Mixtapes im Handumdrehen und das mit nachträglichen Änderungen?
Density – eine Software, die es DJs ermöglicht, Sets aufzunehmen oder direkt in der DAW zu erstellen und vielfältig zu bearbeiten. Wir werfen heute für euch einen Blick auf die Software und verraten euch, was das Programm kann, was es besonders macht und für wen es eventuell einen näheren Blick wert sein könnte.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Density eigentlich für eine Software?
Zunächst einmal stellt sich die Frage, was Density eigentlich ist. Es ist keine DJ-Software im eigentlichen Sinne, da man damit nicht live auflegen kann. DAW wird eher für Programme wie Ableton Live, Logic Pro etc. verwendet, aber natürlich trifft es auch auf eine Digital Audio Workstation zu. Mit dieser Workstation sollen also Mixtapes möglich sein? Interessant. Die nächste Frage, die man sich stellen kann, ist natürlich, warum man Mixtapes rein am Computer erstellen sollte. Geht es nicht vielmehr darum, das eigentliche Können am Equipment möglichst fehlerfrei über einen gewissen Zeitraum unter Beweis zu stellen, ohne an jeder Ecke schrauben zu müssen? Das war in der Tat unser erster Gedanke. Auch wenn wir sicher keine voreingenommenen Tester sein wollen, die irgendwelche Prinzipien an die große Glocke hängen, mussten wir doch ein wenig nachdenken, um wirklich geeignete Anwendungsgebiete zu finden.
Nach einer kurzen Registrierung auf der Website kann die Software dann heruntergeladen werden. Beim ersten Öffnen gibt es ein kleines, aber wichtiges Tutorial, um die einzelnen Funktionen und grundlegenden Shortcuts näher gebracht zu bekommen. Dankenswerterweise gibt es ein Beispiel-Set, mit dem man sich ausprobieren kann, aber wir wollten mit einem leeren Set starten. Gesagt, getan.
Density im Überblick
Die Software kann in vier große Bereiche unterteilt werden. Auf der linken Seite befindet sich der Browser. Hier können wir Songs hinzufügen und die Reihenfolge ändern.
Den größten Teil des Bildschirms und die Mitte des Programms nimmt das Arrangierfenster ein. Hier sieht man nacheinander alle Songs, die man für das Mixtape ausgewählt hat.
Einmal angezeigt in einer normalen Ansicht, in der man die einzelnen Tracks auch einfach verschieben kann, um zum Beispiel einzelne Übergänge länger oder kürzer zu machen. Außerdem gibt es die Automationsansicht. Hier bekommt man dann einen Song gefühlt auf mehreren Spuren angezeigt. Im Prinzip sind das Density Volume, High, High Mids, Low Mids, Lows und Tempo. Die jeweiligen Parameter können dann in den Verlauf des Songs gezeichnet werden. Die Automationen werden während des Abspielens automatisch ausgeführt, was dynamische Wechsel und Übergänge wie in einem DJ-Set ermöglichen soll. Wer mit Ableton Live, Logic Pro oder ähnlichen DAWs experimentiert hat, kennt das Konzept wahrscheinlich schon, aber auch für Anfänger sollte es schnell verständlich sein.
Auf der rechten Seite des Arrangierfensters befinden sich Informationen zu den einzelnen Tracks. So kann man hier den Gain einstellen, Tracks solo anhören und das Grid anpassen. Schnell und effektiv, ohne viel Schnickschnack. Dazu kommt noch die Möglichkeit der Effekte, aber dazu kommen wir noch.
Bleibt noch der obere Teil von Density. Hier haben wir einerseits Informationen über Zeit und Tempo, aber auch die Möglichkeit, uns die Lautstärkebereiche von Songs und Übergängen im LUFS-Format anzeigen zu lassen, um so sicher zu gehen, dass wir nicht zu laut unterwegs sind. Sehr cool!
Standardmäßig sind alle eure Tracks auf -6 dB eingestellt, damit wir nicht direkt übersteuern. Es lohnt sich also, einen Blick auf diese Sektion zu werfen und damit euer Rechner nicht ständig eure Übergänge nachvollziehen muss, könnt ihr auch immer eine Sektion in diesem Histogramm markieren und analysieren lassen. So habt ihr schon während der Mixerstellung immer einen Überblick über die Pegelverhältnisse.
Die Software für DJs in der Praxis
Wir haben also schnell eine kleine Auswahl an Songs zusammengestellt, die wir uns gut in einem Mix vorstellen können und importieren diese dann auf der linken Seite. Hier können wir direkt die Reihenfolge bestimmen, da wir schon ungefähr wissen, in welcher Reihenfolge wir die Songs haben wollen.
Entsprechend werden diese dann im Arrangierfenster angezeigt, wobei sich die einzelnen Songs schon direkt mit ein paar Sekunden überlappen und anscheinend schon alle synchron laufen, sofern Density die Grids der einzelnen Tracks richtig erkannt hat. Dies war auch bei allen Songs der Fall, bis auf einen. Hier kann man aber über die eingangs erwähnten Buttons das Grid verschieben, oder über den Set-Button einen neuen Downbeat für den jeweiligen Song festlegen. Das funktionierte erstaunlich gut. Allerdings waren alle unsere Songs elektronischer Natur und in einem recht ähnlichen BPM-Bereich.
Also haben wir unsere Songs entsprechend verschoben, je nachdem, wie wir uns die Übergangslänge vorstellten. Verschiebt man hier den zweiten Track, um den Übergang vom ersten zum zweiten Track länger zu machen, verschieben sich alle folgenden Songs um den gleichen Wert mit. Das ist angenehm, denn so entstehen beim Schneiden keine Lücken, die man erst wieder füllen muss.
Im Automationsmodus können wir dann unseren Übergang auf die einzelnen Spuren zeichnen. Wenn wir uns also einen DJ vorstellen, nehmen wir zuerst den Bass des ersten Songs raus und faden die tiefen und hohen Mitten langsam aus, während wir den Bass an einer passenden Stelle zu den Höhen und Mitten des zweiten Songs einspielen. Den ersten Song fahren wir dann in den letzten Takten über eine Automation der Lautstärke herunter und schon haben wir die erste Transition. Dieser wird schnell angehört und die Lautstärke überprüft. Sieht alles gut aus, also weiter. Oben fällt uns ein Dropdown-Menü auf. Hier kann man einige Transitions auswählen und eigene speichern. Bass Swap, Mirror oder Smooth stehen zur Auswahl und werden natürlich kurz ausprobiert. Smooth steht für ein langes Aus- und Einblenden aller Parameter, was für unsere Musik etwas zu lange dauert. Bass Swap passt da schon besser. Aber wir müssen sagen, hier könnte man entweder noch mehr Übergänge zur Auswahl stellen oder man verlässt sich dann doch mehr auf das eigene Gefühl.
Eine Sache ist uns übrigens positiv aufgefallen: Wenn man in die linke obere Ecke schaut, sieht man die Gesamtlänge des Mixtapes. Wenn man also weiß, dass man eine oder zwei Stunden braucht, kann man das mit Density wirklich gut planen.
Effekte in Density
Natürlich müssen wir als DJs wie immer über das Thema Effekte sprechen und hier hat man mit Density eine erstaunlich große Auswahl. Über ein Dropdown-Menü auf der rechten Seite können wir zwischen drei Arten wählen: Mixer, wobei hier nur Trim und Filter zur Auswahl stehen, Beat FX mit den üblichen Verdächtigen, Delay, Echo, Ping Pong, Reverb, Flanger, Phaser, LFO Filter, Trans, Slip Roll und Roll und Sound Color FX. Hier kann man zwischen Crush, Noise, Sweep, Dub Echo, Space, Short Delay und Long Delay wählen. Ziemlich ordentlich für eine Software dieser Art.
Wählt man also einen dieser Effekte aus, so erscheint unterhalb des bestehenden Tracks ein weiterer „Track“, bei dem in der Regel das Dry/Wet-Verhältnis eingestellt werden kann. Aber auch hier überrascht uns Density positiv. So kann man auch diesen Track weiter aufklappen und erhält je nach Effekt noch mehr Parameter, die man per Automation in den Mix zeichnen kann. So kann man natürlich nicht nur Übergänge gestalten, sondern auch während des Songs mit Effekten für etwas Abwechslung sorgen.
Wer vielleicht etwas mehr Zeit für seinen Übergang benötigt, wird sich auch darüber freuen, dass Density die Möglichkeit bietet, Phrasen zu markieren und diese dann beliebig oft zu loopen. Außerdem kann man bei Bedarf wieder zum Rest des Songs zurückkehren.
Wir gestalten also nach und nach unsere Übergänge und sind dann eigentlich fertig. Nur stellen wir fest, dass wir einen Song doch lieber früher in den Mix genommen hätten. Die gute Nachricht: Mit Density ist das kein Problem. Auch im Nachhinein kann man die Reihenfolge beliebig ändern und alle Automationen und alle anderen Übergänge bleiben erhalten. Ziemlich cool!
Nachdem wir fertig sind, analysieren wir unser Set über den Button oben und können zufrieden sein, dass wir nur vereinzelt Pegeleinbrüche zu verzeichnen haben.
Über ein aufklappbares Fenster bietet Density einen Limiter. Attack, Release, Ceiling, True-Peak und Auto-Compress können hier nach Belieben eingestellt werden. Wir haben vorerst alles so belassen, wie es standardmäßig eingestellt ist und exportieren unseren Mix.
Für wen eignet sich die Software für DJs?
Bei einer Software wie Density stellt sich die Frage, für wen eine solche Software eigentlich geeignet ist. Das ist gar nicht so einfach, denn wir sind der Meinung, dass es nicht nur um diese Software geht. Ein DJ, der ganz normal auflegt, möchte vielleicht für die ersten Stunden einer Veranstaltung in Ruhe einen Mix vorbereiten, bei dem alles rund läuft, bevor er mit seinem Set beginnt.
Sicherlich gibt es auch einige, die einfach nur Lust haben, mit einer solchen Software herumzuexperimentieren, einfach für sich selbst einen Mix zu erstellen, der ihre Lieblingssongs enthält. Die ursprünglichen Mixtapes, bei denen das Radio mitgeschnitten wurde, waren ja auch nicht alle von DJs. Letztendlich können wir uns sogar vorstellen, dass die Arbeit mit so einer Software auch für Einsteiger interessant sein könnte. So können die einzelnen Manöver, die bei einem normalen Übergang im DJ-Set anfallen, einmal in Ruhe durchgespielt und angepasst werden.
Was kostet Density?
Hier liegt der einzige wirkliche Wermutstropfen. Zwar kann man die Software kostenlos herunterladen und seinen Mix auch kostenlos exportieren, aber dann muss man in der fertigen Datei hin und wieder ein Wasserzeichen „mixed with density“ ertragen. Wer das nicht will, muss die Software upgraden. Das geht auf der Website von Denisty unter dem Reiter „Subscription“, also mal wieder ein Abonnement. Ungünstig finden wir hier, dass kein tatsächlicher Zyklus des Abonnements genannt wird, sondern nur der Preis von 15,- Dollar. Ob dies für einen Tag, einen Monat oder ein Jahr ist, geht aus dem Kontextmenü leider nicht hervor. Ein Blick ins Internet zeigt jedoch, dass es sich um den Monatspreis handelt. So lohnt es sich natürlich, Mixe vorzubereiten und dann einen Monat zu bezahlen, um alle Mixtapes ohne Wasserzeichen exportieren zu können. Dafür ist der Preis unserer Meinung nach auch in Ordnung.







































Während Density sicherlich einige nützliche Funktionen für das Erstellen von Mixtapes bietet, kann es meiner Meinung nach nicht mit den umfassenderen Möglichkeiten von etablierten DAWs wie DJ Studio mithalten.
DJ Studio glänzt mit einer viel größeren Auswahl an professionellen Effekten, Stem-Separaton, Ableton-Export, Echtzeit-Steuerung, u.v.m. es wird in einer Geschwindigkeit weiterentwickelt, die seinesgleichen sucht. Z.Zt. das bevorzugte Tool für anspruchsvolle DJs und Produzenten😎
Selbst im Vergleich zur älteren Mixmeister Software wirkt Density eher dürftig. Mixmeister bietet endlich wieder Apple Support und weiterhin mehr Flexibilität beim Arrangement. Für 15 Dollar im Monat erhält man letztendlich eine stark abgespeckte Version dessen, was vollwertige DJ-Software bieten sollte.
Vielleicht ist Density eine brauchbare Mini-DAW für basic Mixtapes, kann aber nicht als ernsthafte Alternative zu leistungsfähigeren Programmen wie DJ Studio oder Mixmeister mithalten. 15 $ p.m ist hier aus meiner Sicht überteuert.
@MCOC 👍