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Test: Danelectro The 64 BP, E-Gitarre

15. November 2016

A Tribute to Mosrite

Die amerikanische Firma Danelectro ist vielen unter uns ganz sicher ein Begriff, sei es nun als Effektpedalhersteller oder aber wegen der im Gitarrenbau eher ungewöhnlichen Verwendung des Kunststoffs „Masonite“, aus denen viele der Instrumente ihre Decken und Böden gefräst bekommen und dessen Haupteinsatzzweck nach wie vor der Produktion von Garagen und Türen ist. Der Großteil dieser Instrumente wurde bisher sehr kostengünstig in China hergestellt, doch das ist bei der Danelectro The 64 BP anders. Genau so wie auch das Material des Korpus. Doch alles schön der Reihe nach.

front

— A Tribute to Mosrite Guitars – die Danelectro The 64 BP —

Facts & Features

Schon auf den ersten Blick wird klar: Diese Gitarre ist nichts für den modernen Rocker von heute. Der asymmetrisch in seiner Form designte Korpus mit dem Lipstick Pickup und dem Bigsby Vibrato auf der Decke sieht schon verdammt nach 60er Jahre aus. Und das passt wie die Faust aufs Auge, denn schließlich soll die Danelectro The 64 BP ja auch eine Hommage an die Modelle des Jahrgangs ’64 von Mosrite darstellen. Jener Gitarrenfirma, die in den „Swinging Sixties“ für viele Gitarristen im Rockabilly, Surf Rock und ähnlichen Stilistiken die erste Wahl darstellte. Eine kleine Renaissance feierten die Mosrite Gitarren später dennoch in der Punk Ära, zu deren prominentesten Vertretern sicherlich die Ramones gehörten – Sänger und Gitarrist Joey Ramone spielte eine Gitarre aus dem Hause Mosrite.

Anstelle von Masonite wurde bei der The 64 Modellreihe Agathis als Tonholz für den schwungvoll designten Korpus verwendet. Agathis ist ein Holz, das im asiatischen Raum in großen Mengen vorkommt und dem Ähnlichkeiten mit den bekannten und bewährten Tonhölzern aus dem Instrumentenbau wie Erle und Fichte nachgesagt werden. Von der Struktur des Holzes bekommt man jedoch rein gar nichts zu sehen, denn die Gitarre ist von Kopf bis Fuß absolut sauber von einem schwarzen Metalliclack überzogen. Bis auf die leichte Fräsung der Decke finden sich keine weiteren Shapings am Korpus, von daher zeigt sich die Rückseite als absolut flaches Brett.

bb

.. Das Design dürfte sicher nicht jedermanns Geschmack treffen, Fans der ’60s dürften aber sicher Gefallen finden —

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Das dürftige Werkssetting ist ja ständig ein Kritikpunkt und das ist auch meine Erfahrung mit Gitarrenkäufen. Für mich immer wieder ein Ärgernis, weil ich beim Einstellen von Gitarren keine Routine habe. Also gehe ich zum lokalen Gitarrenhändler und sage: „Ich habe eine Gitarre im Internet bestellt, können Sie mir die einstellen?“ Das kommt nicht besonders gut an. Lange Rede kurzer Sinn: Kann nicht Thomann dafür mal einen Service anbieten, den man beim Kauf dazubuchen kann? Ich meine damit nicht den Plek-Service, den es ja gibt, sondern einfach mal den Hals, die Bridge und die Reiter so korrigieren, dass es bundrein ist, nicht schnarrt und trotzdem halbwegs flach ist.
    Ich habe das schon paar Mal angeregt, aber dann heißt es immer: „Wir wissen ja nicht, welche Einstellung du brauchst.“ Aber Hallo? Ich kenne keinen Gitarristen, der es nicht gern flach hätte ohne dass es schnarrt. Das ist eine Ausrede! Selbst wenn das wirklich ein Problem wäre, könnte man ja mehrere Optionen zur Auswahl bieten.

    • Profilbild
      Stephan Güte  RED

      Da bin ich voll und ganz bei Dir! Obwohl man sagen muss, dass unsere Testinstrumente in aller Regel direkt vom Hersteller/Vertrieb stammen und nicht von Thomann. Und es gibt wirklich nur wenige von denen, die das mit dem Einstellen wirklich ernst nehmen, ich weise ja in vieler meiner Artikel darauf hin.

      Grüße!

      Stephan

    • Profilbild
      falconi  RED

      Ein Setting beim Internethändler ist aus Kundensicht möglicherweise der Schritt in die falsche Richtung: Der lokale Gitarrenhändler ist auch nicht naiv und tut daher gut daran, sich nebenbei offensiv als örtlicher Guitar Tech zu positionieren. In Wahrheit muss ja auch nicht nur nach dem Neukauf was gerichtet werden. Und durch die entstehenden Kontakte kann er sicher auch ab und zu eine Markengitarre verkaufen, die es bei Thomann gibt – Vertriebskontakte hat er ja schließlich auch.

      So haben dann alle wenigstens noch ein bisschen was vom Kuchen. Ob das für den auskömmlichen Betrieb eines Ladengeschäfts reicht und befriedigt, sei dahingestellt.

      Das Prinzip gibt es seit längerem in der Fahrradbranche, löst da gleichfalls keine Begeisterung aus, aber es funktioniert einigermaßen. Wohl auch, weil Fahrräder häufiger reparaturbedürftig sind als Gitarren und man auch welche verleihen kann. Usw. usf.

      Jeder kleinere Einzelhändler muss heutzutage mit besonderen Ideen und einer hohen Servicequalität punkten, um zu bestehen.

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