Test: Dreadbox Hades, Synthesizer

Hades 2

Das Filter, einigermaßen zugedreht und mit gehörig Resonanz, lässt den Dreadbox Hades jedenfalls ganz schön kreischen. Gut!

Den Klang des 18 dB/Okt. Low Pass Filters würde ich mit dem Attribut charakterstark beschreiben. Die Filterfrequenz lässt sich ohne jedwede Sprünge durchfahren. Voll analog eben. Mir fängt nur die Resonanz, in der halb 3 Position, schon etwas zu früh an zu pfeifen. Und ja, auch bei steigenden Resonanzwerten dünnt sie den Tiefenbereich aus. Trotzdem insgesamt toller Sound für meinen Geschmack.

Über die CV-Ausgangsbuchse MOD und gestecktem Ziel kann man das Modulationsrad an einem Keyboard zur Steuerung benutzen. Der Wirkungsgrad ist auch hier separat zu regeln.

Fazit

In der Praxis bewährt sich das eingebaute Steckfeld des Dreadbox Hades schnell und ist eine super Sache! Man kann den Hades dadurch wirklich gut erweitern bzw. problemlos in ein Modularsetup integrieren. Grundsätzlich bereitet einem das Gerät, aber auch für sich alleine, eine Menge Spaß. Klar, man findet immer Sachen, wo man denkt „das wäre noch gut“, „hier vermisse ich was“ und „dieses Feature wäre noch toll“, aber es ist eben auch verrückt, wieviel man mit so wenig anstellen kann. Jedes zusätzliche Feature schlägt sich schließlich im Preis nieder und macht Geräte komplexer. Hier geht das Gebotene aber wirklich leicht von der Hand und die Anschaffungskosten sind absolut überschaubar. Direktester Konkurrent ist wohl der Arturia MicroBrute. Den Dreadbox Hades kann man neben seinem Hauptaufgabenbereich natürlich auch für andere Soundkategorien nutzen. Aber, er ist kein Modulationsmonster und es fehlen für tiefgreifendes Synthesizer-Sounddesign definitiv einige wichtige zusätzliche Bausteine. Trotzdem gilt für dieses Kistchen für Einsteiger und Fortgeschrittene: simpel, aber effektiv. Klanglich ist der Hades top. Die Haptik gefällt ebenso. Es macht Freude daran zu schrauben. Der Ha(d)es mir angetan, der Grieche, (nicht nur) für Bass.

Plus

  • Klang
  • Steckfeld
  • Bedienung
  • Verarbeitung
  • Preis

Minus

  • kurzer LFO Regelweg für langsame Modulation
  • kein LFO Sync über MIDI
  • MIDI-Kanal Einstellung erfordert Öffnung des Gerätes
  • keine Patchkabel im Lieferumfang

Preis

  • Ladenpreis: 299,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    steme  

    Netter test. Aber ist denn nicht der Moog Miniatur der offensichtlichere Konkurrent in Bezug auf Konzept, Design und Marketing approach? (Stichwort : Bass synth)

  2. Profilbild
    daniel müller  

    Nur am Rande…als zufriedener Besitzer des Erebus wollte ich doch noch kurz erwähnen, dass der Erebus im Vergleich zum Hades MIDI-Trough besitzt,…weil von rudimentärer MIDI Ausstattung die Rede war, wobei sich das wohl eher auf die MIDI-Kanal Einstellungen bezieht.
    Auch wenn der Hades sicher ein schöner und günstiger Spielgefährte für den Erebus wäre…die Module von Dreadbox machen mich da schon mehr an…nun denn. Hellas.

  3. Profilbild
    Flying C  

    Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Test.

    Auch wenn dem Hades kein neues Konzept zu Grunde liegt, überzeugt das Gerät doch in erster Linie durch den klaren, druckvollen Sound und die Verarbeitung

    Klanglich liegt der Hades irgendwo zwischen SH-101 (Track 1&6) und MS 10 (Track 4&8), kommt allerdings nicht als platte Kopie daher. Diese Maschine bettelt geradezu darum, von einem Sequencer gespielt und manuell verleiert zu werden!
    Für nagelnde EBM-Bässe à la Pro One, subtile House-Bässe oder allerlei Techno ist der Hades geadezu pre-destiniert.

    Die Parallele zum Minitaur ist durchaus gerechtfertigt, dieser kostet jedoch ca. 150 € mehr.

    Das einzig echte Minus ist, m.m.n., die Notwendigkeit des Gehäuse-öffnen-müssens um den Midi-Kanal einzustellen.

  4. Profilbild
    Jan  

    Bei meinem Hades ist die Midi Dip Konfiguration vollkommen neben der Spur. Die Schalterkombinationen der Anleitung sind irgendwie vertauscht. Am Ende habe ich bei laufendem Synth hin und her geschaltet. Wen es interessiert, Kanal 4 ist (off on off) und Kanal 2 ist (off off on). Der Synth ist voll gut, aber die Midi-Config mit Aufschrauben und Experimentieren ist echt finster. Sei es drum nun läuft er und er klingt sehr fett. Geiles Teil.

    • Profilbild
      Jan  

      (Kann mir hier nicht editieren?)

      Wollte noch anmerken, es sind zwei kurze Patch-Käbelchen dabei!

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