Allen „Nord- Liedern“ ist die einfache Bedienbarkeit gemein, wobei der 3er sich durch seine LED- Kränze und die Endlos- Potentiometer deutlich von seinen älteren Brüdern abhebt, da man mit deren Hilfe den momentanen Wert der jeweiligen Parameter auf einen Blick erkennt. Für einen programmierbaren Synthesizer ist das ein echtes Novum, weil auch die Bedienbarkeit auch im Live – Kontext damit extrem verbessert wird. Ein Feature, das sich Clavia natürlich bezahlen lässt. Zudem runden Funktionen wie Arpeggiator, Portamento/Glide und polyphones Legato die gute Live – Performance der Familie ab, wobei der NL3 mit zusätzlichen Schmankerln wie Chord Memorizer (ein – Finger – Akkorde) oder Keyboard Hold noch mal wieder eins drauf setzt.

 

3_NL_lfo.jpg

 

„Ja ist denn heut‘ scho‘ Weihnachten“ dachte ich, nachdem ich den NL3 das erste mal einschaltete. Ich war wie geblendet und mir war klar: Das ist ein Gerät, das man problemlos im Dunkeln bedienen könnte. Ich wollte das Gerät auch testweise im Schlafzimmer zum Einsatz bringen, denn es gibt ja nur einige wenige interessante Hobbys, bei denen man liegend und im Bett sein darf. Ein doch recht wütendes „Er oder Ich“ meiner Freundin brachte mich dann doch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Na ja, man kann halt nicht alles haben ;) Ein wenig vorsichtiger sollte man bei feuchtfröhlichen Konzerten sein, da das Gehäuse der „Nordlichter“ an bestimmten Stellen Einblicke auf die Platine gewährt – und es ist anzunehmen, dass diese nicht gerade positiv auf das feuchte Nass reagiert. Aus demselben Grund sollte man die Synths in ihren Ruhephasen vor Staub schützen.

1 2 3 >

Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Neven Dayvid

    Als Nicht-Besitzer frage ich mich…warum klingen die Soundbeispiele so digital? Selbst mein 12 jahre alter An1x klingt wärmer. Wenn das die beste Seite des Nordleads ist, würde ich mich wundern. Vielleicht auch die DSP-Effektsoße?
    Wahrscheinlich ein schöner Synth, würde ihn gerne mal über tapedelay oder Federhall gespielt hören.

    Wäre das nicht auch mal eine schöne Strecke von Soundbeispielen… alte Synths durch moderne Effekte und vice versa?

    • Profilbild
      anselm

      Der Nord Lead hat schon seinen typischen Klang und ich denke dabei nicht an analoge Klassiker wie Juno, Jupiter, Oberheim…
      Wenn man den Klang von Move D (David Moufang) mag oder aber Plastik-Trance-Klände (aber breit und dick, nicht dünn), dann kann ein virtuell analoger von Clavia passen.

  2. Avatar
    Taschenmusi

    Der Nordlead 3 ist der schlecht klingendste Synth von Clavia. Darüber kann auch die tolle Parameter-Beleuchtung und das coole Design nicht hinwegtäuschen. Die Rackversion kann sehr heiss werden, das Netzteil ist etwas unterdimensioniert. Die FM-Sektion entspricht einem Yamaha DX100 und ist für heutige Verhältnisse lächerlich. Der Arpeggiator/Subarpeggiator mit seinen verschachtelten Menüs ist alles andere als benutzerfreundlich.
    Ausserdem fehlt die Möglichkeit, Pausen und Velocity zu programmieren.
    Es fehlen Effekte wie Delay und Reverb.
    Dennoch hat der NL3 einige Besonderheiten. Der Multimode-Filter klingt hervorragend. Das Gerät liefert glasklare digitale Flächen vom Feinsten.

  3. Profilbild
    Jauly

    Huch, diese grottigen Soundbeispiele werden dem schönen Gerät in keinster Weise gerecht :/ So zementiert man Unkenrufe ja nur.

    Selbst die recht unspektakulären Nord Lead 3 presets (wer danach sucht wird sie finden) klingen auf youtube besser.

    Ansonsten ist der Test schon recht gut gemacht.

Kommentar erstellen Kommentar erstellen Leser-Story erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

Über den Autor

Bewertung

Test: Clavia Nordlead 3 / NordRack 3

Bewertung: 5 Sterne Bewertung des Autors
Leserbewertung: 5
Jetzt anmelden und dieses Produkt bewerten.

Hersteller-Report Clavia

AMAZONA.de Charts

Aktion