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Test: Dexibell Vivo Stage S1, Stagepiano

28. Februar 2018

Kompakte Tasten für die Bühne

 

Dexibell Vivo Stage S1

Der Hersteller Dexibell hat uns in der Vergangenheit schon des Öfteren überzeugen können. Neben dem auf Samples und Physical Modeling beruhenden Vivo S7 hatten wir kürzlich die Combo-Orgel J7 bei uns zum Test. Diese wartet sogar mit Motorfadern auf. Wer anstatt der bei Stagepianos üblichen 88 Tasten auch mit etwas weniger Tasten unter den Fingern auskommt, für den könnte das Stagepiano Dexibell Vivo Stage S1 interessant sein. Hier fällt alles etwas kompakter aus, doch soundtechnisch scheint das Stagepiano einiges zu bieten. Wir haben es für euch getestet.

Aufbau

Rein optisch fällt das Dexibell Vivo Stage S1 schon einmal positiv auf. Anstatt des klassischen Schwarz, auf das nahezu alle Hersteller setzen, kommt das S1 in einem überzeugenden Hellblau daher. Die Seitenteile sind in Silber gehalten und bestehen wie auch der Rest des Gehäuses aus solidem Metall. Das Stagepiano wirkt sehr robust und ist somit ideal für den regelmäßigen Bühneneinsatz prädestiniert. Designtechnisch hat sich Dexibell dazu entschieden, alle Bedienelemente links der Tastatur zu platzieren. Dadurch wirkt diese Fläche zwar etwas vollgestopft, in der Praxis werden die Bedienelemente allerdings bei Einsatz von zwei Keyboards übereinander nicht vom oberen Keyboard überdeckt. Hat also auch Vorteile.

dexibell vivo s1

Die Maße des Dexibell Vivo Stage S1 fallen mit 109,0 x 24,2 x 9,4 cm sehr kompakt aus, das Gewicht liegt trotz des Metallgehäuses bei äußerst rückenfreundlichen 8,5 kg. Das geringe Gewicht ist natürlich auch auf die vergleichsweise wenigen 68 Tasten zurückzuführen, gegenüber den meisten Konkurrenten „fehlen“ dem Vivo S1 letztlich 20 Tasten. Aber wie eingangs erwähnt, reichen diese in vielen Fällen durchaus aus. Auch Clavia bietet seine Nord Stage- und Nord Electro-Stagepianos seit einigen Jahren in drei unterschiedlichen Größen aus. Neben dem 88 Tasten-Flaggschiff gibt es Nord Stage/Nord Electro auch mit 76 Tasten, in dieser Größe wahlweise sogar mit Hammermechanik.

Tastatur

Von Hammermechanik kann man beim Dexibell Vivo Stage S1 nicht sprechen, die Tasten sind weniger als leicht gewichtet und lassen sich entsprechend mit äußerst wenig Druck spielen. Für meinen Geschmack hätte die Gewichtung durchaus etwas stärker ausfallen können. Wer allerdings von Synthesizer- und Waterfall-Tastaturen kommt, wird hiermit gut zurecht kommen. Letztlich bietet die Tastatur auch ein gutes Spielgefühl, dazu ist sie ordentlich verarbeitet und die einzelnen Tasten federn sauber und schnell zurück in ihre Ausgangsposition.

dexibell vivo s1

Seine Sounds bringt das Dexibell Vivo Stage S1 über ein Stereopärchen Klinkenausgänge nach außen, Signale von Zuspielern à la MP3-Player, Smartphone oder Tablet lassen sich über einen Audioeingang (3,5 mm Klinke) zuführen. Zwei Kopfhörerausgänge, einer mit 6,3 mm Klinke, einer mit 3,5 mm Klinke befinden sich ebenfalls auf der Rückseite. Bis zu drei Pedale (Damper, Assign 1/2) lassen sich am Vivo S1 anschließen, USB-Ports für Verbindungen zu Computer und/oder Speichermedien bietet das Stagepiano ebenfalls.

Den zum Betrieb notwendigen Strom bezieht das Stagepiano über ein externes Netzteil., wahlweise lässt sich das Vivo S1 aber auch über Batterien betreiben. Das Netzteil gehört genauso zum Lieferumfang wie eine gedruckte und in englischer Sprache gehaltene Bedienungsanleitung. Einziger Kritikpunkt ist die „Wandwarze“ des Netzteils, im schlechtesten Fall belegt diese gleich zwei Steckdosen am Mehrfachstecker. Leider nicht ganz „Bühnen-like“. Für den Transport bietet Dexibell optional Gigbags an, diese sollte man sich unbedingt anschauen, wenn man öfters mit seinem Stagepiano unterwegs ist.

Mit beigelegt wurde dem Dexibell Vivo Stage S1 eine Info zum aktuellen Betriebssystem OS 4.0 „AQUAVIVA“, zu dem vollmundig behauptet wird Szenarien zu ermöglichen, die sonst kein anderes Keyboard ermöglicht. So bietet das S1 nämlich die Möglichkeit, sich per USB-Kabel mit anderen Keyboards zu verbinden und hierüber MIDI-Daten zu transferieren. Es sind also nicht nur kein MIDI-Kabel mehr notwendig, sondern eben auch keine MIDI-Schnittstellen. Erster Pluspunkt.

Darüber hinaus lassen sich über den USB-Port des Vivo S1 auch Audiodaten in 24 Bit/48 kHz übertragen, auch das kann bei weitem nicht jedes Stagepiano. Zweiter Pluspunkt.

Als weitere Neuheit ermöglicht es das Betriebssystem 4.0, den internen Soundspeicher von insgesamt 3 GB (1,5 GB Factory, 1,5 GB User-Sounds) in einer Art 1,5 GB großen Wunschliste zusammenzustellen und diese beim Start des Vivo S1 in den RAM des Keyboards zu laden.

Auch neue DSP-Effekte bringt OS 4.0 mit sich, ebenso wie die Möglichkeit, die Anschlagskurve der Tastatur mit Kompressor/Expander zu modifizieren:

dexibell vivo s1

Alles in allem scheint der Hersteller hier auch einige Zeit nach der Erstveröffentlichung an den Funktionen des Stagepianos zu arbeiten, sehr schön.

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