Test: Doepfer, Dark Energy II, Analogsynthesizer

Sound

Leider hatte ich keinen Dark Energy 1 zur Hand, um die technisch unterschiedlich aufgebauten VCOs und Filter direkt miteinander vergleichen zu können. Soweit ich den Klang noch im Gedächtnis habe, meine ich jedoch merkliche Unterschiede vernehmen zu können, und das nicht nur wegen des Multimodes. Der Charakter des Sägezahns und das Resonanzverhalten sind eigen, so dass auch bei vergleichbaren Reglereinstellungen sich ein anderer Sound ergäbe. Es könnte aber durchaus interessant sein, die Stärken beider Versionen miteinander zu kombinieren.

;an versteht sich

;an versteht sich

Auch wenn das Filter des Dark Energy II nur 12 dB besitzt, kann man damit schöne Bässe erzeugen. In Verbindung mit dem geclippten Sägezahn und hoher Resonanz erreicht man mit bestimmten Einstellungen sogar leicht übersteuerte Sounds. Mit den schnellen LFOs sind formanthaltige und metallische Klänge kein Problem und dank des Multimodefilters lassen sich auch „unten ausgedünnte“ Sounds erzeugen, die sich gut für Leads und schnelle Sequencer-Figuren eignen. An Grenzen stößt man mit dem Dark Energy II, wenn es um komplexere Klänge geht. Mit einem Oszillator und einer Hüllkurve sind nun mal gewisse Sounds nicht möglich. Hier kann man jedoch mit einem weiteren halbmodularen Synthesizer oder einem kleinen Beistellrahmen und modularen Komponenten das Spektrum des Dark Energy II prima erweitern, wie wir es in unseren Workshops schon einmal demonstriert hatten.

Fazit

Es fällt nicht schwer, den Dark Energy II genauso wie seinen Vorgänger zu mögen. Trotz seiner minimalistischen Ausstattung lässt sich ziemlich viel aus ihm rausholen, und das Schrauben am Gerät macht einfach Spaß. Der Erfolg wird sicherlich nicht ausbleiben, und man kann es sich nur wünschen, dass die einst geplante Erweiterung namens Dark Matter in der Folge nun im MKII-Gewand doch noch realisiert wird. Aber die Konkurrenz schläft nicht. Bereits angekündigt ist die MKII-Version des MFB Microzwerg, der nun ein ähnliches Gehäuse verpasst bekommt und fast den gleichen Preis hat, aber mit zwei Oszillatoren, dualem Multimodefilter und mehr Patchpunkten das größere Potential besitzt. Außerdem tummeln sich Vermona Mono Lancet, MFB Megazwerg, Moog Minitaur und DSI Mopho auch noch in dieser Preis/Gewichtsklasse und wer weiß, was uns die Zukunft noch so alles bringt? Es bleibt also spannend auf dem Analogsektor – und der Dark Energy II trägt einen nicht eben geringen Teil dazu bei.

Plus

  • mehr Flexibilität durch Multimodefilter
  • LFOs bis 5 kHz
  • USB/MIDI-CV/Gate-Interface
  • über Patchbuchsen einfache Interaktion mit (semi)-modularen Synthesizern
  • kompakte, wertige Bauweise
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • mit nur einem VCO und einer Hüllkurve sind bestimmte Sounds nicht möglich
  • CV-Eingänge ohne Abschwächer

Preis

  • UVP: 428,- Euro
  • Straßenpreis: 389,- Euro
  • Glide-Option (zum Selbsteinbau) 10,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Goofy

    Dark Energy die 2te – die Erfolgsgeschichte wird wohl weitergehen, obwohl ich das nicht verstehe.
    Sicher der Dark Energy klingt nicht schlecht – aber nur ein Oszillator schränk wirklich ein. Für nur wenig Euronen mehr habe ich mich damals für den mfb Kraftzwerg und gegen den Dark Energy entschieden. Vom Sound ähnlich aber durch die drei Oszillatoren doch viel flexibler. Wenn ich zum Dark Energy einen weitern Oszillator möchte brauche ich entweder ein Rack oder einen weiteren Dark Energy.
    Mit dem Megazwerg als Erweiterung zum Kraftzwerg habe ich dann schon 4 Oszillatoren und zusätzlich zum 24dB Tiefpass auch noch ein Multimodefilter.
    Bei den mfb-Teilen habe ich nicht die schicken Holzteile wie beim Dark Energy und auch nicht die schickeren Potiknöpfe das stimmt. Dafür aber etwas mehr Platz zwischen den Potis und somit sinkt die Gefahr mit dem ‚dicken Daumen‘ gleich zwei oder mehr Potis ungewollt mit zu verstellen.
    Na ja, vielleicht hole ich mir doch noch mal einen oder beide Dark Energys – mal sehen was das Sparschwein hergibt……

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