ANZEIGE
ANZEIGE

Test: D’Addario XS-Saiten für Gitarren

3. August 2021

Lang lebe der Ton

Test: D’Addario XS-Saiten für Gitarren

Der weltbekannte Saitenhersteller D’Addario stellt neben Saiten auch eine Menge Zubehör wie Saitenkurbeln, Gurte, Stimmgeräte, Kapodaster etc. her. Mit der Markteinführung der XS-Saite, welche sich einer „neuartigen Beschichtung“ nach geheimem Rezept bedient, hofft der amerikanische Hersteller, sich einen noch größeren Anteil am wachsenden Markt beschichteter Saiten zu sichern. Letztendlich geht es auch darum, den Konkurrenten Elixier, welcher in diesem Segment große Marktanteile besitzt, herauszufordern. D’Addario kann auf eine sicherlich lange Firmenhistorie zurückblicken, diese reicht zurück bis in das 17. Jahrhundert. Die Firma um Jim D’Addario gilt seit Jahrzehnten als Marktführer und hat mit gewisser Regelmäßigkeit neue und teilweise überraschende Ideen am Start. Kennt man bereits die Varianten XL, EXP, NYXL und die seit zwei Jahren erhältlichen XT-Saiten, so kommt nun nach mehrjähriger Entwicklungszeit ein weiteres Produkt, die XS-Saite auf den Markt. Die neuartige hauchdünne Ummantelung soll laut Hersteller neben dem Effekt der Verlängerung der Lebensdauer der Saiten auch den Ton verbessern und dabei das „Spielgefühl einer unbeschichteten Saite“ bieten.

ANZEIGE
Test: D’Addario XS-Saiten für Gitarren

Das D´Addario Geschenkset

Mir wurde im Rahmen dieses Tests ein schönes Promo-Geschenkset zur Verfügung gestellt, welches einen Satz XS-Saiten „0.12-er“ (Saitenstärken: .012, .016, .w024, .w32, .w042, .w053), eine weiße Saitenkurbel und zwei weiße Plektren enthält. Dieses sollte in Kürze auch im Handel erhältlich sein. Würde es sich hier nicht um Saiten handeln, könnte man annehmen, man „unboxt“ ein neues Apple-Produkt oder eine Packung Raffaello, da alles in blütenweiß designt ist. Die Verpackung der XS-Saiten besitzt ein ebenfalls schneeweißes Outfit. Die XS-Variante ist bislang in vier Stärken erhältlich. Darüber hinaus gäbe es noch jeweils einen Satz für die 12-saitigen Gitarre und die Mandoline zu erstehen.

Test: D’Addario XS-Saiten für Gitarren

Set mit Saiten, Saitenkurbel und Plektren in geschmackvoller Packung

D’Addario XS Saiten – Facts & Features

Die umwickelten XS-Saiten kommen mit einem sechseckigen Stahlkern aus der hauseigenen Manufaktur. Schon in den 30er-Jahren entwickelte John D’Addario diesen sechskantigen Kerndraht, der dem anschließend aufzugewickelnden Draht einen sicheren Halt verleiht. Das Kernmaterial der XS-Saiten trägt die Bezeichnung „New York High Carbon Steel“, da dieses aus dem gleichen Stahl besteht, aus dem auch die Drahtseile der Brooklyn Bridge in New York hergestellt wurden. Der Draht der Umwicklung der XS-Saiten besteht aus einer Bronzelegierung mit sehr hohem Kupferanteil (92 %) und einem ca. 8,0 %igen Anteil von Zinn. Dieser Legierung wurde im geschmolzenen Zustand etwas Phosphor hinzugefügt, welches die Saiten härter und widerstandsfähiger macht. Wie von D’Addario gewohnt, lassen sich die Saiten anhand der eingefärbten Ball-Ends leicht auseinanderhalten.

Test: D’Addario XS-Saiten für Gitarren

Ganz in weiß …….

Beschichtung

Mit einer mikroskopisch feinen Schicht wird die Saite dann versiegelt. Laut Hersteller soll auch nach der Beschichtung die Rillenstruktur des Wickeldrahtes zu fühlen sein. Der Kunststoff Polytetrafluorethylen soll beständig gegen das Eindringen von Flüssigkeiten und zudem biokompatibel sein. Auch die nicht umwickelten Diskantsaiten e und h wurden mit einer sehr feinen Metalllegierung behandelt, da das „Coating“ an den dünnen Saiten nicht haftet.

D’Addario XS Saiten – Feel & Sound

Nach dem Aufziehen der Saiten auf meine Gibson Advanced Junior-Akustikgitarre konnte ich zunächst feststellen, dass sich die Saiten eigentlich gar nicht beschichtet anfühlen. Das Coating der umwickelten Saiten macht sich haptisch quasi nicht bemerkbar.

Auch die erste Hörprobe kann überzeugen, Die XS-Saiten machten spontan einen ausgezeichneten Eindruck. Darüber hinaus drängt sich die Vermutung auf, dass die Saiten im tiefen Mittenbereich geringfügig mehr Lautstärke hervorbringen und „einen Hauch“ brillanter wirkten. Für das erste Hörbeispiel wurde zunächst der eingebaute passive Tonabnehmer meiner Gibson bemüht:

ANZEIGE

Da dieses Hörbeispiel keinen befriedigenden Aufschluss über den Sound der Saiten geben konnte, schloss ich mein Rode Kondensatormikrofon direkt an das Audiointerface an. Der Klang ist nun deutlich natürlicher:

Hören wir ein weiteres Beispiel (mit Kapo):

Hören wir schließlich einige bluesige akustische Linien:

Auf dem Saitenmarkt existieren viele verschiedene Varianten mit teilweise enormen Preisunterschieden. Mit extrem preisgünstigen Varianten habe ich bisher ausschließlich schlechte Erfahrung machen müssen, da hier qualitativ mindere Legierungen zum Einsatz kommen, die einerseits schlecht klingen und sich zudem auch unangenehm anfühlen. Für einen guten Satz „0.12-er“ muss man sicherlich um die 8,- bis 10,- Euro ausgeben, ist der doppelt so hohe Preis für die XS-Variante also gerechtfertigt? Ich würde sagen, ja, da man die Saiten weniger häufig wechseln muss und der Klang mehr als stimmt bzw. kaum, wenn überhaupt noch zu verbessern ist. Auch wenn die Unterschiede sicherlich nicht weltbewegend ausfallen, so sind sie sicherlich marginal wahrzunehmen.

Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:

Gibson Advanced Jumbo – Apogee Duett – Mac mit Logic (etwas Hall hinzugefügt).

ANZEIGE
Fazit

Die D’Addario XS-Saiten sind qualitativ sehr hochwertig und überzeugen sowohl klanglich durch einen ausgewogenen, lebendigen und obertonreichen Ton als auch haptisch durch einen gute Grip und Langlebigkeit.

Plus

  • Sound
  • Spielgefühl
  • Haltbarkeit

Preis

  • Euro 18,90
ANZEIGE
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Dalai Galama  

    „Der Kunststoff Polytetrafluorethylen soll … biokompatibel sein.“
    Was, bitteschön, ist biokompatibel? Das ist doch wieder so ein Marketing-Augenwischer-Wording, Gewissen beruhigt, alles schick…

    • Profilbild
      Klang X

      Als biokompatibel wird PTFE (also Teflon) bezeichnet, weil es quasi „hautfreundlich“ ist.

      Der Begriff „biokompatibel“ kommt aus der Medizin und bedeutet, das die Eigenschaft von Materialien bzw. Werkstoffen, im direkten Kontakt mit lebenden Gewebe keinen negativen Einfluss auf deren Stoffwechsel ausüben.

      Du kannst also beruhigt an den Saiten lecken :-)

    • Profilbild
      OscSync  

      Für Medizinprodukte sind die Anforderungen an Biokompatibilität bzw. Biocompatibility genau definiert in ISO-10993.

  2. Profilbild
    Dimension D  

    Ich mag DAddario Saiten vom Sound aber im Gegensatz zu den Elexir sind die Saitengeräusche leider wesentlich lauter, das hat mich damals bei den EXP16 sehr gestört.
    Ist das bei den XS Saiten auch so?

  3. Profilbild
    janschneider  

    Hmm, günstiger als meine Elixir Phosphor Bronze sind sie auch nicht. Und an deren Spielgefühl bin ich mittlerweile so gewöhnt , dass ich “normale” Saiten als nachgerade unangenehm empfinde.
    Und den Klang machen ja bekanntlich die Finger, also gibt es bei mir da eh nicht viel zu holen ;-)

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE