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Test: DSound RTPlayer und GTPlayer 2.3, Software für Gitarre

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Überblick und Sampleplayer
Nach einer wohlverdienten Tasse Kaffee nehme ich mir die Software also systematisch vor. Das Zweier-Rack besteht aus Effekt-Sektion und Sampleplayer. Beide Rackteile sind trotz Anlehnung an Propellerhead´s Reason & Co. völlig statisch. Es lassen sich keine weiteren Rackgeräte instanzieren und auch keines schließen – das fördert zumindest die Übersichtlichkeit. Der Sampleplayer ist im Grunde nicht der Rede wert – er ist halt ein Player zum Abspielen von WAV-Dateien, neuzeitliche Segnungen wie OGG zum Beispiel ignoriert das Programm hingegen komplett. Der mitgelieferte Demo-Sound ist ein etwas unrhythmisches Orgel-Lick, das zu keiner Stilart so richtig passen will, die Sounddateien müssen zudem umständlich über die Playlistenfunktion eingelesen werden – deren einzig unterstütztes Format allen Ernstes Textdateien (!) sind.

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Vom Glauben an das Gute fast abgefallen, beginnt die Suche nach wirklich gebrauchbaren Funktionen. Und schließlich: einziges hervorzuhebendes Feature des Players ist ein einfacher Timestretching-Algorithmus, der beim Üben durchaus hilfreich sein kann, um ein Stück in der gleichen Tonhöhe langsamer abzuspielen. Damit ist die eine Hälfte des Programms aber auch schon komplett erschöpft. Sorry für die harten Worte: Der kostenlose WinAmp mit Timestretching-PlugIn leistet für solche Zwecke wesentlich mehr – der Sampleplayer macht den Eindruck, als sei er mit Visual Basic in der Kaffeepause zusammengestöpselt worden. Zudem bleibt dieser Player das einzige „Feature“, das die RTPlayer-Famile von Xlutop Chainer abhebt.

Die Effektsektion

Kern des ganzen Programms ist die Effektsektion. Der VST-Eingang wird durch Effektketten („Chains“) in den VST-Ausgang geroutet und der Rechner so als Effektgerät benutzt. Der große Vorteil bei dieser Methode ist die Speichermöglichkeit: Man kann viele VST-Plugins aufeinanderschichten, bis man den gewünschten Sound erzielt hat und diesen dann als ein einziges Effektpreset abspeichern. Das ist besonders bei Auftritten praktisch, da durch einfaches Preset-Umschalten die ganze Riege VST-Effekte neu belegt wird. Leider ist auch das Speichern und Laden nicht besonders gelungen: Zum Auswählen des Speicherplatz gibt es ein virtuelles Drehrad – aber im Gegensatz zu Hardwaregeräten muss noch mit „Load“ bestätigt werden, so dass man nie genau weiß, welches Programm gerade geladen ist.

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Durch den etwas versteckten Edit- Button kommt man in den Editiermodus, in dem die Effektbelegung eingestellt werden kann. Dieser ist leider völlig kryptisch und sinnfrei beschriftet – ein „S“ für Solo ist noch verständlich, das „B“ für Bypass eher unüblich (meistens „M“ute). Wofür das „E“ steht, bleibt letztlich Geheimnis der Hersteller, „E“rscheinen oder „E“ditieren könnten den Kern der Sache treffen. Warum die gleiche Funktion dann allerdings im selben Fenster (hier für alle Effekte gleichzeitig) mit Show bezeichnet wird und das ganze Fenster nicht überhaupt stattdessen mit aussagekräftigen Icons ausgestattet wurde, kann man nur mutmaßen.

Wenigstens die Reihenfolge der Chains ist klar dargestellt: Es gibt zwei parallele Effektketten (A und B) á 8 Effektslots, die für zwei unterschiedliche Gitarren oder auch eine einzige in Parallelschaltung genutzt werden können. Beide münden in Effektkette C mit weiteren 8 Slots, die für Master- und andere gemeinsame Effekte gedacht ist und mit einem eingebauten Softlimiter abgeschlossen wird. Das ist nicht besonders flexibel, aber wenn’s schnell gehen soll entsprechend übersichtlich und reicht im Normalbetrieb für die meisten Anwendungen aus – einen reichhaltigen Fundus an VST-Plugins vorausgesetzt.

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Die Stompin’ FX
Genug gemeckert, hier kommen wir auch zum genießbarsten Teil des RTPlayers. Die schon etwas älteren Stompin’ FX-Plugins werden von DSound als „Dreingabe“ zum RTPlayer mitgeliefert. Die simulierten Bodeneffekte klingen ordentlich und bieten weder große Überraschungen noch grobe Schnitzer. Im Angebot sind vor allem die Klassiker: Auto Pan, Auto Wah, Delay, Chorus, Compressor, Distortion, Flanger, Graphic EQ, NoiseGate, Overdrive, Phaser, Tremolo und Reverb. Ein Ampsimulator fehlt leider komplett, die PlugIns klingen dennoch erstaunlich gut und nicht so schrill wie echte Bodeneffekte, die man direkt ins Mischpult einspeist.

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