Test: DPA Drum Mikrofone d:dicate 4011C, 2011C, d:vote 4099D

d:vote 4099D

Das d:vote 4099D

Das d:vote 4099D

Das 4099D ist, wie das „D“ schon assoziiert, speziell für Drums bestimmt. Es gibt das 4099 für eine Vielzahl von Anwendungen, unterschieden wird in der Empfindlichkeit, es gibt die Normalausführung, die max. SPL von 142 dB aushält und die Low-Variante für lautere Signalquellen, die für 10 dB mehr vorgesehen ist. Das 4099D ist natürlich Low-Sens.

Weiterhin gibt es zwei verschiedene Phantomspeise-Adapter, den DAD6001, der auch beim 4099D zum Einsatz kommt und den DAD4099, der ein LowCut Filter bei 80 Hz implementiert hat.

Als Letztes sind natürlich eine Vielzahl von Spezialhalterungen für die jeweiligen Instrumente erhältlich, hier liegt der DC4099 Clip für Drums bei, logisch. Da das 4099D auch für die Bassdrum empfohlen wird und von mir da auch getestet werden soll, hat der Vertrieb noch den VC4099 Clip für Violine beigepackt, mit dem sich das Mikro am Spannreifen der Kick befestigen lassen soll. Bei der von mir verwendeten Bassdrum hat das aber auch mit dem normalen Drumclip funktioniert, da kam er also nicht zum Einsatz. Weil er aber nun schon mal da war, habe ich eine Funktionsprüfung an der Mandoline gemacht. Sitzt, passt, keine Probleme.

Die Violinenhalterung, hier an der Mandoline

Die Violinenhalterung, hier an der Mandoline

Technisch ist das 4099 eine vorpolarisierte Mini-Kondensatorkapsel mit Superniere-Richtcharakteristik mit vorgeschaltetem Interferenzrohr. Der Frequenzgang ist mit 20 Hz – 20 kHz angegeben, der Rauschpegel mit 28 dB(A). Das erscheint erst einmal recht hoch, relativiert sich aber, wenn man sich den Wert der Normalversion anschaut, hier liegt der Noise Level bei 23 dB(A). Der höhere Wert bei der D-Variante ergibt sich hier aus dem erhöhten maximalen Schalldruck.

Mikro und XLR-Adapter sind mit MicroDot Anschlüssen ausgestattet, das beiliegende Verbindungskabel hat eine Länge von 1,8 m.

In der Pappe-Umverpackung findet sich ein stabiles Softcase, das wiederum das Mikro plus Zubehör beherbergt. Neben den schon beschriebenen Elementen ist das eine zusätzliche Mikrofontasche und ein weißes Kunststoffteil, das zum Festziehen und Lösen der Kabelverbindungen benutzt wird.

4099 in der Box

4099 in der Box

Dazu gibt es eine sehr ausführliche Broschüre über die Versionsunterschiede und die verschiedenen Halter mit Beispielen zur Anbringung. Daten und Frequenzschriebe runden das Bild ab. Zwei Aufkleber liegen auch noch bei.

Live Tests mit den DPA Drum Mikros

Natürlich war zuerst die eigentliche Verwendung des Sets zur Drum-Mikrofonierung vorgesehen. Durch die zeitliche Verschiebung musste der geplante Studiotermin mit Drums vorerst ausfallen, also hatten die DPAs ihren ersten Einsatz bei einer Aufnahme mit Chor und Orchester in einer Kirche. Der Chor war hinten am Altar aufgebaut, das Orchester platzierte sich im Halbkreis davor um den Dirigenten. Die beiden Vokal-Solisten standen rechts und links neben dem Dirigenten.

Als Hauptmikrofonie kam mein Paar AKG C414 zum Einsatz, der Chor bekam fünf Audio Technica AT4041 als Stütze, die Streicher wurden mit den drei DPA 2011C abgenommen, die ums Dirigentenpult standen. Zudem bekamen die Holzbläser noch zwei MXL 604, die sich durch ihre breite Niere für den Job qualifizierten. Einzeln abgenommen wurden die Harfe, ebenfalls mit einem 604, das Glockenspiel, AT4041 und die Pauken, denen ich das DPA 4011C spendierte. Die Solisten hatten je ein Audio Technica 4040 Großmembran zur Verfügung.

Mein Hauptaugenmerk lag hier natürlich auf den 2011C. Mit nur drei Mikrofonen, die 180° abzudecken hatten, gelang es, die komplette Streichersektion akkurat abzunehmen. Das Klangbild war fein aufgelöst und ausgewogen, die tiefen Mitten etwas ausgeprägter als bei den Audio Technica AT4041, die ich normalerweise für solche Gelegenheiten einsetze. Auch die Höhen präsentieren sich etwas besser als bei den AT4041, wärmer und spritziger präsentierte sich das Signal. Geigen und Konsorten klangen sehr natürlich, ich möchte sagen, nach Holz.

Ein sehr schönes Ergebnis, dazu noch sind die Mikros durch Form, Farbe und Größe dezent einzusetzen.

Bleibt noch das 4011C, das über die drei Pauken gehängt wurde. Auch hier war ich mit dem Klangeindruck sehr zufrieden, das gesamte Spektrum des Instruments wird gut herausgearbeitet, schöne Tiefen, ohne wummerig zu werden, eine prima Dynamik.

In etwa erwartbar war das Ergebnis der Aufnahme, ist DPA ja durchaus für natürlich klingende Klangaufzeichner bekannt, beeindruckt hat mich trotzdem die Problemlosigkeit der Anwendung, schließlich war vom Veranstalter nicht daran gedacht worden, das Orchester zu einem Soundcheck zu bestellen, also hatte ich die Mikrofonierung „blind“ und anhand meiner Erfahrungswerte vorgenommen. Dafür war das Endergebnis mehr als zufriedenstellend.

Die nächste Gelegenheit zum Einsatz des Mikrofonsets ergab sich einige Tage später bei der Neueröffnung des renovierten Gemeindezentrums an meinem Wohnort. Zwei Tage Kulturprogramm waren geboten. Für den ersten Abend hatten sich zwei Bands angekündigt, die erste spielte eigene Kompositionen, die zweite Truppe um eine Sängerin, die es bei einer bekannten deutschen Castingshow bis in die Endrunde geschafft hatte, bot Cover-Versionen. Da die Kanalanzahl des Mischpultes keine Komplettmikrofonierung des gemeinsam genutzten Drumsets zuließ, entschloss ich mich für die reduzierte Abnahme mit Kick, Snare und Overhead. Also das 4011C mit Stativ in die Bassdrum, das 4099D an die Snare geklippt und das 2011C zentral über das Set gehängt.

Zunächst war ich anhand der Größe des 4011C skeptisch, ob es sich für einen vernünftigen Bassdrum Sound eignet, aber schon das erste Anspielen der 22″ Kick zeigte, dass das Mikro dieser Aufgabe durchaus gewachsen ist. Schön rund und punchig ließ sich die Kick darstellen.

Auch mit dem 4099D an der Snare gab es keine Probleme. Durch die gut konstruierte Klemme ist der Clip schnell und problemlos am Spannreifen zu befestigen. Der Miniaturschwanenhals lässt sich gut in Form biegen und ist steif genug, die Position auch zu halten. Clever ist die Trennung von Clip und Schwanenhals, so kann dieser auf verschiedene Längen eingestellt werden. Auch praktisch ist, dass der obere Teil des Clips um 90° gedreht werden kann, so dürfte fast jede Position einfach zu erreichen sein.

Der Drumclip

Der Drumclip

Soundmäßig stellt sich das 4099D spritzig, offen und direkt dar.

Auch das 2011C als Overhead war in der Lage, das Set sauber abzunehmen. Ohne größere Klangkorrekturen waren sowohl Toms druckvoll und prägnant als auch die Becken mit schneller Ansprache und seidigen Höhen zu vernehmen. Dass durch die Mono-Abnahme etwas der Raumeindruck fehlte, war für die Größe der Veranstaltung mit 200 ausverkauften Sitzplätzen eher irrelevant.

Somit war der erste Abend erfolgreich abgeschlossen, am nächsten Tag stand als Nachmittags-Matinee ein Salonorchester auf dem Programm: an die 20 Musiker/innen mit Schlagzeug, E-Piano, Akkordion und viel Gebläse. Die drei Sänger wurden aus Platzmangel an einem Stehtisch vor der Bühne platziert. So blieb natürlich auch kein Platz für eine Einzelabnahme der Instrumente, also wurden zwei 2011C über der Bühne an der Decke befestigt, um die gesamte Truppe abzunehmen. Das Publikum war vorwiegend in der gesetzteren Altersklasse angesiedelt, hier ging es also weniger darum, ein ordentliches Brett zu fahren, sondern eher den Sound rund zu bekommen, Band, das D.I. abgenommene Piano und die Sänger miteinander zu verbinden. Dank der DPA-Mikrofone und dem diszipliniert aufspielenden Orchester ein leichtes Unterfangen und so konnte auch diese Veranstaltung als Erfolg verbucht werden.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Joghurt  AHU

    Ich habe mir ein Pärchen von den 2011 gegönnt. Diese sind schön in einer Peli-Kiste verpackt, somit könnte locker ein Laster drüberfahren. Klanglich sind die beiden Mikros schön aufeinder abgestimmt. Neben Earthworks ist DPA – ich glaube zurecht – einer meiner ganz grossen Mikrophonlieblingshersteller. Danke auch noch für den prima Test.

    • Profilbild
      Armin Bauer  RED 11

      Gratuliere zu deinen neuen Mikros.
      Vom Preis-/Leistungsverhältnis sind die 2011 ganz weit vorn, bin auch noch am Überlegen, zuzuschlagen.
      Da ich viel Chor + Orchester mache, müssten es aber schon mind. 4 Stück sein.
      Mal schauen, was Ende des Jahres die Buchhaltung sagt.

      Grüße

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