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Test: Duesenberg Triton Bass, E-Bass

28. August 2018

And now for something completely different ...

Duesenberg Triton Bass titel

„Ich bin klar und direkt. Ich habe Stil. Spiel mich rau und unverfälscht. Ich bin der Schlag ins Gesicht.“ So prangt es auf der Herstellerproduktseite des Duesenberg Triton Bass. Wer bei der Beschreibung aber ein primitives Instrument im Stile eines Fender Precision erwartet, könnte falscher nicht liegen. Allein drei Tonabnehmer auf einem Bass sind schon ungewöhnlich genug und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

 Duesenberg Triton Bass front

Aber von vorne, wer ist überhaupt Duesenberg? Die meisten werden den Namen schon einmal gehört haben, aber ich bin sicher nicht der Einzige, der hier eine amerikanische Marke erwartet hatte. Die Autofetischisten werden sicher wissen, dass eine amerikanische Firma dieses Namens bis 1937 technisch hoch entwickelte Luxus- und Sportfahrzeuge baute, aber damit hat der tatsächlich deutsche Instrumentenbauer rein gar nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine Abteilung des deutschen Herstellers Göldo und erstmals tauchte der Name in den 80ern im Rockinger-Umfeld für abgefahrene Heavy-Metal-Gitarren auf. Seit 1995 hat sich das Gitarrenmodell Duesenberg Star Player langsam etabliert, eine im Art-déco-Stil designte halbakustische Gitarre. Hier schlägt sich auch die Brücke zurück zum Hersteller klassischer Fahrzeuge, denn Duesenberg Instrumente lehnen sich optisch stets an den Designstil früherer Zeiten an, insbesondere das Autodesign der 30er bis 50er.

Zum stolzen Straßenpreis von 2396,- Euro bietet Duesenberg den Triton Bass an, ein Instrument mit Erlenkorpus, geschraubtem Ahornhals und drei Humbuckern. Dieser wahrlich interessante Bass liegt nun zum Test vor.

Facts & Features

Der Duesenberg Triton Bass kommt in einem soliden Formkoffer mit Duesenberg-Logo und sage und schreibe sieben Schnallen. Geöffnet strömt einem direkt ein seltsam „vanilliges“ Aroma, erinnernd an billige Zigarillos entgegen – und das ist kein Einzelfall, auch die Koffer der neuen Ami-Fender riechen so. Sehr seltsam. Was ebenfalls auffällt, ist der Kraftaufwand, der notwendig ist, um das Instrument aus dem Koffer zu befreien und auch wieder zurück zu legen, da ist an keiner Seite auch nur ein Millimeter Spiel. Da der Koffer aber natürlich mit Plüsch gepolstert ist, nimmt (zunächst) nichts Schaden, also alles o.k.

Der in diesem Falle schwarz lackierte Korpus ist aus Erle gefertigt, recht flach und mit einem cremefarbenen Binding ausgestattet. Die Form ist eigenständig und erinnert etwas an die Jaguar- und Jazzmaster-Modelle von Fender, aber auch das nur entfernt. Eingeschraubt ist ein recht flacher und breiter Ahornhals, ebenfalls schwarz lackiert, mit einem Palisandergriffbrett ohne Binding. Auf der schwarzen, wieder mit Binding versehenen und dem großen Duesenberg-D signierten Kopfplatte versehen vier gekapselte Tuner ihren Dienst. Auch diese Mechaniken sind, passend zum Rest des Intruments, Art-déco-inspiriert gestaltet. Der Spannstab ist auf der Kopfplatte zugänglich, aber unter einer elegant gefrästen Metallabdeckung mit Duesenberg-Schriftzug verborgen.

Duesenberg Triton Bass Headstock

— Kopfplatte mit extravagant gestalteten Mechaniken —

Die Saiten laufen kopfseitig über einen einfachen, aber exakt gefertigten Kunststoffsattel (was in der Preisklasse etwas verblüfft) und auf der anderen Seite über eine massive Brücke, in die die Saiten von oben eingehängt werden können. Gerade die Bridge ist eine etwas extravagant aussehende Konstruktion mit ihren schmalen, aber massiven Saitenreitern in einem großen Metallblock, aber das ist rein optisch. Prinzipiell ist das Ganze eine ganz normale HiMass-Bridge ohne 3-D-Einstelloption oder String-Through. Etwas blöd ist allerdings, dass die Madenschrauben zur Einstellung der Saitenlage von den Saiten verdeckt werden und man sie so nur nach Abnehmen der entsprechenden Saite justieren kann.

— Tonabnehmer an einem cremefarbenen Triton – die Farboptionen beschränken sich auf cremefarben und schwarz —

Das eigentliche Merkmal, das den Duesenberg Triton Bass neben seinem Design von den klassischen Bassmodellen unterscheidet, ist die Elektrik. Die ist rein passiv, besitzt aber drei Tonabnehmer, die in gleichen Abständen angeordnet sind, ähnlich einer Fender Stratocaster. Hals- und Stegtonabnehmer sitzen entsprechend sehr weit außen, während der mittlere ungefähr da installiert ist, wo er auch bei einem Precision Bass wäre. Wie auch der Precision ist der Duesenberg Triton Bass mit Splitcoil-Tonabnehmern ausgerüstet, bei denen die beiden Spulen zwar versetzt, aber anders als beim Preci unter einer Abdeckung aus Metall und Drahtgeflecht verborgen sind.

Angesteuert werden die Pickups über einen Fünfwegeschalter wie bei einer Stratocaster – man kann also zwei nebeneinander liegende Tonabnehmer zusammen betreiben, die Option, alle drei oder nur Hals- und Stegpickup zu kombinieren, fällt hingegen flach. Dafür gibt es noch einen Toggleswitch, der die Tonabnehmer seriell oder parallel betreibt – wohlgemerkt, nicht die einzelnen Abnehmer, sondern nur die zwei Zwischenpositionen. Dazu ein Volume und eine Höhenblende, alles mit massiven, satt laufenden Drehreglern, die auf dem ebenfalls passend designten Pickguard sitzen. Trotz der Tatsache, dass da sicher genug Platz wäre, hat man die Klinkenbuchse in die Zarge gesetzt, und auch bei der Metallplatte, die sie hält, hat man nicht einfach irgendwas verbaut, sondern selbst bei diesem kleinen Bauteil den Designstift angesetzt!

Duesenberg Triton Bass – ein Zwischenfazit

Wie bereits bemerkt, hier steht ein wirklich interessanter Bass zum Test bereit. Neben der ungewöhnlichen Tonabnehmerbestückung fällt vor allem eine Vielzahl an Design-Features ins Auge. Der Duesenberg Triton Bass ist ein echtes Schmuckstück, was meinen Gitarristen, dem ich das Ding vorführte, zu der Bemerkung verleitete „schönes Instrument, aber zu dir passt er nicht“ – ich trug verwaschene Jeans und ein altes Thrash-Metal-Shirt. Hätte ich mich in einen Anzug geworfen, wäre der Spruch sicher nicht gekommen. Und damit ab zum Soundcheck!

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