Test: Crane Song Solaris Quantum, High-End DA-Wandler

31. Dezember 2017

Kranich aus Glas

Crane Song Solaris Quantum

Mit dem Solaris Quantum haben Crane Song einen USB-2 High-End Mastering-DAC mit bis zu 211 kHz am Start. Crane Song ist die amerikanische Firma, die seit ihrem ersten Kompressor im Jahr 1996 die Recording-Welt in Verzückung versetzt. Hören wir uns mal an, welche Lieder der Kranich singt.

Eigenschaften

Der Crane Song Solaris Quantum kommt in einem 19“ Rackformat im Stahlblechgehäuse mit einer gebürsteten Alufrontplatte. Der aus dem Gehäuse hervorstehende Kippschalter zum Einschalten fällt sofort auf. Der Solaris ist für sein Aussehen erstaunlich leicht. Ein Kaltgerätestecker wird mitgeliefert.

Zu meinem Erstaunen sind die drei Regler an der Vorderseite keine Potis, sondern gerastete Encoder. Warum das so ist, erschließt sich sofort nach dem Einschalten, wenn das LCD erstrahlt, der Solaris ist nämlich komplett digital gesteuert. Mit dem Regler SOURCE wählt man die Klangquelle. Es kann zwischen USB, Optical, S/PDIF und AES gewählt werden, was im übrigen auch den Anschlüssen auf der Rückseite entspricht. Zusätzlich zu zwei sekundären analogen Ausgängen.

Der GAIN-Regler des Crane Song Solaris Quantum regelt die Lautstärke zwischen OFF, -60 und -0 dBFS, die in 1 dB-Schritten einstellbar ist. Zuletzt gibt es noch den Kopfhörerregler mit entsprechendem Ausgang, der den anderen analogen Ausgängen in nichts nachsteht.

Crane Song – Solaris Quantum

 

Die Ausgangslautstärke der Hauptausgänge wird mit +24 dbu angegeben, diese kann auch auf +18 dBu reduziert werden. Welche Voreinstellungen es noch gibt, dazu gleich mehr. Die Sekundärausgänge sind dagegen fest auf +18 dBU festgelegt. Die Kopfhörer sind mit maximal +24 dbu bei einem Rauschabstand von -88 dbu angeben.

Der Rauschabstand ist bei einem Frequenzgang von 10 bis 20.000 Hz mit -93 dBu angegeben, was auf den ersten Blick nicht gerade berauschend erscheint. Dagegen wird das interne Jitter mit maximal 0,54 pS (Picosekunden) angegeben. Das ist absolut wahnwitzig klein. In einem Interview erzählte Dave Hill, dass der Solaris mit größtem Bedacht auf die Phasenlagen zwischen den Ausgängen und der Stabilität der Sample-Clock konstruiert wurde und wie sehr dies der Klarheit des Klanges zugute kommt.

Da dieses Thema, selbst nach Dave Hill, wieder mal unter das Thema Black Magic fällt, gibt es auf der Crane Song-Homepage eine Abhandlung zu dem Thema, samt Audiobeispielen die auch auf schlechteren Interfaces funktionieren (sollen).

Crane Song – Solaris Quantum – hinten

Noch eine Bemerkung zur Lautstärke. Eigentlich sollte man annehmenm dass +24 dBU auch immer einer Lautstärke von +24 dBU entsprechen, wozu gibt es diese Eichung? Doch der Solaris ist mit Abstand das lauteste Interface, das ich bisher getestet habe und das ohne jedes Anzeichen von Verzerrung. Also etwas Vorsicht beim Anschließen. Im Crane Song Solaris Quantum werkelt im Übrigen ein asynchroner 32 Bit Sampleraten-Konverter von AKM, deswegen wohl auch die 211 kHz.

Inbetriebnahme

Rückseite

Beim Einschalten des Solaris hört man in der Werkseinstellung zuerst einmal nichts, auch danach nicht, wenn man Musik abspielt. Das liegt daran, dass der Wandler beim Einschalten auf „stumm“ gesetzt ist und erst nach Betätigung der MUTE-Taste etwas von sich hören lässt. Das ist leider auch bitter nötig, denn ohne die Stummschaltung beim Einschalten produziert er ein extrem fieses, nicht gerade leises mittenreiches Krachen, dem man gerne zutraut, bei unvorsichtig gestellten Lautstärken die Boxen zu killen. Auch hier gilt: Verstärker bzw. Aktivboxen immer zuletzt einschalten.

Der Crane Song Solaris Quantum verfügt über ein paar Voreinstellungen. Das Menü wird durch Drücken der MUTE-Taste beim Einschalten aufgerufen. Zum einen lässt sich die Skala der Lautstärkekalibrierung zwischen ATT und AVO umschalten. ATT ist ist dabei von 0 bis -60 dBFS und ATT +12 bis -48 dBFS einzustellen. Die PAD-Einstellung reduziert den Hauptausgang auf besagte +18 dBU.

Solaris – Hauptanzeige

Da der Solaris USB-klassenkompatibel ist, benötigt er unter macOS und iOS keine Treiber. Nutzer von Windows 7 und neuerer Versionen laden sich den Treiber von der Crane Song Homepage herunter.

Solaris – Voreinstellungen

Im Betrieb wird der Solaris mal richtig warm. Also hat er nicht umsonst die vielen Lüftungslöcher im Gehäuse. Er sollte deswegen unbedingt mit genügend Freiraum aufgestellt werden und es sollte auch nichts draufgestellt werden, sonst währt das Klangglück nicht allzu lange.

Forum
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    swellkoerper  AHU 2

    Markus, du hast versucht, die klanglichen Eigenheiten in die richtige Relation zu rücken, aber empfiehlst einen Mastering-Grade-Wandler für 2k€ mit einem EQ geradezubiegen. Das klingt nicht sehr schlüssig, zumindest für mich.
    Und wie integriert sich so ein Teil in die Studiolandschaft der Zielgruppe, ohne irgendwelche Wordclock-Anschlüsse? Trotzdem, schöner Test.

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      Markus Schroeder  RED

      Hi swellkoerper, das ist nur die halbe Aussage. Ich habe gesagt, dasss die Kombo Boxen/Wandler _evtl._ problematisch in den den Höhen sein könnte – mir war das einfach zu viel Brillanz mit meiner Kombo.

      Was die Klarheit, Transientendarstellung etc. des Klanges an sich angeht, lässt der Solaris z.B. jeden RME im Regen stehen. Das ist eine ganz andere Liga.

      greetz,
      :)

      PS: Außerdem haben viele Aktivboxen ja auch interne EQ-Optionen zur Raumanpassung – sind die deswegen nicht professionell?

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      psv-ddv  AHU

      Wenn die Raumakustik nicht ganz so will wie die Messmikrofone, wird auch im mastering Bereich gerne mal dauerhaft mir einem EQ kompensiert. Es gibt natürlich auch Puristen, die das gänzlich ablehnen oder Raumakustiker, die ihr Handwerk beherrschen ;-)

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      Markus Schroeder  RED

      Ja auch hier überrrascht der Solaris, wo viele Wandler zwar einen Rauschabstand von jenseits 110dB, aber im Klang dann sonst nicht viel zu bieten haben.
      :)

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    franzzbohr

    Danke für den guten Test. Der Chef von Crane Song heißt jedoch nicht Dave Hall, wie im Test geschrieben, sondern Dave Hill

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    psv-ddv  AHU

    Danke für den Test dieses interessanten Werkzeuges!
    Nun muss ich das Teil wirklich mal selber hören. Das hochpräzise Wandler Schwächen (oder nicht lineare Eigenschaften) in der Wiedergabekette stark hörbar machen können, entspricht auch meiner Erfahrung. Liebgewonnene Referenzaufnahmen klingen unter Umständen nicht mehr ganz so toll. Es gibt aber auch einen Punkt ab dem man unerwartete Ergebnisse als Hinweis zur Überprüfung der Abhörsituation verstehen sollte. Der Dangerous scheint ja besser in Deine Kette zu passen, da er bestimmte Eigenschaften Deiner Monitore kompensiert. Da der Crane Song aber vermutlich der neutralere Wandler von den beiden ist, würde ich an Deiner Stelle vielleicht mal die Raumakustik und im zweiten Schritt eventuell sogar die Monitore überprüfen. Der Vorteil: Eine möglichst lineare Abhörsituation würde es Dir vermutlich ermöglichen die hohe Auflösung eines Wandlers wie des Solaris ohne die von Dir beschriebenen Nachteile zu nutzen. Musik ist dann auch mit einer solchen Audio-Lupe geniessbar. Das basiert jetzt natürlich auf einer Vermutung meinerseits, da ich den Solaris noch nicht gehört habe, aber Deine Beschreibung von Tory Amos Aufnahmen als warm-nasal, macht mich stutzig. Die gehören klanglich eher zum Besten was so im Pop Bereich produziert wurde. Meinst Du denn ein bestimmtes Album?

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      Markus Schroeder  RED

      Hi psv-ddv,
      Du hast in jedem Punkt recht und ja, auch meine Raumakustik muss ich mal wieder über prüfen, ganz besonders nach diesen Erfahrungen. Dazu kommt u.a demnächst ein Test zur Sonarworks Software +Mic.

      Fakt ist aber, dass mein Set noch nie so übermäßig brillant klang wie mit dem Solaris. Außerdem hat der Solaris die Eigenheit, dass die Phantommitte sozusagen ein Gravitationszentrum darstellt, dass alles zu sich zieht. Auch das ist sehr gewöhnungsbedürftig.
      Da aber der Convert-2 in der gleichen Abhörsituation getestet wurde kann es primär nicht an der Abhörsituation liegen. Soviel Raumtreatment ist gar nicht möglich, um diese Eigenheiten des Solarisum nur mit Akustikelementen auszugleichen.

      Außerdem, wie Du sagst, wenn es der Solaris schafft, selbst Tori Amos und ihre langjährigen überaus fähigen Mitarbeiter Mark Hawley, Marcel von Limbook und Jon Astley zu zerpflügen, wirft das Fragen auf.

      Das Nasale ist mir im übrigen auch schon beim Convert-2 aufgefallen, aber noch lange nicht so deutlich.

      Ich denke den Solaris muss man gehört haben um ihn zu verstehen. Eine andere Meinung dazu würde mich sehr interessieren!

      greetz,
      M.

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      Markus Schroeder  RED

      PS: bei Tori habe ich hauptsächlich mit den Alben ab Scarlet’s Walk getestet, weil die produktionstechnisch gefühlt IMHO noch einen Zahn zulegen und das will was heißen.
      :)

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        psv-ddv  AHU

        Von den späteren Alben kenne ich nur „Unrepentant Geraldines“ welches etwas bass betont klingt und ein wenig forsch mit Summenkompression bearbeitet wurde. Trotzdem klingt es super. Nasalität fällt mir da nicht auf. Meine Referenz ist was T.Amos angeht eher „Under the Pink“ da wurde auf der Stimme zwar viel mit Kompression experimentiert, im Mastering aber weniger komprimiert. Ein unglaublich gut klingendes Album, wenn man mit der Musik klarkommt. Als Test für die Laufzeitrichtigkeit der Wiedergabekette und für das Erstreflektionsverhalten der Raumakustik empfehle ich „Amused to Death“ von R.Waters, die mit Q Sound aufgenommen wurde. Wenn die Ortung 360grad um die Hörposition herum möglich ist stimmt alles. Die Synth pads müssen wirklich von hinten kommen. Bei der Ortbarkeit von Signalen spielen Monitore und Raumakustik die größte Rolle dann erst die Qualität der Wandler, dann der Endstufen, dann der PreAmps/Pult/Monitorcontroller.
        Einen guten Rutsch nach 2018 allerseits!!

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          Markus Schroeder  RED

          Roger Waters ist nicht so meine Schiene, also Danke für den Tip.

          Rutsch auch gut! :)

          Und um diee Tori-Resonanz muss ich mich auch mal kümmern.

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    falconi  RED

    Der Logik einer reinen „Formatwandlung“ folgend, müsste der korrespondierende A/D-Wandler entsprechend „dunkler“ klingen.
    In ein digitales Signal kann ja dummerweise keiner reinhören. Das geht nur über einen D/A-Wandler. Wenn wir einmal voraussetzen, dass der Solaris „richtig“ klingt, klingen automatisch die meisten A/D-Wandler „falsch“, nämlich zu „hell“ – die sind es also, und nicht der Solaris. Ein künftiger, gleichfalls „richtiger“, Cranesong-A/D-Wandler müsste vergleichsweise „dunkel“ klingen.

    Problematischer wird das Erklärungsmuster beim Thema „Auflösungsvermögen“: Der korrespondierende A/D-Wandler darf jedenfalls nicht „verwaschen“ klingen, damit er zu dem analytisch klingenden D/A-Wandler passt – „Informationsverlust“ ist nicht umkehrbar. Ich vermute, die gefühlte, hohe Analytik ist eher ein Ergebnis des hellen Klangcharakters und somit der Psychoakustik zuzuordnen.

    Nicht vergessen: Nach einer A/D-„Encodierung“- und D/A-„Decodierung“ muss es klingen wie durch ein gutes, kurzes Kabel. Wichtiger für Musikschaffende: Die Mehrzahl der D/A-Wandler bei den Konsumenten klingt nicht hochanalytisch. In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass ein Mastering Studio, welches über einen ungewöhnlich hell und hoch auflösend klingenden Wandler abhört, dem Endverbraucher dunkel und undifferenziert klingende Mischungen anliefert.

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      Markus Schroeder  RED

      Dem noch hinzugefügt sei, dass die Qualität anlogen Vor- und Endstufen einer AD/DA-Wandlung um ein vielfaches mehr zum Klangcharakter beitragen als der Wandlerchip.

      Und es gibt zig Schaltungs-Designs im anlogen Bereich die sich unterscheiden wie Tag und Nacht und trotzdem allesamt analytisch / audiophil klingen.

      Und ja, wenn der Wandler zu hell klingt liefert man automatisch „dunklere“ Mixe ab.

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        falconi  RED

        Ja! Darauf wollte ich aber gar nicht hinaus. Sondern auf das Thema „verlustfreie Formatwandlung“. Das ist nämlich eigentlich so „langweilig“ wie ein gutes, kurzes Stück Kabel zwischen Quelle und Senke. Also nicht subjektiv und auch nicht wirklich „audiophil“ (was auch immer das Wort bedeutet).

        Warten wir mal auf den „Next Level“-Cranesong-A/D-Wandler: Wenn die Kombination beider am Ausgang des Solaris anders klingt als ein Kabel zwischen analoger Quelle und Senke, klingt eines der Geräte falsch. Wenn es genauso klingt, sind beide Geräte „falsch“ (und inkompatibel zum Rest der Welt) – oder…richtig(!).

        Ich bin auf jeden Fall nicht gegen den technischen Fortschritt und gegen „richtig“ klingende A/D- und D/A-Wandler, sondern dafür, dass auch die Konsumenten auf hochwertigen D/A-Wandlern abhören, so dass die Übertragungskette am Ende „zusammenpasst“ und besser klingt als die bisherige Digitaltechnik bei Musikschaffenden und Verbrauchern.

        Guten Rutsch!

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          psv-ddv  AHU

          Stimme Dir voll zu und bin, insbesondere was Deinen letzten Satz angeht, ziemlich optimistisch. Es ist ja jetzt schon schwerer die alten richtig dreckigen Wandler zu simulieren als eine halbwegs lineare Formatwandlung umzusetzen. Das wird schon :-)
          Rutsch gut rüber!
          F.

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      Markus Schroeder  RED

      PS: „dunkel und undifferenziert klingende Mischungen anliefert.“

      Undifferenziert? Eine hochauflösende Bearberbeitung reicht ihre Vorteile immer an eine downgesamplte / bzw. presiwerte D/A weiter. Die Vorteile werden zwar m.u. deutlich geringer, aber nachteilig? Das muss ich noch erleben.

      :)

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        falconi  RED

        Genau darüber habe ich auch nachgedacht, als ich das geschrieben habe.;)

        Du hast natürlich grundsätzlich recht. Aber: „hell“ und „transparent, analytisch, differenziert…“ sind nun einmal psychoakustisch verknüpft. Sprich: Wenn ich auf einem ungewöhnlich differenziert klingenden Wandler abhöre, mische ich einfach anders. Konkret: Weniger Hall, weniger Höhen und damit zu wenig für den Otto Normal-Hörer, der eine weniger fein auflösende Stereoanlage hat. Wenn ich streng „kundenorientiert“ mische, muss ich die Abhörsituation kompensieren, und das passiert in der „Industrie“ ja auch (auch wenn das Thema Wandler dabei nur eine untergeordnete Rolle spielt).

        Das Phänomen gibt es ja in viel größerem Maße bei Monitoren und „typischen Abhörsituationen“. Daher klingt manche „audiophile“ Mischung eben nur auf wirklich guten Stereoanlagen beeindruckend, egal wie genau und hochauflösend sie ist. Auf einer typischen Alltagsabhöre klingt sie schlicht langweilig – die „Informationen“ (natürliche Räumlichkeit, tiefe Bässe, luftige Höhen) sind zwar vorhanden, aber sie werden nicht ausgewertet und „verstanden“. Was zählt sind Pegel, Mittenbrett, Fokussierung auf bestimmte Elemente – bei mehrmaligem Hören gibt es nicht mehr viel zu „entdecken“.

        Lange Rede, kurzer Sinn: Ich werde mir den Solaris demnächst mal anhören!

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          Markus Schroeder  RED

          +1

          Wollte das noch loswerden, da wir es gerade von der Qualität von Mischen / Mastern haben. Ich bin grad dabei ein Album für einen Freund zu mastern. Nun wieder auf dem K-Mix. Es ist möglich aber um so viel anstrengender die Feinheiten und Fehler rauszuhören, die mir der Solaris (und auch der Convert-2) auf dem Silbertablett serviert hat. Mit dem war um so viel entspannter zu arbeiten!

          Selten habe ich Testgeräte so ungern zurückgeschickt!

          :)

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    Kyotonic

    Auch wenn es mich mal interessieren würde wie meine iTunes-Bibliothek damit klingt, ist es wohl ausschließlich etwas für Profis oder HiFi-Freaks, die nur die besten Aufnahmen zum Rotwein auflegen. Schön das es etwas wirklich kompromissloses abseits von einem billigen und gewinnoptimierten China-RME ADI-2 gibt. Und das nur für einen Tausi mehr. :) P.S.: Muss das Ding nicht so warm werden bevor du eine Warnung rausschickst? Das nennt man doch Betriebstemperatur? Frag lieber nochmal den Dave Hill. ;)

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      Markus Schroeder  RED

      Ja, der Soalris hat eine höhere Betreibstemperatur als z.B. Der Convert-2 oder der K-Mix, oder das UFX, oder das Presonus Quantum oder Focusrite.
      Für ausreichend Befüftung, auch z.B. Gummifüße für den Tischbetrieb, ist zu sorgen. Dann ist das alles kein Problem.
      Als Buchablage ungeeignet. :)

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    digital-synthologie  AHU

    Philosophische Phrage zum Jahresende:
    Wenn ich mir einen teuren Wandler kaufe und dann über meine 3000-Euro-Boxen abhöre, die ja vorher wieder nach Digital wandeln, ist dann da nicht irgendwo der Wurm drin? Wäre es da. Ich sinnvoller, gleich digital zu bleiben?

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      Markus Schroeder  RED

      Diese Fragen hatten wir beim KSdigital C8 Test auch diskutiert.
      Persönlich denke ich schon, dass da ein Wurm ist.

      Es gibt ja Class D Boxen die einen Digitaleingang haben. z.B. KS Digital ADM-20 mit AES/EBU-Eingang.
      Class D Boxen ohne Digitaleingang würde ich mir gar nicht erst zulegen.

      Allenfalls eine bessere Clock im Digital Interface könnte da noch was bringen.

      Meine Meinung, aber ich hab noch nicht derart gearbeitet.

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        psv-ddv  AHU

        Es gibt da Unterschiede. Vereinfacht dargestellt: Einige wenige Class D Endstufen sind so aufgebaut, dass sie den D/A Wandlungsprozess gleich integrieren. Das ist aber nicht die Norm. Class D bedeutet nicht Digital im herkömmlichen Sinne sondern bezieht sich lediglich auf das analoge Verstärkungsprinzip. Die meisten Class D Endstufen benötigen zusätzlich einen vorgeschalteten D/A Wandler um die Digitalen Eingangssignale zu verstärken. In diesem Falle muss man abwägen, ob man dem Hersteller der Monitore vernünftige Wandlertechnik zutraut es könnte also durchaus mit analogen Eingangssignalen aus einem externen Wandler unter Umgehung des on-board D/A Wandlers der Monitore besser klingen. Alles nich mehr so einfach…

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    falconi  RED

    Genau. Ein „digitaler“ Verstärker arbeitet mit Pulsweite- bzw. Pulsdichtemodulation und anschließender Tiefpassfilterung (spätestens im eigentlichen Lautsprecher), was vom Prinzip mit dem DSD-Format verwandt ist, aber nichts mit PCM gemein hat, wie es – aus gutem Grunde – zur Signalverarbeitung verwendet wird. Selbst einfache Rechenoperationen sind im DSD-Format nämlich nicht unmittelbar durchführbar. Eine in gewissem Maße fehlerbehaftete Formatumwandlung nach PCM und zurück ist also immer notwendig, wenn auch nicht zwingend über den analogen Umweg…

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    Kyotonic

    Also, wenn der Raumakustiker kommt….. dann steht doch bereits das gesamte Setup? Klingt der Crane hell, dann wird doch mehr gedämpft, zumindest wie es der Arbeit zuträglich ist. Hier werden verschiedene Setups in ein und den selben Raum geschoben. Ist das nicht der Denkfehler, der in professionellen Umgebungen so nicht vorkommt und werden die Abhörumgebungen bei „schlechteren“ Wandlern nicht phasenkorrigiert und in kritischen Bereichen verbessert? Die digitaltechnik hat doch den ersten Vorteil der reproduzierbarkeit und messbarkeit mit weniger Abweichungen, was an sich, neben den Ohren von Technikern, schon mal für mehr Demokratie in Studioumgebungen führt. Dann wird doch auch immer der Komplex Küchenradio/Hifi-Anlage/schlechte Monitore, als Beispiel in Studios angeführt um Ottonormalumgebung zu simulieren. Das helle Wandler als Ausnahme dunkle Mixe abliefern halte ich für unwahrscheinlich. Eher ist es wohl so das Profistudios grundsätzlich heller klingen, was angeblich so tolle Alan Parsons Mischungen, so glaube ich, gut aufzeigen. Ob „Eve“ oder „Tales of Mystery and Imagination“ ist da fast egal. Dann kommt noch der Loudness-Button…. Bei alten Platten oder CD’s war der gerne mal drin. Bei Deadmau5 oder anderen modernen Kram sollte die Loudness EQ-Kurve gerne mal auf den Kopf gestellt werden. Vereinfacht gesagt. :) Frohes Neues!

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    psv-ddv  AHU

    Das ist schon ein interessantes Problem, das Du da ansprichst. Was bringt ein akustisch optimiertes Profistudio, wenn es zu weit von der durchschnittlichen Abhörumgebung der Konsumenten abweicht? 1. Tendenziell sind akustisch behandelte Räume weniger reflektiv, d.h. also „dumpfer“ als das klassische Wohnzimmer wobei sich da eher die zeitliche Ausprägung und Verteilung unterscheiden als die RT60 (Nachhallzeit) an sich. 2. Da die Abhörumgebung beim Konsumenten stark unterschiedlich ist (Kopfhörer bis Schwimmbad) ist der erste Masstab für eine professionelle Abhörumgebung immer eine möglichst frequenz- und laufzeitneutrale Wiedergabe. Der Nachhall bzw. die Bedämpfung ist dann eine Frage der Klangphilsosphie des Planers. Wichtig ist es die Reflektionen so zu gestalten, dass sie weder die Durchhörbarkeit noch die natürliche Wiedergabequalität stören. 3.Eine gute Akustikplanung wird immer zuerst gemacht. Der Klang des später eingesetzten Equipments spielt dabei keine Rolle. Darf er auch nicht. Da Geräte im Normalfall schneller veralten und günstiger zu wechseln sind als der Innenausbau. Man geht im allgemeinen davon aus, dass sich professionelle Studiotechnik auch möglichst linear verhält.
    Wie Du richtig bemerkst gibt es trotz dieser Prämissen immer noch genug „Raum“ für qualitative Unterschiede. Frohes neues Jahr!

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      Kyotonic

      Hmmm. Klar wird die Raumplanung zuerst gemacht. Raumanpassungen, bzw. Bedämpfung und vor allem die Hörposition sind aber doch nach wie vor verhandelbar? Ein Summen-EQ und digitale Monitore mit Einmesstechnik werden nach einem eklatanten Wandlertausch doch bestimmt angepasst. Was mir hierbei in den Kopf kommt, ist die Handselektion der Wandler und die spezielle Anfertigung für diesen Zweck, was auch immer das bedeutet. Diese Matched-Pair-Philosophie ist wohl essentiell für den Crane und vielleicht auch der Grund für die zementierte Mitte mit Sogwirkung. Das geht wahrscheinlich zu 100% gegen allgemeine Hörgewohnheiten und wir haben (zum Glück?) noch andere Elemente in der Kette die diesen Effekt abschwächen um nicht wahnsinnig zu werden. Vielleicht am ehesten zu vergleichen mit einem klangtoten Raum, nur halt im Audiobereich. Ich kann mir schon vorstellen das ein derartiger Wandler, wenn er auf ebenfalls stramm lineare Komponenten trifft, auch Raumanpassungen erforderlich macht. Nicht baulich aber akustisch eben. Der Natürlichkeit halber.

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        Kyotonic

        Ich persönlich habe schon Luftsprünge beim Wechsel von M-Audio zu RME gemacht, wobei das am Mix nicht wirklich was geändert hat. Nur die Transparenz (bessere Phasenkohärenz?) war plötzlich da und vor allem subjektiv mehr Höhen, was an sich doch nicht sein kann, jedenfalls nicht im quantitativen Maßstab. Ob die AD-Wandlung beim mixen so wichtig ist, wage aufgrund dieser Erfahrung zu bezweifeln. Das Wiedergabegerät war schon immer der Schlüssel wenn es um die Dekodierung für die menschlichen Ohren ging. Die Samplefrequenz ist dabei wahrscheinlich weniger wichtig als tatsächlich identische Wandler mit exaktem Verhalten. Wer Lust an der Qual hat, kann ja bei z.B. 10 Ausgängen am Interface mal checken welche Rechts/Links-Kombo am besten klingt? :) Ich persönlich bevorzuge immer analoge Ausgänge. Als Chaostheoretiker der ich gerne wäre, habe ich folgende These. Ist ein Vorgang hinreichend komplex, ist er mit Technik alleine nicht mehr zu beherrschen. Dann müssen die analogen/chaotischen Eigenschaften herhalten um eine Reinigung des Systems zu vollziehen. Damit wird Natürlichkeit und ein lebendiger Klang gewährleistet. Die Endkontrolle erfolgt dann durch den Menschen. Das beste Messinstrument im ganzen Kosmos. Jedenfalls wenn es um Spezies-identische Wahrnehmung geht. :)

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