Test: Dübreq Stylophone & Stylophone Beatbox

16. April 2011

Dübreq Stylophone

Es ist klein, einfach zu bedienen und wurde ursprünglich für den Spielzeugmarkt entwickelt. Dennoch lässt sich dieses silberne Plastikgerät, erfunden von Brian Jarvis in den späten 60er Jahren, in Equipmentlisten diverser Größen wie David Bowie, Jean Michel Jarre, Kraftwerk, Pulp und Marilyn Manson wiederfinden, wurde bereits innerhalb der ersten zehn Produktionsjahre über drei Millionen Mal verkauft und avancierte schließlich zum Kultobjekt unter Musikern und Synthesizerliebhabern. Und bis heute ist das Interesse an dem Miniaturkeyboard ungebrochen: Obwohl die Herstellerfirma Dübreq 1980 ihre Türen geschlossen hatte, nahm sie aufgrund der wachsenden Nachfrage die Produktion im Jahr 2007 wieder auf. Es lohnt sich also einen genaueren Blick auf diese kuriose Erfindung aus England zu werfen.

Das Stylophone 2007

Das Stylophone 2007

Genau genommen verdanken wir die Entstehung des Stylophones der kleinen Nichte von Brian Jarvis. 1967 bat sie ihren Onkel, ihr kaputtes Spielzeugpiano zu reparieren, ein simples mechanisches Instrument, das mittels einer kleinen Tastatur und damit verbundenen Hebeln Töne von sich gab. Doch anstatt lediglich die abgebrochenen Tasten zu ersetzen, fing er an in seiner Werkstatt zu experimentieren und zu improvisieren. Er ersetzte die Mechanik durch Kondensatoren, Widerstände, Transistoren und andere elektronische Komponenten, baute eine flache Metallplatte als Klaviatur ein, brachte auf der Rückseite ein Batteriefach für die Stromversorgung an und erfand dabei schließlich ein neues Gerät: das Stylophone. Es war in vier verschiedenen Varianten erhältlich: Standard, Bass, Treble und 350S, wobei das Standard Stylophone das bei weitem Geläufigste war.

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    toller Bericht Martha! Ich habe ja `ne Schwäche für diese LoFi toys. toller Einstand. Hoffe es kommt noch mehr!
    lg marko

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      Jonson

      Diese Schwäche habe ich auch :0) Das geht sogar soweit, das ich ein Reason ReFill produziert habe, welches ursprünglich ausschliesslich auf Samples des Stylophones basierte („Simple Sampling“) – und einer der Demotracks zum ReFill nutzt (bis auf die Drums natürlich) NUR Samples des Stylophones. Ich poste hier einfach mal den Link zum Track:

      http://www.....lofunk.mp3

      Viele Grüße…

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    AMAZONA Archiv

    Hi, auf keinen Fall da oben beschriebene offizielle Dübreq Emulation App herunter laden. Kostet Geld und läuft seit mehreren OS Versionen auf keinem iPhone mehr. Entwickler reagiert nicht.

    Viel Grüsse…

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    der jim  RED

    Schöner Artikel mit der Hintergrundgeschichte. Übrigens hat Dübreq zwei weitere Geräte angekündigt, einen Drum/Loop-Player mit 4×4 Pads (quasi ein Stylo-MPC ;-) und einen kleinen Vocoder, der auch sehr lustig werden könnte – also abwarten.

    Mit der Hand den Lautsprecher zu bedecken ist nicht nur zur Lautstärkekontrolle gedacht. Macht man eine hohle Hand, stützt diese auf die hintere Kante und bewegt sie auf und ab, erzeugt man damit einen Wah Wah-ähnlichen Effekt. Vom Prinzip her wie ein Plunger für Trompete bzw. Posaune. Der „Trick“ funktioniert übrigens bei jedem Toy-Keyboard mit eingebautem Quäklautsprecher.

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    Stephan Merk  RED

    Danke für den tollen Bericht und die Klangbeispiele, die mich absolut vom Kauf abhalten. Ich hatte schon irgendwo gelesen, dass die Klangerzeugung auf digitalem Wege erfolgt, dies wird durch überdeutliches Aliassing in den Klangbeispielen belegt. Ich empfehle einen Vergleich mit Kraftwerks Taschenrechner und so klingt der Stylophone-Nachbau nicht ansatzweise. Zu Gunsten der Authentizität hätte man auf die Zusätze lieber verzichten sollen. Es gibt zwar das Stylophone S2 mit wohl echtem analogen Signalweg, aber für das Geld bekomme ich ja einen Minibrute mit wenigstens spielbarer Tastatur. Würde er wie ein Stylophone klingen, hätte ich es gekauft. Der Monotron Duo bietet hier unendliche Klangvielfalt und ist wirklich analog und nicht mal viel teurer.

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