Test: Deckard’s Dream Expander Effektgeräte

25. April 2020

Ringmodulation für den Deckard's Dream

Test: Deckard´s Dream Expander Effektgeräte

Test: Deckard’s Dream Expander Effektgeräte (im Bild der untere Einschub)

Der Deckard’s Dream ist inzwischen weltbekannt, da er einem Yamaha CS80 klanglich sehr nahekommt, als funktionale Erweiterung gibt es seit 2019 den Deckard’s Dream Expander, dieser stellt primär ein Effektgerät samt Ringmodulator dar.

Wer den Synthesizer Deckard’s Dream noch nicht kennt, folgt dem Link zu unserem Test: HIER KLICKEN

Die Bezeichnung „Deckard’s Dream“ wird im Test durch den Begriff „DDRM“ abgekürzt, diese Abkürzung ist sehr weit verbreitet. Angekündigt wurde der DDRM Expander 2018 und ist als DIY-Bausatz und als fertiges Gerät seit Frühjahr 2019 erhältlich. Der DDRM Expander stammt aus dem gleiche Hause wie der DDRM, Kijimi und Xerxes, aus Japan von dem Unternehmen “ The Black Corporation“. Im folgenden Test wird die von mir gebaute Expander-Version vorgestellt und getestet.

Wie vorab geschildert, existiert eine fertig zusammengebaute Version auf dem Markt und eine DIY-Version, äußerlich erkennt man den Unterschied lediglich in sehr feinen Details, die ich hier angebe, damit man auch auf dem Gebrauchtmarkt eine Möglichkeit findet, die richtige Version zu identifizieren.

Bei der DIY-Version sind die Rack-Montage-Löcher als Langloch ausgeführt, bei der Factory-assembled-Version sind diese rechteckig. Weiterhin steht bei der DIY-Version am Frontpanel: „DECKARD’S DREAM DIY EFFECTS EXPANDER“

Beide Versionen unterscheiden sich ansonsten technisch und funktional nicht.

Die DIY-Version ist zu ca. 95 % aus THT-Bauteilen aufgebaut, die Factory-build-Version ist zum Großteil in SMD ausgelegt, was hier jedoch aufgrund der Technologie keinen Unterschied macht.

Vorab, beide Version klingen sehr identisch, ein paar Erklärungen sind im DIY-Bericht.

Der Expander ist für viele DDRM Besitzer ein „Must have“, da im DDRM kein Ringmodulator vorhanden ist, ohne diesen kann man diverse typische Yamaha CS80 Klänge nicht reproduzieren. Da noch viel Platz im Gehäuse und auf dem Frontpanel vorhanden war, hatte sich der Entwickler entschlossen, noch ein paar Funktionen hinzuzufügen, worauf ich auch hier explizit noch zu sprechen komme.

Die Funktionen des Deckard’s Dreams Effekt Expanders

  • Ringmodulator samt ADSR-Hüllkurve
  • Chorus/Tremolo umschaltbar, Speed- und Depth-Potentiometer
  • Delay – Time, Tone, Feedback, Balance Slider
  • Reverb – Size, Decay, Rolloff, Balance Slider
  • Sustain (MIDI-Funktion) 1-2 umschaltbar und Slider für Long/Short
  • Volume-Regler für Headphone und Masterausgang
  • Power-Schalter

Außenansicht

Das lackierte Gehäuse und das 1 HE Frontpanel ist aus solidem Stahl gefertigt und ist kratzfest, ebenfalls die Beschriftung.

Jedoch sollte man sicherstellen, dass nicht zu viel Druck auf das Gehäuse von oben ausgeführt wird, da das Frontpanel lediglich an den Seiten mit dem eigentlichen Gehäuse befestigt ist, ein Thema das man auch vom DDRM und KIJIMI kennt.

Hier fehlt eine Befestigung/Stabilisierung in der Mitte des Frontpanels zum Gehäuse.

Die Anschlüsse am DDRM Expanders

An der Front befindet sich ein Kopfhöreranschluss, hierbei sei mal in einem meiner Artikel etwas erwähnt: „Die bestimmungsgemäße Verwendung einhalten“, damit ist gemeint „Stereo-Kopfhörer“ nutzen und nicht Mono-Stecker und dann in irgendwelche PA-Anlagen oder Gitarreneffekte o.ä. reingehen. Das erspart vielen Geräten teure Reparaturen und es riecht auch nicht verbrannt aus dem Gerät. Man sollte sich als Benutzer niemals darauf verlassen, dass stets alles durch Schutzschaltungen/Funktionen geschützt ist.

Die Anschlusse des DDRM – nur unteren Rack-Einschub betrachten

Auf der Rückseite befindet sich ein MIDI-Trio, das in Verbindung mit einem DDRM zwingend genutzt werden muss, untypisch ist hier, dass MIDI Thru in der Mitte ist.

Weiterhin erblickt man einen unsymmetrischen Stereoausgang (2x 6,3 mm Klinke), dazu einen Mono-Mix-Signalausgang sowie 2 unsymmetrische Monoeingänge.

Die beiden Monoeingänge werden intern im Expander summiert (mono), es wird an der Stelle erwähnt, da es für den DDRM (DIY-Version) eine Modifizierung für Upper/Lower-Voice gibt und man somit eigentlich auch Stereoausgänge am DDRM hat.

Weiterhin gibt es einen DC-Spannungsversorgungsanschluss 12 V DC Center positiv für das externe Netzteil. Falls noch nicht geschehen, rate ich dringend dazu, das DDRM- und Expander-Netzteil zu beschriften, je nach DDRM-Version gibt es 12 V oder 24 V, diese sollte man nicht verwechseln.

Bedienung

Als Besonderheit sehe ich hier zunächst die Slider, der Maximalwert ist unten statt oben, schade dass es nicht auf dem Frontpanel gekennzeichnet ist. Nun kann man hier raten, warum das so ist, vermutlich wurde es wie beim unteren Teil des DDRM gemacht, dort sind manche Werte ebenfalls andersrum.

Die Fader am Expander sind in solider Metallschaft-Ausführung und lassen sich gut bewegen und erfüllen ihren Zweck, ein Staubschutz für die Fader-Wege wäre ein Pluspunkt. Die Potis sind von Alpha und liegen in geschlossener Bauweise vor, was vor Staub und somit vorzeitigem Kratzen vorbeugt. Was einigen vielleicht nicht sofort auffällt, es gibt keine Power-LED und keine Eingangslautstärkeregelung.

Besonderheiten in der Zeit von MPE

Da der DDRM MPE-fähig ist, gibt es ein paar Dinge zu berücksichtigen.

Zunächst sollte klar sein, dass man bei MPE keine klassische MIDI-Ketten baut, da MPE alle 16 MIDI-Kanäle benötigt. Wer das Thema ignoriert, kann sich auf Probleme einstellen, dazu gehört Neustarten vom DDRM und/oder des Expanders und anderer Geräte. Sollte man z. B. Ableton (inkl. Version 10) nutzen, so ist man mit MPE raus, denn es wird bis heute leider nicht unterstützt und bewegte schon viele Benutzer zum Wechsel auf Cubase.

Hier sollte man den Deckard’s Dream, Kijimi oder Xerxes im Channel-Pressure- (C.P) MIDI-Modus setzen. Ich erwähne es, weil es sehr oft zu Fragen diesbezüglich kommt.

Der Expander hört auf allen 16 MIDI-Kanälen, sollte auf einem Kanal etwas ankommen, so gibt er auf demselben Kanal auch ein Signal wieder aus.

Spezial-Controller SUSTAIN

Hier der Sustain-Fader im Bild

Wie bereits erwähnt, besitzt der Expander einen Sustain-Controller. Dieser steuert keinen Parameter des DDRM-Expanders, sondern ist tatsächlich ein zusätzlicher Controller für Sustain der DDRM-Hüllkurven. Der SUSTIAN I/II Fader gehört exklusiv auf MIDI-Kanal 1 gestellt.

Wie verbindet man den Deckard’s Dream mit seinem Expander?

Selbst für MIDI-Erfahrene erschließt sich die Verknüpfung nicht von selbst, da hier nicht die klassische „MIDI-Thru kommt in MIDI-In“ Verknüpfung gilt – sondern wie folgt verbunden werden muss:

Danke an Siggi Müller für seine Zeichenkünste

Ein bisschen zur Technik und Funktionsweise

Da es leider kein Handbuch gibt und mir nur die Schaltpläne vorliegen, musste ich für den Test auch erst mal paar Sachen nachprüfen. Dieser Artikel wurde daher in einem etwas anderen Stil geschrieben, damit Expander Kunden somit auch etwas mehr Wissen erlangen als nur die reine Bedienung, es schadet ja nicht, mehr zur Funktionsweise zu erfahren.

Der analoge Ringmodulator des DDRM

Wie beim Vorbild, dem Yamaha CS80, sitzt der Ringmodulator kurz vor dem Ausgang und ist mono, danach geht es an die Ausgänge, wo auch Chorus und Tremolo anliegen. Die Hüllkurve (ADSR) reagiert auf eingehenden MIDI-Note-on-Befehle und moduliert den Ringmodulator.

Tremolo oder Chorus?

Der Ringmodulator ist komplett analog aufgebaut und besteht unter anderen aus einen CEM3340 VCO bzw. dessen „Nachbau“ AS3340, die Hüllkurve wird per AS3310 IC generiert.

Delay und Reverb als digitale Variante

Die 4 klassischen Effekte „Tremolo, Chorus, Reverb, Delay“ werden mittels FV-1 generiert bzw. mit dessen Hilfe, somit digital.

Sollte man die Funktion SUSTAIN 1-2 nutzen wollen, so sollte man auch hier die technische Funktionsweise kennen, Sustain 2 wirkt auf bereits erzeugte Hüllkurven, diese kann man nachträglich modifizieren/modulieren. Im Sustain 1 Modus wird die Modulationsmöglichkeit entzogen, wenn eine neue Note gespielt wird. Beide Funktionen kann man am besten testen, wenn man Pitchbend benutzt. 

DIY Kurzfassung zum DDRM Expander

Da der Expander auch als DIY-Version erhältlich ist, soll auch gern davon ein bisschen hier beschrieben werden. Für 349,-USD erhält man direkt bei Black Corp. hochwertige PCBs und 3 ICs. Das PCB-Set besteht aus einem Cardboard-PCB, einem Frontpanel PCB (Hardware-Board), auf dem die Slider sitzen sowie einem schmalen PCB (Mainboard), das hinter dem Frontpanel-PCB sitzt. Das Gehäuse bekommt man in den USA für 169 USD.

Weitere Bauteile sind primär bei Mouser oder Digikey erhältlich, lediglich den AS3340/AS3310/AS2164 sowie die 3 FV-1 SPIN Chips kauft man woanders, z .B. Musikding, Banzai.

Rar ist nur der MC1496 IC – hier sollte man ggfs. SMD samt Adapter-PCB nehmen. Die BOM/Bauteileliste liegt auf meiner Website. Man sollte sorgsam bei den 3 FV-1 Spin Chips sein, diese sind im SO-28 (SMD) Format, dazu gesellen sich noch ca. 80 SMD MLCC decoupling caps im 0805 Format, ein Teil davon sitzt auf dem Frontpanel-PCB (Hardware-Board), dort hatte ich bei allen  Expandern, die ich gebaut hatte, ein bisschen Schwierigkeiten mit manchen Pads, da diese zu nah am Rand waren, viele Massepads hatten unterschiedliche Temperaturaufnahmen, ebenso manche Sliderpads. Insgesamt sitzt man ca. 10 Stunden am Zusammenbau. 

Einen echten Buildguide gibt es nicht, sagen wir mal so: Jemand, der einen DDRM gebaut hat, baut einen Expander auch ohne echten Buildguide. Sofern es immer wichtige Infos oder Fehler gibt, findet man das auch immer auf meiner Website. Es ist ja auch nicht meine Aufgabe, die Hausaufgaben von kommerziellen Firmen zu machen, jedoch vergebe ich auch gerne Schreibzugriff auf meine Website für jeden, der etwas ändern oder hinzufügen will, das Angebot gilt auch für die Hersteller selber, man kennt sich ja eh.

Ansonsten gilbt es beim Expander nicht viel zu beachten, bis auf das Kalibrieren, hier ist es ratsam, ein Oszilloskop zu benutzen und danach ein bisschen mit dem DDRM und Expander zu spielen, ein Nachkalibrieren kann notwendig sein, daher das Gerät nicht komplett verschließen.

An der Stelle sei erwähnt, auf der Gehäuseboden Innenseite am besten ein Isolierung einkleben, z.B. Kunststoffhefter oder doppelte Klarsichtfolie, da hier ein Kurzschluss beim Testen und Auseinander-/Zusammenbau droht, wer einen Expander baut, wird es verstehen, wenn man ihn zusammenbaut, denn das gesamte Frontpanel und Mainboard wird in das Gehäuse geschoben, wenn man also nur mal schnell was nachkalibrieren will, ist es einfacher, den Boden isoliert zu haben, zumal das PCB zum Gehäuse nicht mechanisch gesichert ist.

Insgesamt wird hier auch schnell klar, warum die DIY- und Factory-assembled-Version klanglich sehr identisch sind, die wesentlichen Komponenten unterscheiden sich kaum und es wird hier kein SMT 0402 Format benutzt, selbst Reparaturen und Modifikationen waren bei der Factory-build-Version bisher kein Thema. Vermutlich hätten andere Hersteller hier auch erst mal das PCB und Komponenten bis auf das Minimale zusammengestaucht.

Zum Thema Bugs: In der ersten DIY- und Factory-assembled-Version gab es einen Fehler, dass die MIDI-Aktivität hörbar auf dem Audiosignal war, um das zu lösen, werden 2 Widerstände und 2 geschirmte Kabel hinzugefügt/angepasst.  Das wurde in der aktuellen Fctory-build- und DIY-Version (1.1) gefixt.

Insgesamt muss man schon abwägen, ob einen die Kosten in Höhe von ca. 800,- Euro trotz DIY Wert sind. Schlussendlich ist das Delay und Reverb bei Weitem nicht wirklich gut – in Relation zum hohen DDRM Klanganspruch und Gesamtpreis.

Modifikation

Wenn man ihn baut, sollte man eine Power-LED nachrüsten, hierfür bieten sich einfache Lösungen an, entweder man bohrt ein Loch in das Frontpanel oder man setzt eine LED hinter die Kopfhörerbuchse, wie auf meiner Website beschrieben.

Etwas sei noch in dem DIY-Kontext erwähnt: Der XERXES (ELKA Synthex inspirierte Synth) wird nicht als DIY-Version erscheinen, jedoch folgt in den nächsten Wochen ein Test von mir zu der Factory-build-Version.

Der Klang des Deckard’s Dream Expander

Auch wenn das Thema in dem Bericht das Allerwichtigste sein sollte, werde ich mich hier kurzfassen und nichts über Luftigkeit und Detailtreue schreiben, denn dieses „spezielle“ Effektgerät ist schnell beschrieben. AMAZONA.de Leser und Freunde kennen meine direkten Formulierungen, ich mag zwar ausgeprägte gute Rhetorik, jedoch wird damit zu viel in Testberichten versteckt oder gezielt anders ausgelegt.

Zunächst zum Delay und Reverb: Ja, sie erfüllen ihren Zweck, jedoch ist das Rauschen beim Reverb deutlich hörbar und für hochwertige Aufnahmen nicht brauchbar, auffällig ist hier auch der Pegelabfall.

Das Delay ist da schon brauchbarer, es klingt gut und man bekommt es mit etwas Fingerspitzengefühl auch gut eingestellt, aufpassen sollte man beim Bewegen der Time- und Feedback-Slider, da dort sofort hörbare digitale Artefakte und Übersteuern an der Tagesordnung sind. Das hört man vor allem im Soundbeispiel „Trance-all-effects“.

Am besten kann man das Delay und Reverb wohl eher mit günstigen 90er Jahre Effektgeräten in Zusammenhang bringen, denn es erinnert mich an meine Jugend, als ich z.B. kurzzeitig einen Monacor BBD-Effekt nutzte. Der Expander nutzt für Chorus/Tremolo, Delay, Reverb jeweils einen Spin FV-1, dieser ist DSP-basierend und wie hier im Expander mit 3 EEPROMS, welche die DSP-Routinen bereitstellen, diese sind von Black Corp. Den gleichen DSP-Chip findet man inzwischen auch in vielen Synthesizern wieder.

Der analoge Ringmodulator des DDRM

Der Hauptkaufgrund für viele DDRM Besitzer ist der Ringmodulator und der macht seinen Job zu meiner vollsten Zufriedenheit, auch wenn er nicht 100 % identisch nach CS80 klingt.

Im Zusammenspiel mit dem ADSR kann man auch sehr abgefahrene Sounds entdecken sowie Sidechain-Kompressor ähnliche Effekte erhalten. Chorus und Tremolo sind auf jeden Fall brauchbar und beide fügen sich gut in viele DDRM Patches ein.

Ich persönlich habe das Gefühl, dass man bei der Entwicklung den restlichen Platz im 19“-Gehäuse aufgefüllt hat. Der Ringmodulator stand im Vordergrund, ebenso vermutlich das Tremolo und der Chorus, um ebenfalls an den CS80 Funktionsumfang zu kommen, Delay und Reverb ware ein Platzfüller, diese Theorie wird dadurch bekräftigt, da die erste Frontpanel Designstudie lediglich den Ringmodulator beinhaltete sowie zusätzlich CV-Eingänge für den DDRM.

Insgesamt sind Reverb und Delay funktional, sollte das Rauschen zu viel werden, hilft ein Gate/Noisegate oder man lässt diese Funktionen einfach aus.

Da es wie erwähnt kein Handbuch gibt, kann ich z.B. zum Thema Delay-Zeit nichts sagen, wer mehr darüber wissen will, findet es vielleicht im Datasheet vom Spin VF-1 Chip. Für alle Tüftler besteht außerdem die Möglichkeit, eigene EEPROMS mit eigenen DSP-Routinen zu erstellen und gegen die 3 installierten EEPROMS zu tauschen.

Service und Support

Im letzten Test des KIJIMI Synths von Black Corp. gab es bereits ein paar Worte zum Support-Thema. Leider muss ich verkünden, dass sich nichts verbessert hat, im Gegenteil. Es gibt bis heute kein offizielles Handbuch, trotz klarer rechtlicher Bestimmungen. Ein Handbuch für den DDRM findet man inzwischen z.B. auf Thomann.de

Die Website wurde vor Kurzem erneuert, jedoch sind alle vorher vorhandenen Downloads nun verschwunden und es existieren keine Produktdatenblätter oder ähnliches, auf Nachfrage bekam ich als Antwort, dass man sich dem zeitnah annehmen will.

In Zeiten von Corona/Covid19 ist jedoch auch bei Black Corp. es nicht einfach, alles sofort zu erledigen, dennoch bekam ich binnen weniger Stunden Antworten auf Anfragen. Weitere Service- und Support-Funktionen gibt es weiterhin nicht (FAQ, Chat, Bugtracker), hier sollte man also weiterhin per E-Mail oder Facebook Kontakt aufnehmen. 

Auf meiner privaten Website hae ich jedoch fast alles, was DDRM, KIJIMI, und DDRM Expander betrifft, dokumentiert und zusätzlich die DIY-Gemeinschaft benötigt. (Genau deshalb gibt es meine Website auch, da über die Jahre sehr viele Websites offline gegangen sind oder Datenverluste hatten.)

Fazit

Da wird es einem dieses Mal schwer gemacht, ein Fazit anzugeben, denn trotz der negativen Punkte gehört der Expander zum DDRM, allein wegen des guten Ringmodulators und dem Tremolo und Chorus. Ignoriert man einfach mal das Delay und Reverb, so bleibt ein gutes, aber auch teures Effektgerät für den DDRM über, anders gesagt: Man kann sich es auch einfach schönreden und behaupten, Reverb und Delay waren Platzfüller und das gab es gratis dazu.

Um realistisch zu sein: Jeder, der das Geld für einen DDRM hat, besitzt sicherlich bereits auch hochwertige Effektgeräte oder nutzt dafür Software-Lösungen, die Delay und Reverb ersetzen.

Symmetrische Ein- und Ausgänge oder gar digitale Anschlüsse fehlen leider, der DDRM und Kijimi besitzen jedoch auch nur unsymmetrische Ausgänge, was somit auch nur eine halbe Lösung wäre.

Ein Handbuch gibt es bisher nicht, aber dafür gibt es ja nun den AMAZONA.de Artikel, der natürlich durch gute Google-Rankings auch für Fremdsprachler schnell zu finden ist.

Die eigentliche Frage wird nun sein: Benötigt ein DDRM Benutzer den Expander?

Im Prinzip ja, jedoch sollte man den Kauf aufgrund des vergleichsweise hohen Preises abwägen, eine andere noch nicht berücksichtigte Option ist die DIY-Version zu nehmen und auf Delay und Reverb zu verzichten und stattdessen ein angepasstes Frontpanel zu nehmen, was die Kosten deutlich drücken sollte.

Plus

  • Ringmodulator

Minus

  • keine Power-LED
  • kein Handbuch
  • Support und Service ausbaufähig
  • Delay- und Reverb-Qualität
  • keine symmetrischen Anschlüsse, somit auch keine XLR-Ausgänge

Preis

  • fertige Herstellerversion: 1399,- Euro
  • DIY-Version Gesamtkosten: ca.900,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Einen integralen Bestandteil des Originalinstruments als Effektgerät und Expander zu verkaufen — das nenne ich mal cleveres Marketing. Oder völlige Verkennung der Faktenlage.

    Es tut mir leid, aber klanglich hat das, was da oben zu hören ist, kaum etwas mit dem Klang des Ringmodulators des CS50/60/80 zu tun. Viel zu harsch und spröde, viel zu wenig Spektrum, was den Frequenzgang angeht. Man höre sich das Vangelis-Album „Beaubourg“ an, um zu verstehen, was ich meine.

  2. Profilbild
    Elekrostatiker 1

    Ich besitze keinen Cs 50,60,80 aber einen Cs40 m der klingt näher an den Grossen,obwohl nur duophon als das was ich von dieser Mogelpackung höre,

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    swissdoc  RED

    Ein Test des Ringmodulators damals beim Arturia CS80 VST hat offenbart, dass das klanglich nicht leicht zu emulieren ist. Das es mit analoger Hardware auch so in die Hose geht, erstaunt dann doch.
     
    Auch wenn man sich vom Thema der aromaidentischen Replik entfernt, so weiss der Klang für meine Ohren gar nicht zu gefallen. Iggy findet weiter oben die passenden Worte.
     
    Ich vermute hier aber nicht nur klangliche Auswirkungen des Schaltungsdesigns, sondern auch die fehlende Spielbarkeit eines Rack-Gerätes sowie unpassende Skalierung und Beweglichkeit der Regelwege.
     
    Referenz ist bei mir der eigene CS50 neben all den bekannten Aufnahmen.

  4. Profilbild
    fritz808  

    hier steht ein cs60 neben mir und sooo schlecht, wie meine vorredner gerade tun, ist der klon gar nicht. mag sein, dass es hie klangliche unterschiede gibt, aber wenn, dann sind die marginal. ein freund hat sich den dd zusammen mit dem expander gekauft. vor einigen monaten hatten wir gemeinsam eine ausgiebige session – wir waren wirklich begeistert von dem duo. die digital generierten effekte sind tatsächlich etwas mau, aber der ringmodulator ist top.

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      swissdoc  RED

      Am Spin FV-1 liegt es jedenfalls nicht, der ist auch im OTO BAM drinnen und dort klingt es sehr gut.

    • Profilbild
      iggy_pop  AHU

      Daß er nicht sooo schlecht ist, bedeutet aber auch nicht zwangsläufig, daß er sooo gut ist.

      Wer den Unterschied nicht hört, dem braucht man es nicht zu erklären — erkläre man einem Blinden, was „Rot“ ist.

    • Profilbild
      tantris  

      @fritz808
      Das sehe ich genauso. Die Qualität eines analogen Soundmoduls lässt sich nicht an wenigen, mehr oder weniger zufällig erstellten Samples messen. Man kann auch einen Jupiter8 oder einen Oberheim12 so einstellen, dass er wie eine Plastik-Tröte klingt. Einen guten Sound hinzubekommen, bedarf oft stundenlanger Kleinarbeit. Der Autor des Testberichts hatte verständlicherweise dafür keine Zeit.

  5. Profilbild
    SimonChiChi  AHU

    Die Demos klingen toll. Kenne das Original nicht, aber DD mit Expander wäre genau mein Ding. Leider nur außerhalb meiner finanziellen Reichweite.

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