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Test: Denon DN-S3700

Nun aber los!

Bevor die ersten Leser erwägen mich zu steinigen, unterziehe ich das Gerät dem ersehnten Hands-on-Test. CD rein und los.
Keine fünf Sekunden und die Musik kann losspielen. Bereitwillig wird über sämtliche CD-Text-Felder Auskunft gegeben. Der Plattenteller dreht je nach Geschmack mit authentischen 33 oder 45 Umdrehungen und wechselt über den gesamten Pitchbereich auch das Tempo. Bei Originaltempo sorgt die Tellerrandbeleuchtung für scheinbar stillstehende Strobopunkte wie beim analogen Original. Von oberstem Interesse ist natürlich das Vinyl-Gefühl. Dieses ist, wie könnte es bei echtem Vinyl anders sein, wie bei echtem Vinyl. Zumindest was das Materialgefühl und den Klang angeht. Der Burr-Brown-Wandler sorgt für erstklassigen Sound bei langsamen wie schnellen Bewegungen. Auch in Extremsituationen sind keine Aussetzer hörbar (vor fünf Jahren war dies schon mal der Fall). Weniger realistisch ist die durch ihre Größe doch recht leichte und leichtgängige Platte. Das feinfühlige Anschieben auf der Platte oder an der Nabe und Abbremsen am Tellerrand ist trotz stattlichen 2,5kg/cm Startdrehmoment (ist übrigens dreistufig verstellbar) von der stoischen Ruhe und Präzision des Technics entfernt. Präzises Beschleunigen und Bremsen ermöglicht nur der klassische CD-Modus mit abgeschaltetem Rad. Der Pitchregler ist wie beim 1210er geformt und auch mittig einrastend. Wobei ich das Einrasten als zu schwach empfinde, um sinnvoll zu sein. Es stört nicht die Präzision um den Nullpunkt herum. In vier Abstufungen von 6 bis 100% und natürlich wahlweise mit Tonhöhenkorrektur sind den kreativen Verbrechen keine Grenzen gesetzt. In der kleinsten Auflösung sind bis zu 0,02% feine Schritte möglich, in der gröbsten einprozentige. Leider findet sich auch hier wieder die Denon-Krankheit, den Pitchweg oben und unten mit je fünf toten Millimetern auszustatten. Das ist ein ganzes Zehntel Verlust. Auch hätte ich mir für die Umschaltung von Pitchbereichen eine weiche Abholfunktion für Werte gewünscht, sodass beim Umschalten der Spannen nicht wild gesprungen wird. Aber halb so schlimm, denn die Umschaltung nimmt der DJ mit Verstand selten vor Publikum vor. Wenn man im klassischen CD-Modus stotternd über die CD-Frames fährt, ist der Klang angenehm weich und durchgängig und nicht so hart wie bei anderen Playern. Auch das schnelle Suchen und intervallweise Springen geht gut vonstatten. Die Reaktion der Knöpfe im allgemeinen lässt nichts zu beanstanden. Ebenso deren Größe, die vom gegenüber den Vorgängern gewonnenen Platz profitiert.
Man hat nun die Sektionen der Hot Cues und des Loops getrennt. Es gibt 3 reine Hot Cues, die mit dem integrierten Beatcounter auf Wunsch alternativ als halb-editierbarer Autoloop fungieren. Der automatische Beatcounter lässt sich leider  manchmal von wahrscheinlichen halben Werten irritieren. Wer auf Nummer sicher gehen will, tippt manuell oder nutzt den BPM-Tag seiner MP3s.
Auf der rechten Seite sitzt nun der richtige Loop, dessen A-Punkt auch als Hot Cue fungieren kann (diese Kombination und die andere Setz-/Löschlogik halte ich für praktischer als die von Pioneer). Wie für die Königsklasse üblich, kann man diesen komplett editieren und auch als Stutter Cue missbrauchen. Alle Cue-Punkte und Loops können Datenträger-weit (also auch aus anderen Tracks heraus) angesprochen werden und werden mit kleinen Markierungen im Display unterhalb des extrem fein aufgelösten Titel-Fortschrittsbalkens grafisch dargestellt. Dabei kann sogar identifiziert werden, welcher Cue an welcher Stelle sitzt.

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Schönes angewinkeltes Display

Schönes angewinkeltes Display

USB-Quellen

Wie besprochen erkennt der S3700 auch USB-Volumes. Diese können wie CDs, MP3s oder WAVs enthalten. AAC als effektiver MP3-Nachfolger (insbesondere von iTunes gefördert) hätte ich mir zusammen mit FLAC und AIFF als weitere Codecs gewünscht. Im Licht ist zu erkennen, dass das Display mit Leuchtelementen für AAC und AIFF vorbereitet ist. Vielleicht kommt da noch was mittels Software-Updates. Die Erkennung von USB-Quellen geht wie bei CDs erfreulich schnell. Die Navigation in Dateistrukturen auf solch kompakten Systemen ist immer ein heikler Punkt, an dem manche Entwickler schon gescheitert sind. Nicht so bei Denon. Mittels des grundlegenden Dateisystembrowsings komme ich sehr schnell zu meinen gewünschten Titeln. Auch nach anderen Tag-Feldern und Playlisten kann gesucht werden. An dieser Stelle kommt die mitgelieferte Verwaltungssoftware ins Spiel, die nur unter Windows funktioniert und etwas hölzern zu bedienen ist. Damit kann man auf dem Rechner Datenbanken und Playlisten von Titeln erstellen lassen. Auch kann man hier (und nur hier) in die MP3-Tags Wellenformen-Infos schreiben lassen, die dann auf dem detaillierten Punktmatrix-Display in halber oder voller Auslenkung angezeigt werden. Seltsamerweise hat das Gerät einige wenige Wellenformen nicht lesen können. Die Datenbank an sich, um mittels Tastatur nach Dateiattributen zu suchen, kann auch im Gerät selbst generiert werden.
Erstens hätte ich mir die Wellenform für alle Formate und auch CDs (wie bei Pioneer) gewünscht, und zweitens sei festgehalten, dass seit einigen Jahren viele PC-Tastaturen nur noch mit USB ausgestattet sind. Ein solcher statt eines PS/2-Anschlusses wäre begrüßenswert gewesen.
Die Wiedergabeleistung ist dank moderner Rechentechnik bei MP3 und WAV fast identisch. Früher war die Unterstützung von komprimierten Datenformaten eher als rudimentär zu betrachten. Heute ist lediglich das Suchen innerhalb von VBR-codierten Dateien unmöglich. Ein Codec, den aber in Anbetracht des marginalen Platzgewinns, der bekannten Inkompatibilitäten und Speicherplatzpreisen im Keller heutzutage niemand mehr einzusetzen braucht.

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