Zwei Reverbs in einer Kiste - ideal für Gitarre, Synths und mehr!
Das Crazy Tube Circuits Mirage Dual Reverb Pedal liefert hochwertigste Reverbs und bietet dabei umfangreiche Routing-Möglichkeiten.
- Was ist es? Crazy Tube Circuits Mirage, Dual-Reverb-Pedal, liefert zwei hochwertige Reverb-Engines mit flexiblen Routing-Optionen.
- Dual Engine: Zwei unabhängige Reverbs mit je 2×8 Algorithmen für klassische und Ambient-Sounds.
- Flexibles Routing: Stereo, Mono, Dual-Mono und Send/Return für kreative Signalführung.
- Praxisstark: Ideal für Gitarre, Synths und Drums.
- Preis-Leistungs-Tipp: Klanglich auf Top-Niveau und günstiger als das Strymon Big Sky.
Inhaltsverzeichnis
Wenn man auf der Suche nach einem hochwertigen Effekt in Pedalform ist, kommt man am griechischen Hersteller Crazy Tube Circuits wohl nicht vorbei. Erst in den vergangenen Wochen hatte ich das Venus-Overdrive-Pedal zum Test hier und war beeindruckt von der klanglichen Qualität der kleinen Kiste. Dementsprechend gehe ich nun auch mit hohen Erwartungen an das Mirage-Pedal – und kann schon mal spoilern: Sie wurden nicht enttäuscht.
Crazy Tube Circuits Mirage Dual Reverb – Facts
Die Facts des Crazy Tube Circuits Mirage Dual Reverb Pedals in Kürze:
- Dual-Reverb-Engine mit zwei unabhängig arbeitenden Sektionen in einem Gehäuse
- 2×8 Algorithmen pro Engine
- Zwei Sound-Bänke: „Classic“ (Plate, Spring, Room etc.) & „Ambient“ (Shimmer, Infinite, Repeater etc.)
- Flexibles Routing: Mono, Stereo, Dual-Mono oder Mono-to-Stereo möglich
- Interner Effektweg (Send/Return) zwischen den beiden Engines für kreative Signalpfade
- Analoges Dry-Signal für maximale Klangtreue und Headroom
- Fünf Regler pro Seite: Volume, Mix, Voice, Swell und Excite
- Shift- und Assign-Taster zur Feinabstimmung der Parameter und Modulationsoptionen
- True- oder Buffered-Bypass mit optionalen Trails
- Kill-Dry-Funktion für Wet-only-Betrieb
- Expression-kompatibel für dynamische Steuerung von Swell oder Excite
- Robustes Boutique-Pedal aus Griechenland, 9V-Betrieb, ca. 325,- Euro
Was Größe und Gewicht des Pedals angeht, befinden wir uns hier im absoluten Normalbereich. Mit etwa 12,3 × 9,7 × 5,4 cm und knapp 500 g ist das Pedal kein Problem für Pedalboards, die meisten Anschlüsse befinden sich dankenswerterweise an der Stirnseite. Lediglich der Anschluss für ein externes Expression-Pedal sitzt an der linken Gehäuseseite. Dieser wirkt sich ausschließlich auf Reverb-Engine 2 aus. Ein Pedal mit TRS-Anschluss und einem linearen Poti mit maximal 100 kΩ kann hier angeschlossen werden.
Die Reverb-Algorithmen
Jede der beiden Reverb-Engines des Crazy Tube Circuits Mirage Dual Reverb verfügt über identische Algorithmen. Jeweils acht davon sind direkt mithilfe des Voice-Reglers aufrufbar. Ein Shift-Schalter ermöglicht je Engine den Zugriff auf acht weitere Sounds. Die ersten acht Algorithmen sind den „klassischen“ Reverbs vorbehalten. Hier finden wir:
- Plate
- Cathedral
- Hall
- Room
- Spring
- Springier
- Incindown
- Gated
Der Swell- und der Excite-Regler haben hier jeweils unterschiedliche Funktionen – ebenso bei den nächsten acht Algorithmen, die da wären:
- Up Shimmer
- Down Shimmer
- Dual Shimmer
- Pitch Shimmer
- Repeater
- Moduverb
- Frozen Hall
- Infinite
Da beide Engines hintereinander, nebeneinander oder einzeln betrieben werden können, ergeben sich unzählige Möglichkeiten des Routings.
Die Bedienung des Mirage-Reverbs
Wenn man die Bedienungsanleitung des Crazy Tube Circuits Mirage Dual Reverb zur Hand hat, ist die Bedienung ein Kinderspiel – mit Ausnahme der sich im Inneren befindlichen Mini-Schalter. Wenn man sich einmal entschieden hat, wie man das Gerät im eigenen Setup nutzen möchte, sollte man sich in Ruhe mit den Möglichkeiten dieser Schalter auseinandersetzen.
Je Engine gibt es einen Kill-Dry-Schalter, der wie folgt arbeitet:
- OFF: Standard-50/50-Wet-Dry-Mix
- ON: 100 % Wet / 0 % Dry (Kill Dry)
Kill Dry kann ausschließlich im True-Bypass-Modus genutzt werden. Ist der Buffered Bypass samt aktivierten Trails (also dem Ausklingen des Effekts beim Um- und Ausschalten) aktiviert, kommt im 100 %-Mix-Modus kein Signal mehr aus dem Mirage.
Der Bypass-Modus kann pro Engine eingestellt werden. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:
- TRUE: True Bypass über ein High-Quality-Relais
- TAILS: Buffered Bypass mit Erhalt des Effektsignals beim Schalten
Zu guter Letzt ist noch ein kleines Schalterchen extrem wichtig: der Routing-Assignment-Switch. Hier wird festgelegt, ob das Pedal im MISO-Modus (Mono In, Stereo Out) oder im SOS-Modus (Stereo oder seriell oder separat) betrieben wird. Diese kleinen Schalter sind also essenziell – leider aber nur erreichbar, wenn man die vier Schrauben des Bodenblechs löst. Hmpf. Ob ich das gut finden soll?
Das Routing
Das Routing des Crazy Tube Circuits Mirage Dual Reverb ist eine der zentralen Funktionen. Mit dem seriellen Routing kann man die beiden Reverb-Engines stacken oder jede Engine unabhängig für zwei Mono-Reverb-Presets verwenden. Die Send/Return-Effektschleife zwischen Engine 1 und Engine 2 eignet sich hervorragend zum Hinzufügen von Modulations-, Delay-, Filter- oder sogar Distortion-/Fuzz-Pedalen für erweiterte Klangexperimente.
Stereo- oder separates Routing ermöglicht es, die Kanäle links und rechts unabhängig voneinander zu bearbeiten und jedem einen eigenen Hall zuzuweisen – oder man wählt leicht unterschiedliche Reverbs im selben Algorithmus, um das Stereobild zu erweitern. Es ist auch möglich, zwei völlig unabhängige Mono-Setups mit jeweils einem eigenen Fußschalter zu betreiben.
Das Mirage Reverb in der Praxis im FreqPort-Loop
Hat man einmal sein bevorzugtes Setup gefunden und alle Minischalter im Gehäuse in die richtige Position gebracht, kann es eigentlich losgehen. Um einige der verschiedenen Reverb-Algorithmen zu demonstrieren, habe ich das Crazy Tube Circuits Mirage Dual Reverb im Stereo-Modus per Freqport FreqInOut mit der DAW gekoppelt. Somit lässt sich das Mirage wie ein Plug-in handhaben – und ich kann in Echtzeit fummeln, drehen, entdecken. Klasse.
Zunächst nehme ich ein Lick auf, das die Eigenschaften des Halls aus dem Mirage demonstrieren soll. Ich schalte mich durch einige Einstellungen; die Namen der Files geben Auskunft über den verwendeten Algorithmus. Ich habe bewusst dezente Einstellungen gewählt – also genau hinhören!
Da das Crazy Tube Circuits Mirage Dual Reverb auch für Keyboarder interessant ist und sogar bei den Drums hervorragende Dienste leisten kann, folgen jetzt ein paar Klangbeispiele mit Snare und Synths. Auch hier geben die Namen der Files Auskunft über den jeweils verwendeten Algorithmus, sogar nach linkem und rechtem Kanal getrennt. Der Effekt wird jeweils beim Bouncen in Echtzeit modifiziert, das ist dank des FreqPort FreqInOut kein Problem.
Alternativen zum Crazy Tube Circuits Mirage
Wer Alternativen sucht, kommt um das Strymon Big Sky nicht herum. Allerdings ist das Mirage rund 130,- Euro günstiger, im Vergleich zum Big Sky MX Dual Engine Reverb sogar rund 350,- Euro und es klingt absolut fantastisch. Das Walrus Audio Slöer spielt preislich in der gleichen Liga, bietet aber auch nur eine Engine. Die zwei unabhängigen Reverb-Engines würden mich zum Mirage greifen lassen.

































Hallöchen,
die 9 Beispielsounds mit der Gitarre sind leider irgendwie nutzlos. Die Gitarre selber klingt supergut, aber man hört fast keinen Hall. Außerdem braucht man für eine Rockgitarre gar nicht diese extremen Hallarten. Eine Cleangitarre mit höherem Hallanteil wäre doch schöner, damit man die Unterschiede auch hört.
@Zwo5eins Ich habe bei den 9 Einspielern mit Gitarre auch keinerlei Unterschied gehört. Finde ich aber gut: GAS 329,- € auszugeben im Keim erstickt ;-)
Zumindest von den Thm. Tonbeispielen gefällt mir das „TC Electronic Hall of Fame 2 “ recht gut. Ist auch Stereo, für 220,- € könnte man zwei hintereinander schalten und hätte immer noch 110,- € gespart.
Mir würde aber auch schon eines reichen. Dazu noch für 169,- € eine HB Offsetgitarre und für die restlichen 40,- € kann man noch Eis essen gehen und dick werden, damit die Gitarre besser gepolstert hängt.
@Drahtzieher Also ich höre hier himmelweite Unterschiede. Nur mal für mich (zum Glück liest hier keiner mit… 😁) Worüber hört ihr die Soundfiles ab? Oder wie lange hört ihr in die Files rein? Gerade am Ende ist der Effekt doch deutlich hörbar, oder? Ich habe mich beim Einspielen an praxisorientierte Settings gehalten. Würde mich mal interessieren, damit ich das nächstes Mal anders machen kann.
@Jan Steiger Ich habe jetzt noch dreimal reingehört: Genelec 8020, AKG K271 mit Realphones Korrektur (Kopfhörer + Raum) und 1 x AKG ohne Korrektur.
Generell ist der Nachhall bei #2 etwas kürzer und trockener, #6 hat eine Rauschfahne am Schluss, #7 auch, nur weniger intensiv und #8 klingt mit minimalen Wiederholungen etwas länger nach.
Bei Genelec und AKG mit Korrektur (= brillanter und Krossfeed) höre ich im Spiel kaum Unterschiede, im Bandkontext gehen die meiner Meinung nach ganz unter.
AKG ohne Korrektur klingt etwas hohler, mittiger und R / L ist strikt getrennt. Hier höre ich auch im Spiel etwas mehr Hall und minimale Unterschiede.
Der Hall im Ausklang wird im Soundmix, d.h. Bandkontext (man spielt ja und pausiert nicht) kaum wahrnehmbar sein, bzw. die Klangfarbe keine Rolle spielen.
Ich denke, es ist vernünftig, eine praxisgerechte Halleinstellung (= Matschvermeidung) so zu gestalten, dass der Unterschied erst deutlich wahrnehmbar ist, wenn man sie ausschaltet. (wie bei manch anderem Effekt). Bei einer solchen Einstellung mögen die verschiedenen Halltypen dann aber eine untergeordnete Rolle spielen. Da höre ich eher den Unterschied, ob ein Hall voll und dicht, oder eher blechern, schepprig (billig) klingt.
Generell denke ich, dass der Hall bei einer cleanen Gitarre am besten wahrgenommen werden kann. „Praxisgerecht“ aber auch da eher dezent ( z.B. B.B. King)
@Jan Steiger Ich habe noch einmal ein paar Youtubes dazu geschaut. Ich denke, das Pedal spielt seine Besonderheiten eher in Richtung David Gilmour oder U2 aus, als bei Brot und Butter Spiel / Einstellung. Da dürfte es auch das TC in den Schatten stellen, weil der Hall ja zu 90% den Sound bestimmt und die Gitarrensaite nur den kurzen Impuls setzt.
Kommt wohl auf die Musikrichtung die man spielt an.