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Test: D’Addario XSB45100 Regular Light, Basssaiten

Nachhaltig oder dekadenter Luxus?

14. April 2026
D'Addario XSB45100 Regular Light Aufmacher

D’Addario XSB45100 Regular Light

Mit den XS Nickel Plated Bass Strings verspricht D’Addario langlebige Premium-Saiten mit frischem Sound, angenehmer Haptik und nachhaltigem Ansatz. Ob sich der höhere Preis im Alltag wirklich lohnt, zeigt dieser Test.

Kurz & knapp

Worum geht es? D’Addario XS Nickel Plated Bass Strings: langlebige, beschichtete Basssaiten mit frischem Sound und Premium-Anspruch.

  • Sound: Druckvoll, klar und deutlich frischer als herkömmliche Nickel-Saiten.
  • Haltbarkeit: Beschichtung sorgt für deutlich längere Lebensdauer.
  • Spielgefühl: Angenehme Haptik ohne störendes Coating-Gefühl.
  • Preis: Hoch, relativiert sich durch längere Nutzungsdauer.
  • Fazit: Premium-Saiten für Vielspieler, die seltener wechseln möchten.
Bewertung

D'Addario Daddario XSB45100 Regular Light 45-100

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D’Addario XSB45100 Regular Light Basssaiten

Bei kaum einem Thema scheiden sich die Geister so sehr wie bei Basssaiten. Wenn man den Bereich Flatwound-Strings beziehungsweise Flats einmal außen vor lässt, kann man sich immer noch über Steel versus Nickel gegenseitig die Köpfe einschlagen.

Früher musste man als Viel- oder Hart-Player andauernd die Saiten wechseln. Ich habe zum Beispiel auf Tour mit einer Tool-/A-Perfect-Circle-Tribute-Band jeden Abend die Saiten gewechselt, weil der Sound eben neue Saiten benötigte und ich zwei Stunden schwitzend on stage alles gegeben habe.

Mit dicken Bass-Picks, die aussahen wie Ninja-Wurfsterne, wurden die frisch aufgezogenen Bass-Strings bis zum Ende des Konzerts regelrecht zerstört.

Das ging natürlich ins Geld und war auch ein erheblicher Mehraufwand. Zumal ich das nicht erwartet hatte und on the road zwei- bis dreimal pro Woche Musikgeschäfte auf dem Weg aufsuchen musste. Das waren noch Zeiten damals.

Heute spiele ich unter anderem in einer Red-Hot-Chili-Peppers-Tribute-Band und wechsle die Saiten auf dem in den Klangbeispielen hörbaren 1978er Music-Man-StingRay nach jedem zweiten Konzert. Mit den D’Addario XSB45100 Regular Light könnte sich das allerdings ändern.

D'Addario XSB45100 Regular Light Front

Nachhaltigkeit

Seit 2016 betreibt D’Addario mit TerraCycle Playback ein Rücknahme- und Recycling-Programm für Saiten. Laut Hersteller wurden seitdem insgesamt rund vier Millionen Saiten recycelt.

Das ist sehr zeitgemäß und fortschrittlich, aktuell aber offenbar nur für Bewohner des amerikanischen Kontinents verfügbar. Sprich: Es rechtfertigt die 59,- Euro, die ich hier in Deutschland bei Thomann dafür zahle, im Grunde nicht.

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Für den hohen Preis der D’Addario XSB45100 Regular Light spricht allerdings weniger Verpackungsmüll, weil man die Saiten geschätzt drei- bis viermal so lange drauflassen kann. Der gute, brillant-kernige Sound bleibt vermutlich über die komplette Lebensdauer erhalten, sodass man wirklich lange etwas von den Saiten hat.

What’s not to like? Dazu kommt noch der Aspekt, dass XS-Basssaiten besser in tune bleiben und eine höhere Bruchfestigkeit als Standard-Basssaiten bieten. Mir sind allerdings seit Jahrzehnten keine Strings mehr gerissen und auf der Bühne stimme ich sowieso aus Prinzip fast nach jedem Song nach.

Was also rechtfertigt den sehr hohen Preis?

Mit Ausnahme der genannten, sicherlich löblichen Nachhaltigkeits-Bemühungen von D’Addario frage ich mich, warum ich in den teuren Biomarkt gehen sollte. Kann ich es mir überhaupt leisten oder will ich für ein solches Produkt so viel Geld ausgeben? Welchen hohen Ansprüchen meinerseits wird hier entsprochen?

D'Addario XSB45100 Regular Light Rückseite

Der Sound der D’Addario XS Nickels

In zwei Worten: Oh ja.

Natürlich sind die Ernie Ball Super Slinkys aus meinem geliebten pinken Plastik ein bisschen oll und würden wohl für einen Joe-Dart-Style-Ton noch eine Weile funktionieren, wenn man entsprechende Compression und ein tiefmittenbetontes EQ-Setting einstellt.

Aber derselbe Bass, mein alter 1978er Music-Man-StingRay, bekommt mit den D’Addario XSB45100 Regular Light mehr als nur neue Presence und Klarheit. Der Bass wirkt auf einmal wie vor Kraft strotzend und aktiviert Happiness-Hormone in Richtung Rage Against The Machine und meinem großen Helden Flea.

Die Klangbeispiele „Ernie Ball Slap und Finger“ im Vergleich zu „D’Addario XS Slap und Finger“ zeigen eindrucksvoll, was die D’Addario XSB45100 Regular Light können. Bei meinen Bässen probiere ich immer aus, welche Saiten dem speziellen Instrument stehen und bleibe dann erstmal dabei. Die XS stehen meinem alten Music Man StingRay sehr gut und wenn sie sich auf Dauer so gut halten, bleiben das die Strings für den Oldie von 1978.

Technik-Nerd-ism

Sowohl die D’Addario XSB45100 Regular Light als auch die Ernie Ball Super Slinkys sind Nickel-Plated-Steel-Saiten. Wie genau sich die Legierungen zusammensetzen:

Der NY-Kohlenstoffstahlkern ist das Herz, um den ein Runddraht aus hochwertigem Stahl gewickelt wird. Dieser wird wiederum mit einer speziell für die XSB-Serie entwickelten Nickel-Legierung behandelt. Ich bin kein Metallurge, aber hier scheint der Ansatz zu sein, das Beste aus beiden Welten – Steel und Nickel – zu kombinieren.

Diese Legierung sorgt im Gegensatz zu reinem Stahl für eine geschmeidige Oberfläche und ein angenehmes Spielgefühl. Die innovative, hauchdünne und laut Hersteller nahezu unzerstörbare Oberfläche soll eine vertraute Haptik mit maximal langer Lebensdauer verbinden.

Die XS-Serie ist explizit coated, also vollständig beschichtet. Neben der Frage Nickel oder Steel ist die Diskussion um beschichtet oder unbeschichtet mittlerweile ebenso heiß unter Bassisten.

Bei den vorliegenden Saiten von D’Addario ist die Beschichtung so dünn, dass sie nicht als störend empfunden werden soll. In meiner Wahrnehmung hatten sich Coated-Bass-Strings früher oft gepellt, statt lange gesund und kräftig zu bleiben. Das war unschön.

Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Die Beschichtung schützt mittlerweile die gesamte Saite und den Wickeldraht vor aggressivem Handschweiß, Schmutz und Korrosion. Da das Coating laut Hersteller zehnmal dünner als ein Haar ist, fühlen sich die Saiten kaum noch nach Plastik an. Wenn das unausweichliche Ende der Saiten kommt, merkt man es vermutlich eher am Ton.

Hier unten ist ein Bass-The-World-Video, in dem Gregor Fris und ich Coated versus Uncoated D’Addario Strings vergleichen. Egal, zu welchem Schluss man kommt: Alles klingt gut. Das spricht für D’Addarios Bestreben, die Welt der Basssaiten klanglich, praktisch und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Die XL-Serie bleibt weiterhin uncoated, während die XT-Serie teilweise beschichtet ist, allerdings nur im Wickeldraht. Die XS-Serie hier im Test ist vollständig beschichtet und ich empfinde das als sehr gelungen. Elixir-Saiten empfand ich bei jedem Kontakt als leicht klebrig, während sich die hier verwendeten D’Addario XSB45100 Regular Light sehr natürlich anfühlen.

Wenn sich die Versprechen als wahr erweisen und die Saiten wirklich lange zuverlässig ihren Dienst tun, könnte hier eine lange Freundschaft entstehen. Der Sound kommt meiner Spielweise sehr entgegen und nach meinem üblichen exzessiven Dehnen fühlen sich die Saiten direkt ready to go an.

D'Addario XSB45100 Regular Light Innenpackung

Bekenntnis

Ich hasse Saitenwechsel. Nicht ganz so sehr beim Bass wie bei Gitarrensaiten, aber doch.

Ich schwitze viel, besonders im Sommer. Außerdem möchte ich mich auf meinen Sound verlassen. Während ich nicht eindeutig sagen könnte, ob ich Steels oder Nickels bevorzuge, weil ich das vom jeweiligen Bass und Genre abhängig mache, habe ich dennoch das Gefühl, dass Nickels mit ihren konservativeren Höhen und wärmeren Mitten meiner Sound-Ästhetik eher entgegenkommen.

Nickels sagt man allerdings auch nach, dass sie nicht so lange halten. Deshalb greifen viele Bassisten lieber zu Steel-Saiten.

Gleichzeitig mag ich aber auch Brillanz und Klarheit bei aller Wucht im Fundament. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass hier viele Haken gesetzt wurden und einige der typischen Probleme gelöst sind. Ein Langzeit-Feedback nach einigen Konzerten oder Monaten wäre interessant, aber der erste Eindruck der D’Addario XSB45100 Regular Light ist sehr gut.

Ein paar Worte zum Schluss

Das Wortspiel XS – ausgesprochen „Excess“ – zeigt außerdem, dass D’Addario neben der großen Produktpalette auch Humor hat. Ich spiele auf meinem Precision Bass D’Addario Nickel Wound XL, auf meinen 5-Saitern D’Addario NYXL und jetzt auf meinem alten Music-Man XS.

Die D’Addario XSB45100 Regular Light, oder kürzer: XS Nickel Plated Bass Strings, klingen ohne Zweifel teurer und fetter als meine Ernie Ball Super Slinkys. Diese kosten allerdings teilweise weniger als die Hälfte, je nach Angebot sogar nur etwa ein Drittel. Die Frage lautet also: Möchte man sich lieber einmal freuen, Geld gespart zu haben oder etwas mehr bezahlen und dafür länger etwas davon haben?

Insgesamt könnte die Entscheidung für 59,- Euro pro Saitensatz sogar einen geringeren CO₂-Abdruck bedeuten, da Lieferung und Verpackung seltener anfallen. Zudem zeigt sich D’Addario mit Recycling-Programmen und Nachhaltigkeitsinitiativen sichtbar engagiert.

Ich habe lange mit „teuren“ Basssaiten wie DR oder Elixir gehadert und mich gefragt, ob diese Preise gerechtfertigt sind. Inzwischen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich künftig eher zu langlebigeren Saiten wie D’Addario NYXL, XS oder DR Dragon Skins greifen werde. Das heißt nicht, dass günstigere Alternativen schlecht sind. Harley Benton HQS bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und auch die pinken Ernie Ball Super Slinkys sind nach wie vor sehr gute Saiten, wie die Klangbeispiele im Test zeigen.

Am Ende muss das jeder für sich entscheiden. Ich persönlich möchte nicht so häufig die Saiten wechseln. Die versprochene und von vielen bestätigte Langlebigkeit, kombiniert mit Sound und Spielgefühl, haben mich überzeugt.

Ja, sie klingen besser.
Ja, sie halten vermutlich mehrere Konzerte oder sogar drei bis vier Monate trotz intensiver Nutzung.
Und ja, es fühlt sich gut an, etwas mehr für Qualität und Nachhaltigkeit auszugeben. Durch die Recherche für diesen Test ist mir die Marke D’Addario noch sympathischer geworden.

Alles richtig gemacht.

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Klangbeispiele
Fazit

Die D’Addario XSB45100 Regular Light BassStrings überzeugen mit druckvollem, frischem Sound, sehr angenehmer Haptik und versprochener langer Haltbarkeit. Der hohe Preis relativiert sich, wenn die Saiten tatsächlich deutlich länger halten. Für Vielspieler, die weniger häufig wechseln möchten, eine klare Empfehlung.

Ein echter Langzeittest wäre natürlich aufschlussreich. Die D’Addario XS sind jetzt auf meinem StingRay, und ich werde beobachten, wie lange sie sich im Alltag bewähren. Ich bin gespannt. Wenn sich die Versprechen bestätigen und die Saiten tatsächlich über lange Zeit ihren Klang behalten, halte ich den Preis von 59,- Euro für gerechtfertigt. In diesem Fall gibt es wenig zu beanstanden.

Plus

  • Sound, Dynamik und Haptik
  • Best of both World-Effekt (durch Kombination der positiven Eigenschaften von Steel- und Nickel-Strings)
  • Langlebigkeit
  • knackiger, brillanter, kerniger Sound
  • nachhaltige Bestrebungen D'Addarios könnten dazu beitragen, den Planeten und die Menschheit zu retten

Minus

  • Recycling bislang nur in den USA möglich

Preis

  • 59,- Euro
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      monkeybass

      @dr noetigenfallz Wenn die „normalen“ Saiten nach 2 Konzerten getauscht werden, und die Dinger 3-4 mal länger halten, dann kann man den „Langzeittest“ spätestens nach 8 Gigs abbrechen, weil eh neue Saiten drauf sind (also in meinem Fall nach ca. 3 Jahren ;-) … ich hasse es aber wenn neue Saiten drauf sind, braucht für mich immer Wochen bis ich mich wieder wohl fühle…

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