Der Beam-Killer aus Tirol!
Die Deeflexx H!1 Edition V2.0 ist ein rein mechanischer Schalldiffusor, der das sogenannte „Beaming“ von Gitarren- und Bassboxen unterbinden soll. Das Produkt richtet sich an ambitionierte Hobbymusiker ebenso wie an Bühnenprofis, die ihren Sound ohne Elektronik, ohne Strom und ohne Kompromisse beim Originalklang gleichmäßig im Raum verteilt haben möchten.
Was ist es? Deeflexx H!1 Edition V2.0, ein mechanischer Schalldiffusor zur gleichmäßigen Klangverteilung von Gitarren- und Bassboxen.
- Beaming-Problem: Verteilt Höhen und Mitten gleichmäßig im Raum statt gebündelter Direktabstrahlung.
- Sound: Mehr Transparenz, bessere Bühnenverteilung und konstanter Klang an unterschiedlichen Positionen.
- Montage: Einfach unter Amp oder Cabinet schieben, keine Elektronik oder Stromversorgung nötig.
- Praxis: Besonders effektiv im Proberaum, auf kleinen Bühnen und im Touring-Einsatz.
- Einschränkung: Optik Geschmackssache und bei Cabinets mit Rollen nicht immer direkt kompatibel.
Inhaltsverzeichnis
Das vorgezogene Fazit
Wer nach diesem Test auf eine ellenlange Abhandlung über Signalwege, Röhrencharakteristika oder Klangregelung wartet, den muss ich enttäuschen. Die Deeflexx ist kein Pedal, kein Amp, keine Box. Es ist ein Stück Kunststoff. Ein durchdachtes, konsequent entwickeltes Stück Kunststoff, wohlgemerkt, aber in seiner Grundform bleibt es dabei. Reflektor trifft auf Diffusor. Fertig.
Wer als Gitarrist noch nie mit dem Beam-Problem zu kämpfen hatte, hat entweder ausschließlich im Wohnzimmer gespielt oder ist schlichtweg unaufmerksam durch seine Musikerkarriere geschlendert. Für alle anderen, vom Proberaumhelden bis zum Tourveteranen, ist dieses Produkt eine ernst zu nehmende Waffe im akustischen Alltag.
Kaufen? Ja, mit einer gewissen Einschränkung: Wer seinen Amp als Schmuckstück betrachtet und den Anblick eines semitransparenten Kunststoffkeils davor als Majestätsbeleidigung empfindet, wird psychologische Überzeugungsarbeit an sich selbst leisten müssen. Wer hingegen pragmatisch denkt und klanglich vorankommen möchte, greift zu. Die Investition rechnet sich und zwar schon beim zweiten Probenabend.
Das Prinzip: So simpel, dass man es fast übersieht
Es ist immer wieder erfrischend, wenn inmitten einer Zeit vollständig diodenüberladener Displays und hochgezüchteter Algorithmen dem Tester ein Produkt gereicht wird, das in puncto technischer Reduktion nahezu konkurrenzlos dasteht. Die Deeflexx H!1 Edition V2.0 aus dem Hause HooVi, benannt nach ihrem Erfinder Hubert „HooVi“ Hochleitner aus Schwaz in Tirol, ist buchstäblich ein Stück geformter Kunststoff. Keine Displays, keine Leiterbahnen, nicht einmal eine Stromquelle benötigt die Konstruktion, um ihre Kernaufgabe zu erfüllen.
Stattdessen beschäftigt sie sich mit dem Ureigensten, was Musik definiert: dem Schall und dessen Abstrahlverhalten.
Das physikalische Problem, dem die Deeflexx zu Leibe rückt, ist so alt wie die elektrisch verstärkte Gitarre selbst. Lautsprecher bündeln Mitten und Höhen abhängig von ihrer Membrangröße stark nach vorne. Ein Phänomen, das Fachleute als „Beaming“ bezeichnen und das in der Praxis regelmäßig zu vertrauten Bandkonstellationen führt.
Der Gitarrist steht direkt vor seinem Amp und wird von einem harsch-kratzig-überpräsenten Hochtonstrahl traktiert, während der Rest der Band exakt nichts hört. Oder umgekehrt. Die Box wird auf den Spieler ausgerichtet und das Publikum versucht telepathisch zu erspüren, in welcher Tonart der Gitarrist gerade unterwegs ist. Wer dann noch den Amp auf den Boden stellt, hat gerade auf kleinen Bühnen in Sachen Bühnensound alle vermeidbaren Fehler konsequent gemacht.
Wer sich kurz mit Akustik beschäftigt hat, durchschaut das Prinzip der Deeflexx sofort. Eine oder zwei dreieckige Kunststoffformen leiten den gebündelten Hochtonstrahl des Lautsprechers um und verteilen ihn seitlich sowie nach oben in den Raum. Die tiefen Frequenzen passieren die Konstruktion dabei ungehindert. Die hohen und mittleren Frequenzen werden gezielt umgeleitet, dumpfe Zonen aufgehellt, schrille Bereiche entschärft. Das Ergebnis ist ein homogenes, nahezu kugelförmiges Klangfeld.
Verarbeitung & Montage: kein Hexenwerk, aber auch kein Spielzeug
Die Deeflexx H!1 Edition V2.0 besteht aus massivem Kunststoff, einem Werkstoff, der unter anderem auch für Panzerglas oder Flugzeugfenster verwendet wird. Schläge, Stöße, das unvermeidliche Rumpeln im Tourbus oder das Abstellen von Kisten auf dem Gerät übersteht die Deeflexx klaglos. Die Elastizität des Materials federt direkte Krafteinwirkung zuverlässig ab. Ein leichtes Nachschwingen ist dabei vorhanden, hält sich aber im moderaten Rahmen.
Die Montage beschränkt sich auf einen einzigen Handgriff. Der Deeflexx wird mit seinem Standfuß unter den Amp oder das Cabinet geschoben. Fertig. Keine Bohrungen, keine Umbaumaßnahmen, keine Werkzeugkiste erforderlich.
Für stationäre Installationen ist im Fuß eine Bohrung vorgesehen, mit der sich das Gerät dauerhaft mit dem Untergrund verschrauben lässt. Eine Skala am Fuß erlaubt die reproduzierbare Justierung des Abstands zum Lautsprecher. Wer seinen optimalen Klangpunkt einmal gefunden hat, kann ihn exakt dokumentieren.
Einen klärungsbedürftigen Punkt gibt es allerdings: Unter Cabinets mit Standardrollen verweigert der Standfuß seinen Dienst, da die Bodenfreiheit zu groß ist. Die Rollen müssen in diesem Fall entfernt werden. Wer schon einmal eine 4 × 12 über Kopfsteinpflaster geschoben hat, weiß, dass die Rollen solcher Cabinets ohnehin eine begrenzte Lebenserwartung besitzen. Das Problem löst sich also – wenn man es so nennen will – organisch.
Wünschenswert wäre dennoch eine Art steckbare Unterlegscheibe für unterschiedliche Bodenfreiheiten, um auch Combos mit hohen Gummifüßen problemlos abzudecken. Ein kleiner Wermutstropfen im ansonsten überzeugenden Gesamtbild der Deeflexx H!1 Edition V2.0.
Wer sein Mikrofon – das obligatorische SM57 sei als Referenz genannt – im geraden Winkel vor dem Lautsprecher platzieren möchte, muss bei vollständig eingeschobener Deeflexx Abstriche machen. Zieht man den Diffusor jedoch etwas zurück, lässt sich dieses Problem mit wenigen Zentimetern Spielraum beheben. Kein Drama, aber ein Detail, das im Studioalltag bekannt sein sollte.
Darüber hinaus kann auch eine Mikrofonierung von der Seite sinnvoll sein. Hier gilt es auszuprobieren, welcher Winkel am besten funktioniert.
Der Klang: Was passiert, wenn der Beam aufgebrochen wird
Kommen wir zum eigentlichen Kern. In der Praxis verbessert sich der Gesamtklang der Gitarre spürbar, sobald die Deeflexx H!1 Edition V2.0 ihren Platz vor dem Amp eingenommen hat. Das aggressive Beißen der Direktabstrahlung wird deutlich reduziert, ohne dass der Grundcharakter des Amps darunter leidet.
Der Sound ist nahezu überall gleich, egal ob direkt neben der Box oder einige Meter entfernt. Das Klangbild gewinnt an Transparenz und Definition, gleichzeitig an Fülle mit zunehmendem Abstand. Die Gitarre wirkt lauter und präsenter. Die Wärme lässt sich über den Abstand des Deeflexx H!1 Edition V2.0 zur Membran fein dosieren.
Im Vergleich zu Beamblockern, die am Lautsprecherrahmen montiert werden, verhält sich die Deeflexx weitgehend klangneutral. Zur Frage, ob ein EQ dasselbe leisten kann: Nein. Ein Equalizer verändert Frequenzen, das Abstrahlverhalten im Raum bleibt davon unberührt. Wer Höhen reduziert, verliert zwar Schärfe, aber auch Durchsetzungskraft.
Großbühne & Touring: Das volle Potenzial
Ich habe mit mehreren Deeflexx-Systemen gleich mehrere Europatourneen absolviert. Gerne hätte ich die Systeme auch weltweit eingesetzt, aber die Transportkosten haben stets einen Strich durch die Kalkulation gemacht. Dabei hat sich eine Kombination aus vier Deeflexx und zwei 4×12-Slanted-Cabinets, seitlich gelegt und als Bühnen-Sidefill aufgebaut, für mich als Nonplusultra in Sachen Bühnenbeschallung herausgestellt.
Warum dieser Aufwand? Im Prinzip muss man die zwei schrägen Cabinets in Seitenlage in drei Bereiche unterteilen. Vier Lautsprecher strahlen gerade auf die Bühnenmitte, zwei Lautsprecher in Richtung Drumriser und zwei in Richtung der ersten Reihen im Publikum.
Durch die Verwendung der Deeflexx H!1 Edition V2.0 wird der Schall Richtung Drumriser vom unteren Speaker etwas weiter nach oben abgestrahlt, sodass der Drummer auch von der Bühnenanlage des Gitarristen Direktschall erhält. Die beiden oberen Lautsprecher in Richtung Bühne strahlen klassisch gerade ab, während die unteren Speaker den Schall nach oben verteilen. Dadurch bekommt man auch bei direkter Platzierung vor dem Cabinet sehr viel Direktschall.
Die beiden Lautsprecher in Richtung Publikum beschallen sowohl die ersten Reihen als auch – je nach Club- oder Hallenaufbau – eventuelle Emporen. Acht Lautsprecher leuchten die gesamte Bühne akustisch aus. Ein Effekt, den man kaum beschreiben kann – man muss ihn gehört haben.
Ebenso bringt das Deeflexx H!1 Edition V2.0 einen deutlich besseren Sound in jeden Proberaum, insbesondere wenn dieser vergleichsweise klein ist. Für alle, die jetzt zu Recht das Thema In-Ear-Monitoring ansprechen: Ja, natürlich hat man mit In-Ear-Systemen ebenfalls überall auf der Bühne seinen Sound. Allerdings fehlt die Rauminformation und der Direktschall eines Lautsprechers ist nach wie vor eine deutliche Klasse für sich gegenüber dem besten abgenommenen Signal.
Ein Hinweis zur Vorsicht sei allerdings angebracht: Bei asymmetrisch aufgestellten Lautsprechern, beispielsweise einer Kombination aus Sidefill und Beschallung von hinten Richtung Publikum, traten derart massive Phasenprobleme auf, dass der Versuch während des Soundchecks abgebrochen werden musste. Diese Konstellation sollte daher vermieden werden.
Optik & Akzeptanz: Die Vintage-Fraktion und ihre Vorbehalte
Natürlich polarisiert ein Produkt wie die Deeflexx H!1 Edition V2.0. Der anachronistisch verwurzelte Gitarrist, der alles ohne einen Hauch von Vintage-Muff zunächst mit gerunzelter Stirn betrachtet, wird auch hier keine Ausnahme machen. Ein halbdurchsichtiger Kunststoffkeil vor dem geliebten Plexi-Reissue ist für manche schlicht eine Zumutung.
So gut die Wirkung vor einem Fender-Tweed-Combo in Vintage-Optik auch sein mag: Der eingefleischte Vintage-Fan wird nur schweren Herzens sein Traumbild von „Gitarre, Amp und sonst nichts“ mit der modernen Optik der Deeflexx verändern wollen.
Allen anderen sei gesagt: Die Konstruktion ist deutlich dezenter, als man zunächst vermuten würde. Und die Erfahrung zeigt, dass nach dem ersten gemeinsamen Probenabend mit Deeflexx kein Mitmusiker mehr nach dem Kunststoffkeil fragt, weil plötzlich alle den Gitarristen hören.



































an die Leserbewertungsfraktion: wie könnt ihr dieses Produkt bewerten, wenn ihr es noch gar nicht besitzt und somit nicht wisst, ob das mit eurem Setup auch wirklich das gewünschte Ergebnis bringt?
@Anguria (Hüstel) Das Teil ist wohl schon länger auf dem Markt.
Die erste Bewertung bei Thomann ist von 2021…
@Codeman1965 danke für den Hinweis. Habe erst jetzt gesehen, dass der Autor Alex Ritt ist, der gerne auch bereits schon seit längerem eingeführte Produkte testet.
@Anguria Das ist, ohne jetzt Bezug zu exakt diesem Produkt zu nehmen, tatsächlich ein Phänomen. Wir haben schon Produkte vorab testen können, die noch nicht im Handel erhältlich sind. Innerhalb von Minuten nach dem Erscheinen des Tests gab es die ersten Leserbewertungen. Leider ist es wie bei allen Bewertungssystemen: Wir können nicht verifizieren, ob der, der bewertet, das Produkt tatsächlich besitzt. Spannend ist auch, wenn die Bewertung des Autors und Leserbewertungen komplett gegensätzlich sind, aber kein Kommentar existiert, der das begründet, was sehr schade ist.
Es wäre auch spannend, wenn ein Leser, der das Produkt besitzt und komplett gegensätzlicher Meinung ist, einen Lesertest einreichen würde. So hätten alle was davon.
@Markus Galla Lieber Markus
Vielen herzlichen Dank für die Antwort. Das ist genau das, was mir aufgefallen ist. Produkt gar nicht verfügbar, und trotzdem bereits Leserbewertungen vorhanden. Oder wie von dir beschrieben gegensätzliche Bewertungen, aber kein Kommentar. Mein Eindruck ist, dass viele hier eine Bewertung basierend auf das Gefühl „Produkt könnte ich gebrauchen oder nicht“ abgeben, was ja nicht Sinn der Sache ist.
In diesem konkreten Fall habe ich übersehen, dass das Produkt bereits seit mindestens 5 Jahren auf dem Markt ist.
@Markus Galla Leserstories verschwinden durch die Konfiguration des CMS nach 1-2 Tagen von der Bildfläche und kommen anders als redaktionelle Artikel nicht in die „Rotation“. Ich habe nach zwei Anläufen beschlossen, dass es die Mühe nicht wert ist.
@MatthiasH Das ist zwar richtig, sie sind aber trotzdem auf der Community-Seite und auch im Archiv zu finden. Aber ich behalte das mal im Hinterkopf.
@Markus Galla Genau deswegen bin ich gegen die Möglichkeit der kommentarlosen Bewertung. Wer ein Problem hat, soll das begründen. Wer etwas gut findet, hat in der Regel keinerlei Hemmungen, das zu begründen, wer etwas schlecht findet, hingegen, schweigt oft zu den Gründen und bewertet es einfach schlecht. Das ist nicht nur hier so.
If you have to say something, speak up or shut up.
Wir hatten ja schon die eine oder andere Diskussion über die angemessene Art, seine Meinung zu äußern.
Ich finde bei allem Nutzen den Preis für ein Stück Kunststoff heftig. Bei einer 4×12“ Box benötigt man garantiert mehr als nur einen Keil. Ein einzelner Keil kostet mehr als eine zweiteilige Akustikwand mit 1220x1220mm aus Acryl.
Bei der Angabe des Herstellers, dass der Diffusor für Bass-Amps geeignet sein soll, beschleichen mich dann doch Zweifel aufgrund der Gesetze der Physik, die der Diffusor nicht aushebeln kann. Man muss sich aufgrund der Wellenlänge schon fragen, welche Frequenzen denn da gestreut werden sollen…es ist ja kein Horn, durch das ein Treiber die Luft pressen muss. Die tiefen Frequenzen sollten einfach um den Diffusor herum gebeugt werden, da er deutlich kleiner als deren Wellenlänge ist.
Ich würde hier wirklich gerne mal Messungen mit so einem Diffusor machen.
@Markus Galla – Der Preis war immer einer der Hauptkritikpunkte des Produktes, aber wenn du bedenkst, dass die Teile in Kleinstauflagen in Österreich gefertigt wurden / werden, relativiert sich das Ganze. Zudem musst du die Entwicklungsarbeit berücksichtigen, die sich laut der Erfinders Hoovi auf mehrere Jahre beliefen.
– Der Effekt bei einer 412er ist auf mit nur einer Deeflexx bereits deutlich zu vernehmen, insbesondere was die seitliche Abstrahlung angeht.
– Bei einer Bassanlage macht sich das Ganze nur deutlich bemerkbar, wenn man ein Cabinet mit Hochtöner verwendet und die Box wenn möglich auf den Kopf stellt, damit der Hochtöner unten liegt.
Man muss das Teil leider gehört haben um zu verstehen, warum Leute wie ich z. B. völlig begeistert sind von dem System.
@Axel Ritt Ich verstehe das Prinzip und seine Vorteile. Es ist unbestritten, dass bei einem Gitarrenverstärker oder einer Gitarrenbox sämtliche Prinzipien der Beschallungstechnik mit Füßen getreten werden. Deshalb wird jeder Tontechniker die Gitarristen überzeugen, die Boxen oder Verstärker anzuwinkeln oder zumindest auf ein Case zu stellen. Dass viele das nicht wollen, hängt damit zusammen, dass sie sich an den vermurksten Sound des auf dem Boden stehenden Verstärkers gewöhnt haben und alles darauf abgestimmt wurde (bis der Tontechniker sein Mikro positioniert und alles so einfängt, wie es wirklich klingt).
Diffusoren slnd auch keine Neuentwicklung, sondern seit 50 Jahren oder mehr bekannt. In den 80ern hatte die jede Hifi-Box vor den Hochtönern. Ein Waveguide macht heutzutage nichts anderes und auch der Diffusor im Tonstudio nicht. Die Dinger hier gibt es seit 2011 oder so. Damals waren die noch teurer. Material und Herstellungsaufwand stehen m.E. in keinem Verhältnis zum Verkaufspreis, von der Optik mal ganz abgesehen.
Du könntest dir auch im Baumarkt eine Plexiglasplatte zuschneiden lassen und diese mit einem flexibel im Winkel einstellbaren Gestell versehen. Ich glaube nicht, dass sich der Effekt groß unterscheidet. Denn der bessere Sound kommt vorwiegend über die fehlenden Reflexionen des Bodens zustande, die aufgrund der Laufzeit für Auslöschungen und Boosts sorgen, wenn der Amp auf dem Boden steht. Da Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel wird dann weniger Schall höherer Frequenzen direkt auf den Hörer gelenkt. Tiefere Frequenzen juckt das Ding nicht.
Der Gitarrist selbst hört beim Spielen im Stehen ohnehin selten das, was aus seinem Amp wirklich kommt, es sei denn, er steht mehrere Meter entfernt. Noch ein Grund mehr, den Verstärker anzuwinkeln oder auf ein Case zu stellen. Das Anwinkeln hätte einen ähnlichen, wenn nicht sogar weniger verfälschenden Effekt.
Ich würde außerdem wirklich gerne mal Messungen und Laufzeitmessungen sehen.
Egal, die werden die Teile schon in ausreichender Stückzahl verkaufen, sonst gäbe es die Firma nicht mehr. Mir ist das zu teuer und mit dem Anwinkeln habe ich früher bei Gigs immer gute Erfahrungen gemacht. Der Sound für mich und die Band war super, der Tontechniker happy. Heute würde es mich aufgrund von IEM eh nicht mehr interessieren, da kann der Amp auch neben oder unter der Bühne stehen oder im Iso Cab.
@Markus Galla Ein Teppich vor den Boxen sollte ungefähr die gleiche Wirkung erzielen, nämlich Bodenrefexionen zu löschen/verringern. Den kann man bequem transportieren und auf der Bühne Ausrollen. Mit Bandlogo versehen, wirkt er professioneller als die Teile.
Hier geht’s auch gar nicht um den Sound auf Alben, sondern um den Sound auf einer Bühne oder im Proberaum. Mit der Qualität einer Aufnahme hat es genau 0 zu tun, da das Mikrofon im Normalfall direkt am Lautsprecher steht.
In der Regel stellt ein Tonmeister aber den Amp beim Recording nicht auf den Boden…und wenn doch, steht das Mikro in 1cm Abstand vom Speaker entfernt. Der Diffusor macht aus Publikumssicht schon Sinn, wenn sich eine Aufstellung auf dem Bühnenboden nicht vermeiden lässt und aus unerfindlichen Gründen der Amp oder die Box nicht nach hinten gekippt werden kann.
Im Studio braucht man so etwas weniger, da würde ich bei der Nutzung von Bändchenmikrofonen mit Achtercharakteristik sogar eher von absehen. Im Proberaum hingegen macht das wieder Sinn. Hier gibt es aber auch günstigere Möglichkeiten. Das muss aber jeder Gitarrist für sich selbst entscheiden – wie auch bei den meisten anderen Produkten, die ehr ein „Nice to have“
sind als ein Muss.
Ich habe mir in meinem Reihenhaus ein schallgedämmtes „Terror-Kabinet“ auf Basis eines Raum-in-Raum Konzeptes eingerichtet.
Hier spiele ich meinen Friedmann BE-100 über eine Fryette Power Station PS-2 mit angeschlossener 2×12 Box von LaRoqua aus Darmstadt.
Die mit Abstand wichtigste Investition jedoch sind zwei Deeflexx H!1 , wie sie oben abgebildet sind.
KEIN BEAM und ein richtig schönes dreidimensionales Schallbild, soweit es meine Raumgröße zuläßt.
Dieses Dinger sind genial und jeden Cent wert.
Mehr muss man dazu nicht sagen.
Und doch!
Vintage Feeling ist in einem kleinen Raum wie dem meinen ohne diese Teile unmöglich.