Vielseitiger Budget-Sequencer für Eurorack und MIDI
Mit dem Cre8audio Programm testen wir für euch einen kompakten Sequencer, der MIDI- und Analog-Equipment gleichermaßen antreiben kann und bei minimalem Platzbedarf maximalen Spaßfaktor verspricht. Der Hersteller Cre8audio ist ja bekannt für einsteigerfreundliche und vor allen Dingen bezahlbare Hardware. Unter diesem Gesichtspunkt werfen wir einen prüfenden Blick auf die Feature-Liste des Cre8audio Programm und klären dabei: Wie viel Performance steckt wirklich in ihm und für wen lohnt sich die Anschaffung?
Was ist es? Der Cre8audio Programm ist ein kompakter Performance-Sequencer, der MIDI- und Analog-Equipment gleichzeitig steuern kann.
- Konzept: Der Cre8audio Programm bietet zwölf unabhängige Spuren, davon acht Drum- und vier Melodiekanäle, mit MIDI- und CV/Gate-Ausgängen für die Drum- und zwei Melodiespuren.
- Bedienung: Die Oberfläche des Sequencers ist logisch strukturiert und ermöglicht eine effiziente beidhändige Bedienung, erfordert jedoch eine intensive Einarbeitung aufgrund der Funktionsvielfalt.
- Generative Funktionen: Ein algorithmischer Pattern-Generator bietet vier Algorithmen und sechs Parameter zur Beeinflussung der Pattern-Erzeugung, was abwechslungsreiche Variationen ermöglicht.
- Eurorack-Integration: Das Gerät kann als Desktop-Sequencer oder als 40 TE breites Eurorack-Modul betrieben werden, wobei es eine geringe Einbautiefe aufweist.
- Schwächen: Die Spuren drei und vier bieten ausschließlich MIDI-Ausgabe, was die analoge Steuerung für diese Kanäle ausschließt.
- Verarbeitung: Das Gehäuse und die Bedienelemente sind gut verarbeitet, mit präzisen Reglern und reaktionsschnellen Tasten.
Inhaltsverzeichnis
Was ist der Cre8audio Programm?
Der Cre8audio Programm ist ein kompakter Performance-Sequencer, der für die gleichzeitige Steuerung von MIDI- und Analog-Equipment entwickelt wurde.
Er verfügt über zwölf unabhängige Spuren, aufgeteilt in acht Drum- und vier Melodiekanäle und fungiert damit als kreatives Bindeglied im Studio oder im Live-Setup. Alle Spuren des Cre8audio Programm senden MIDI-Daten. Die acht Drum- und zwei der Melodiespuren können aber auch über analoge CV/Gate-Ausgänge direkt Eurorack-Systeme oder semi-modulare Synthesizer ansteuern.
Neben dem klassischen Step-Sequencing und Live-Recording bietet der Programm viele generative Funktionen und Zufallsalgorithmen in Echtzeit, um mit ihnen komplexe musikalische Muster erzeugen zu können.
Der Cre8audio Programm kann als Desktop-Sequencer auf eurem Studiotisch betrieben werden, lässt sich aber auch als Modul in ein Eurorack-Gehäuse einbauen.
Erster Eindruck und Lieferumfang
Frisch aus der hübsch gestalteten Umverpackung entnommen, schälen wir den Cre8audio Programm aus seiner Schutzfolie. Dazu finden wir dann auch das passende Steckernetzteil für die Stromversorgung, geliefert mit Steckeradaptern für Steckdosenarten aller Herren Länder.
Darüber hinaus finden wir noch ein TRS-A-Miniklinke zu MIDI-DIN5-Adapterkabel und einen gedruckten Quick-Start-Guide. Das ausführliche Bedienungshandbuch und die aktuelle Firmware für den Cre8audio Programm gibt es auf der Herstellerwebseite als Download.
Haptik
Die Gehäusewanne des Probanden besteht aus schwarzem Plastik und besitzt auf der Unterseite vier Gummifüße für einen rutschfesten Stand. Das gesamte Gehäuse weist eine sehr gute Verarbeitung auf, hier finden wir keine scharfen Kanten, Ecken oder gar Grate. Passgenau eingesetzt und mit vier schwarzen Schrauben fixiert sitzt der Cre8audio Programm darin wie eingegossen und bietet dabei einen leicht angeschrägten und damit ergonomisch gut vorgewählten Arbeitswinkel.
Die Buttons in den Grids des Cre8audio Programm fühlen sich vielleicht ein wenig wabbelig an, haben aber beim Drücken einen gut fühlbaren Druckpunkt. Die Regler haben eine gummierte Oberfläche, die für einen guten Grip sorgt. Mal kurz an jedem Regler gedreht, spüre ich im Regelweg durchgängig einen sanften, sehr angenehmen Widerstand.
Die weiße Beschriftung ist auf dem schwarzen Untergrund sehr gut ablesbar und führt den Benutzer, unterstützt durch zielführende Strichverbindungen, durch die klar strukturierte Bedienoberfläche.
Die Rückseite ziert Ton in Ton das eingelassene Cre8audio-Logo, sehr hübsch! Rechts daneben finden wir die Buchse für die Stromversorgung und den Power-Schalter. Dieser Schalter rastet mit einem saftigen Knacken in seine beiden Positionen Aus und An, das macht Eindruck, weckt Vertrauen und ist in diesem Moment auch genau das richtige Stichwort. Geben wir dem Cre8audio Programm also einfach mal Saft: Knack!
Nach einem hübschen Lichtspiel auf dem Tastenfeld meldet sich der Cre8audio Programm zur Arbeit. Jetzt zeigt sich auch, dass die Buttons sauber reagieren und die Funktionen ohne jede Verzögerung direkt umsetzen, was für eine sehr gute Programmierung der Firmware spricht. Die Buttons leuchten dezent, aber hell genug, sodass man jederzeit über alle Zustände im Bilde ist. Die Auflösung der Potis ist zudem sehr gut skaliert, wodurch man Werte sehr genau einstellen kann.
Alles in allem habe ich in diesem Abschnitt absolut nichts auszusetzen und gebe dem Cre8audio Programm in dieser Kategorie eine Eins mit Sternchen.
Bedienelemente
An dieser Stelle im Test machen wir wie immer unseren Spaziergang über die Bedienoberfläche des Probanden. Dabei erkläre ich in kompakter Form die Bedienelemente und die dazugehörigen Funktionen. Sollte es hier wissenswerte Besonderheiten geben, werden die auch gleich an Ort und Stelle abgeklärt. Also Wegzehrung eingepackt und Wanderschuhe angezogen: Los geht’s!
Wir nähern uns dem Cre8audio Programm von links oben und entdecken, wie auf einer Perlenschnur aufgefädelt, eine Reihe von Eurorack-Buchsen. Ganz links beginnt diese Armada mit den Trigger-Ausgängen für die acht Drum-Kanäle, gefolgt von den zwei Instrumentenkanälen, die jeweils eine Buchse für den Ausgang von Pitch, CV-Modulation und Gate bereitstellen. Die acht Drum-Kanäle und die beiden Gate-Ausgänge der Instrumentenkanäle zeigen ihre Aktivität durch darunterliegende LEDs an.
Hier muss ich mal kurz anfangen zu mosern. Die Abstände zwischen den Buchsen sind sehr gering, was zur Folge hat, dass ich meine geliebten Analogue Solutions LED-Kabel nicht durchgehend nutzen kann. Die schlanken Kabel von Doepfer machen hier aber keine Probleme.
Rechts neben den Ausgängen folgt dann der Eingang Chance In, mit dem wir die Möglichkeit bekommen, mithilfe externer Modulation durch Control-Voltage, Zufallseffekte auf wichtige Parameter der Patterns anzuwenden. Dies kann für einzelne Spuren oder auch für alle Spuren erfolgen.
Die nächste Buchse RESET IN dürfte klar sein, hier eingehende Trigger setzen den Cre8audio Programm auf Step 1 zurück. Die Buchse RESET OUT daneben findet man nicht in jedem Sequencer. Sie sendet einen analogen 5-V-Gate-Impuls beim Starten oder Stoppen des Sequencers, beim Empfang eines Gate-Signals am Eingang RESET IN, beim Empfang eines MIDI-Clock-Start-Befehls während der Wiedergabe (bei deaktiviertem MIDI-Thru) sowie beim Drücken der Taste PLAY während der Wiedergabe.
Rechts neben dem Reset-Gespann sitzen die beiden Buchsen MIDI TRS IN und MIDI TRS OUT. Cre8audio setzt hier auf den TRS-A-Standard. Über den MIDI OUT schickt der Programm die Noten und CC-Daten aller zwölf Spuren parallel auf Reisen. Der MIDI IN wiederum erlaubt es zum Beispiel, Melodien über ein externes Keyboard direkt in die Spuren des Cre8audio Programm einzuspielen.
Den Abschluss ganz rechts bilden dann noch die beiden Buchsen für CLOCK IN und CLOCK OUT. Diese dienen, wie gehabt, der Synchronisation mit externem analogem Equipment.
Unter der Buchsen-Armada finden wir links angeordnet eine Reihe von Reglern: Der erste Regler von links ist weiß, nennt sich VALUE und wird als universeller Datenregler immer bei Auswahl einer Funktion über die Buttons mit dem entsprechenden Wert belegt und dient außerdem zum Navigieren durch Steps.
Rechts daneben finden wir dann orangefarbene Regler, die direkten Einfluss auf die ausgewählten Steps bieten: Mit Shift lassen sich einzelne Steps oder eine ganze Sequenz minimal vor oder hinter den Beat verschieben, um starre Quantisierungen aufzubrechen. Über den Regler Length steuern wir die Gate-Länge pro Step. Mit dem Regler Condition stellt man die Abspielbedingungen (Trigger Conditions) ein. Hiermit lässt sich zum Beispiel festlegen, dass ein Step nur jeden zweiten Durchlauf ausgelöst wird.
Natürlich darf auch das beliebte Ratcheting nicht fehlen. Der Regler Ratchet teilt wie gehabt den Step für schnelle Notenwiederholungen in Flams oder Rolls auf, immer wieder schön. Mit dem Regler PITCH regeln wir die Tonhöhe des ausgewählten Steps oder dessen Offset innerhalb einer Skala. Über den Regler CV/CC bestimmt man den Modulationswert, der entweder als unquantisierte analoge Steuerspannung am CV-Ausgang anliegt oder als MIDI CC/Velocity-Wert ausgegeben wird.
An diesem Punkt lohnt sich ein Blick auf die Gesamtansicht, damit man die allgemeine Bedienung des Cre8audio Programm versteht. Im vorderen Bereich sehen wir ein linkes und ein rechtes Grid. Grob beschrieben, ist das linke Grid ein Auswahlgrid, da dort in der Regel Modi oder Spuren ausgewählt werden.
Das Grid auf der rechten Seite des Cre8audio Programm hat oben eine abgesetzte Reihe mit Funktionen und ist darunter Eingabefeld und Display zugleich. Diese Aufteilung der Grids ist ziemlich clever gelöst, erlaubt sie doch eine zielführende, beidhändige Bedienung. Mit der linken Hand die Spur auswählen und mit der rechten Hand Steps setzen oder Regler drehen.
Schauen wir uns das Auswahlgrid mal genauer an. Links oben finden wir ein für die Bedienung des Cre8audio Programm sehr wichtiges Element, nämlich den [alt]-Button. Mit diesem bekommen wir Zugriff auf die Zweitfunktionen von Tasten. Feine Linien führen hier zu den Beschriftungen unter den Buttons. Mit nochmaligem Druck auf den [alt]-Button verlässt man die Zweitfunktion wieder.
Rechts daneben finden wir die beiden Modi [step] und [live]. Im Modus step dient das rechte Grid zur Eingabe der Steps und im Modus live wird es mit einem Keyboard-Layout belegt, sodass man die Noten per Hand live einspielen kann. Rechts daneben gibt es dann den Zugriff auf die [mute]-Schaltung von Spuren. Der Vollständigkeit halber noch die Zweitbelegung dieser Tasten: Hinter step bekommt man Zugriff auf die Laufrichtung des Sequencers und über [alt] und [live] können wir das Tempo einstellen, beides vollführen wir mit dem weißen Value-Regler.
Kleiner Hint: Das gewünschte Tempo kann man alternativ auch über den [live]-Button eintappen. Beim [mute]-Button bewirkt die Zweitbelegung das vollständige Stummschalten aller Spuren.
Erwähnenswert an dieser Stelle ist, dass man für die Sequencer-Spuren aus vier Voice-Modes auswählen kann. Hier gibt es den Mono-Mode für monophone Linien und den ebenfalls monophonen Arp-Mode, bei dem das Keyboard-Grid auf der rechten Seite zum umfangreich steuerbaren Arpeggiator wird, der auch aufgezeichnet werden kann. Dazu gibt es dann noch den Chord-Mode für Akkorde, der dadurch eher für MIDI-Spuren interessant wird und den Chip-Mode, der eine erweiterte Mixtur aus Chord- und Arp-Mode bereitstellt.
Kommen wir zum rechten Grid. Mit dem ersten Button [Page] links oben kommt man in die Seitenumschaltung des Grids, wenn das Pattern die Anzeigekapazität übersteigt. Die Zweitfunktion [T-Pose] bringt uns in die Transpose-Abteilung. Hier kann man Steps und ganze Sequenzen über ein Keyboard-Layout transponieren lassen, wobei die nachfolgenden Buttons [Oct Down] und [Oct Up] dies auch im Octavbereich nach unten und oben ermöglichen.
Die Zweitbelegung von [Oct. Down] bringt uns die [Hold]-Funktion, ein Performance-Tool, das aktuell gehaltene Noten auf dem ausgewählten Sequencer-Kanal praktisch einfriert, in der Regel live gut nutzbar für die berühmte Ruhe vor dem Sturm.
Über die Zweitfunktion von [Oct. Up] kommen wir in den [Song]-Modus des Cre8audio Programm, bei dem in altbekannter Weise Patterns als Song-Steps aneinandergereiht werden. Songs können 12 Song-Steps lang sein, wobei jeder Song-Step aus einer aktiven Sequenz und einem Repeat Counter besteht. Insgesamt gibt es 32 Song-Speicherplätze und 64 Speicherplätze für Sequenzen. Jeder Speicherplatz enthält alle Step- und Kanal-Einstellungen für alle 12 Sequenzen.
Die nächsten beiden Buttons bringen dann die altbekannten Operatoren für SAVE, CLEAR und COPY, bei denen ich erwähnen muss, dass diese Funktionen sehr umfangreich ausgefallen sind. Gerade mit CLEAR lassen sich umfangreiche Säuberungsarbeiten durchführen.
Die nachfolgenden Buttons muss ich wohl niemandem erklären: Stop und Start, die allseits bekannten Transportfunktionen. Interessanter sind da schon deren Zweitbelegungen. Hinter [alt] und [Stop] gelangen wir in das MIDI-Setup, in dem wir die MIDI-Kanäle und MIDI Thru einstellen können. Mit [alt] und [Start] kommen wir in die Einstellungen zur globalen Clock-Source (intern/extern oder MIDI-Clock). Hier gibt es dann auch noch weitere Untermenüs für die Einstellungen von Input Division, Clock Output-Multiplikation und MIDI-PPQ. Im MIDI Clock Mode reagiert der Cre8audio Programm sogar auf eingehende MIDI-Clock-Start- und Stop-Befehle.
Der letzte Button RECORD bietet dann die Aufnahmefunktion und als zweite Funktion das sehr interessante RECALL. Falls ihr also mal vergessen habt, eure kreativen Ergüsse aufzunehmen, ist das kein Problem, denn praktischerweise ist der Cre8audio Programm immer im Aufnahmemodus und merkt sich eure zuletzt gespielten Ideen.
Ganz unten im Grid gibt es dann mit der Zweitbelegung [alt] weitere Funktionen. Ganz links finden wir den [KEY/SCALE]-Button, über den global die Tonart und die Tonleiter eingestellt werden. Der Cre8audio Programm bietet hier folgende Einstellungen: Chromatic, Major, Minor, Whole Tone und Pentatonic.
Über den [Clock Division]-Button kann man jedem Sequencer-Kanal des Cre8audio Programm einen unabhängigen Taktteiler zuweisen und mit dem [Quantize]-Button stellt man die Pattern-Auflösung ein, wodurch die Steps fest an das Raster gebunden werden, kennt man so vor allen Dingen aus Software-Sequencern.
Um eure Patterns ordentlich grooven zu lassen, bietet der Programm einen ausgefeilten [Groove]-Generator. Dieser erweitert die Konzepte des Swing-Timings, um interessantere und aufregendere Swing-Feelings zu ermöglichen, wobei die zugrundeliegende Musikalität stets erhalten bleibt. Auswählbar sind sieben verschiedene Groove-Algorithmen, die sich in sechs Parametern detailliert anpassen lassen, ein sehr cooles Feature, das man in dieser Preisklasse sonst eher nicht findet!
Für die Editierung der Länge von Patterns bringt der Cre8audio Programm zwei Tools mit. Mit dem [Pattern Length]-Button stellt man die Länge ein und mit dem [Extend Pattern]-Button kann man bestehende Patterns auf bis zu 64 Steps erweitern.
Mit dem [Chance-Amount]-Button ganz rechts lässt sich einstellen, wie stark die am Eingang Chance-In anliegende Control-Voltage in ihrer Intensität auf die zuvor ausgewählten Parameter wirkt.
Die Spaßabteilung: Der Pattern-Generator
Aufmerksame Leser haben sicher bemerkt, dass wir einen Button übersprungen haben, denn der absoluten Spaßabteilung des Cre8audio Programm, erreichbar über den [Generate]-Button gebührt ein eigener Abschnitt.
Der Cre8audio Programm verfügt über einen algorithmischen Pattern-Generator, der vollständige Sequenzen erzeugt. Die Bedienung ist simpel: [Generate Pattern]-Button drücken, über die [Channel]-Buttons auswählen, für welche Sequencer-Kanäle die Patterns generiert werden sollen und dann wählt man mit dem [Value]-Regler einen der vier Generierungs-Algorithmen aus, die dann dem Pattern eine gewünschte Richtung geben. Hier stehen zur Auswahl: Straight Time (Boots and Cats), Mathy Time (Luna’s Favorite), Syncopated Time (Dance Hall) und Generative Time (Algorithmic Meter).
Mit den sechs orangefarbenen Reglern können wir nun beeinflussen, wie der Pattern-Generator seine Patterns erzeugt:
- Shift bestimmt, wie oft Steps eine Mikroverschiebung erhalten
- Length variiert die Gate-Länge der Steps und bringt so mehr Bewegung ins Spiel
- Condition regelt, wie viele der Steps aktiv sind, verändert also die Stepdichte
- Ratchet legt fest, wie oft generierte Steps mit Ratcheting verziert werden
- Pitch beeinflusst, wie unkonventionell die Auswahl der Tonhöhe für die Sequencer-Kanäle ausfällt
- CV/CC steuert, wie viel Variation an Control-Voltage, MIDI-CC oder Drum-Accent die Sequenz erhält.
Wenn euch also mal die musikalische Kreativität verlässt, dann lasst doch einfach den Cre8audio Programm für euch die Patterns generieren. Dieses Feature ist ein absoluter Spaßgarant, der in diesem Umfang und vor allem in Sequencern dieser Preisklasse selten anzutreffen ist.
Bedienung
Das Handbuch empfiehlt schon am Anfang, dass man es unbedingt lesen sollte und dem schließe ich mich ohne Frage an. Zwar kommt man auch ohne ausführliches Studium intuitiv zu ersten Ergebnissen, da die Bedienoberfläche in sich logisch und gut strukturiert ist, aber wenn man die enorme Feature-Liste und die damit verbundene Parameterflut des Cre8audio Programm beherrschen möchte, wird man um eine intensive Einarbeitung nicht herumkommen.
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Keine Angst: Das sehr gut beschreibende und in leichtem Englisch gut verständliche Handbuch macht einem diese Aufgabe wirklich leicht, sodass man dieses dann nur noch für wenige, nicht oft benutzte Einstellungen benötigt.
In einigen Foren las ich, dass User mit den kryptischen Anzeigen des Sequencers nicht klargekommen sind, aber dahingehend hatte ich keine Probleme. Das Alphabet des Cre8audio Programm hatte ich schnell verinnerlicht, musste aber bei wenig benutzten Parametern doch immer mal wieder einen Blick in das Handbuch werfen. Das gab sich mit der Zeit während der Einarbeitung und so konnte ich mich nach der Gewöhnungsphase voll auf den kreativen Prozess fokussieren.
Die Bedienoberfläche kann trotz der kompakten Maße als sehr gelungen bezeichnet werden und bedient sich nach der Einarbeitung beidhändig sehr flüssig und zielorientiert, was für eine Live-Performance ja enorm wichtig ist. Der algorithmische Pattern-Generator ist geradezu prädestiniert, um beim Live-Jammen mit immer neuen Variationen für musikalische Abwechslung zu sorgen.
Mit dem Cre8audio Programm kann man durchaus komplexe Arrangements basteln. Acht Drum-Spuren und vier Sequencer-Linien, nutzbar zum Beispiel für Bass und Melodie plus zwei Begleitspuren, machen ihn zu einem sehr gut bestückten und sofort einsatzbereiten Notizblock im heimischen Studio, mit dem man blitzschnell Melodie- und Rhythmusideen festhalten kann, bevor die Kreativität verfliegt.
Leider geben die Sequencer-Spuren 3 und 4 nur MIDI aus, sodass die analoge Fraktion hier außen vor bleibt. Als bekennender Euroracker würde ich mir einen Expander wünschen, der die CV/Gate-Ausgänge der beiden Spuren ins Eurorack bringt. Und da sind wir auch schon beim richtigen Stichwort:
Der Sequencer im Eurorack-Case
Unsere Euroracker werden den Cre8audio Programm sicher lieber in ihre Cases einbauen wollen. Dazu an dieser Stelle alle Informationen. Im Case begnügt sich der Cre8audio Programm mit 40 Teileinheiten Platz, was für einen 12-Kanal-Sequencer mit üppiger Pad-Matrix und sieben Drehreglern dann doch ein erstaunlich kompakter Wert ist. Die mit 25 mm Tiefe superflache Bauweise erweist sich dazu als absolut Skiff-freundlich, was besonders unsere mobilen Euroracker freuen wird.
Der Um- und Einbau ist schnell erledigt. Die vier Schrauben entfernen und mit ein wenig Kraft den Cre8audio Programm aus dem Gehäuse lösen. An dieser Stelle habe ich mich schon ein wenig gewundert. Wieso braucht es für das Herauslösen des Moduls so viel Kraft?
Die Antwort wurde offensichtlich, als ich den Cre8audio Programm dann in den Händen hielt: Das Modul ist passgenau über den Eurorack-Stromanschluss direkt mit einer Platine im Gehäuse verbunden.
Ich hatte hier eher die sonst übliche Kabelverbindung vermutet. Das bedeutet aber auch, dass das typische Ribbon-Kabel für die Stromversorgung nicht beiliegt. Aber kein Problem, in einem gut geführten Eurorack-Haushalt sind ja immer ein paar Ersatzkabel vorhanden, oder?
Am Eurorack-Busboard genehmigt sich der Cre8audio Programm auf der +12 Volt-Leitung für ein Modul dieser Größenordnung moderate 120 mA. Die -12 Volt-Leitung wird mit 40 mA belastet, während die 5 Volt-Leitung nicht genutzt wird. Der Cre8audio Programm Sequencer verfügt über einen eingebauten Verpolungsschutz, sodass er bei falschem Anschluss nicht beschädigt wird.
Der Einbau in aufrechtstehende Gehäuse erzeugt durch die über der Bedienoberfläche liegenden Buchsen einen Kabelvorhang, hier braucht es dann ein erweitertes Kabelmanagement beim Nutzer.
Die vier Schrauben sollte man gleich wieder ins Cre8audio-Gehäuse schrauben, damit sie keine Beine bekommen, denn die passen nicht in die typischen Rails der Eurorack-Gehäuse. Man muss also auch hier im heimischen Ersatzteillager suchen.
Ein Blick auf die Konkurrenz
Wenn ich mir den Cre8audio Programm mit seinen Grids so anschaue, platziert er sich geschickt zwischen den Welten eines Robaux SWT16+ und des Oxi One MKII.
Der Robaux SWT16+ hat als Eurorack-Modul zwar beachtliche 16 Triggerspuren, kann mit Adapter und neuer Firmware auch MIDI, hat dafür aber weniger Generatoren zu bieten, benötigt weniger Platz im Case und ist im Preis ein paar Euro günstiger.
Den Oxi One MKII – ein wahrhaft überbordendes Sequencer-System mit einer riesigen Feature-Liste als reine Desktop-Lösung – mit dem Cre8audio Programm zu vergleichen, wäre fast schon unfair. Der Cre8audio Programm kann aber auch CV/Gate und MIDI und bringt ebenfalls einige großartige Features mit. Dazu benötigt er deutlich weniger Platz und schont den Geldbeutel.



















































ich habe den jetzt schon länger in Verwendung, was mich stört und wohl als Minuspunkt anzuführen ist, daß man nur speichern kann wenn der Sequenzer gestoppt ist und ich im live Einsatz nicht speichern kann.
@ugandatelecom Mit Firmware 2.0 sollte Dein Problem aber behoben sein: „• Patterns can now be saved while the sequencer is playing without causing significant timing issues. The seq button led will blink until the save is complete after a save is triggered.“
https://www.cre8audio.com/firmware-and-software
@Dirk E. aka Xsample danke für die Info, das letzte Update hab ich wohl nicht mitbekommen
Wenn ich nicht schon einen bzw zwei Sequencer hätte, dann wäre der sicherlich in der engeren Auswahl gewesen.
@ollo Den weisen Satz meines geschätzten Autorenkollegen TobyFB: „Sequencer kann man nie genug haben!“ kann ich nicht oft genug zitieren. :)
schön war’s noch wenn per Update nachgereicht werden würde eigene Akkorde per step eingeben zu können
@ugandatelecom Im Chord-Modus können Akkorde auf einzelnen Steps sequenziert werden.
Über Eurorack-CV-Ausgänge ist PROGRAMM auf zwei melodische Pitch-/Gate-Stimmen ausgelegt, also nicht auf mehrstimmige CV-Akkorde direkt aus dem Modul.
Meinst Du sowas?
@CDRowell Der chord Modus beruht auf festgelegten Akkorden eingeteilt in verschiedene Skalen. Ich würde gerne eigene Akkorde per Midi keyboard einspielen das kann er leider (noch) nicht
@ugandatelecom Aha!
Das klingt in der Tat etwas anspruchsvoller als das von mir benannte Beispiel…😱
Daumendrück für Umsetzung deines Wunsches🤙
Finde auch, dass Funktionsumfang,Preis und Leistung ausgezeichnet sind.
Thx für den Test, Dirk E. aka Xsample.
korg sq 64 ist es eine interesante alternative.
cre8te ist das bedienen aber sehr gut.so paket gesamt okay.🙂