Test: Denon, HP 500S, DJ-Light-Kopfhörer

1. Dezember 2011

Winzig und schick

DJ-Kopfhörer haben ja spezielle Anforderungen. Es gilt hier, praxisnahen Tragekomfort (drehbare Muscheln, robust, faltbar) mit idealer Außenweltisolierung und richtiger Frequenzbetonung (mit betonten Bässen und im gewissen Maß auch Höhen) zu verbinden. Dazu soll ein gewisser Schick kommen oder etwas Originalität. Es soll elegant-lässig sein oder zumindest etwas ungewöhnlich. Und damit auch optisch interessant, „sein“ Headset ist nämlich ein Markenzeichen für jeden DJ. Nun hat Denon sein bewährtes Konzept – eher edel und robust – auf die Zwergvariante Einsteiger-DJ-Kopfhörer reduziert und, juhe, heraus kommt ein kleines, praxisnahes und edles Kopfhörerchen mit Namen HP 500S und damit eine weiße und edlere Variante des eher beliebten HP 500.

Der Kleine und das Glas: Blick auf den neuen Denon

Der Kleine und das Glas: Blick auf den neuen Denon

Bauweise

Neben der etwas anderen Optik gefällt das straightere Kabel. Während der Vorgänger ein für das normale Arbeiten bessere Spiralkabel hat, nimmt der HP 500S ein straightes Kabel, damit ist man im Klub generell besser bedient. Technisch überrascht am neuen Denon ansonsten erst mal wenig. Er ist dynamisch, geschlossen, klein, leicht, generell robust, und die Muscheln sind bequem drehbar.
Warum? Nun, alle diese Merkmale sind für DJ-Kopfhörer von großer Bedeutung. Die geschlossene Bauweise verhindert störenden Außenschall und „isoliert“ auch ein Ohr beim gemeinsamen Gespräch, während das andere Ohr mischt. Klein und leicht sind hilfreiche Merkmale, beim stundenlangen konzentriert Hören und Mischen ist hohes Gewicht natürlich hinderlich. Außerdem erinnert man dann doch zu sehr an die Aliens aus Daft-Punk-Filmchen mit riesigen Ohrmuscheln. Eine kleine Bauweise macht auch die Mitnahme in der Tasche machbar, und dafür ist dann auch eine möglichst stabile Bauweise willkommen. In der Tasche geht alles nicht so Robuste ja gerne auch mal in Stücke, und im Club landet ein Kopfhörer manchmal etwas abseits oder wird etwas unsanft behandelt. Daher sind die mechanischen Anforderungen an einen DJ-Kopfhörer recht hoch, aber sie sind vom HP500S erfüllt.

Detail: Ohrmuschel mit Logo

Detail: Ohrmuschel mit Logo

Für die Akustik ist die gute Wiedergabe von Bässen und (mittleren) Höhen zentral. Die höchsten Höhen (je nach Ohr bis maximal 20000 Hz) geben nur einen ganz geringen Glanz, ab etwa 10000 Hertz. Daher ist eher der Bereich bis 2-4 kHz interessant. Hier passiert bei normaler Musik meist das Meiste. Snares schlagen, Gitarren zetern, der Sänger kämpft dagegen an, Synth-Flächen spielen drum rum. Gelegentlich verirrt sich eine tief gestimmte Cymbal. Oder ein Lead schmettert einen Unisono-Akkord. In jedem Fall passiert hier viel, und mit Mixer und Fader muss hier häufig angepasst und nachgebessert werden. Hat man Traktor im Einsatz, passiert hier auch bei den Effekten in diesem Frequenzbereich viel. Hinhören ist hier also ganz zentral.  Der Denon kennt hier die Frequenzen von 15-2800O Hz und damit schon mal mehr als wir. Also ein Denkfehler? Oder vielleicht Werbung? Für den Autor wäre es schön, wenn sich Firmen endlich mal einfach auf reale, technisch-physisch anerkannte Messwerte begnügen würden, sonst ist es eben einfach Nepp. 

Mit den verbauten 40 mm-Wandlern muss die Bassbetonung wohl auch etwas schmalbrüstig ausfallen. Technisch betrachtet ist hier essentiell dasselbe Problem, das wir alle ja von Boxen kennen.
Hat man eine große Membran (~ dem Wandler per se), ist die Basswiedergabe über- und die Höhenwiedergabe unterbetont. Während eine Box hier mit mehreren von den „Dingern“ einen geschlossen-harmonischen Gesamtklang erreicht, kann dies ein Kopfhörer kaum. Daher muss der Hersteller irgendwie eine ideale Größe für seine Schallwandler finden, die eben den nötigen Frequenzbereich abdecken. Das hat mit Grundproblemen der Akustik zu tun (Schall ist ja prinzipiell einfach „regelmäßig bewegte Luft“, per Gehör verarbeitet und dann wieder in Musik verwandelt), die hier aber etwas zu weit führen. Beim Denon fehlt jedenfalls etwas Bass, letztlich ein Zugeständnis an die Leichtigkeit von Denons Neuem. Dafür wiegt er eben auch nur 150 Gramm. Davon abgesehen, merkt man auch beim Nennschalldruck von „zarten“ 102 dB (etwa = Düsenjäger bei Sonnenaufgang hinter Glas) den leichten Wandler. Nicht wirklich schlimm, aber „die Großen“ werden eben noch lauter.

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