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Test: db-audioware Quantum-fx 1.02

(ID: 3707)


Wir bleiben in der Unterkategorie „Vocal“ und wenden uns dem Effekt „remove-vocal“ zu. Derartige Anwendungen sind relativ umstritten, da kostengünstige PlugIns oder Programme, die diese Funktion bereitstellen, selten gute Resultate liefern.
Nach Laden des Effekts stehen einem die drei Regler „Vocal Pan“, „Stereo Width“ und „Low Emphasis“ zur Verfügung. Die Hilfe-Funktion erläutert die Funktionsweise des Effekts einfach und verständlich. „Remove-vocal“ entfernt aus dem Klangmaterial die Center-Pan-Information, wo sich in der Regel die Solostimme befindet. Mit dem „Vocal Pan“-Regler lassen sich alternativ auch Frequenzen links oder rechts des Panoramazentrums filtern, falls die Solostimme mal nicht zentriert liegt. „Low Emphasis“ wirkt dabei in etwa wie ein Low Pass. Da auch der Bass mittig im Stereofeld liegt und dieser natürlich nicht entfernt werden soll, kann hier die Ansatzfrequenz des Filters bestimmt werden, typischer Weise liegt diese bei etwa 400Hz. Verlorengegangene Stereoinformation wird durch „Stereo Width“ wieder „hinzusimuliert“

Nun ja, es hört sich wirklich etwas komisch an. Wenn man das Ergebnis näher analysiert, kann man folgendes Resümee ziehen: Der „Vocalremover“ entfernt das Gesangsmaterial zunächst sehr gut, auch das der Chorstimme, vor allem deshalb, weil beides zentral im Panorama liegt. Allerdings arbeiten Hall und Delay stereo, und so bleiben die Hallfahne, sowie das Gesangsecho im Mix bestehen.
Aus seinem Lieblingslied mal eben eine Karaokeversion basteln funktioniert also nur dann, wenn weder die trockene Gesangsspur, noch die Effekte auf dem Gesang im Stereofeld platziert sind. Bei gängigen Pop-Produktionen braucht man also gar nicht erst anzusetzen. Das alte Vorurteil gegenüber solchen „Gesangsentfernern“ bleibt also bestehen.

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Vocal-Hype:


Der letzte Effekt der „Vocal“-Gruppe „vocal-hype“ verbindet die Standardgesangseffekte EQ, Kompressor und De-Esser auf einfachste Art und Weise miteinander. Es steht jeweils nur ein Regler zur Verfügung. Aufgrund der damit sehr eingeschränkten Möglichkeiten sollte man den „Vocal-Hype“ nur als nette Dreingabe für eiligste Anwendungen sehen. Schlechtes Rohmaterial kann damit keinesfalls aufgebessert werden.

Limiters + Maximisers


Die drei Effekte „5 band maximiser“, „classic multiband“ und „mastering limiter“ wenden sich alle gezielt dem Mastering eines fertigen Mixes zu.
Die einzelnen Regelmöglichkeiten und Bedienungsfunktionen seien einmal außer Acht gelassen. Prinzipiell existieren bei den Quantum-fx-Kompressoren und -Limiter dieselben Regelmöglichkeiten wie bei jedem anderem Kompressor und Limiter auch, teils aber auf wenige Regler reduziert. Der „5 band maximiser“ bietet z.B. kein Attack/Release, sondern nur einen „Speed“-Regler. Doch genau hier treten Schwachpunkte auf. Durch die fehlenden Eingriffsmöglichkeiten in den Kompressionsvorgang, konnte ich ein Pumpen nicht verhindern. Erst nach zurückdrehen des „Boosts“, also dem eigentlichen Intensitätsregler des „5 band maximisers“ konnte dieser ungewollte Nebeneffekt reduziert werden. Nicht mehr zu vernehmen war das Pumpen aber auch erst dann, als auch keine Kompression bzw. „Lautheitserhöhung“ mehr wahrzunehmen war.
Alle drei Kandidaten sind relativ einfach zu bedienen, „verschlimmbessern“ das Ausgangsmaterial aber auch sehr schnell. Dies ist auch daran auszumachen, dass alle drei Effekte dem zu masterndem Track einen Eigenklang aufdrücken. Vor allem im Höhenbereich macht sich dies deutlich bemerkbar. Die Standard Cubase Dynamics sind da wesentlich neutraler.

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Valvit


Mit dem Überbegriff „Destroy!“ und zwei „drive“-Reglern wirkt „Valvit“ wie ein gewöhnlicher Overdrive- oder Distortion-Effekt. Prinzipiell ist das auch richtig, nur das „gewöhnlich“ sollte man streichen. „Valvit“ bietet zwei unabhängige „drive“-Regler, einen für hohe, den anderen für die tiefen Frequenzen. Bei welcher Frequenz zwischen „drive-hi“ und „drive-lo“ gesplittet wird, ist wählbar. „Valvit“ kann demnach Audiomaterial frequenzabhängig verzerren.
Wenn man sich die Beschreibung von „Valvit“ durchliest, trifft man auf folgendes: „Ein 2-Band Overdrive-Effekt, geeignet um dem Mix etwas Wärme hinzuzufügen“. Dass man „Valvit“ Mastering-Qualitäten hat, hätte man wohl nicht erwartet. Aber tatsächlich! Setzt man „Valvit“ mit einer dezenter Einstellung (z.B. das Preset „Nice Boost“) an einem kompletten Mix ein, wirkt dieser deutlich präsenter. Dabei erzielt „Valvit“ meiner Meinung nach ein deutlich besseres Ergebnis als andere einfache Zerr- oder Röhrensimulationen wie z.B. der Cubase Effekt „DaTube“.
Doch sollte man auch die Möglichkeiten beachten, die man mit einem frequenzabhängigen Verzerrer in der Klangbearbeitung von Instrumenten hat. Ob Orgeln oder Synthesizer, oftmals klingen bei Verzerrungen hohe Töne zu grell, während tiefere Oktaven genau passen. Oder bassige Töne verschwimmen, während mittlere Oktavlagen eigentlich nur ein wenig angezerrt wirken. „Valvit“ bietet da Abhilfe, wie das nächste Klangbeispiel demonstriert. Ein E-Piano des Cubase Synthesizers „a1“ wurde oberhalb 414 Hz um etwa die Hälfte so sehr verzerrt wie der Frequenzbereich darunter.

Hier lässt Quantum-fx erstmals erkennen, wo seine wahre Bestimmung liegt. „Verschönering“ und Mastering schön und gut, aber erst mit abgefahrenen Effekten wird man bei Quantum-fx voll auf seine Kosten kommen.
Da kommt die nächste Kategorie genau richtig. Der „Creative Pack“ beinhaltet einiges an Effekten, die geradezu prädestiniert sind für das Verbiegen von harmlosen Synthie-Sounds.

Fazit
Quantum-fx erwartet den Anwender mit einem schier unendlichen Potential an Anwendungsmöglichkeiten. Dabei ist Quantum-fx insofern auch für Einsteiger in die Computerbasierte Musikwelt interessant, weil man für einen verhältnismäßig geringen Preis eine immense Anzahl an Standardeffekten für jede erdenkliche Produktionssituation erhält. Scheut man sich vor den vielen Regelmöglichkeiten der einzelnen Effekte oder fehlt einem die Erfahrung, das richtige Setup, beispielsweise das, eines Kompressors zu finden, bilden die zahlreichen Presets sicherlich eine gute Auswahl an häufig anwendbaren Einstellungen.
Fortgeschrittenere Anwender werden sich wahrscheinlich nicht mit den Kompressoren, EQs und Reverbs von Quantum-fx zufrieden geben, sondern werden nach Höherem streben. Dafür findet man viele, viele, viele Effekte, mit denen man alles Mögliche an Klangmaterial „durch den Wolf lassen“ und verfremden kann, was sich vor allem für elektronische Musik anbietet. Die Features, die der Workbench obendrein bietet, also jedes erdenkliche Routing realisieren zu können, wird für den fleißigen Klangbastler wohl allein schon ein Kaufargument sein.
Der unglaubliche Umfang des Gebotenen und die daraus resultierende Flexibilität lassen den Preis fast schon als lächerlich erscheinen.
Quantum-fx bildet wirklich einen Rundumschlag an allem, was man sich als PlugIn vorstellen kann.

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