Routing und Zuweisungen
Die Anschlussvielfalt des MC6000 wird über diverse Schalter in die richtigen Bahnen geleitet. So legt man über vier Regler auf der Oberseite fest, ob man zum Beispiel den Traktor mit vier Decks laufen lassen will oder doch lieber nur zwei Decks und dafür noch zwei real existierende Turntables oder CD-Decks mit an Bord holen möchte – die Matrix erlaubt fast jede Kombination. Sehr praktisch übrigens, wenn man seinem Laptop nicht traut und sich eine Hardware-Sicherheitslösung schaffen will. Fällt der Rechner aus, schaltet man halt auf Deck 3 und 4 und legt von Hand weiter auf – sehr komfortabel. Dazu muss man dann natürlich auch noch die Signal-Eingangsquellen auf der Rückseite richtig wählen, ganz ohne Vorarbeit geht’s halt nicht.
Auch wenn Fader und EQs gleich vierfach vorhanden sind, gibt’s vieles auch „nur“ doppelt. Daher erreicht man die Decks C und D in dem Fall über zwei Deck-Change-Buttons; für Deck A bzw. B leuchtet der blau, für Deck C und D dann jeweils rot. Dazu wechselt dann auch die Farbe des jeweiligen Jogwheels (bzw. dessen dazugehörige Beleuchtung) – so weiß man immer, an welchem Deck man gerade schraubt.
Die Vorhörfunktionen via Headphone lassen sich stufenlos zwischen Cue- und Mastersignal regeln, über Split-Cue lassen sich Cue- und Master auch sauber mono auf beide Ohren verteilen.
Auch der Booth-Out schließlich lässt sich per Auswahlschalter wahlweise mit den vier Kanälen oder dem Mastersignal bestücken; so kann man dann eventuell auch einen weiteren Raum – etwa denn zum Chillen – mit Extra-Musik beschallen. Einen Zweiband-EQ plus Levelmeter gibt es gratis dazu.
Praxis
In der Praxis macht der MC6000 eine gute Figur – Cueing, Loop-Points setzen, Pitching oder das Synchronisieren von Decks funktioniert ohne Beanstandungen und übersichtlich, alle erforderlichen Bedienelemente liegen gut in Reichweite. Man muss kaum noch mal die Maus zu Hilfe nehmen, egal, ob es nun um das Scrollen durch die Effekte oder die Auswahl von Songs geht – die Hände bleiben am Controller. Komplizierter wird’s, wenn auch der Shift-Button benötigt wird, etwa zum Beladen von Deck C und D. Das nämlich lässt sich mit einer Hand nicht mehr regeln, da die Shift-Taste fernab von der Browser-Bedieneinheit liegt. Auch sonst sind hin und wieder „Klammergriffe“ gefragt, etwa zum Umschalten des Jogwheels zwischen Scratch und Pitch. Trotz eh schon massivem Bedienelementaufkommen ist so mancher Button und Knob auch noch mehrfach belegt, da muss man sich halt einarbeiten.
Schön wäre es auch gewesen, wenn nicht nur die Jogwheel-Beleuchtung, sondern auch die der Cue-Tasten, Effekte oder Loop-Points die Farbe ändern würde, so dass man sofort sieht, für welches Deck die gerade aktiv sind. Die nämlich bleiben bei der normalen Beleuchtung und wechseln nicht zwischen rot und blau. Aber gut, das ist Jammern auf hohem Niveau und ein Luxusproblem, es geht natürlich auch ganz gut ohne; man muss halt nur schauen, in welcher Farbe der Deckchange-Taster gerade strahlt.
Die Drehregler sind gummiert und groß und eigentlich auch gut zu greifen und zu bedienen, würden die nicht teilweise so eng zusammenstehen. Für Leute mit schmalen Fingern kein Problem, andere müssen halt mit den Fingerspitzen ans Werk gehen. Die Pegelanzeige setzt – besonders beim Master – etwas spät ein, da muss man schon aufdrehen, um Licht auf die Tanne zu bekommen.
Dass der MC6000 gleichermaßen für Traktor und den Virtual DJ präpariert ist (bei uns wird er mit Traktor Pro LE ausgeliefert, in den Staaten mit dem Virtual DJ), ist einerseits löblich, andererseits muss man dann auch hin und wieder umdenken, da es dann auch hier Doppelbelegungen gibt. Wer aber eh nur mit einer Software arbeitet, dürfte sich schnell daran gewöhnen. Andere DJ-Software lässt sich anpassen, der MC6000 arbeitet – wie schon erwähnt – auch als Standalone-Mixer.




























