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Test: Denon DJ SC5000 Prime, DJ-Media-Player

Speichermedien statt CDs – was der Denon DJ SC5000 Prime so alles spielt

Der Denon DJ SC5000 lässt sich wie bereits genannt mit SD-Karten und USB-Speichermedien füttern. Die maximale Größe er Speichermedien ist dabei auf 2 Terabyte (USB) und 32 GB (SDHC bis Klasse 10) beschränkt. Ausreichend – allemal. Empfohlen als Formatierung der Medien wird FAT32, unterstützt wird exFAT, FAT32, HFS+ (nur lesen), NTFS (nur lesen).
Kompatible Dateiformate, wo wir gerade beim Thema sind: MP3, M4A / AAC, MP4, OGG Vorbis, WAV, AIFF, ALAC. Damit dürfte denke ich jeder ein für ihn passendes Format nach seinen Vorstellung von Qualität finden, oder?

Neuheit: Steckplätze an der Vorderseite

Passende Steckplätze für die Medien finden sich an der Vorderseite, jedoch ein gutes Stück nach hinten versetzt. Das ist dahingehend gut, dass man mit dem eigenen dicken Bauch seinen eingesteckten USB-Stick nicht berührt, im Ernstfall vielleicht herausdrückt. So sollte es zumindest ein. Ein ScanDisk Extreme USB 3.0 Stick allerdings schaut gut 1 cm über das vordere Gehäuseende hinaus. Steht der Player direkt an der Tischkante, kann es schon sein, dass man den Stick berührt. Hängt dieser wie auch alle meinen kleineren Sticks an einer Kett /Lederband/Schlüsselband, besteht in meinen Augen definitiv die Gefahr, dass man an diesem hängenbleibt, so wie es mit dem Kopfhörerkabel auch regelmäßig mal passiert.
Kleine Sticks sind also empfohlen.

Die Alternative wären zwei USB-Slots auf der Rückseite, diese sogar USB 3.0, während vorne USB 2.0 kompatibel ist. Wieso genau der vorn nicht 3.0 kompatibel ist, verstehe ich nun nicht, ich dachte bisher, dieser Steckertyp sei abwärtskompatibel?

USB 3.0 auf der Rückseite

Nun, also, sollte jemand den Slot vorn meiden wollen, die Rückseite hätte ebenfalls zwei freie Slots. Diese allerdings hinter dem Display, ebenfalls ein Stück nach innen versetzt. Seid mir nicht böse, wenn ich sage, dass hinten irgendwie keinen wirklichen Sinn für mich macht, außer jemand hat Lust, noch mehr an den Geräterückseiten herumzufummeln. Man muss sich schon ein gutes Stück über das Geräte beugen, um die Buchsen zu sehen. Für externe Festplatten mit kurzem Kabel ist hinten jedoch sicherlich sinnvoller als vorn.
Das Einstecken vorne funktioniert dagegen erstaunlich gut. Man möge meinen, es sei schwierig, USB-Sticks oder SD-Karten in den versetzten Slots zu platzieren? Da es Markierungen auf der Oberseite gibt, kann man sogar blind recht gut „zielen“ und beide Medien recht gut in den richtigen Slots einstecken. Ich hätte gedacht, das ist nerviger, gut dass ich ein paar Mal probiert habe. Aufgefallen am späteren Abend: Die Vorderseite ist unten mit eine LED-Leiste beleuchtet, so dass die Ports gut sichtbar sind.

Übrigens: Sind die Tracks auf dem eingesteckten Medium nicht vorab mit Engine Prime analysiert worden, macht der Player das natürlich beim Laden des Tracks. Die Dauer ist dabei unabhängig von dem Dateiformat – für einen Track von 6,5 bis 7,5 Minuten Länge braucht der SC5000 Prime irgendwo zwischen 30 und 40 Sekunden, bis Wellenform, Tempo und Tonart erkannt und dargestellt werden.

Layer, Layer und noch mehr Layer

Bisher vielleicht ein wenig zu erahnen gewesen, aber dennoch ein wenig verschwiegen: Der Denon DJ SC5000 Prime hat zwei Layer, wie man es von Controllern schon kennt. Beide können voll bespielt werden – man stelle sich vor, man hätte zwei SC5000 in einem. Ein kurzer Tastendruck und man wechselt von Layer A zu Layer B. Ein zweiter Track kann geladen und gespielt werden. Alle Bedienfunktionen wechseln dann mit.
Um genau das komplett separat realisieren zu können, finden sich rückseitig auch zwei komplett unterschiedliche Ausgänge für beide Layer – A und B, die am Mixer auch in zwei Kanälen Platz finden werden. Übrigens, es gibt analoge und digitale Ausgänge.

Auf den ersten Blick ein wenig ungewöhnlich, findet man daran recht schnell Gefallen, gerade wenn man mit Loops arbeiten möchte – großartige Sache.

Um einen gut sichtbaren Unterschied darstellen zu können, wechselt der helle Außenring am Jogger entsprechend des Layers die Farbe – die einstellbar ist. Das wiederum ist sehr praktisch, denn somit kann man bei zwei Playern und vier Layern mit den Farben variieren. Für mich stellte sich sofort heraus, dass meine Farben für Layer A heller sein werden, für Layer B dunkler. Also z. B. Player 1 Layer A hellblau, Layer B dunkelblau.
Schön: In Kombination mit dem Denon DJ X1800 finden sich die jeweilig gewählten Farben in den Cue-Buttons der Kanäle wieder, vorausgesetzt, die Player sind über den Mixer verlinkt, wie im Testbericht beschrieben.

So bleibt die Übersichtlichkeit gewahrt, nicht nur am Player, sondern auch am Mixer. Mitgedacht und gut gemacht!

Nicht 1:1 mit kommt beim Wechsel der Layer natürlich der Pitch-Fader. Hier gilt: Abholen wie beim MIDI, sofern unterschiedliche Tempi gespielt werden (und der Sync ausgeschaltet ist). Ein kleines grünes LED-Dreieck oben und unten am Pitch-Fader zeigt an, in welche Richtung der Fader bewegt werden muss, bis man den Wert, an dem Tempo und Pitch-Fader-Position übereinstimmen, erreicht hat.

Zwei Layer auf einem Deck? Voll machbar, Konzentration ist natürlich angesagt, aber wenn es läuft, ist es ein Spaßfaktor und Zugewinn. Man könnte so zuhause sogar ein 2-Deck mit nur einem Player spielen – was das an Geld spart.

Performance-Pads und Loops

Wo wir gerade bei Spaßfaktor und Loops waren, schauen wir einmal auf den vorderen Teil des Players. Hier finden sich in einer Reihe 8 Performance-Pads als gummierte Pads, LED-beleuchtet mit schwarzer Oberfläche. Über diesen finden sich Auswahltasten für Hot Cues, Loops, Roll, Slicer, zwei Navigationstasten sowie eine große Shift-Taste (diese leider aus Kunststoff – warum?).

Lust zu spielen? Performance-Pads vs. Media-Player

Die Nutzung der Pads ist damit eigentlich klar, man kennt es von Controllern für Software, nun bringt Denon DJ das Ganze aber auf einem Media-Player. Auch das ist keine absolute Neuheit (Reloop RMP-4), die Art und Weise jedoch, die Größe der Pads, Anordnung, Funktionalität erst Recht zusammen mit vorab analysierten Tracks bringt dieses Angebot in meinen Augen erstmalig auf ein Level, in dem es nicht mehr nur mit Vorsicht nutzbar ist, sondern wirklich bespielt werden kann.

Hot Cues, acht Stück, farbig codiert, so wie Roll und Slicer. Roll und Slicer sind dank des Displays übersichtlich dargestellt und gut nutzbar. Auch hier hilft die farbige Codierung der Pads in Kombination mit der Darstellung im Display. Sehr stark auch die Darstellung des Slip-Modes in Kombination mit dem Roll-Effekt. Wird beim Roll-Effekt der Slip-Mode aktiviert, zeigt die obere Hälfte der mitlaufenden Wellenform die „gerollte“ Position an, währen die untere, etwas ausgegraute, Hälfte der Wellenform die weiterlaufende Position im Track anzeigt. Der Slip-Mode sichtbar gemacht, könnte man sagen.

Farbig codiert ebenso die Loops, entweder mit manuellem Start- und End-Punkt oder im zweiten Layer (erneut Loop drücken) erreichbar direkt in vorbestimmter Länge zu setzen (¼ Beat bis 21 Beats). Die Loop-Längen können somit direkt geändert werden, erneutes Drücken verlässt den Loop (das Pad des jeweiligen Loops blinkt grün, solange er aktiv ist, ist farbig stetig, wenn er nicht aktiv ist) und lässt zu, direkt einen Neuen zu setzen. Ebenso können die bis zu acht gesetzten Loops sofort und direkt mit Tastendruck angesteuert werden, sie werden entsprechend der farbigen Codierung des Pads in der Wellenform angezeigt und sich damit sofort ersichtlich. Das Setzen von Loops über Pads ist für einen passionierten CDJ-Spieler zunächst ungewöhnlich, bekommt dann aber schnell eine angenehme Dynamik statt statischem Setzen von Loops auf einem Pioneer CDJ. Wie gesagt, hier laden die Loops eher zum Spielen ein.

Anzeige von Loops im Display – in der laufenden wie auch stehenden Wellenform

Wer es allerdings simpler mag, auch hierfür hat Denon eine Lösung – es gibt einem auch die Möglichkeit, abseits der Pads einen Loop manuell zu setzen per Tasten (In und Out) oder per Push-Encoder. Die Loop-Länge wird im Jog-Wheel-Display angezeigt, Drücken aktiviert und deaktiviert den Loop. Ist der Loop aktiv, blinken sowohl die In- und Out-Tasten wie auch der Ring um den Push-Encoder. Der gesetzte Loop ist jedoch unabhängig der Performance-Sektion, wird demnach dort nicht angezeigt und kann auch nicht wieder angesteuert werden. Die Loop-Länge hierfür kann als Default-Loop-Size im Menü eingestellt werden, wie genannt aber auch über den Encoder vorher oder währenddessen verändert werden.

Einen großen Pluspunkt sammelt Denon DJ, der nicht verschwiegen werden darf. Ich sah die gesamte Performance-Sektion vorher kritisch. Warum? Nun, die Pads liegen genau in dem Bereich, in dem ich beim Spielen meine Hand liegen habe. So hatte ich Angst, dass ich versehentlich Pads drücken könnte und Cue-Punkte anspiele oder Loops aktiviere oder deaktiviere. Erste Erkenntnis: Die Pads sind Pads mit geilem Druckpunkt – da passiert nichts, wenn man die Hand ablegt. Komplett sorgenfrei kann meine Hand auf diesen liegen, während ich am Jog-Wheel drehe. Top.
Aber es wird noch besser: Wer die Sektion nicht nutzt und absolut sicher gehen möchte, der kann im Menü innerhalb von Sekunden die gesamte Sektion per Pad-Lock deaktivieren. Lediglich Shift-Button und die beiden Pfeiltasten zum Vergrößern von Loops (in diesem Fall) bleiben aktiv.

Das Display des SC5000 Prime

Wer hätte das gedacht? Da haben viele DJs angefangen, mit Playern zu spielen, damit man nicht mehr auf den Bildschirm starrt und nun bekommt das „Display“ auf einem solchen Player einen ganzen Unterpunkt in einem Testbericht. Zu Recht eigentlich, denn die Displays haben sich seit den ersten Table-Top-CD-Playern massiv verändert. Früher kleine Punkt-Displays, heute große, vollfarbige Touch-Displays.

Denon DJ macht vor, wie Touch-Display geht

So besitzt auch der SC5000 ein Display. 7 Zoll groß und Multitouch-fähig und vor allem, in die Funktionen des Players eingebunden. Einstellungen im Menü, scrollen in Playlisten, vormerken von Tracks oder laden von Tracks, scrollen im Menü, an- und abschalten von Funktionen, schnelles Filtern von Tracks und Listen. Das alles ist über das Touch-Display möglich und funktioniert sehr gut.
Hier hat Denon der Pioneer Konkurrenz viel voraus – wo zwar ein Touch-Display verbaut ist, scrollen in Listen, laden von Tracks oder Navigation im Menü, was jedoch nach wie vor über Tasten erledigt werden muss.

Im Kurzdurchlauf, was mir ebenso aufgefallen ist. Natürlich besitzt der SC5000 Prime im Display eine vollwertige QWERTY-Tastatur zur Suche von Tracks.

Der Moment, in dem man keinen Laptop mehr braucht, um Tracks zu suchen

Beim Suchen, Scrollen in Playlisten oder dergleichen bleibt der laufende Track mit kleinerer Wellenform unten eingeblendet inklusive noch verbleibender Zeit, Tempo und Tonart. Die Übersicht dabei ist jedoch in den Listen noch sehr gut. Zwei Zeilen pro Track, Interpret plus Track-Titel, dazu Tempo, Dauer und Tonart, links das Cover. 6 Tracks finden so auf dem Display untereinander ihren Platz, einer weniger als beim Konkurrenten Pioneer, dafür aber mit deutlich mehr Informationen für jeden Track und ebenfalls übersichtlicher.

Das ist wirklich übersichtlich!

Die Navigation übrigens muss nicht über das Touch-Display erfolgen. Per Push-Encoder und Back- und Forward-Taste kann auch so richtig haptisch navigiert werden. Aber ehrlich? Außer zum Track Laden habe ich den Push-Encoder nicht genutzt. Da geht das Drücken einfach schneller als das Wischen und hat noch etwas „Altbekanntes“. Ansonsten bleiben der Encoder und die Tasten unbenutzt – sogar beim Srollen in den Playlisten.

Abseits der Playlisten zeigt das Display eine große mitlaufende Wellenform (in die übrigens mit zwei Fingern direkt reingezoomt werden kann), eine gesamte Übersicht des Tracks (in der mit der Hand gescrollt werden kann) mitsamt Hot Cues oder Loops, jederzeit Artist und Tracktitel, Tempo und Tonart sowie linksseitig die Anordnung der Ordnerstruktur.

Die Übersichtlichkeit ist in jedem Fall in allen Punkten gegeben. Selbst die notwendigen Informationen hinsichtlich der Performance-Funktionen kann man recht gut erkennen. Kurze Loops als kritischer Punkt (4-Beat-Loop) sind immerhin mit einem dünnen Strich dargestellt.

Der SC5000 Prime, Networking und DJ-Software-Support

Das Netzwerk – ein sehr relevanter Punkt, doppelt bei zwei Playern, hier sogar vierfach wichtig.
Wohl kaum noch erklärungsbedürftig bietet die Netzwerkverbindung der Player zwei Vorteile: Man kann von allen Playern auf ein Medium zugreifen und man hat Tempo- und Takt-Position direkt übermittelt, was am Ende auf den Master- und Sync-Modus ermöglicht.

Der SC5000 Prime bietet das natürlich internen für die beiden Layer und extern für zwei Player – Ethernet-Kabel wie schon genannt, ist hier die Lösung – direkt verlinkt oder über das Hub des X1800 Mixers. Am Ende können also bis zu vier Player und damit bis zu 8 Decks parallel laufen. Gut, dass es noch keinen Mixer gibt, der das bewerkstelligen kann. Irgendwann ist das Frequenzband aber auch wirklich voll.
Der Link funktioniert einwandfrei, ebenso die Belegung der Player auf dem Mixer. Dazu hilft ein kurzer Blick ins Handbuch oder in den Testbericht zum X1800 Prime.

Die Synchronisation über den Sync-Button ist zunächst ein wenig holprig gewesen, nicht gerade tight. Dazu muss man wissen, man kann im Menü zwischen Beat, Bar und Tempo umschalten kann. Entsprechend findet natürlich auf die Synchronisierung statt, so dass man sich damit einmal beschäftigen sollte. Ich würde auf Beat spielen, da es für mich und Techno in meinen Augen die sinnvollste Einstellung ist, hier muss aber jeder denke ich seine perfekte Einstellung finden. Bei sauberer Analyse in Engine-Prime funktioniert aber auch der Sync bei bis zu vier Decks generell gut, Hot Cues und Loops sitzen ebenso tight und bleiben es auch. Sollte das einmal nicht der Fall sein, sei es, dass Tracks auseinander laufen oder man das Jog-Wheel genutzt hat, so blinkt die grüne Sync-Taste.

Was noch fehlt? HID-Support für Software-DJs und möglicherweise die Möglichkeit, hierbei die Player als Interface zu nutzen. Beides ist noch nicht möglich. Vielleicht kommt das noch – oder es ist nicht Konzept des Players?
Dazu muss ich an dieser Stelle aber ehrlich sagen: Wer bei zwei solchen Playern noch einen Laptop braucht, muss sich nicht wundern, wenn ich mit einem großen Fragezeichen im Gesicht hinter ihm stehe. Und wer sagt, er hätte dies aufgrund der großen Festplatte? Siehe oben, was man alles anschließen kann: Festplatten bis 2 Terabyte – und bei zwei Playern und 3 USB-Ports pro Gerät macht das 12 Terabyte an Festplattenspeicher, die man anschließen kann. Wie lange wolltest du spielen?
Besser Übersicht? Quatsch, die große Displays reichen völlig. Suchfunktion? Haben die Player. Sogar Sync, also kann der Laptop zuhause bleiben!

Qualität und Haptik

Auf den ersten Blick bereits macht der Denon DJ SC5000 Prime einen guten Eindruck. Solide Oberfläche aus gebürstetem Aluminium, große Füße, schlankes Gehäuse. Das Touch-Display ist sauber und kantenfrei eingelassen und funktioniert einwandfrei, die gesamte Faceplate ist ebenfalls oberseitig am Gehäuse verschraubt. Solide Geschichte!

Das Jog-Wheel überrascht tatsächlich zusätzlich sehr positiv, hier wackelt nichts, es läuft einwandfrei und fühlt sich gut an – auch aufgrund der Aluminium-Oberfläche. Good job!
Nicht so schön finde ich allerdings das Poti zur Einstellung der mechanischen Sensibilität. Äußerlich gut aussehend muss man sagen sind die Geräusche und die Bewegung etwas befremdlich. Es knirscht und quietscht, man spürt, dass mechanisch Plastik in Bewegung gesetzt wird, um die Einstellung zu tätigen. So richtig vertrauenerweckend ist das nicht.

Die Performance-Pads sind klasse, fühlen sich gut an und haben einen guten Druckpunkt.
Die Tasten und Potis sind soweit ok. Nur ok, da ich sagen muss, dass mich einige Sachen ein wenig stören. Gut finde ich zum Beispiel, dass sich unter der Kappe des Loop-Move-Encoders ein kleiner Stoffring befindet, der Schmutz und Staub vom Eindringen in das Gehäuse abhalten soll. Gut gedacht, aber warum findet sich dieser Ring nicht unter dem Select- und Load-Push-Encoder gleicher Bauart? Und, hätten die Kappen nicht ein wenig schöner sein können bitte? Sie fühlen sich so an, wie sie sind, ein wenig leicht und dünn.
Auch muss ich ein wenig über Play- und Cue-Taste meckern. Zum einen finde ich es störend, dass die Play-Taste bei beiden Testgeräten beim Antippen (nicht Drücken) bereits sehr laut klackt. Dazu wackelt sie im Gehäuse rum. Ersteres tut die Cue-Taste nicht, Letzteres schon. Dabei haben beide den gleichen Druckpunkt.
Weiterhin stört mich, dass man die häufiger gedrückte Cue-Taste mittig oder unten treffen muss. Im oberen Bereich, über dem Cue-Logo, ist der Kraftaufwand mit angewinkeltem Finger so groß, dass man kaum tappen kann, eher muss man mit großer Kraft drücken. Ebenso verhält es sich bei der Play-Taste. Rutscht man also mit dem Finger ein Stück zu hoch, lassen sich beide Tasten mit normalem Kraftaufwand nicht mehr drücken. Gerade diese Tasten jedoch sollten rein intuitiv immer und überall mit dem gleichen Druckpunkt angenehm zu drücken sein, schließlich sind es die wichtigsten Tasten des Players. Hier muss ich leider sagen, überzeugen mich die leicht wackelnden Kunststofftasten nicht vollends, auch wenn sie ihren Dienst tun. Ich denke nur, hier wäre mehr möglich gewesen. Runde Tasten z. B. verkleinern die Taste direkt deutlich und zentrieren den Druckpunkt damit.

Auch das Jog-Wheel, welches sich generell sehr gut anfässt, weist einen Schwachpunkt auf. Offenbar ist die mechanische Sensibilitäts-Einstellung eine unrunde Geschichte, im wahrsten Sinne des Wortes. Ab der zweiten Stufe spürt man deutlich einen Bremseffekt an einer bestimmten Position pro Umdrehung, der sich auf den zwei weiteren Stufen ebenso bemerkbar macht. Lediglich auf der letzten Stufe bei maximaler Härte scheint er verschwunden. Gerade beim Scrollen mit dem Jog-Wheel fällt dies leider stark auf, da das Jog-Wheel bei gewohnt sanfter Berührung teils unter dem Finger stehen bleibt, beim Nachjustieren im Mix spürt man dies, da das Jog-Wheel nicht an jeder Stelle gleichen Widerstand bietet / sich gleich stark anschieben lässt. Dies lässt natürlich keine komplette Gewöhnung an das Jog-Wheel zu, da sich die Haptik sogar ohne Einstellungsveränderung, lediglich je nach Positionierung, ändert, mal weich läuft, mal an den Punkt des stärkeren Widerstandes kommt. Der benötigte Kraftaufwand ist damit unterschiedlich, eigentlich ein klares No-Go für ein Jog-Wheel.

Zur Netzwerkbuchse habe ich schon genug gesagt, oder? Verständlicher Schritt zu dieser Buchse, aber nicht in dieser Form. Schadensanfälligkeit ist von der Konkurrenz bekannt. Wenn man etwas besser machen möchte, hätte man auch hier ansetzen könnten. Ethercon hätte es gerichtet, wäre kein großer Kostenfaktor gewesen und wäre auch kompatibel zu normalen Ethernet-Kabeln.

Das war ein wenig Gemecker, teils vielleicht eher subjektiv, teils sicher objektiv und nachvollziehbar. Alles in allem aber denke ich, ist es derweil schwierig, ein solches Gerät funktionell und zugleich so massiv zu bauen, dass es den Club-Alltag immer ohne Schäden übersteht. In Fall des Denon DJ SC5000 Prime muss nun die Zeit zeigen, wie anfällig der Player tatsächlich ist, beziehungsweise wie standhaft er sich den Dauerbeanspruchungen und auch häufig ruppiger Fehlbenutzung im realen Einsatz widersetzen kann.
Alles in allem aber ist das hier auf jeden Fall Prime-Niveau für die Denon DJ Geräte und ganz weit oben hinsichtlich der Konkurrenz – nun ja, es gibt nicht viel, eigentlich nur noch Pioneer mit den Media-Playern. Dann liegt es wohl auf der Hand, was ich ausdrücken möchte, oder?

Fazit

Nicht so einfach, hier ein Fazit zu ziehen. Man möge meinen, es seien große Fußstapfen, in die der Denon DJ SC5000 Prime treten möchte, wenn #changeyourrider die Ansage ist und am Thron des Club-Standards Pioneer gerüttelt werden soll. Nun, wir sind uns sicher einig, dass zunächst kein Player die Übermacht der Clubs und DJs umpolen wird, aber, und das macht die Sache schwierig, der Denon DJ SC5000 Prime zeigt auf, dass bei einem Media-Player deutlich mehr machbar ist, als Pioneer in den letzten Jahre und den vielen Modellen geschafft hat. Sicher, Pioneer behält die Vorreiterrolle wie Apple und andere Firmen ziehen nach und verbessern, die Anzahl der Verbesserungen, die Denon DJ aber mit dem SC5000 Prime hier bietet, ist zu lang, um einfach hingenommen zu werden.

Aber zum Gerät und dem Fazit: solide, gut verarbeitet und funktionell. Jeder CDJ-gewohnte DJ wird sich schnell zurecht finden, Engine-Prime als Software zur Vorbereitung vereinfacht vieles. Die Funktionen sind zunächst grundlegend wie zu erwarten, die Performance-Pads allerdings sind eine wirklich schöne Idee, gut umgesetzt und sogar für mich, als vorherigen Kritiker, zum Spaßfaktor oder zumindest zu einer gern genutzten Funktion geworden. Kritikpunkte gibt es, kleinere wie zum Beispiel die Link-Buchse die Cue- und Play-Taste. Das nicht rund laufende Jog-Wheel ist leider ein deutlicherer.

Das Touch-Display ist endlich einmal ein Touch-Display – das heißt, es ist richtig eingebunden in die Funktionen, scrollen, suchen, Funktionen an- oder abschalten, Einstellungen treffen – alles machbar. Knöpfe drücken für die Navigation oder dergleichen ist gar nicht mehr notwendig.

Die Möglichkeit, auf zwei Layern parallel mit einem Player zu spielen, ist einzigartig und wirklich stark – dabei auch gut umgesetzt, so dass die Übersichtlichkeit gewahrt bleibt. Auch der Denon DJ X1800 ist dabei eingebunden (farbige Cue-Tasten, Ethernet-Hub).

Alles in allem ist der SC5000 Prime eine ganz schön dicke Ansage, auch wenn 1799 Euro aktuell als Preis im Raum stehen. Damit ist er immer noch gut 500 Euro günstiger als das Pioneer Spitzenmodell, nicht so Club-Standard, dafür aber mit einigen Funktionen, die Pioneer bisher nicht umsetzen konnte.
Mein Fazit? Anschauen und testen lohnt sich definitiv. Für zuhause reicht aufgrund der beiden Layer ja sogar ein Gerät.
Wenn dann noch stimmt, was man so hört, dass es bald möglich sein soll, 1:1 von USB-Sticks mit Rekordbox-Library zu spielen – dann wird es richtig interessant.

Plus

  • zwei Layer pro Player
  • puffert den kompletten Track für den Fall des Link-Verlustes oder versehentliches rausziehen des Speichermediums
  • Performance-Pads für Hot Cue, Loops, Roll oder Slicer – deaktivierbar falls gewünscht
  • manuelle Loops auch per Push-Encoder
  • viele Einstellungsmöglichkeiten im sehr übersichtlichen Menü
  • umfangreiche Einbindung des Touch-Displays
  • verschiedene USB-Ports

Minus

  • Jog-Wheels laufen nicht rund
  • Link-Buchse als klassische Ethernet-Buchse (hier hätte ich mehr erwartet)
  • Cue- und Play-Taste besitzen nicht den gleichen Druckpunkt an jeder Stelle der Taste

Preis

  • Ladenpreis: 1799,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    xhanibalx  

    Ich hoffe das Denon Erfolgreich ist. Das Pioneer Monopol ist schwer zu ertragen, da muss Konkurrenz her. Wenn ich was in der Highend Liga suchen würde wäre es der Denon ganz ohne Frage.

  2. Profilbild
    DJ Ronny  

    Vielen Dank für Deinen Test und Bericht, auch zum Mixer. Alles sehr schlüssig und gut geschrieben. Für was ist die USB Ausgang Buchse?
    Zum Mixer, oben habe ich die Auswahl Usb aber keine Usb Buchsen, oder geht das über die Ethernet? Oder habe ich was übersehen.

    • Profilbild
      Bolle  RED

      USB Out hinten z.B. für MIDI-Out. Das kannst gewählt werden zwischen MIDI 5Pin und USB.

      Die Buchsen oben sind dann wiederum für den Anschluss von Laptops, wenn der Mischer als Interface fungieren soll.

      USB-Ports für Speichermedien dann hinten zwei und vorne eine.

      Was ein Geraffel :)
      Aber es läuft ;)

  3. Profilbild
    T.W.G

    Erlaubt der Denon auch den Anschluß anderer USB-Komponenten, also z.B. einer echten USB-Tastatur?

    Und ist bekannt warum ein Pioneer satte 2kg mehr wiegt?

    Ich habe NULL Erfahrung mit diesen Maschinen; muss ich mir den Denon z.B. „billig“ verarbeitet vorstellen (Jog Wheel…) oder ist das meckern auf sehr hohem Niveau? Angesichts des aufgerufenen Kurses ging ich naiv davon aus, dass – egal welches der Maschinchen man sich kauft – quasi Panzerschrankverarbeitung anzutreffen ist!?

  4. Profilbild
    Bolle  RED

    Nein, andere Komponenten kann man nicht anschließen, ich sehe da zugegeben aber auch absolut keinen Sinn drin, es gibt ja eine im Display.
    Billig verarbeitetet gegeüber z.B. Allen&Heath sind die alle, Pioneer oder Denon, aber das ist wohl der Standard. Wie Controller auch. Da ist der Preis aber auch nicht Ausdruck der Qualität, sondern Entwicklung, Produktion etc. Leichte Bauteile wiederum häufig dem geschuldet, dass man leicht-bewegliche Teile möchte..
    Ein Player mit Stahl-Gehäuse wie ein Mischer würde sogar fast komisch wirken..

  5. Profilbild
    Dirk Sandoz  AHU

    Moin Bolle Top Test !
    Das Problem mit der Pitch % Einstellung im Menu hab ich auch. Wird aber im nächsten FW Update behoben sein. Aber wenn Du Shift + Pitch +/- Tasten drückst, kannst Du die Pitch % on the fly ändern.
    Was ich auch sehr cool und wichtig finde, wenn der Grid nicht tight auf der 1 ist, drückt man das Scrollrad neben dem Display. Somit kann der Grid mit dem Jogwheel sauber an die 1 gefahren werden. Im Display sind auch noch mehr Einstellungen fürs Grid

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Hi Dirk, Danke Dir :)
      Das mit Shift + Pitch-Bend habe ich auch nachträglich noch festgestellt. Ein wenig unsinnig, dass der eine Weg funktioniert, der andere nicht.
      Push-Encoder für die Grids habe ich auch gesehen, wundere mich gerade, dass ich es nicht im Test notiert habe, im Test für die Software nämlich habe ich es drin – der kommt Donnerstag :)

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