Die Klassiker und Allrounder unter den Basssaiten
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Unter den D’Addario Basssaiten ist die XL-Serie der Klassiker schlechthin. Ein ausgewogener Sound mit prägnanten Mitten sorgt für einen Basston, der einfach überall passt. Dazu bringen die Saiten ein tolles Spielgefühl und eine gute Haltbarkeit mit sich. Dank der großen Auswahl verschiedener Stärken kann man entsprechend variieren und für seinen Bass den passenden Satz finden.
Allgemeines über Basssaiten
Der Herstellungsprozess beginnt bei allen Basssaiten mit dem sogenannten Kern (Core Wire). Dieser Kern besteht meist aus hochfestem Stahl. Der Draht wird industriell gezogen, gehärtet und anschließend auf den benötigten Durchmesser gebracht. Der Kern kann entweder rund (Round Core) oder sechskantig (Hex Core) sein.
Nachdem der Kern vorbereitet wurde, folgt der wichtigste Schritt: das Umwickeln der Saite (Winding). Dabei wird ein zweiter Draht unter kontrollierter Spannung spiralförmig um den Kern gewickelt. Die Form und das Material dieses Wickeldrahts bestimmen maßgeblich Klang, Spielgefühl und Aussehen der Saite.
Roundwound-Saiten sind die am häufigsten verwendeten Basssaiten. Bei ihnen wird – wie der Name vermuten lässt – ein runder Wickeldraht mit hoher Präzision um den Kern gewickelt. Durch diese Bauweise entsteht die bekannte und deutlich fühlbare Rillenstruktur entlang der Saite, das, was gerne als „raues Gefühl“ unter den Fingern beschrieben wird.
Anschließend wird die Saite auf die gewünschte Länge zugeschnitten und an einem Ende mit einem Ball End (Metallhülse) versehen, der später im Steg des Basses befestigt wird.
Roundwounds können aus verschiedenen Materialien bestehen:
Nickel Plated Steel (nickelbeschichteter Stahl)
Hier besteht der Wickeldraht aus Stahl, der mit einer dünnen Nickelschicht überzogen ist. Diese Kombination verbindet die magnetischen Eigenschaften von Stahl mit der glatteren Oberfläche von Nickel. Der Herstellungsprozess umfasst daher einen zusätzlichen Schritt: den Galvanisierungsprozess, bei dem der Stahl elektrisch mit Nickel beschichtet wird.
Klanglich liefern Nickel-Plated-Steel-Saiten einen relativ ausgewogenen Ton mit moderaten Höhen und warmen Mitten. Sie fühlen sich etwas weicher an als reine Stahlsaiten und sind deshalb bei vielen Bassisten Standard.
Stainless Steel (Edelstahl)
Bei diesen Saiten besteht der Wickeldraht vollständig aus Edelstahl. Dadurch entfällt der Beschichtungsprozess. Edelstahl ist härter als normaler Stahl und korrosionsbeständig. Das Ergebnis sind Saiten mit sehr klaren Höhen, starkem Attack und hoher Brillanz.
Flatwound (geschliffen)
Flatwound-Saiten unterscheiden sich grundlegend von Roundwounds. Statt eines runden Wickeldrahts wird hier ein flacher, bandförmiger Draht verwendet. Dieser wird ebenfalls spiralförmig um den Kern gewickelt. Allerdings liegen die Windungen sehr dicht und nahezu ohne Zwischenräume nebeneinander.
Der Herstellungsprozess ist deutlich aufwendiger. Der flache Draht muss zunächst durch spezielle Walzverfahren hergestellt werden. Danach wird er unter besonders kontrollierter Spannung auf den Kern gewickelt, damit eine möglichst glatte Oberfläche entsteht.
Nach dem Wickeln werden viele Flatwound-Saiten zusätzlich geschliffen oder poliert, um Unebenheiten zu entfernen. Dieser zusätzliche Bearbeitungsschritt sorgt für das charakteristisch glatte Spielgefühl. Das Resultat ist eine Saite mit nahezu geschlossener Oberfläche. Dadurch entstehen weniger Nebengeräusche beim Greifen und Rutschen.
Klanglich liefern Flatwounds einen warmen, runden und eher dumpferen Ton mit weniger Höhen und stärker betonten Tiefmitten. Diese Saiten sind besonders im Jazz, Motown, Soul oder Vintage-Rock beliebt.
Persönliche Erfahrungen mit Saitentypen
Persönlich nutze ich auf meinen verschiedenen Bässen alle Arten von Saitentypen. Meine erste Wahl sind – wie wohl bei den meisten Bassisten – klassische Roundwounds, am liebsten mit Nickelbeschichtung.
Diese zeichnen sich in der Regel durch einen warmen und ausgewogenen Ton aus, mit runden Bässen, prägnanten Mitten und weichen Höhen. Mit diesem Ton kann man eigentlich in jeder Stilrichtung gut bestehen. Besonders die Mitten sorgen für einen durchsetzungsfähigen Sound im Mix.
Wenn es etwas härter und brillanter zugehen soll, nutze ich die Variante aus reinem Stahl. Stainless-Steel-Saiten fühlen sich meist etwas rauer unter den Fingern an. Dafür sorgen sie für ausgeprägte Höhen im Klangbild.
Im Vergleich zu Nickel-Plated-Saiten bringen sie außerdem weniger Mitten mit. Das macht sie besonders bei Rockmusikern und Liebhabern der Slap-Technik beliebt. Meiner Erfahrung nach klingen verzerrte Sounds mit einem leicht gescoopten Signal besser.
Flatwounds wiederum sind meine erste Wahl, wenn es um Musik der 50er- und 60er-Jahre geht. Der dumpfe, wuchtige und höhenarme Klang erinnert oft an einen Kontrabass und funktioniert vor allem im Jazz, Soul und R&B sehr gut.
Meine beiden Precision-Bässe – ein originaler 65er Fender sowie ein 59er-Nachbau aus dem Hause Sadowsky – sind mit Flatwounds bespannt, um diese Soundpalette ebenfalls anbieten zu können.
Für mich hängt die Auswahl der Saiten stark vom Instrument und seinem Einsatz ab. Egal ob Nickel Plated, Stainless Steel oder Flatwound, alle drei Varianten haben ihre Berechtigung und sollten im Arsenal eines flexiblen Bassisten vorhanden sein.
Die Auswahl der Testbässe
Die mir vorliegenden D’Addario Basssaiten stammen aus der XL-Serie und können getrost als Klassiker bezeichnet werden. Beide sind Roundwounds mit Nickelbeschichtung. Einmal handelt es sich um einen 4-Saiter-Satz in den Stärken 40-60-80-100 und einmal um einen Satz für den 5-Saiter in 40-60-75-95-125.
Da ich in meinem Vorhaben jedoch zwei Fünfsaiter bespannen möchte, habe ich mir zusätzlich eine einzelne XL PSB130T besorgt, dazu gleich mehr.
Die Testbässe sind mein Sadowsky NYC Modern 5 und mein Fodera Imperial Elite 5, zwei Instrumente, die ich sehr gut kenne und die ich bisher allerdings mit anderen Saiten gespielt habe.
Der Sadowsky Modern 5 zeichnet sich durch einen sehr fetten und wuchtigen Sound aus. Gerade die tiefen Saiten – also Low B, E und A – kommen bei diesem Instrument extrem dick und prägnant rüber. Das macht ihn einerseits zu einer echten Rockmaschine in der Band, andererseits leidet darunter etwas die Ausgewogenheit.
Um dies ein wenig auszugleichen, habe ich mich entschieden, hier den Satz mit den etwas dünneren tiefen Saiten aufzuziehen. 75 für das A, 95 für das E und 125 für das Low B sollen dafür sorgen, in diesen Registern etwas „Boom“ herauszunehmen. Die typischen 40 für die G- und 60 für die D-Saite dürfen wiederum diese Saiten stärken.
Beim Fodera Imperial Elite 5 verhält es sich umgekehrt. Ursprünglich für die Stimmung E-A-D-G-C gebaut, ist dieser Bass mir heute etwas schwach im Bassbereich.
Da ich ihn im klassischen 5-Saiter-Tuning spiele, erhoffe ich mir in Kombination mit der 130er-Stahlsaite einen sauberen und voluminösen Ton in der Tiefe, um diese Frequenzen zu stärken.
Damit das Low B auch wirklich frei durchschwingen kann, habe ich diese Saite in der Tapered-Variante besorgt. Dabei ist das Ende der Saite etwas verdünnt, damit sie besser auf die Rillen der Bridge passt.
Verarbeitung und Spielgefühl der D’Addario XL
Schon beim Auspacken wird klar, wie hochwertig die D’Addario Basssaiten sind. Vakuumverpackt sind sie absolut frisch und fühlen sich gut unter den Fingern an. Mit der Zange aus demselben Haus sind sie dann auch schnell und einfach auf die passenden Längen gekürzt.
Die schöne Unterlage ist zwar kein Muss, sie schützt jedoch das Instrument und sieht außerdem sehr gut aus.
Unter den Fingern fühlen sich beide Saitensätze der XL-Serie angenehm weich an. Die Ausprägung der Rillen ist kaum zu spüren. Die Finger gleiten sauber über die Saiten und die dabei entstehenden Spielgeräusche halten sich in Grenzen.
Der Sound ist direkt, klar, sauber und warm. Natürlich sind viele Höhen vorhanden, sie wirken jedoch nie spitz oder unangenehm.
Besonders erwähnenswert ist die schnelle Stimmstabilität. Bereits nach wenigen Minuten halten die D’Addario-Basssaiten der XL-Serie ihr Tuning zuverlässig.
Die Sounds
Hören wir zuerst in die D’Addario Basssaiten EXL220-5 mit dem Sadowsky NYC Modern hinein. Die beiden Beispiele sind jeweils passiv gespielt, einmal mit den Fingern und einmal mit dem Plektrum. Beide Techniken funktionieren mit den Saiten sehr gut. Es gibt absolut nichts zu beanstanden oder negativ zu bemerken.
Die von mir erhoffte Ausgewogenheit zwischen den tiefen und den hohen Saiten hat sich ebenfalls eingestellt. Der Bass ist über alle Lagen und Register sehr präsent und schwingt ausgewogen durch. Der wärmere Charakter der D’Addario EXL220-5 verträgt sich auch sehr gut mit der Holzkombination Esche und Ahorn. Die sonst manchmal etwas aggressive Note des Sadowsky NYC Modern tritt dadurch etwas in den Hintergrund, ohne dabei an Prägnanz und Attack zu verlieren. Ein klares Match und ein wirklich toller Sound.
Die Zielsetzung beim Fodera Imperial Elite war es wiederum, die tiefen Register zu stärken und dem Bass mehr Fundament zu verleihen. Auch das ist in meinen Augen gelungen, auch wenn sich der Grundcharakter des Instruments natürlich nicht komplett verändern lässt.
Die D’Addario Basssaiten EXL190 lassen den natürlichen (und eher speziellen) Sound des Instruments durch und fügen sich nahtlos in das Klangbild ein. Der Fodera hat eher eine muffige und leicht komprimierte Note, was an den Pickups aus dem Hause Seymour Duncan liegt. Mit den D’Addario-Basssaiten und etwas Unterstützung durch die aktive Elektronik bekommt man aber auch einen schönen Slap-Sound hin. Auch hier passen die Saiten hervorragend zum Instrument und verrichten ihren Dienst so wie sie sollen.
Haltbarkeit und Langlebigkeit der D’Addario Basssaiten
Ein Saitentest wäre nicht ehrlich und aussagekräftig ohne einen Blick auf die Haltbarkeit. Als ich die beiden Sätze im letzten Herbst aufgezogen und die Aufnahmen gemacht hatte, klangen sie natürlich sehr frisch, spritzig und direkt.
Ein halbes Jahr später und nach etlichen Spielstunden auf den beiden Bässen machen die D’Addario Basssaiten immer noch eine gute Figur, auch wenn sie mittlerweile etwas von ihrer Brillanz verloren haben. Positiv ist jedoch das nach wie vor saubere Ausschwingen, eine sehr wichtige Eigenschaft, wenn es um eine saubere Intonation geht.
Dass Saiten mit der Zeit Höhen verlieren, lässt sich kaum vermeiden. Ich würde die Haltbarkeit der D’Addario-Basssaiten der XL-Serie daher im gehobenen mittleren Bereich einordnen. Ich hatte schon Sätze, die deutlich schneller „tot“ waren. Mit diesen hier kann man aber lange Freude haben.



































Na bitte, ein „anderer“ Holzuntergrund, und auch schonende Unterlagen unter den Bässen.
Geht doch! (hihi)
@MusicChest ja! ☺️