Test: Dexibell Vivo SX7, Soundmodul

12. September 2018

Exquisite Sounds im kompakten Format

dexibell vivo sx7

Wir schreiben das Jahr 2018 und die gesamte Keyboardfraktion ist umgeben von Soundmodulen jeglicher Art. Moment, nein, Soundmodule sind doch längst ausgestorben. Alle Welt macht Musik mit Laptops und steuert diese mit Controllerkeyboards an. Doch einem kleinen italienischen Hersteller widerstrebt dies und leitet die Umkehr ein, das Dexibell Vivo SX7 ist geboren. Dabei handelt es sich tatsächlich um ein Soundmodul mit Fokus aus Piano-Sounds. In der Vergangenheit hat uns Dexibell bereits mehrfach positiv überrascht, wieso sollte das beim SX7 anders sein? Warten wir es ab, schauen und hören wir uns das Modul erst einmal näher an.

Die ersten Eindrücke des Dexibell Vivo SX7

Das Vivo SX7 ist schon allein deshalb interessant, da im Inneren die T2L-Synthese arbeitet. Diese stellt eine Kombination aus Modelling- und Sample-Technologie dar und ist fester Bestandteil aller Dexibell Pianos. U.a. hatten wir bereits die Modelle Vivo S1, Vivo S7 sowie die mit Motorfadern ausgestattete Combo-Orgel J7 getestet. In vielerlei Hinsicht ist die T2L-Klangerzeugung absolut exquisit, denn mit 320 Stimmen bietet diese eine Polyphonie, die 99,9% aller User  mit Sicherheit nicht ausreizen werden. Auch die Länge der Samples lässt sich sehen, Dexibell spricht von 15 Sekunden Ausklingphase, ein weiterer Benchmark, an dem sich andere nur messen können. Dank einer holophonen 3D-Aufnahme sollen die Samples auch räumlich ungemein gut klingen. Intern arbeitet die T2L-Synthese dazu in 24 Bit und 48 kHz, satte 1,5 GB Speicher stehen für Sounds bereit. Soweit zur Technik, widmen wir uns den äußeren Werten des Dexibell Vivo SX7.

dexibell vivo sx7

Road-taugliche Verarbeitung beim Dexibell Vivo SX7

Das Paket, das mir der deutsche Vertrieb Tomeso für unseren Test zukommen lässt, ist erstaunlich kompakt und nicht sonderlich schwer. Aber man soll sich ja nicht von äußeren Werten trügen lassen, denn trotz der kompakten Maße von 29,2 x 17,3 x 8,7 cm und einem Gewicht von nur 1,9 kg präsentiert sich das Vivo SX7 als überaus roadtauglich. Das Modul steckt in einem soliden Metallgehäuse, das sehr gut und ordentlich verarbeitet ist. Die Vorderseite des Moduls ist leicht nach hinten geneigt, so dass man es bei Platzierung auf dem Arbeitstisch oder auf einem Rack sehr gut ablesen kann. Auch in ein Rack lässt sich das Modul einbauen, hierfür liegen dem Vivo SX7 zwei Winkel bei.

dexibell vivo sx7

Solide Verarbeitung beim Dexibell Vivo SX7

Außerdem gehört ein externes Netzteil sowie eine Kurzanleitung zum Lieferumfang des Moduls. Eine ausführliche Bedienungsanleitung in italienischer und englischer Sprache findet sich auf der Website des Herstellers. Diese wird aller Voraussicht nach allerdings nur wenig genutzt werden müssen, da die Bedienung des SX7 nahezu selbsterklärend ist.

Die Optik des Dexibell Vivo SX7 kann ebenfalls überzeugen. Die Front des Moduls ist in strahlendem Blau gehalten, das fällt auf und gefällt. Primärer Blickfang ist das gut ablesbare LC-Display, über das das Modul weitestgehend gesteuert wird. Navigieren lässt sich mit den drei darunter liegenden Buttons sowie den vier Cursor-Tasten rechts davon. Darüber hinaus bietet das Vivo SX7 drei weitere mit Sound, Memory und Menü beschriftete Tasten, einen Power On/Off, zwei Potis für Lautstärke und zum Einstellen von Werten/Parametern, einen Kopfhöreranschluss sowie einen USB-Port, an den sich direkt ein USB-Controllerkeyboard anschließen lässt. Sehr praxisgerecht. Wie auch das Gehäuse machen alle Bedienelemente einen sehr guten und langlebigen Eindruck.

Anschlüsse des Dexibell Vivo SX7

Auf der Rückseite des Moduls befinden sich die Anschlüsse. Neben dem Netzteilanschluss findet man hier  einen symmetrischen Main-Ausgang in Form von zwei XLR-Buchsen. Direkt daneben die unsymmetrische Ausführung mit zwei Klinkenbuchsen. Zwei MIDI-Buchsen (IN, THRU), ein USB-to-host Port, über die MIDI- und Audiosignale digital an den Computer ausgegeben werden können sowie zwei Pedalanschlüsse (Damper, Assign/Expression) komplettieren die Ausstattung des Vivo SX7.

dexibell vivo sx7

Einsatz des Dexibell Vivo SX7

Nach dem Einschalten wartet das Vivo SX7 Modul mit 80 Sounds auf. Alles ist in acht Kategorien eingeordnet und somit leicht aufzufinden. Der erste Höreindruck stimmt positiv, Dexibell scheint hier wirklich ein Modul mit hoher Soundqualität entwickelt zu haben. Alles andere wäre aber auch eine große Überraschung gewesen, denn die vorherigen Tests von Dexibell Produkten liefen trotz gewisser Kritikpunkte stets auf eines hinaus: Super Soundqualität. Dem steht auch das Vivo SX7 Modul in nichts nach, denn es bietet Piano-Klänge in höchster Qualität. Sehr realistisch kommen die Vivo SX7 Pianos daher, was u.a. daran liegt, dass viele instrumentenspezifische Klangbestandteile zur Geltung kommen, einzelne Velocity-Stufen kaum bis gar nicht auszumachen sind und die Kombination aus Modelling/Samples und 3D-Aufnahme einen sehr guten Raumklang erzeugt. Dies wird vor allem beim Einsatz von Kopfhörern deutlich.

dexibell vivo sx7

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Na bitte, es werden immer noch 19“-kompatible Expander gebaut, wenn auch mit zusätzlichen Adapter-Winkeln. Erfreulich sind auch kleine Details wie eine MIDI-Thru-Buchse und der USB-Host-Anschluss. Das Vivo SX7 könnte ich mir gut als Piano-Erweiterung zu meinem Nord E4D vorstellen, der mir als Orgel und Mellotron sehr guten Dienst leistet, aber nur eins der XL-Pianos aus der Library laden kann. Layer aus Orgel oder Mellotron mit Pianos wären dann auch kein Problem mehr. 1100,-€ sind zwar für die gebotene Qualität durchaus angemessen, lassen sich aber leider nicht so leicht aus dem Ärmel schütteln…

  2. Profilbild
    Organist007  

    An dieser Stelle Stelle möchte ich das Modul „gemini“ von G.s.i erwähnen. Bietet ebenfalls super sounds (E-Piano, orgel, Vintage synths) an, per Ipad etc. zu editieren.

    Ursprünglich wollte ich eigentlich dexibell J 7 oder vivo erwerben, durch einen Zufall (Lieferengpässe bei VIVO) habe ich mich für das GEMINI entschieden. Insbesondere die Farfisa Orgel hat es mir sehr angetan, volle Editierung (Verstimmung der einzelnen Töne), Effekte etc. bieten unendliche Möglichkeiten.
    Die Piano sounds sind nicht soooo herausragend, dafür ist die B 3 wieder ein Hammer. Und das mellotron. Und das Clavinet. Und die Rhodes Modelle auch. Echt eine Empfehlung für sage und schreibe 9 Hunderter !!!

  3. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Das ‚Vivo Grand‘ klingt gar nicht schlecht. Schön zu hören und zu sehen, dass es auf dem Markt wieder ein Piano-Module gibt, das einen Sound enthält, der nach einem akustischen Piano klingt. Aber ich habe Pianoteq im Studio. Die Software ist flexibler.

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