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Test: DAS Audio Vantec-12A Fullrange Lautsprecher

8. Juli 2021

Fettes Pfund im Zwergen-Outfit!

Test: DAS Audio Vantec-12A Fullrange Lautsprecher

Aktive 12“ Fullrange Lautsprecher sind die Basisausstattung, wann immer man im moderaten Rahmen eine Präsentation oder Hintergrundbeschallung benötigt. Möglichst klein, möglichst leicht und optisch möglichst dezent sind sie die Arbeitstiere, die ihren Job unauffällig auf Distanzstangen, als Bühnenmonitor oder als Kleinst-Sidefill erledigen und dabei meistens mit einem Peak von ca. 400 – 500 Watt auskommen. Was aber, wenn ein Hersteller nicht darauf baut, ca. 3 – 4 der Standardware auf dem freien Feld oder in einem größeren Raum zu verteilen, sondern eine einzelne Box mit ca. 525 Watt Sinus, 750 Watt RMS und stolzen 1.500 Watt Peak auf den Markt bringt? Diese starken Zahlen werden von der DAS Audio Vantec-12A emittiert, was uns umgehend zu einem Test animierte.

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Test: DAS Audio Vantec-12A Fullrange Lautsprecher

DAS Audio Vantec-12A – Front

Der Aufbau der DAS Audio Vantec-12A

Der spanische Anbieter DAS Audio ist wahrlich kein Name, der einem ambitionierten Tanzmusiker/DJ als erstes durch den Kopf geht, wenn er eine Handvoll seiner favorisierten 12/1 Beschallungslösungen nennen soll. Je mehr man sich jedoch in den Bereich professioneller Verleih oder aber auch PA Beschallung bewegt, umso häufiger taucht der Name im persönlichen Portfolio auf, da der Anbieter neben der oben genannten Kompaktlösung auch Line-Arrays, Curved-Sources, Säulen-PAs und Bühnenmonitore neben den entsprechenden Verstärkern in seinem Angebot führt.

DAS Audio setzt dabei bei der DAS Audio Vantec-12A konsequent auf eine maximierte Leistungsabgabe bei minimalen Transportabmessungen. Ähnliches konnte man auch noch vor einigen Jahren in der Gitarrenlautsprecher-Abteilung bemerken, als zum Beispiel Celestion einen Gitarrenlautsprecher mit einer Belastbarkeit von 150 Watt (kein Neodym!) auf den Markt brachte, mit der Absicht, einen 100 Watt Vollröhren-Head an nur einer 1×12“ Box betreiben zu können. Eine gute Idee, die sich aber nie wirklich durchsetzte, da man die Psyche der Gitarristen nicht mit in die Gleichung eingebracht hatte. Entweder du bist der „dicke Hose“ Typ, dann hast du auch keinerlei Probleme, ein 412er Cabinet mit zur Show zu schleppen oder aber du bist der Minimal-Typ, der zwar noch mit einem 112er Cabinet spielen würde, aber im Gegenzug garantiert keinen Vollröhren-Head, am besten noch im Case, mitschleppen würde.

Test: DAS Audio Vantec-12A Fullrange Lautsprecher

DAS Audio Vantec-12A

Da es sich bei einer Fullrange-Box allerdings um keinerlei „künstlerische Performance“ im allgemeinen handelt, bei der man psychologische Aspekte in die Planung mit einfließen lassen muss, kann man rein unter dem technischen Aspekt planen und hier gelten völlig andere Gesetze als im Instrumentalistenbereich. Neben der Tatsache, dass man nur einen Bruchteil der Kubikmeter im Transporter benötigt als bei einer höheren Anzahl leistungsschwächerer Konkurrenzprodukte, so sollte man sich auch den verringerten Platzbedarf bei der Positionierung der Boxen vor Augen halten. Als Beispiel sei erwähnt, dass zum Beispiel vier Stück DAS Audio Vantec-12A im Daisy-Chain-Verfahren angesteuert einen Peak von 6 KW liefern, wohlgemerkt ohne passende Subwoofer.

Dass eine entsprechende Performance mit einem imposanten Schalldruck von 135 dB nicht für kleines Geld zu bekommen ist, wird jedem kaufmännisch denkenden Menschen einleuchten, so ist es auch nicht verwunderlich, dass die DAS Audio Vantec-12A mit 1.198,- Euro pro Box zu Buche schlägt. Im Gegenzug gibt es hingegen aber auch gleich mehrere Features, die das professionelle Beschallerherz höher schlagen lässt. Zum einen ist die Box sehr massiv konzipiert, was allerdings auch mit einem Gewicht von 21,5 kg einhergeht. Zum anderen lässt sich das System aber dennoch aufgrund der beiden großen Griffmulden rechts und links des Gehäuses recht gut handhaben. Gefertigt werden die Gehäuse aus Birkenschichtholz, das aufgrund seiner sehr guten Festigkeit und Resonanzeigenschaften auch bei den Top-Linien der berühmten 412er Marshall Cabinets zum Einsatz kommt.

Test: DAS Audio Vantec-12A Fullrange Lautsprecher

DAS Audio Vantec-12A – Rückseite

Zwei unterschiedliche Mulden für die Distanzstangen am unteren Teil des Gehäuses sorgen für eine aufrechte, oder leicht nach vorne gekippte (10 Grad) Positionierung. Auch an den Flugbetrieb wurde gedacht, so besitzt das System insgesamt 12 Flugpunkte im handelsüblichen M10-Format. Ebenso kann die DAS Audio Vantec-12A auch aufgrund ihrer Trapezform als Floormonitor verwendet werden.

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Von der Eingangsseite her stehen zwei Kombibuchsen (XLR/TRS) zzgl. einer Miniklinke für das direkte Einspeisen von AUX-Geräten zur Verfügung, wobei die beiden Kombibuchsen jeweils einen separaten Gain-Regler besitzen, die eine grobe Auslegung der anliegenden Signalquellen optisch darstellen. Für den Daisy-Chain-Betrieb gibt es einen XLR-Out oder aber man verwendet über die interne Wireless-Audio-Funktion, die sowohl das anliegende Signal über ein externes Device, als auch die im Netzwerk übertragenen Signale über Funk bis jeweils 20 m übertragen kann. Verwaltet wird das Setup über eine entsprechende App, die in den gängigen App Stores verfügbar ist. Im DSP-Bereich kann man je nach Betriebsmodus zwischen den Voicings Presets Live, Dance, DJ und Vocals wählen, während zusätzlich ein 3-Band-EQ eine Bearbeitungsmöglichkeit bietet.

Möchte man die DAS Audio Vantec-12A mit einem zusätzlichen Subwoofer betreiben, kann man die Box im Satellitenbetrieb entsprechend einer passenden Crossover-Frequenz abriegeln, um das System von der leistungsfressenden Tiefbassübertragung zu entlasten. Als Delay-Tower gibt es zudem eine Laufzeitenkorrektur und für sehr stille Umgebungen einen Expander-Betrieb, der einem Noise-Gate ähnelt. Das Display ist übrigens sehr gut ablesbar und informiert unaufgeregt über alle wichtigen Daten, der aktuellen Leistungsabgabe mit entsprechenden Stabanzeigen inklusive. Auch der Einsatz der Schutzfunktionen wie zum Beispiel der Limiter-Betrieb wird hier bei Aktivierung durch einen entsprechend auffällig blinkenden Schriftzug eingeblendet.

Test: DAS Audio Vantec-12A Fullrange Lautsprecher

DAS Audio Vantec-12A – auf dem Boden liegend

Die DAS Audio Vantec-12A in der Praxis

Schon bei den ersten Klängen, die aus den Lautsprechern ertönen, merkt man die Ausrichtung des Systems. Ich habe in der Tat bisher noch keine Fullrange-Box dieser Größenordnung gehört, die bei Bedarf einen dermaßen kräftigen Punch liefern kann wie die DAS Audio Vantec-12A. Angefangen bei der vergleichsweise neutralen „Live“-Einstellung liefert die Box einen bis hinauf in die hohen Lautstärken klaren und neutralen Grundklang, der insbesondere im Mittenbereich einen sehr schnellen und differenzierten Attack ermöglicht. Das berühmte Mittenloch, das sich gerne in einer 1/15-Kombination im Crossover-Frequenzbereich breitmacht, ist hier nicht zu vernehmen. Das massive Gehäuse hinterlässt nicht nur haptisch einen sehr guten Eindruck, sondern erlaubt es den Lautsprechern auch, ihren maximalen Wirkungsgrad auszuschöpfen. Aufgrund der sauberen Verarbeitung und der hochwertigen Komponenten färbt die Box mit zunehmender Lautstärke nur minimal und bietet einen Headroom, wie man ihn sich wünscht.

Dass ein 12 Zöller keine „echten“ Tiefbässe generieren kann, dürfte jedem klar sein, von daher sollte man bei entsprechendem Klangmaterial und gewünschtem „Körperbass“ die zusätzliche Anschaffung eines Subwoofers ins Auge fassen. Wer allerdings auch schon bis in den „normalen“ Bassbereich zufrieden ist, sollte das System einmal ausprobieren, zumal die Einstellung „Boost“ den Bassbereich sehr geschmackvoll anschiebt, ohne ihn in seinen Reserven zu überfordern.

Ganz besonders gut hat mir die Einstellung „Vocals“ gefallen, da sie die menschliche Stimme, losgelöst von allen unnötigen Frequenzen im Extreme-Low- und Extreme-High-Bereich befreit und statt dessen mit einer versierten Mittenbearbeitung für eine sehr gute Verständlichkeit sowohl im Sprach- als auch im Gesangsbereich sorgt. Mit dieser Einstellung kann die Box in einem Bereich glänzen, der bei vielen Konkurrenzprodukten gerne komplett vergessen wird, der klassischen Gesangsanlage. Sei es im Proberaum oder bei kleinen Clubgigs ohne externe PA, mit zwei Boxen dieser Bauart, ja vielleicht sogar schon mit einer Box in optimaler Ausrichtung kann man sich locker gegen die elektrifizierten Kollegen behaupten. Zumal aufgrund des hohen Leistungs-Headrooms die Saturisation und die damit verbundene Rückkopplungsgefahr deutlich abnimmt.

Insgesamt muss man der DAS Audio Vantec-12A in allen Punkten ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Konzept, Umsetzung, Leistung und Verarbeitung stehen in einem direkten Verhältnis und bedingen einander für ein hervorragendes Endergebnis. Natürlich werden viele Hobby-User den Ladenpreis als zu hoch empfinden, wer aber großen Wert auf eine professionelle Haptik in Verbindung mit einem neutralen, sehr dynamischen Klang legt oder gar seinen Lebensunterhalt mit der Musik verdient, wird dieses Produkt lieben.

Test: DAS Audio Vantec-12A Fullrange Lautsprecher

DAS Audio Vantec-12A – Aufsicht

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Fazit

Mit der DAS Audio Vantec-12A führt der spanische Hersteller ein 12/1 System der Spitzenklasse in seinem Portfolio. Das System, das in den Standards wie Live-Beschallung, Monitorbetrieb und Sidefill-Verwendung betrieben werden kann, überzeugt durch eine sehr gute Verarbeitung, einen neutralen Klang und einen riesigen Headroom bzgl. ihrer Leistungsabgabe. Mir persönlich ist noch keine Box dieser Größenordnung untergekommen, die einen solchen Punch an den Tag legte.

Für den professionellen Verleih und den ambitionierten persönliche Betrieb unbedingt zu empfehlen!

Plus

  • Headroom
  • Klang
  • Verarbeitung
  • Konzept

Preis

  • 1.198,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Armin Bauer  RED

    Hatte vor Ewigkeiten längere Zeit mit DAS Produkten bei einem örtlichen Verleiher gearbeitet.
    Das war wirklich ordentliches Material.
    Leider hat es der spanische Hersteller m.M.n. leider nie geschafft hier eine vernünftige Vertriebsstruktur aufzubauen.
    Der Preis ist bei den beschriebenen Features völlig ok, v.a. bei eigens entwickelten Komponenten und Herstellung in Europa.
    Spricht also nichts dagegen DAS evtl. mal eine Chance zu geben.

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