Test: Cort CR250, E-Gitarre

Cort CR250 – Sound & Praxis

Cort CR250 headstock

Bei Instrumenten in dieser Preisklasse ist es ja oft so, dass der Schein den inneren Werten vorauseilt. Im Falle unserer Cort CR250 ist das ganz und gar nicht der Fall, denn so ansprechend die Gitarre aussieht, so zeigt sie sich auch im Praxiseinsatz beeindruckend gut! Zunächst einmal sei das geringe Gewicht der CR250 erwähnt, bei dem selbst die „gekammerten“ Paulas von Gibson nur neidisch rüberschielen können. Hinzu kommt die sehr gute Bespielbarkeit, was zum einen an der völlig klebefreien Halsrückseite und zum anderen an dem guten Werkssetting liegt, mit dem das Testinstrument uns erreichte. Die Saitenlage ist angenehm flach und dennoch frei von Schnarren oder Deadspots, darüber hinaus sorgt ein wunderbar kräftiges Sustain für das typische Singen, das man bei einer Paula ja so schätzt und natürlich auch erwartet.

Das alles bekommt der Spieler wohl gemerkt bereits im trocken angespielten Zustand geboten und diese hervorragenden Grundwerte werden auch von den beiden Humbuckern recht gut wiedergegeben. Die Pickups verhalten sich relativ frei von Nebengeräuschen und können mit sehr guten Crunch- und Distortionsounds dienen, etwas abgeflacht klingen dagegen die unverzerrten Klänge. Aber mal unter uns: Wer kauft sich schon eine Paula, um damit Cleansounds zu spielen?

Cort CR250 – die Klangbeispiele

Kommen wir zu den Klangbeispielen, für die ich die Cort CR250 in meinen Orange Micro Dark eingeklinkt habe. Als Box diente eine 1×12″ Celestion V-30-Box, ehe das Signal von einem AKG C3000 Mikro aufgenommen wurde.

Im ersten Track hören wir zunächst einen unverzerrten Sound, eingespielt mit beiden Tonabnehmern (Pickup-Wahlschalter in Mittelstellung). Hier dürfte es gerne noch etwas mehr an Tiefe und Charakter sein, für ein paar clean eingespielte Parts im Song reicht es aber allemal.

Ähnliches gilt beim alleinigen Betrieb der Tonabnehmer, im nächsten Beispiel hören wir eine unverzerrt eingespielte Sololinie mit aktiviertem Front-Pickup.

Deutlich besser sieht es da bei den Overdrive-Sounds aus, hier bekommt man das, was man von einer Paula erwartet! Zum Bespiel einen singenden und schmatzenden Leadsound des Front-Pickups, wie in Klangbeispiel 3 zu hören ist. Das sehr gute Sustain der CR250 wird am Ende des Licks deutlich.

Wir schalten nach ganz hinten auf den Humbucker am Steg und hören ein schnell eingespieltes Riff. Die Vintage-Färbung der Pickups bleibt auch bei hohen Gainsettings stets präsent im Klangbild.

Klangbeispiel 5 zeigt ebenfalls den Sound des Steg-Humbuckers, jetzt aber mit einer Sololinie, in der man erneut das gute Sustain wahrnehmen kann.

Fazit

Ehrlich gesagt gab es bislang kein Instrument von Cort, das mich enttäuscht hat. Mit der CR250 beweist der asiatische Hersteller erneut, wieso er zu den größten und erfolgreichsten am Markt zählt. Abgesehen von den Schwächen der Pickups und den etwas zickigen Mechaniken erhält man hier eine Paula-Kopie, die in jeder Hinsicht den Modellen von Epiphone mächtig Konkurrenz macht und selbst bei Gibsons USA-Modellen in einigen Punkten anklopft. Zweifellos eine der besten Paula-Kopien, die ich bislang testen konnte – und das unabhängig von der Preisklasse. Thumbs up!

Plus

  • sehr gute Verarbeitung
  • guter Sound im Zerrbetrieb
  • gute Bespielbarkeit
  • Optik
  • ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • Cleansound etwas charakterlos
  • Mechaniken

Preis

  • Ladenpreis: 449,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    EIne Cort für (fast) alle Fälle. Für die cleanen Sounds noch ’ne Gretsch G5220 dazu und dann passt das für unter 1000 Euros.

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      Stephan Güte  RED

      Alter … da kann sich selbst manche US-Gibson mal ´n Mantel überziehen … und dein Wunsch nach ner schönen und günstigen Gretsch wird bald erfüllt ;)

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