Test: Dreadbox Hades, Synthesizer

Hades 1

Um die Umschaltung vorzunehmen, sind folgende Schritte notwendig. Während der Hades eingeschaltet und mit einer Tastatur verbunden ist, drückt man C0 + F#0 für tiefste, C0 + G#0 für letzte und C0 + A#0 für höchste Noten Priorität.

Das ist es dann auch mit MIDI.

Und klanglich? Gemessen am übersichtlichen Parametersatz glaubt man kaum, dass hier viel geht!? Schau’n wir mal!
Die englische Bedienungsanleitung rät, den Hades erst einmal 5 bis 20 Minuten warm laufen zu lassen, um die Stimmstabilität des Oszillators zu festigen. Natürlich kann man auch sofort losspielen, aber dann driftet die Tonhöhe eben ein wenig. Der Tune-Regler sollte in der Grundeinstellung auf 12 Uhr stehen. Mit diesem lässt sich der VCO um maximal +/- 7 Halbtöne stimmen. Sägezahn oder Rechteck wählt man ohne dedizierten Lautstärkeregler als Schwingungsform über einen Kippschalter an. In der Mittelposition sind beide deaktiviert. Beim Rechteck kann man die Pulsbreite mit einem extra Potentiometer manuell variieren oder man benutzt den LFO via internem Steckfeld zur Pulsbreitenmodulation. Über ein weiteres Poti regelt man die Glidewerte für fließende Tonhöhen-Übergänge. Die beiden Sub-Oktaven liegen 12 und 24 Halbtöne unter der Grundstimmung und können unabhängig voneinander zugemischt werden. Sie arbeiten ausschließlich als Rechteck und bleiben aktiv, auch wenn der Haupt-VCO abgeschaltet wird. Sie machen untenrum ganz schön was her. Ein wenig Vorsicht ist geboten, wenn man beide Suboktaven-Regler voll aufdreht und den VCA-Regler ebenfalls weit geöffnet hat. Dabei können interne Übersteuerungen entstehen, die sich mit Knacksern am Audioausgang bemerkbar machen. Den guten und kräftigen Oszillatorklang würdige ich mit dem Wort „chunky“.

Der LFO bietet wie bereits erwähnt nur eine Dreiecksschwingung. Er arbeitet dafür aber bis fast 1000 Hz. Also schnell! Seine Wirkungstiefe ist justierbar. Negativ aufgefallen ist mir der kurze Regelbereich für langsame Schwingungen. So ab 9 Uhr geht der LFO schon ganz schön ab und der Regelweg beginnt erst ab 7 Uhr. Ein zusätzlicher Kippschalter, der zwischen schnell und langsam umschaltet, wäre da gut gewesen. Leider kann der LFO auch nicht über MIDI synchronisiert werden. Über das Steckfeld kann man ihn auf die 5 vorhandenen Ziele routen. Vorverdrahtet wirkt er auf die Tonhöhe des Oszillators.

Eingangs habe ich die beiden Hüllkurvengeneratoren abgespeckt genannt, da es sich nicht um vollständige ADSR-Modelle handelt.

Die ab Werk für den Filterverlauf zuständige A-D-S Hüllkurve kann alternativ per Kippschalter noch im A-DR-S Modus betrieben werden. Sie lässt sich ebenfalls auf andere Ziele umlegen und ist von gemächlich bis ziemlich zackig unterwegs. Invertiert lässt sie sich von Haus aus nicht betreiben.

Die zweistufige VCA-Hüllkurve verfügt über die Parameter Attack und Release. Sie ist und bleibt festverdrahtet. Kurze Releasezeit Einstellung wird mit VCA Knack gedankt und als musikalisch wertvoll eingestuft.

Der Drive-Regler steuert die OTA Verzerrer-Einheit. Zur Erklärung von OTA:

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Klangbeispiele
Forum
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    steme  

    Netter test. Aber ist denn nicht der Moog Miniatur der offensichtlichere Konkurrent in Bezug auf Konzept, Design und Marketing approach? (Stichwort : Bass synth)

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    daniel müller  

    Nur am Rande…als zufriedener Besitzer des Erebus wollte ich doch noch kurz erwähnen, dass der Erebus im Vergleich zum Hades MIDI-Trough besitzt,…weil von rudimentärer MIDI Ausstattung die Rede war, wobei sich das wohl eher auf die MIDI-Kanal Einstellungen bezieht.
    Auch wenn der Hades sicher ein schöner und günstiger Spielgefährte für den Erebus wäre…die Module von Dreadbox machen mich da schon mehr an…nun denn. Hellas.

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    Flying C  

    Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Test.

    Auch wenn dem Hades kein neues Konzept zu Grunde liegt, überzeugt das Gerät doch in erster Linie durch den klaren, druckvollen Sound und die Verarbeitung

    Klanglich liegt der Hades irgendwo zwischen SH-101 (Track 1&6) und MS 10 (Track 4&8), kommt allerdings nicht als platte Kopie daher. Diese Maschine bettelt geradezu darum, von einem Sequencer gespielt und manuell verleiert zu werden!
    Für nagelnde EBM-Bässe à la Pro One, subtile House-Bässe oder allerlei Techno ist der Hades geadezu pre-destiniert.

    Die Parallele zum Minitaur ist durchaus gerechtfertigt, dieser kostet jedoch ca. 150 € mehr.

    Das einzig echte Minus ist, m.m.n., die Notwendigkeit des Gehäuse-öffnen-müssens um den Midi-Kanal einzustellen.

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    Jan  

    Bei meinem Hades ist die Midi Dip Konfiguration vollkommen neben der Spur. Die Schalterkombinationen der Anleitung sind irgendwie vertauscht. Am Ende habe ich bei laufendem Synth hin und her geschaltet. Wen es interessiert, Kanal 4 ist (off on off) und Kanal 2 ist (off off on). Der Synth ist voll gut, aber die Midi-Config mit Aufschrauben und Experimentieren ist echt finster. Sei es drum nun läuft er und er klingt sehr fett. Geiles Teil.

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      Jan  

      (Kann mir hier nicht editieren?)

      Wollte noch anmerken, es sind zwei kurze Patch-Käbelchen dabei!

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